Mittwoch, 7. November 2018

Azoren Tag 2: Die Insel Flores - Liebe auf den ersten Blick!

Der erste Morgen auf der Azoreninsel Sao Miguel sollte zugleich auch unser letzter sein - zumindest für die nächsten eineinhalb Wochen, denn um neun Uhr hoben wir mit einer kleineren SATA Turboprop-Maschine vom Flughafen in Ponta Delgada ab, um zur Insel Flores zu fliegen. 
Blumen, Kühe und eine fantastische Landschaft - dies erwartete uns auf der Azoreninsel Flores.
Bevor es losging musste ich jedoch auf Empfehlung meiner Kollegin Saskia unbedingt mein erstes Pastel de Nata im Flughafencafe probieren. Dazu gönnte ich mir noch ein Croissant und einen Espresso, der auch bitter nötig war, da wir bereits um 05:30 Uhr aufgestanden waren!
All das mundete übrigens vorzüglich! :-)
Nach einer kurzen Zwischenlandung auf Faial für 20 Minuten, betrug die restliche Flugzeit circa 40 Minuten, bis wir auf der ziemlich kurzen Landebahn von Flores aufsetzten und der Pilot sofort ordentlich in die Eisen ging. Auch der Flughafen selbst war für deutsche Verhältnisse eine Miniaturausgabe mit einem einzigen Gepäckband, das insgesamt keine fünf Meter lang war.
Ich gönnte mir mein erstes typisch portugiesisches Pastel de Nata

Unsere Maschine war eine der für die meisten Flüge zwischen den Inseln genutzten Turboprops von SATA.

Das einzige Gepäckband im Flughafen von Flores und wohl auch das kürzeste, das ich jemals gesehen hatte!

Der Flughafen teilte das Dorf Santa Cruz mehr oder weniger in zwei Hälften.

Blick vom Miradouro Faja do Conde hinab auf die entsprechende und für die Azoren typische Faja - eine meist sehr fruchtbare schmale Ebene am Rande der Steilküste. Im Hintergrund ist noch Santa Cruz zu sehen.
Wir hatten Glück und wurden von einem tollen sonnigen Wetter begrüßt, was auf Flores wohl eher selten ist. So werden hier gern auch mal Flüge aufgrund des schlechten Wetters annuliert, weshalb man diese Insel am besten nicht zum Ende des Urlaubs bereisen sollte, wenn man den Anschlussflug nach Deutschland von Sao Miguel aus bekommen muss. Gegen 12 Uhr übernahmen wir unseren Mietwagen direkt am Flughafen bei dem Anbieter Ilha Verde. Obwohl mit dem Auto alles in Ordnung war, schien es, als ob wir offenbar im Vergleich zu den anderen neuwertigeren Autos des Vermieters die älteste Möhre, einen Honda Jazz mit fast 90.000 Kilometern auf der Uhr erwischt hatten. Im Seitenspiegel richtete sich sogar bereits eine Spinne häuslich ein.
Wir nutzen die Tatsache bereits in der "Hauptstadt" Santa Cruz zu sein und deckten uns im dortigen für die Insel Flores großen Supermarkt noch schnell mit diversen Grundnahrungsmitteln ein, bevor wir aufbrachen. Nach wenigen Kilometern auf der Straße verliebten wir uns auf den ersten Blick in Flores, denn die Insel war das reinste Naturparadies!
Überall umgab uns das saftige Grün der dichten Vegetation, Kühe grasten auf lauschigen kleinen und oft hügeligen Weiden und an fast jeder Ecke blühten die Hortensien. Das wohl beeindruckendste Erlebnis aber war der nahezu konstante Blumenduft der einen umgab, selbst unterwegs bei geöffnetem Fenster im fahrenden Auto
Hortensien überall! Die Blumen wurden auch an fast jeder Straße als Windschutz genutzt.

Blick hinab auf das Dorf Lajedo, von wo aus wir noch eine unserer geplanten Wanderungen starten würden.

Die Landschaft war einfach nur atemberaubend und erinnerte mich oft an Neuseeland.

Blick auf die Seen der Caldeira Negra und Caldeira Comprida.

Ausblick vom Miradouro Pico da Casinha im östlichen Hochland der Insel.

