Freitag, 6. Mai 2022

Ostsee Rundreise Tag 9: Der Norden von Usedom

Nachdem wir uns gestern in der "Schweiz" von Usedom und eher im Süden der Insel aufgehalten hatten, wollten wir heute den Norden von Usedom erkunden.
Als erste Station steuerten wir den Naturhafen von Krummin im sogenannten Achterwasser an, der sich circa 40 Fahrminuten mit dem Auto von unserem Übernachtungsort Zirchow aus entfernt befand. 
Am Naturhafen von Krummin

Idylle pur!

Neben unzähligen modernen Jachten...

...konnte man hier auch mit einem alten Zeesboot mitsegeln.

Die strahlende Sonne und das glitzernde Wasser verführten uns dazu, direkt ein kleines Päuschen bei Kaffee und Kuchen auf der schönen direkt an der Mole gelegenen Terrasse einzulegen.
Im von vielen Fahrradfahrern besuchten Ort luden auch weitere hübsche Biergärten wie die Naschkatze oder die Pferdetränke zu Speis und Trank ein. 
Vom Hafen aus kann man übrigens auch mehrmals am Tag mit einem historischen sogenannten Zeesboot mitsegeln.
Diese Biene war offensichtlich bereits sehr fleißig gewesen.

Alte Scheune in Krummin

Kurze Zeit später unternahmen wir einen kurzen Abstecher mit dem Auto in den Krumminer Ortsteil Neeberg mit seinem kleinen Fischerhafen. Das Highlight befand sich jedoch im dortigen wenige Meter linkerhand entfernten Jachthafen in Form eines langer Holzsteg mit malerischer blauer Bank am Ende.
Unser Tipp: Hinsetzen, Augen schließen und dem Wind im Schilf und den Wellen lauschen!
Am kleinen Hafen von Neeberg

Blick auf das Achterwasser

Auf dieser Bank am Ende des Steges konnte man perfekt entspannen!

Von Neeberg aus ging es gen Osten und wir erreichten nach knapp 20 Fahrminuten den von Dünen und Wald gesäumten schönen Strand von Karlshagen, der auch die Hauptattraktion ist, da sich dort leider keine interessante Architektur wie in den Kaiserbädern findet. Musikalisch untermalt wurde unser Besuch durch einen Shanty-Chor der dort gerade auf der kleinen Freiluftbühne aufspielte.
Auftritt eines Shanty-Chors

Am feinen Sandstrand von Karlshagen

Von Karlshagen führte uns die Landstraße zu unserer letzten Station des heutigen Tages, dem Historisch-Technischen Museum in Peenemünde in der unter anderem die V1 und V2 aus dem zweiten Weltkrieg ausgestellt sind.
Diese so genannten Vergeltungswaffen wurden hier von tausenden Zwangsarbeitern produziert und trugen den Bombenterror von dort aus unter anderem bis nach London.
Das ehemalige Kraftwerk auf dem Gelände des Historisch-Technischen Museums in Peenemünde

V2-Rakete

Die V1 war der erste echte militärische Marschflugkörper.

Der positive Aspekt war zumindest, dass die hiesige Raketenforschung Grundlage für spätere russische und amerikanische Astronautik bis hin zur riesigen Saturn 5 Rakete bildete, die 1969 die drei berühmten Astronauten zum Mond brachte.
Empfehlenswert ist auch die Aufzugsfahrt hinauf zur Dachterrasse des Hauptgebäudes, da man von dort oben ein tolles Panorama über das Gelände und auch den Museumshafen hat.
Alte Turbine im Inneren des Kraftwerks

Im Kontrollraum

Alte Messgeräte

Von der Dachterrasse des Kraftwerks hatte man einen guten Blick auf den Museumshafen.

