Sonntag, 3. November 2019

Bretagne Tag 10: Relaxen und Kajakfahren bei Port Manec'h

Am Morgen in Concarneau holten wir uns zunächst ein großes belegtes Baguette beim Bäcker in der Markthalle, dazu noch heißen Kaffee und einen frisch gepressten Orangensaft im Supermarkt Carrefoure City um die Ecke. 
Blick auf die Altstadt-Insel von Concarneau am Morgen

So ausgestattet frühstückten wir auf "unserer" Bank an der Promenade mit Blick auf die Altstadt - hier hatten wir auch gestern bereits unser Abendessen verspeist. 

Wenn ihr das lest, denkt ihr wahrscheinlich, wir hätten was gegen Restaurants oder sind totale Knauser...aber versteht mich nicht falsch, wir mögen es halt lieber herzhaft zu frühstücken und im Hotel gab es leider nur das oft typisch süße kontinentale Frühstück. Zudem war es einfach zu schön, hier auf der Promenade direkt am Wasser zu sitzen, während einem die Morgensonne ins Gesicht schien!
Nach dem Frühstück unternahmen wir einen erneuten Spaziergang durch die Altstadt, diesmal jedoch im Hellen und nun auch mit deutlich mehr anderen Touristen zusammen. 
Der Place Saint Guénolé, den wir bereits gestern Abend im Dunkeln besucht hatten.
Nachdem wir alle Habseligkeiten ins Auto gepackt hatten, brachen wir schließlich auf in Richtung Nevez und zum Strand von Port Manec'h.
Das Wetter war heute wieder richtig toll und die Bucht wartete mit flachem Wasser und einem fantastischen feinen Sandstrand auf, der sich auch nicht vor der Konkurrenz aus der Karibik verstecken musste!
Beim ortsansässigen Bootsverleih hatten wir per Telefon vorab ein 2er-Kajak über das Tourismusbüro in Concarneau reserviert und brachen mit diesem kurze Zeit später auf, um circa vier Kilometer den Fluss Arven hinaufzupaddeln. 
Hierbei passierten wir zunächst zahlreiche ankernde Jachten und kleine Boote bevor wir an einigen schönen stillen Buchten vorbeikamen und auch in diese etwas hinein fuhren. Nach einer Stunde erreichten wir eine alte Gezeitenmühle und kehrten hier schließlich auch wieder um.
Dank ordentlichem Wind und Wellen vor allem an der Mündung zum Meer war das Ganze neben den schönen Eindrücken auch noch eine recht sportliche und vor allem feucht-fröhliche Angelegenheit! 
Am Strand von Port Manec'h

Fast schon Karibik-Feeling!

Während unseres Picknicks hatten wir auf einmal nette und sehr an der Wurst interessierte Gesellschaft. :-)
Zurück am Strand machten wir uns erstmal lang und genossen die Sonne. 
Nach einem kleinen Picknick brachen wir schließlich auf zu unserem nächsten Übernachtungsort Quiberon auf der gleichnamigen Halbinsel.
Christian

Freitag, 1. November 2019

Bretagne Tag 9: Phare du Millier, Duarnenez, Plage de Kermabec, Phare d'Eckmühl und Concarneau

Nach dem Frühstück führte es uns am heutigen Tag zunächst für einen kurzen Stopp zum Aussichtspunkt Phare du Millier, der vom Parkplatz Moulin de Keriolet über einen kurzen Fußweg zu erreichen war.
Das Wetter war jedoch leider bewölkt, daher brachen wir recht schnell wieder auf und fuhren weiter nach Duarnenez.
Eigentlich war geplant, den dortigen Museumshafen zu besuchen, der der größte seiner Art in Europa ist. Doch aufgrund der Nebensaison wurde gerade eine lange Mittagspause von 12:30-14:00 Uhr eingeläutet.
Wer wenig Zeit mitbringt und dennoch ein paar Schiffe ansehen möchte, dem kann ich den frei zugänglichen Teil des Hafens mit diversen schönen alten Segeljachten empfehlen.
Am Phare du Millier