War das noch ein natürlich geformter Hügel oder etwa eine getarnte Abschussrampe für Kühe? ;-p
Über Airbnb hatten wir ein Ferienhaus in Lajes gebucht. Um halb eins übergaben uns die netten Besitzern die Schlüssel und schenkten uns auch gleich liebenswerterweise Bananen, Eier und Tomaten aus eigenem Anbau. 
Das Haus war groß, sauber und die Küche mit allem ausgestattet. Lediglich die Betten waren leider mit 1,90 Meter Länge nicht für große Menschen wie mich geeignet und die folgenden Nächte entsprechend weniger erholsam. Nachdem wir die Einkäufe verstaut hatten, erkundeten wir am Nachmittag mit dem Auto noch etwas die Insel und staunten über das tolle und hinter fast jeder Kurve wechselnde Panorama!
Vor allem lohnte sich auch der kurze Abstecher zu den schönen Kraterseen Lagoa Funda und Lagoa Rasa.
Auf den kleinen Nebenstraßen kam man der Natur besonders nahe und war meist allein.

Lagao Funda

Lagoa Rasa

Statt auf andere Menschen traf am meist auf diese gutmütigen und offensichtlich neugierigen Vierbeiner.
Abends kochten wir uns die für Selbstversorger typischen Nudeln mit Tomatensoße und Thunfisch und tranken dazu ein leckeres portugiesisches Super Bock Bier. Dabei besprachen wir noch, was wir morgen machen wollten, denn unsere Vorfreude auf den morgigen ersten vollen Tag auf dieser wundervollen Insel war aufgrund unserer heutigen Eindrücke besonders groß.
Christian

Sonntag, 28. Oktober 2018

Azoren Tag 1: Ankunft in Ponta Delgada auf Sao Miguel

Ankunft mit SATA auf Sao Miguel. Die dunklen Wolken wichen typisch für die Azoren bald wieder der Sonne.
Mit dem Zug ging es zunächst von Düsseldorf zum Frankfurter Flughafen, von dort aus per Direktflug sonntags um 14:40 Uhr mit der Azoren-Airline SATA in circa vier Stunden bis nach Ponta Delgada, der Hauptstadt der Insel Sao Miguel. 
Auf der Inselgruppe herrschen zwei Stunden Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit, wodurch es bei Ankunft erst 17 Uhr war und wir somit auch noch etwas vom Tag hatten. Die Airline SATA fand ich insgesamt absolut okay, die Airbus-Flieger waren zwar nicht mehr die neuesten, sollten aber wohl in Kürze komplett gegen neue A320 Neo ausgetauscht werden. Dafür war das Personal nett und sogar ein warmes Essen war inkludiert!
An dieser Stelle möchte ich auch noch kurz erwähnen, dass generell alle Flüge mit SATA, samt der Kurztripps zwischen den Inseln, problemlos verliefen und unkompliziert alle auf einmal online zu buchen waren. Daher kann ich euch SATA absolut empfehlen - zumal die meisten anderen Verbindungen aus Deutschland oft keine Direktflüge sind und ihr so schnell statt vier Stunden acht bis zehn Stunden oder noch länger unterwegs seid! 
Zahlreiche dieser kleinen Gassen durchzogen die Altstadt von Ponta Delgada.

Im kleinen Park des Padre Sena Freitas

Beeindruckender Baum auf dem Platz des fünften Oktobers

Das den meist in die USA oder Kanada ausgewanderten Emigranten gewidmete Denkmal am südlichen Ende des Platzes.

Eine alte Fabrik in der Nähe des Hafens
Nach einem entspannten Flug und recht zügiger Gepäckausgabe fuhren wir Flughafen auf Sao Miguel mit dem Taxi für zehn Euro ins Hotel nach Ponta Delgada, allerdings lediglich für eine Nacht, denn morgen sollte es direkt weitergehen auf die Insel Flores. 
Bereits keine Viertelstunde später checkten wir in unserem kleinen, günstigen und zentral gelegenen Hotel Residencial São Miguel ein. 
Wir nutzten das verbleibende Sonnenlicht und starten am frühen Abend noch einen kurzen Stadtrundgang durch die schöne Altstadt von Ponta Delgada bis hinab zum Hafen. 
Interessante Street-Art verschönerte das eher glanzlose Hafenbecken

Dieser Fischkutter würde wohl nie mehr hinausfahren!

