Samstag, 6. Februar 2021

Berchtesgadener Land Tag 14: Aufstieg auf den Untersberg

Da uns heute Morgen erneut die Sonne ins Gesicht lachte und somit für optimale Bedingungen für eine Bergwanderung sorgte, entschieden wir uns für eine Tageswanderung hinauf auf den Untersberg
Unser Ziel, der österreichische Gipfel des Untersberges

Diese ist auch als Tour 14 im Rother Wanderführer beschrieben, den ihr aufgrund der guten Ausschilderung jedoch kaum brauchen werdet.
Unser Auto stellten wir auf dem Wanderparkplatz am Paßturm kurz hinter Marktschellenberg ab. Dieser war bereits am frühen Vormittag voll und wir konnten nur noch auf dem angrenzenden Grasstreifen parken. Daher bedenkt dies und brecht am besten sehr früh auf, wenn ihr diese Wanderung machen wollt. Alternativ könnt ihr auch mit dem Linienbus 840 anreisen, denn es gibt eine Haltestelle direkt am Startpunkt der Wanderung.

Am Paßturm bei Markschellenberg startete die Wanderung.

Zunächst ging es auf breitem Schotterweg bergauf. Hinweistafeln gaben dabei Auskunft, wieviel Strecke man bereits zurückgelegt hatte.

Der Wald begann sich zu lichten und gab erste Blicke auf den Untersberg frei.

Die massive Steilwand des Untersberges mit der Toni Lenz Hütte ganz klein davor.

Blick vom Standort Denkmal auf 1.225 Metern Höhe

Eine der beiden Gondeln der Untersbergbahn auf dem Weg nach oben.

Unsere Waden wurden auch sogleich gefordert, denn es ging direkt knapp 1.000 Meter meist durch dichten Wald bis hinauf zur Toni Lenz Hütte auf 1.450 Metern. Der recht breite Schotterweg war trotz der Steigung angenehm zu gehen und erst am Ende wurde er zu einem recht steilen Pfad. Auf dem letzten Viertel des Weges lichtete sich auch immer mehr der Wald und gab den Blick frei auf die massive Bergwand des Untersberges, die wir heute noch erklimmen würden. Auch die Hütte konnte man als kleinen Punkt bereits entdecken.
Nach knapp drei Stunden hatten wir diese schließlich erreicht und rückblickend war der Weg bis hierher gut zu schaffen, auch für Leute ohne Erfahrung im Bergwandern und Schwindelfreiheit und Trittsicherheit waren nicht vonnöten.
Was uns zudem an dem Weg gefiel, waren die Schilder der sogenannten Puls-Fitness-Tour Marktschellenberg-Toni Lenz Hütte, die einen in regelmäßigen Abständen informierten, wie viele Höhenmeter und Strecke man bereits zurückgelegt hatte und wie viele noch vor einem lagen.
Auf der Hütte legten wir bei schönstem Sonnenschein auf der Terrasse eine Pause mit einem alkoholfreien Weizen und leckerem selbstgebackenem Zwetschgenkuchen ein. Bestellt wurde an der Ausgabe bei meinem Namensvetter, dem sehr netten Wirt Christian, der für jeden einen Scherz auf den Lippen hatte.
Blick zurück Richtung Marktschellenberg und in das Salzachtal linkerhand.

Kurz vor Ankunft an der Toni Lenz Hütte

Das Glück war uns hold und wir konnten ein paar wilde Gämsen entdecken.

Auf der Terrasse der Toni Lenz Hütte legten wir eine wohlverdiente Pause ein und genossen das Panorama.

Gestärkt führte uns die Wanderung weiter auf den Thomas Eder Steig, der bereits in den Jahren 1934-35 angelegt worden war.
Hier sollte man im Vergleich zum ersten Teil der Wanderung definitiv trittsicher sein und keine ausgeprägte Höhenangst haben! Denn nach kurzer Strecke wird der Pfad immer schmaler und führt erst an einem steilen Geröllfeld entlang und dann über mehrere Stiegen und durch Tunnel direkt an einer Steilwand hinauf.
Wer mehr Zeit als wir im Gepäck hat oder einfach schneller wandert, kann auch noch einen Besuch der Schellenberger Eishöhle einlegen, die sich etwas oberhalb der Toni Lenz Hütte befindet. Hier muss man jedoch beachten, dass die circa 45 Minuten dauernden Führungen nur zu jeder vollen Stunde angeboten werden und seine Wanderung entsprechend planen. 
Blick gen Westen Richtung Watzmann

Die erste Passage des Thomas Eder Steiges

Ausgeprägte Höhenangst sollte man hier besser nicht haben!

Der Steig führte auch durch mehrere, in den Fels gehauene, teils steile Tunnel.

Nachdem wir den Steig erklommen hatten, mussten wir hier hinauf.

Der Aufstieg war zwar ziemlich anstrengend, aber man konnte immer wieder ohne Probleme Pausen einlegen und die Aussicht genießen.

Freiheit!!! :-)

Nach insgesamt sechs Stunden Wanderung, wovon die letzten drei Stunden die definitiv anstrengenderen waren, da es teils steil bergauf ging, hatten wir schließlich den deutschen Gipfel des Untersberges auf 1.972 Metern erreicht.
Von den zurückgelegten Höhenmeter war die heutige Wanderung der absolute Spitzenreiter unseres Urlaubes und für uns auch eine ganz gute Herausforderung gewesen, denn so hatten wir fast 1.600 Meter überwunden mit einem Höhenunterschied vom Start bis zum Gipfel von 1.370 Metern. 
Aber wie nahezu bei jeder Bergwanderung lohnten sich die Strapazen auch hier! Denn von dort hoch oben am Salzburger Hochthron auf 1.853 Metern eröffnete sich uns eine fantastische Rundumsicht vom Watzmann über die Chiemgauer Berge bis nach Salzburg und zum Dachstein. 
Blick ins Chiemgau

Das nächste Etappenziel vor Augen: Der Gipfel auf deutscher Seite.

Angekommen auf 1.972 Metern Höhe

Blick in Richtung des österreichischen Gipfels, dem Salzburger Hochthron

Unser Ausgangsort Markschellenberg tief unter uns

Für den Abstieg hatten wir uns bereits bei der Planung für die bequeme Alternative entschieden und zwar für eine Fahrt mit der mit der Unterbergsbahn hinab nach Grödig in Österreich für 16 Euro pro Person mit unserer Gästekarte. Die Bahn ist in Betrieb seit 1961 und eine ingenieurstechnische Meisterleistung, denn sie überwindet insgesamt 1.320 Meter und dabei ein 1.581 Meter langes freispannendes Teilstück zwischen Talstation und erster Stütze.
Rückblickend waren wir froh, den Weg so herum gelaufen zu sein, denn ein Abstieg über den Steig oder das letzte sehr steinige steile Teilstück auf dem Untersberg wäre deutlich schwieriger gewesen. 
In Grödig bestiegen wir an der Haltestelle der Seilbahn kurze Zeit später die Buslinie 840 in Richtung Berchtesgaden und erreichten nur wenige Minuten später unseren Ausgangsort den Wanderparkplatz am Paßturm.
Christian

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