Altes Feuerschiff im Hafen von Duarnenez

Auch die Altstadt von Duarnenez hatte ihre schönen Ecken!
Wir beschlossen, nach der Pause wiederzukommen und zunächst einmal die Altstadt zu erkunden.
Ich muss sagen, dass in Duarnenez für mich alles irgendwie ein bisschen weniger pittoresk als in den bereits besuchten Dörfern war.
Eventuell lag es auch daran, dass es kein klassischer Touristenort war, allerdings konnte man dafür noch das authentische Leben miterleben.
Das Viertel rund um den alten Hafen Port Rosmeur war jedoch durchaus sehenswert mit seinen zahlreichen Restaurants, von denen sich eins neben das andere an der Promenade reihte.
Da es bereits nach Mittag war, ließen wir uns dort im Bistro a L'abri de rien nieder und aßen leckere Galettes. Das Bistro ist übrigens leicht zu finden, dank der riesigen Giraffe an der Fassade. Man sollte allerdings etwas Geduld mitbringen, denn die beiden Betreiber sind sehr freundlich, aber eher von der gemütlichen Sorte.
Der Port Rosmeur in Duarnenez

Eine hohe Mauer schützt den Hafen vor dem im Winter sicherlich stürmischen Atlantik.

An der Promenade reihte sich ein Restaurant an das nächste.

Diese Giraffe begrüßte die Besucher des Bistro a L'abri de rien.

Die alte Konservenfabrik im Hafenviertel. Duarnenez war Mitte des 19. Jahrhunderts durch seine Sardinen reich geworden, bis die Fischschwärme um 1880 herum ausblieben und Massenarbeitslosigkeit einsetzte.

Diese hübsche Graffiti hatte einen eher traurigen Hintergrund und zeugte von einer Emigrationswelle Ende des 19. Jahrhunderts.

Die fast karibisch anmutende Bucht Plage des Dames

Blick auf das mondänere Viertel Tréboul, das auch mit zwei schönen Stränden aufwartete
Zurück im Bootsmuseum hätte der Eintritt eigentlich 7,50 Euro pro Person betragen, wir hatten aber mal wieder Glück und der Eintritt war heute - wahrscheinlich wegen des Kulturwochenendes am 15. und 16. September - für uns kostenlos.
An dem Pier des Museums lagen viele interessante alte Schiffe vertäut, von Segelbooten über alte englische Dampf-Schlepper wie die "St. Denys" bis zu größeren Frachtschiffen. Bei fünf Exponaten konnte man sogar an Bord gehen und teils auch Kapitän auf der Brücke spielen.
Als wir Duarnenez am Nachmittag wieder verließen, legten wir noch einen kurzen Stopp hinter der der Autobrücke ein, denn von dort aus hatte man noch einmal eine tolle Sicht auf das alte Feuerschiff, den Museumshafen und auf ein halb versunkenes Bootsgerippe.
Was für ein alter "Seelenverkäufer" :-)