Die Abendsonne zeigte sich noch einmal und warf ihr Licht auf die bunten Fischerboote und das Hinterland von Sao Miguel.
Danach befragten wir Google nach einem guten Restaurant und wurden mit der Bar Colegio 27 fündig und glücklich. 
Denn das Thunfischsteak war auf den Punkt gebraten, der Rotebeete-Ziegenkäse-Rucolasalat und insbesondere das Thunfischtartar schmeckten allesamt einfach köstlich! Dazu gab es sogar noch Livemusik. 
Nach dem Essen zogen wir noch etwas durch die illuminierte Altstadt und kamen in den Genuss einer kostenlosen folkloristischen Tanzaufführung vor dem Rathaus. 
Das Stadttor führte vom Hafen zurück in den Kern der Altstadt

Die schön illuminierte Kirche Matriz de Sao Sebastiao

Das Rathaus von Ponta Delgada

Auf dem Rathausplatz hatten sich bereits zahlreiche Menschen trotz der späten Stunde versammelt...

...denn diese Folkloretruppe führte traditionelle Tänze und Lieder auf und das ganze auch noch kostenlos!
Als ich später zurück im Hotel jedoch versuchte einzuschlafen, musste ich leider feststellen, dass das Zimmer recht hellhörig und Matratze sehr hart war. Aber für eine Nacht und die zentrale Lage, gepaart mit dem günstigen Preis von 57 Euro pro Nacht, ging das definitiv in Ordnung.
Christian

Freitag, 12. Oktober 2018

Inselhüpfen auf den Azoren

Wie kann ich euch die Azoren am besten beschreiben? Ich glaube, wenn ich die unterschiedlichen Inseln mitten im Atlantik als "Hawaii und Neuseeland Europas" bezeichnen würden, trifft es das eigentlich schon ganz gut. 
Und das Beste daran ist, dass ihr in gerade einmal vier Stunden Flugzeit von Frankfurt aus per Direktflug mit der Azorenairline SATA dort seid! 
Traumhaft schöne Landschaften, viele Blumen und noch mehr Kühe - das sind die Azoren! :-)
Die Schönheit der facettenreichen Natur und die Abgeschiedenheit, vor allem auf den kleineren Azoreninseln, sind einfach perfekt geeignet, um dem Alltagsstress zu entfliehen.
So sind die Inseln Flores und Sao Jorge deutlich natürlicher und wilder als etwa Faial - mit Ausnahme des imposanten vulkanischen Nordenwestens. 
Die Hauptinsel Sao Miguel ist ein guter Mix aus schöner Landschaft und Zivilisation und bietet die beste Infrastruktur von allen Inseln. 
Für Faial reichen daher meiner Meinung nach zwei bis drei Tage für Wandern, Sightseeing und dem obligatorischen Besuch der Peter Bar Sport in Horta, sowie gegebenenfalls noch für eine Walbeobachtung per Boot vom dortigen Hafen aus.
Die beeindruckende Vulkanlandschaft im Nordwesten Faials entstand erst in den 1950er Jahren.

Wanderung auf der Insel Flores. Im Hintergrund die kleine Vulkaninsel Corvo.
Die begehbare Caldera auf Corvo wird sogar landwirtschaftlich genutzt, denn Platz ist auf der Mini-Insel ziemlich knapp! 
Für Flores solltet ihr am besten eine Woche einplanen, wenn ihr viel wandern und auch einen Tagesausflug zum kleinen Eiland Corvo unternehmen wollt. Denn der Ausflug dorthin per Boot ist absolut lohnenswert, da die Insel quasi ein einziger erloschener Vulkan ist, in dessen inzwischen grünen Krater man hinab wandern kann. Wenn ihr ein wenig Glück habt, könnt ihr auf der circa einstündigen Überfahrt darüber hinaus Delfinen oder sogar Walen begegnen. 
Auf Sao Jorge solltet ihr mindestens vier Tage bleiben, da man die schönsten Wanderungen nur bei trockenem Wetter machen kann und dies dort aufgrund des hohen zentralen Bergkamms, der für die Wolken des Atlantiks wie ein Magnet wirkt, recht wechselhaft sein kann. 
Sao Miguel eignet sich sehr gut für das Ende der Reise, da sich hier der internationale Flughafen für den Rückflug nach Deutschland befindet. Wählt ihr dagegen eine der anderen Inseln, kann es durchaus sein, wenn es am Abreisetag wettertechnisch ganz schlecht läuft, dass euer Flug nach Sao Miguel annuliert wird und ihr dann den Flieger nach Hause verpasst! 
Aber nicht nur deswegen lohnt sich Sao Miguel, denn man kann dort auch sehr viel Verschiedenes unternehmen wie etwa Wandern, Sightseeing oder auch ein entspannten Badeurlaub. 
Nicht wenige Touristen bleiben daher sogar während ihres gesamten Azorenaufenthalts einzig auf Sao Miguel. Dies würde ich euch aber nicht empfehlen, denn dann verpasst ihr aufgrund der Diversität der anderen Inseln viel zu viel!
Die insbesondere für die Insel Sao Jorge typischen Fajas: Kleine und meist besiedelte Landzungen entlang der Steilküsten.