Industrie-Romantiker kamen hier voll auf ihre Kosten! :-)

Modell des weltberühmten Sputnik-Satelliten

Da wir leider erst recht spät am Nachmittag dort ankamen und das Museum um 18 Uhr schloss, hatten wir für die Besichtigung der Innenräume und des recht weitläufigen Areals nur eine gute Stunde Zeit. Wer wirklich jedes Exponat im Detail besichtigen und die Beschreibungen lesen möchte, sollte allerdings eher zwei Stunden einplanen. Der Eintrittspreis betrug übrigens 10 Euro regulär und 7 Euro ermäßigt.
Christian

Freitag, 15. April 2022

Ostsee Rundreise Tag 8: Fahrradtour entlang der sieben Seen sowie nach Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck

Heute an unserem ersten Tag auf der sogenannten Sonneninsel Usedom machte diese ihrem Namen auch direkt alle Ehre und begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein.
Beste Vorrausetzung also, die Gegend ausgiebig an der frischen Luft zu erkunden und zwar auf einer Fahrradtour von unserem Übernachtungsort Zirchow aus entlang der bekannten Sieben-Seen-Radtour auf Usedom. 
Fahrradtour durch die Usedomer Schweiz

Am Wolgastsee

Tierische Begegnung

Am ehemaligen Storchenhof in Gothen

Entsprechend führte uns unser Ausflug zunächst zum Wolgastsee, dann zum Gothensee, gefolgt von dem kleinen und großen Krebssee, dem Schmollensee, dem Schloonsee und schließlich dem Kachliner See. 
Für den Rückweg wählten wir eine andere Strecke, und zwar entlang der Ostseeküste mit Sightseeing-Stopps in den mondänen Strandbädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck.
Das schöne an Usedom ist, dass wir dabei fast ausschließlich auf gut ausgebauten Radwegen unterwegs waren.
Zunächst einmal führte uns der Weg von Zirchow aus entlang saftiger Wiesen, Weiden und kleiner Dörfer mit alten reetgedeckten Häusern, wie etwa Sellin, das den kurzen Abstecher definitiv wert war. Von dort war der Rückweg durch den Wald zur Hauptstraße allerdings manchmal so sandig, dass man ohne Mountainbike am besten absteigt.
Im pittoresken Dörfchen Sellin

Scheune in Alt Sallenthin

Auf dem Aussichtsturm 7-Seen-Blick

Unser erstes Etappenziel war der Aussichtspunkt 7-Seen-Blick. Zwar bestieg man hier einen Aussichtsturm, aber dieser war leider so niedrig, dass man nur relativ wenig Fernsicht und Ausblick auf die Seenplatte hatte. Entsprechend müsst ihr diesen - meiner Meinung nach - auch nicht zwingend in eure Tour einplanen.
Auf jeden Fall solltet ihr aber damit rechnen, dass eure Waden und Kondition etwas gefordert werden, denn die für eine Insel ziemlich hügelige Usedomer Schweiz hielt diverse Steigungen parat, die es zu überwinden galt.
Entsprechend froh waren wir, eine Mittagspause einlegen zu können. Und wo ging dies besser als im schönen Biergarten der alten Feuerwehr an der Kirche von Benz?
Hier warteten auf uns leckere Fischfrikadellen auf Schmorgurken und ein Zwiebelkuchen, dazu gönnten wir uns ein großes kaltes Lübzer Grapefruit-Bier. 
In dem Ort wirkte übrigens auch der bekannte Maler Lionel Feininger (der auch Namensgeber einer anderen Radtour ist) und man kann eine sehr gut erhaltene Holländer Windmühle besichtigen.
Im hübschen Biergarten an der alten Feuerwehr in Benz kehrten wir ein.