Der alte Dampf-Schlepper, die englische St. Denys

Im Maschinenraum der St. Denys

Keine Torpedorohre, sondern der Dampfkessel des Schleppers

Die engen Kojen auf einem alten Segelkahn

Blick hinauf zum Hauptmast eines Segelschiffes

Die Le Roi Gradlon war das größte begehbare Schiff im Museumshafen

Blick von der Brücke nach Duarnenez auf den Museumshafen

Altes Schiffswrack am Ufer
Nach etwas längerer Fahrt legten wir einen kurzen Stopp am längsten Strand der Bretagne, der Plage de Kermabec, ein. Hier konnte man unzählige Surfer beobachten, die in der gleichmäßigen Brandung der Bucht ihren Spaß hat. Weniger spaßig dagegen waren die aus dem Zweiten Weltkrieg übrig gebliebenen Bunker, die stumme Zeugen der damaligen Gräuel sind, die sich hier abgespielt haben mussten.
Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir immer weiter Richtung Süden bis zum großen Leuchtturm Phare d'Eckmühl.
Diesen kann man auch besteigen, man sollte allerdings keine Scheu vor den insgesamt 307 Stufen haben!
Seinen deutsch klingenden Namen verdankt der Turm übrigens dem Maréchal Louis Nicolas Davout und Prinz von Eckmühl. Letzteren Titel erhielt er als Andenken einer Schlacht napoleonischer Truppen bei Eggmühl in Bayern im 19. Jahrhundert.
Uns war das Glück erneut hold, denn auch hier war heute der Eintritt kostenlos und zudem waren wir unter den letzten, die nach langer Wartezeit um 18 Uhr - und damit eine halbe Stunde vor Schluss - noch nach oben durften.
Am Plage de Kermabec

Im Vergleich zu den beiden anderen Türmen rechts wird die Größe des Phare d'Eckmühl linkerhand deutlich!

Am Eingang des Leuchtturms

Blick von der Aussichtsplattform hinab auf die Küste und die kleineren Türme

Die Boote wirkten fast wie Spielzeug!

Das "Innenleben" des Phare d'Eckmühl mit seiner aus 307 Stufen bestehenden Treppe.
Mit der untergehenden Sonne im Rücken fuhren wir schließlich zu unserem heutigen Übernachtungsort Concarneau.
Nachdem wir im zentralen und recht preisgünstigen Hotel les Grand Voyageurs eingecheckt hatten, verspeisten wir unsere noch vom Tag übrig gebliebenen und eigentlich als Lunch geplanten Fertigsalate samt Baguette auf einer Bank am Hafen. Das Auto konnten wir kostenlos auf dem nahe gelegenen öffentlichen Parkplatz über Nacht abstellen.
Am Hafen von Concarneau

Die Altstadt befand sich auf einer eigenen kleinen Insel und war durch dicken Mauern gut geschützt.

Der Hauptplatz der Altstadt, der Place Saint Guénolé

Restaurant in der Altstadt von Concarneau

Das Hafenbecken mit seinen zahlreichen Segeljachten
Nach dem Essen besichtigten wir noch die hübsche Altstadt, die auf einer eigenen kleinen Insel im Hafenbecken lag und von dicken Mauern geschützt war. Dass es bereits dunkel war, störte nicht. Im Gegenteil, denn zahlreiche Lichter illuminierten die Mauer und die Gebäude und sorgten für eine tolle Stimmung.
Christian

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Bretagne Tag 8: Huelgoat, Locronan und der Pointe du Raz

Wie hätte der Tag besser starten können, als mit einem fantastischen Frühstück mit Selbstgebackenem und gutem Kaffee bei unseren Gastgebern des Bed & Breakfast Au Roch du Marie
Nach einer sehr herzlichen Verabschiedung erkundeten wir den nahegelegenen Wald von Huelgoat und entdeckten dabei etwa lustig geformte Felsen wie den "Champignon" oder die dunkle und vom Rauschen des Baches erfüllte Teufelsgrotte.
Ein Champignon aus Stein.

Das spiegelglatte Wasser des Sees bei Huelgoat wirkte fast schon surreal.

Abstieg in die Teufelsgrotte

Diesen tonnenschweren Stein sollte man angeblich mit reiner Muskelkraft zum Wackeln bringen können...ich scheiterte kläglich!

Ob Obelix hier seine Hand im Spiel hatte?! ;-)
Wir spazierten weiter auf dem nicht zu verfehlenden Weg entlang der Schlucht bis wir den den Wasserfall von Le Gouffre erreichten. 
Hier folgten wir zunächst dem Wegweiser nach "Le Belvedere" und standen nach einem relativ anstrengenden Aufstieg plötzlich mitten im nirgendwo, denn es fanden sich keine weiteren Wegweiser. Eventuell waren wir auch irgendwann im dichten Wald auf dem kleinen Pfad falsch abgebogen.
Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, nehmt stattdessen lieber direkt den Abstecher zum Feenmeer über den breiten und gut ausgebauten Weg entlang am Bach. 
Das Felsenmeer im Tal von Huelgoat