Die spektakuläre Vulkanlandschaft der Cete Citades auf der Insel Sao Miguel.
Das Essen und die Getränke sind auf den Azoren übrigens deutlich günstiger als in Deutschland. Beispielsweise zahlten wir 2017 für einen Espresso 70 Cent, für eine Cola einen Euro, oder für ein Frühstück für zwei mit drei Sandwiches, beziehungsweise Toasts und zwei Cappuccino gerade einmal knappe zehn Euro. Kein Hauptgericht, egal ob Fisch oder Fleisch samt Beilagen wird euch mehr als 13-16 Euro kosten, auch nicht in gehobeneren Restaurants.
Kulinarisch hervorzuheben ist ansonsten auch noch das portugiesische Bier namens Super Bock, das sehr süffig ist und mir persönlich auch besser als Sagres schmeckt. Auch an ausreichend Möglichkeiten für eine Brotzeitpause mangelt es nicht, denn gefühlt kommt auf einen Einwohner je ein Picknickplatz, vor allem auf Sao Miguel! :-)
Alle Menschen die wir kennenlernen durften waren immer sehr nett und hilfsbereit. Auf Flores hatten uns sogar die Nachbarn unserer Unterkunft, ohne uns zu kennen, einfach mal so ein Bündel Bananen geschenkt! 
Ein Mietwagen ist auf jeder Insel aufgrund der recht schlechten Infrastruktur öffentlicher Verkehrsmittel ratsam. Denn wenn ihr rein auf Taxis angewiesen seid, können eure Gesamtkosten im Vergleich unter Umständen deutlich teurer sein, auch dann wenn ihr den Mietwagen mal einen Tag nicht benutzt. Unseren Autovermieter Ilha Verde, der auch der größte der Azoren ist, fanden wir grundsätzlich okay, trotz der manchmal kleine Macken wie fehlendem Wischwasser oder einem nicht funktionierendem Radio. Dafür punktete er mit einer überwiegend schnellen Abwicklung. Nicht jedoch leider am Ende des Urlaubs auf Sao Miguel bei Rückgabe des Autos zu den Stoßzeiten am frühen Sonntagmorgen, wodurch wir fast unseren Flieger verpasst hätten! Daher kommt am besten mehr als überpünktlich und eher 20-30 Minuten vor der offiziellen Öffnungszeit der Mietwagenstation an den  Flughafen...vermutlich werdet ihr dann dennoch nicht die Ersten sein! ;-)
Auf Google Maps findet ihr übrigens alle Stationen unseres Inselhüpfens über die fünf der neun größeren Azoreninseln.
Die diversen Stationen unserer Rundreise findet ihr auf Google Maps.
Was mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird ist der Duft der Inseln. So roch es überall auf Flores nach Blumen und insbesondere der wilde Ingwer verströmte ein unvergleichlich starkes Aroma. Auf Sao Jorge dagegen sorgte an fast jeder Ecke die wilde Minze dafür, dass man sich fühlte, als hätte man sich einen Beutel Pfefferminztee um die Nase gebunden! :-)
Rückblickend glaube ich auch, dass ich noch nie so viele Fotos von Kühen, wie in diesem Urlaub gemacht habe, denn man findet sie gefühlt fast überall! Meist stehen sie auf urigen Weiden, die mit niedrigen Natursteinmauern umfasst sind und teils direkt aus dem Auenland importiert sein könnten.
Was mich positiv überraschte war, dass obwohl man sich auf kleinen Inseln mitten im Atlantik befand, das Handynetz meist überraschend gut und schnell ist und dank EU-Datenroaming kann man auch immer mit seinen Lieben daheim in Verbindung bleiben und ihnen ein paar Fotos schicken. 
Die für die Azoren typische Hortensie blühte an nahezu jeder Ecke und wurde oft auch als Windschutz für Straßen genutzt.
In Bezug auf das Wetter trifft es wohl der Ausspruch "Nichts ist so stetig wie die Veränderung" ganz gut. So kann es morgens noch regnen, während ihr keine Stunde später bereits unter strahlend blauem Himmel wandert. Nehmt also am besten immer einen Regenschirm oder eine Regenjacke mit wenn ihr längere Strecken Wandern geht. Ich persönlich finde einen Poncho am besten, da ihr damit nicht nur euch, sondern auch euren Rucksack und dazu auch noch die Kameratasche vor Nässe schützt. Bei kräftigem Wind, der auch gern mal über die Inseln zieht, wird es jedoch etwas schwierig damit, da ihr dann unter Umständen ausseht wie Marylin Monroe über dem Luftschacht! ;-)
Je nach Anspruch der Wanderungen, oder auch wie trittsicher ihr seid, empfiehlt es sich, auch Wanderstöcke mitzunehmen, da sie euch gerade bei steilen Abstiegen oder wenn der Untergrund etwas rutschig ist gute Dienste erweisen können. Am besten holt ihr euch Teleskopwanderstöcke, denn diese passen bei An- und Abreise gut in den Koffer oder ins Handgepäck. Darüber hinaus könnt ihr sie ganz einfach an fast jedem Wanderrucksack befestigen und habt sie somit immer dabei.
An dieser Stelle muss ich übrigens einmal mit dem weit verbreitetem Gerücht des so genannten Azoren-Hochs aufräumen. Denn es entsteht gar nicht direkt auf den Azoren und sorgt nicht etwa auf den Azoren für gutes Wetter, sondern eher bei uns in Europa.
In den Bergen und bei bewölktem Wetter kann es übrigens auch im Sommer recht kühl werden, daher empfehle ich euch je nach Wanderung eine leichte Jacke oder halt gleich eine Regenjacke mitnehmen.
Grundsätzlich aber war Petrus uns überwiegend wohlgesonnen. Auf Flores etwa schien die ersten vier Tage durchgängig die Sonne und auch an bewölkten Tagen bieten einem die Inseln so viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen, dass ihr nie zu Hause in der Unterkunft versauern müsst. Selbst wenn es wie gesagt morgens regnet, könnt ihr davon ausgehen, dass es teils schon nach kurzer Zeit wieder aufklart.
Nun aber wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen der folgenden Posts und wenn ihr Fragen zu bestimmten Orten oder der Reiseplanung habt, hinterlasst mir gern einen Kommentar.
Christian