Die Galerie-Holländer-Windmühle von Benz

Die Bockwindmühle zwischen Benz und Pudagla

Das Schloss von Pudagla

Von dieser fuhren wir direkt zur nächsten weiter, der Bockwindmühle von Pudagla, bevor wir etwas später noch kurz das kleine Schloss des Ortes von außen besichtigten.
Wir verließen nun wieder die Usedomer Schweiz. Nach circa 20 Fahrminuten auf unseren Drahteseln erreichten wir von Pudagla aus mit Bansin das erste Seebad auf unserer Tour. Danach ging es immer weiter entlang der Küste über Heringsdorf bis nach Ahlbeck. Alle drei Seebäder entstanden während der Kaiserzeit Ende des 19. Jahrhunderts; sie beindrucken immer noch durch die berühmte Bäderarchitektur der imposanten Villen und Hotels. Dazu erstreckt sich an der Promenade ein kilometerlanger feiner Sandstrand.
Ja, hier ließ es sich heute wie schon vor über 100 Jahren wunderbar aushalten! :-)
Angekommen im Seebad Bansin

Hier warteten ein feiner Sandstrand und die typischen Strandkörbe auf sonnenhungrige Badegäste.

Die Kaiserbäder beindruckten durch ihre sogenannte Bäderarchitektur.

Am Strand von Heringsdorf konnte man sogar Filme schauen.

Das war mal ein Strandkorb! :-)

Die Villa Oechsler gilt aufgrund ihres Mosaiks als eines der bedeutendsten Baudenkmäler in Heringsdorf.

Ein Model der Messerschmitt Bf109 erinnerte hier an das berühmte Flugzeug, mit dem eine Kunstflugstaffel vom Flughafen Heringsdorf aus startete.

Auf der Terrasse der Pizzeria Ponte Rialto auf der Seebrücke in Heringsdorf ließ es sich wunderbar entspannen!

Entsprechend schalteten auch wir einen Gang zurück und genossen die Abendsonne auf der Seebrücke Heringsdorf - mit 508 Metern die längste Europas. Dort hatten wir nämlich das Glück, einen perfekten Tisch auf der Terrasse der Pizzeria Ponte Rialto zu ergattern. Bei 
Aperol Spritz und Weizen sowie einer leckeren und großen Pizza zu fairen Preisen ließen wir so perfekt den Tag langsam ausklingen. Vor der Heimfahrt nach Zirchow legten wir später noch den letzten Stopp des Tages in Ahlbeck ein, genauer gesagt an der aus Loriots Film "Papa ante Portas" in ganz Deutschland bekannten Seebrücke.
Auch das Seebad Ahlbeck beindruckte mit seinen mondänen Gebäuden.

Die durch Loriot berühmt gewordene Seebrücke Ahlbeck.

Blick von Ahlbeck auf die Seebrücke von Heringsdorf

Tolle Abendstimmung am Strand von Ahlbeck

Zurück in unserer Unterkunft stellten wir fest, dass wir heute insgesamt 40 Kilometer zurückgelegt hatten, die sich aufgrund der vielen Stopps und der unterschiedlichen Landschaften und Sehenswürdigkeiten sehr kurzweilig gestaltet hatten. Aufgrund der guten Fahrradwege waren sie auch 
ohne E-Bike gut zu meistern.
Christian

Freitag, 1. April 2022

Ostsee Rundreise Tag 7: Kajaktour auf der Schwanenhavel

Da heute bereits der letzte Tag an der Mecklenburgischen Seenplatte angebrochen war, wollten wir unbedingt noch einmal selbst Boot fahren!
Denn eigentlich hatten wir geplant, fast jeden Tag auf dem Wasser zu sein.
Das schlechte Wetter der letzten Tage hatte uns hier jedoch einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht.
Da für heute sogar mal wieder Sonne vorhergesagt war, nutzen wir die Gunst der Stunde und entschieden uns für eine Halb-Tagestour mit dem Kajak von der Marina in Wesenberg aus entlang der Schwanenhavel
Die ersten wenigen hundert Meter führten noch über die recht breite Havel.

Auch die Schleuse Wesenberg galt es zu passieren.