Diese steinerne Brücke führte über den Silberfluss genannten Bach

Die Artus-Grotte
Nach der Wanderung brachte uns eine knappe Stunde Autofahrt bis nach Locronan. Dieses pittoreske und authentische Dorf wirkte mit seinen toll restaurierten alten Häusern und seiner Atmosphäre wie ein Freiluftmuseum und man fühlte sich um Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt. 
Locronan würde ich daher als eines der absoluten "Must-Sees" der Bretagne bezeichnen!
Es war bereits Mittag und wir beschlossen zunächst einmal etwas zu essen und wählten die Creperie Ty Coz, die sich direkt auf dem Hauptplatz vor der Kirche befand
Dieser Entschluss bescherte uns die wohl bisher besten Galettes des Urlaubs, gefolgt von einem leckerem bretonischen Rhabarbertörtchen in der Bäckerei nebenan. 
Danach machten wir uns daran ausgiebig jede Gasse zu erkunden, denn quasi hinter jeder Ecke bot sich ein interessantes Motiv! 
Kein Wunder dass der Ort auch bereits als Kulisse für zahlreiche Filme herhalten durfte. 
Alte Gespanne am Ortseingang von Locronan

Der Ort wirkte wie ein Freiluftmuseum!

Nahezu jedes Haus hier wirkte wie aus einer Filmkulisse.

Auf dem Marktplatz von Locronan

Man erwartete fast jeden Moment, dass ein paar Musketiere oder ein paar Adlige um die Ecke bogen.

In den meisten der alten Gebäude fand sich inzwischen ein Restaurant oder ein Souvenirladen. Dennoch war in Locronan alles sehr beschaulich.

Altes Tor in der Nähe der Kirche

Die hübsche kleine Kapelle Notre Dame de bonne Nouvelle et sa Fontaine lag etwas unterhalb des Ortskerns
Nachdem wir deutlich mehr Zeit als geplant in Locronan verbracht hatten, brachen am späten Nachmittag auf, um eine knappe Stunde später am Pointe du Raz anzugelangen. Die Parkgebühr betrug 6,50 Euro und vom Parkplatz aus hieß es zunächst noch einmal knappe zwei Kilometer auf Schusters Rappen zurückzulegen. 
Der Ausblick der sich uns dann aber bot war extrem imposant: Vor uns die schroffen Klippen, dahinter der mitten im Meer erbaute Leuchtturm und dazwischen die weißen Kronen der Wellen der hier deutlich erkennbar enorm starken Strömung. 
Man konnte die Naturgewalt des Wasser hier regelrecht spüren und ich stellte mir vor, was für ein Spektakel hier während eines Sturmes herrschen musste.
Dieser phänomenale Spot war verständlicherweise berühmt dafür, abends der Sonne beim Untergehen zuzusehen, alles andere als optimal war jedoch das entsprechend blendende Gegenlicht zum Fotografieren.
Daher kommt für gute Fotos am besten am Vormittag. 
Steilküse am Point du Raz

Vom offiziellen Parkplatz spazierte man auf diesem Weg noch circa 20 Minuten, bis man den Pointe du Raz erreicht hatte.

Blick entlang der schroffen spitzen Felsküste des Point du Raz. 

Das aufgewühlte Wasser am Leuchtturm verdeutlichte die enorme Strömung die hier herrschte.

Blick auf das Dorf Kerloc'h

Blick auf den Point du Raz von der Baie des Trépassés

Eine der beiden schönen alten Windmühlen von Trouguer

Die an der Steilküste des Point du Van gelegene Kapelle Saint-They
Auf dem Weg zu unserer Unterkunft im 20 Kilometer entfernten Pont-Croix legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Pointe du Van ein, der mit seiner hübschen alten Kirche im Vordergrund ebenfalls ein schönes, wenn auch weniger dramatisches Panorama auf die Küste bot.
Christian
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