Montag, 3. September 2018

Ligurien und Toskana Tag 18: Pisa

Wie könnte unser Tag in Pisa besser starten, als mit einem Frühstück auf der eigenen Terrasse! 
Kurze Zeit später machten wir uns auf die Socken und spazierten los in Richtung der nur 800 Meter entfernten Altstadt von Pisa. 
Das weltberühmte Wahrzeichen Pisas - der Schiefe Turm.

Der Campo dei Miracoli auf dem sich neben dem schiefen Turm auch die Kathedrale und das Baptisterium befanden.
Am Campo dei Miracoli angekommen, auf dem sich neben dem berühmten schiefen Turm von Pisa auch das Baptisterium und die Kathedrale befand, besorgten wir uns zunächst für letztere ein kostenloses Ticket in der Touristeninformation. Denn wie auch in Florenz, bekam man auch hier eine konkrete Besuchszeit zugewiesen und je früher man dort war, desto mehr Slots waren entsprechend noch frei. 
Die restlichen Gebäude des Campo dei Miracoli kosten leider alle Eintritt und am teuersten war natürlich der schiefe Turm mit meiner Meinung nach etwas unverschämten 18 Euro pro Person. Wir entschieden uns nach etwas Überlegung schließlich dagegen, ihn zu besteigen, denn unserer Meinung nach war die Außenansicht deutlich spektakulärer und der Turm nicht hoch genug für ein schönes Panorama auf die Stadt. Solltet ihr dies aber gemacht haben und seid anderer Meinung, meldet euch gern, denn es würde mich durchaus interessieren!
Bis auf den Turm konnte man übrigens alle anderen Sehenswürdigkeiten auch beliebig kombinieren: So betrug der Eintritt für eine 5 Euro, für zwei 7 Euro und für drei 9 Euro. 
Das Baptisterium

Der Bereich rund um den Turm war natürlich das Hauptziel aller Touristen und Tagesausflügler.