Der Preis 
für das 2er Kajak betrug 20 Euro pro Tag inklusive Rettungswesten, wasserdichter Tonnen und einer eingeschweißter Karte zum Navigieren. Diese vergas ich prompt auch erstmal am Steg und so legten wir nach den ersten Metern direkt eine Wende ein. Dafür kassierte ich verdientermaßen dann auch ein paar Sprüche von meiner werten Frau. :-)
Nach den ersten circa 100 Metern auf der Havel hieß es für uns auch schon wieder aussteigen, denn wir wollten unser Kajak bei der dortigen Schleuse umtragen. Für schwerere Boote wie Kanus steht hier auch ein Schlitten auf Schienen zur Verfügung.
Wer will und etwas Zeit zum Warten hat, kann die kleine Schleuse auch ganz normal befahren. 
Da wir jedoch heute noch bis nach Usedom mit dem Auto weiterfahren mussten, entschieden wir uns für die anstrengendere, aber schnellere Variante. 
Kurze Zeit später bogen wir von der recht breiten Havel ab und gelangten in die Schwanenhavel - und hier änderte sich von einer Sekunde auf die andere die Szenerie! 
Einfahrt in die Schwanenhavel

Wir fühlten uns fast wie im Amazonas-Dschungel. :-)

Teils war die Schwanenhavel keine drei Meter mehr breit.

Seerose

Der vormals auch für größere Boote angenehm befahrbare Fluss wurde hier zu einem sich ständig windenden und teils nur zwei Meter schmalen Kanal, in den viele Bäume und Büsche hineinragten. 
Dadurch hatten wir öfter auch mal Astwerk im Gesicht, wenn wir Amateur-Wassersportler uns mal wieder ordentlich versteuert hatten. :-)
Dafür wurden wir mit einer wunderschönen Natur und einer friedvollen Stille belohnt und fühlten uns fast wie im Dschungel des Amazonas!
Auf der weiteren Fahrt begegneten uns immer mal wieder gut gelaunte Wasserwanderer in ihren Kanus oder Kajaks. In der Hochsaison und bei sehr gutem Wetter kann es hier, denke ich, allerdings schon recht voll werden. 
An einer kleinen Brücke kurz vor dem Plätlinsee wurde das Wasser dann sogar so flach, das man sein Gefährt hinter sich durch das Wasser herziehen musste. Daher nehmt am besten Wasserschuhe mit.
Hier kehrten wir schließlich aufgrund der Zeit auch wieder um, da wir erst um 14 Uhr losgefahren waren und um 17 Uhr zurück sein mussten. 
Für den Rückweg ab der Brücke benötigten wir circa eine Stunde, da wir nun deutlich weniger Fotostopps als vorher einlegten. Für die Hinfahrt hatten wir übrigens fast die doppelte Zeit gebraucht, aber hier war ja auch definitiv der Weg das Ziel! 
Kurz vor dem Ende lieferten wir sogar noch einen ordentlichen Schluss-Sprint ab, um noch mit in die offene Schleuse hineingelassen zu werden.
Am Ende war das Wasser so flach, dass nur noch Aussteigen und Ziehen half!

Die meiste Zeit waren wir allein und konnten die tolle Stimmung voll genießen.

Zurück an der Marina in Wesenberg

Auf dem Weg nach Usedom

Erholen konnten wir uns von dieser ungeplant sportlichen Aktivität etwas später auf der circa zweistündigen Autofahrt durch schöne Landschaften mit Äckern, Wiesen und kleinen Dörfern, bis wir schließlich am frühen Abend mit Zirchow auf Usedom unseren nächsten Übernachtungsort erreicht hatten.
Hier erwartete uns eine top ausgestattete große Ferienwohnung für zwei Personen mit moderner Einrichtung im ersten Stock. Besonders die in die Decke eingearbeiteten hölzernen Dachbalken verliehen der Wohnung ihren besonderen Charme. Darüber hinaus war neben einem eigenem Parkplatz im Hof auch noch ein abschließbarer Raum für unsere Fahrräder vorhanden.
Die perfekte "Home-Base" also, um in den nächsten Tagen die deutsche Sonneninsel mit unseren Drahteseln unsicher zu machen!
Christian
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