Der Foto-Pose, den Turm quasi mit der Hand zu stützen, konnte sich so gut wie kein Tourist entziehen! :-)
Der schiefe Turm von Pisa von der östlichen Seite des Campo dei Miracoli.
Nachdem wir den Campo Miracoli ausgiebig besichtigt hatten, spazierten wir zunächst einmal durch die schöne Innenstadt und hielten uns dabei an eine der ausgewiesenen Touren in der Stadtkarte, die man kostenlos in der Touristeninformation erhielt.
Etwas später in der Fußgängerzone staunten wir nicht schlecht, als plötzlich imperiale Sturmtruppen vor uns standen! Ein paar Meter weiter klärte sich das Ganze dann auf, denn es fand gerade eine kleine Star Wars Ausstellung in Pisa statt. 
Bei den interessanten Strichzeichnungen von Keith Haring machten wir schließlich kehrt und passierten auf dem Rückweg in Richtung Campo Miracoli die hübsche kleine Kirche Santa Maria della Spina am Flussufer des Arno. 
Auf dem Piazza Garibaldi in der Innenstadt

Sogar das Imperium hatte hier eine Dependance! :-)

In der Fußgängerzone von Pisa waren überwiegend Einheimische unterwegs.

Auch abseits des schiefen Turms fand sich interessante Architektur.

Souvenirmarkt auf dem Piazza Vittorio Emanuele II. Im Hintergrund das recht mondäne Postamt.

Eine Hauswand mit den berühmten Strichzeichnungen von Keith Haring in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Die hübsche kleine Kirche Santa Maria della Spina am Ufer des Arno.

Der Arno durchzog neben Florenz auch Pisa.
Um 12:45 Uhr besichtigten wir schließlich die Kathedrale und Dank unserer Reservierung ganz ohne vorher warten zu müssen.
Soviel Sightseeing machte natürlich auch hungrig und wir kehrten in der nur wenige Meter vom Campo dei Miracoli entfernten kleinen Pizzeria Quarto D'ora Italiano ein und aßen...natürlich eine Pizza, die lecker und auch von ordentlicher Größe war.
Danach schlenderten wir noch etwas durch die Gassen der Altstadt abseits des Campo Miracoli, in denen sich nur sehr wenige der Touristen verirrten. Der Massentourismus in Pisa war generell überwiegend nur rund um den Turm anzutreffen und abseits davon konnte man in die Atmosphäre einer typisch italienischen Stadt eintauchen, in denen die Einwohner ihren Geschäften nachgingen.
Unsere Stadtbesichtigung beendeten wir schließlich mit einem Eis im De'Coltelli am Flussufer, das mit interessanten Sorten wie Walnuss mit kandiertem Ingwer oder Ziegenmilcheis mit Amarenakirschen aufwartete.
Die mit Säulen reich verzierte Fassade der Kathedrale.

Im Kirchenschiff

Die Überreste der Therme von Nero

Der Innenhof des Palazzo dell Arcivescovado

Von der Via Cardinale Pietro Maffi aus wurde die Neigung des Turms besonders deutlich.
Am nächsten Tag fand mit Pisa als letzter Station dann leider auch unsere wunderbare Reise durch Ligurien und die Toskana ihr Ende. Nach dem Frühstück packten wir gemütlich unsere Sachen zusammen, checkten aus und gaben unser Auto am nur wenige Fahrminuten entfernten Flughafen von Pisa wieder ab, an dem auch unsere Reise ihren Anfang genommen hatte.
Arrivederci bella Italia!
Am Nachmittag und pünktlich um 14:25 Uhr hoben wir schließlich mit Eurowings von italienischem Boden ab und brachen auf zurück nach Deutschland.
"Arrivederci Bella Italia und Grazie Mille für die ganzen fantastischen Impressionen und Erlebnisse der letzten 18 Tage...und hoffentlich bis bald mal wieder!" :-)
Christian