Sonntag, 19. August 2018

Ligurien und Toskana Tag 14: Cortona, Lucignano und Arezzo

Unser erster Tag in Arezzo startete mit einer Stadtbesichtigung, jedoch nicht vor Ort, sondern von dem nur knapp 30 Kilometer entfernten Dorf Cortona
Bereits kurz nachdem wir unserer Auto auf dem recht großen Parkplatz unterhalb des Ortes abgestellt hatten, überraschte uns Cortona mit einer Freiluft-Rolltreppe! 
Freiluft-Rolltreppe in Cortona

Wie in vielen Dörfern der Toskana verschönerten auch in Cortona viele Blumen und Topfpflanzen das Straßenbild.

Ebenerdig verlief so gut wie keine der Gassen, in dem auf einem Hügel errichteten Dorf.

Von Cortona aus hatte man auch einen schönen Blick auf die Felder tief unter dem Dorf.

Die alte Stadtmauer war noch sehr gut erhalten.

Das nördöstliche Tor, die Porta Montanina
Auf dieser fuhr man bequem vom Parkplatz hinauf bis in das Ortszentrum. Die zahlreichen hübschen Gassen des an und auf einem Hang errichteten Dorfes musste man jedoch ohne weitere Hilfe mit eigener Muskelkraft erkunden. Somit konnte man Sightseeing direkt mit einem morgendlichen Fitnesstraining kombinieren. :-)
Entsprechend galt mein Respekt den ehemaligen Baumeistern der sicherlich mühsam errichteten Stadtmauer, die das ganze Dorf umschloss und noch sehr gut erhalten war. Wie so oft wurden wir auch hier für unsere Anstrengung mit einem schönen Weitblick über die Felder und Dörfer unterhalb belohnt. Aber auch die “inneren Werte“ von Cortona überzeugten durch dessen zahlreiche pittoresken und oft wehrhaft wirkenden Gebäude, lebhaften Plätzen sowie schönen Kirchen und Konventen.
In den Gassen oberhalb des Ortskerns, dessen Erreichen wie erwähnt etwas Körpereinsatz erforderte, trafen wir  kaum noch auf andere Touristen und konnten so die typische Dorfidylle in Ruhe genießen. Mit etwas Glück begegnete einem auch auf der ein oder andere Mönch oder Nonne auf der Straße. 
Hervorzuheben ist auch die schöne Kathedrale der heiligen Katharina, von deren Vorplatz sich ein tolles Panorama auf die Landschaft und insbesondere auf dem unterhalb gelegenen eindrucksvollen Friedhof bot. 
Das Rathaus auf dem Piazza della Repubblica

Blick vom Piazza Repubblica auf den oberhalb gelegenen und teils überdachten Piazza Pescheria

Vom Vorplatz der Kathedrale bot sich ein schöner Blick auf den stilvollen Friedhof von Cortona.

Im Inneren des Doms bzw. der Kathedrale der heiligen Katharina

Fast schon ein Stileben! ... Die Auslage eines Gemüsehändlers in Cortona.
Zurück im Auto führte uns unser nächster Abstecher nach Lucignano
Hier erwartete uns zwar keine Rolltreppe, dafür war die eigentümliche Architektur des Dorfes die eigentliche Attraktion. So hatten die Stadtbauer fast alle Häuser in Kreisform aneinander gebaut. Dadurch wurde der Ort quasi zur Burg samt massivem Wehrturm und konnte nur durch vier große Tore an den äußeren Häuserfronten betreten werden. 
Aber nicht nur wegen der Architektur solltet ihr Lucignano einen Besuch abstatten, sondern auch wenn ihr eurem Gaumen eine Freude gönnen wollt! 
Denn in der Gelateria C'era una volta linkerhand vom Haupttor gibt es die unserer Meinung nach beste handgemachte Eiscreme der ganzen Toskana, wenn nicht sogar von ganz Italien! :-)
Vor der Porta San Giusto, die in den festungsartigen Dorfkerns von Lugicnano führte.

Im Inneren stach die markant runde Formgebung des Dorfes besonders hervor. Die äußeren Häuserreihen bildeten hierbei quasi die Stadtmauer. 

Die Gassen waren für nichts größeres als einen Eselskarren oder maximal einen Fiat 500 gedacht! :-)

Ein Dorf oder eine Burg?

Die Festung Rocca Sinese war teil der Stadtmauer des Dorfes

Ob man Verbrecher bei der Verfolgungsjagd durch Lachkrämpfe stoppen wollte? Oder schlummerte unter der Haube ein Porsche-Motor!? ;-)

Fast jede Gasse in Lucignano war hübsch anzusehen - besonders aber diese hier!

Auf der Via Roma, die fast komplett rund um den Ortskern im Inneren von Lucignano führte.
Am Nachmittag und zurück in Arezzo blieb noch genug Zeit für eine Stadtbesichtigung. Der absolute Hingucker und ein in der Tat schräges Erlebnis war dabei der völlig schiefe Piazza Grande und dessen alte Patrizierhäuser. 
Aber auch der Piazza della Libertà, samt Rathaus und Kathedrale sowie die kleinen Gassen der Altstadt waren hübsch anzusehen. 
Den Aufstieg und kostenlosen Eintritt in die Festung oberhalb kann man sich meiner Meinung nach dagegen sparen, da diese selbst wenig spektakulär ist und sich von deren Mauern auch keine besondere Aussicht bietet.
Ebenfalls in diese Kategorie fällt auch das Amphitheater, da kaum mehr als Teilstücke der äußeren Mauern erhalten sind. 
Vom alten Amphitheater in Arezzo war leider nicht besonders viel erhalten geblieben.

Auf dem Piazza della Liberta

Blick auf das wehrhafte Rathaus und dessen Glockenturm

Interessante Fassade des Diözesen-Museums

Im Inneren der Festung von Arezzo

Von der nördlichen Mauer aus hatte man den imposanten Friedhof im Blick.

In der Festung fanden auch gerade Ausgrabungen statt.

Zwei absolute Sinnbilder Italiens!

Blick hinab in die Via dei Pileati

Wonach diese eisernen Schafe wohl suchten?

Fantastische alte Türen in der Logge Vasari

Auf dem Piazza Grande von Arezzo

Neben den pittoresken Gebäuden, die den Platz einrahmten, war vor allem dessen nicht zu übersehende Schräge eine besondere Attraktion!

Die tolle Fassade der Kirche der heiligen Maria della Pieve

Der wohl längste und unausprechlichste Titel, den ich jemals gesehen hatte! Evtl. kurierte die Frau Doktor auch gleich die gebrochenen Zungen der Leute die das Schild gelesen hatten! ;-p
Daher gönnt euch lieber zum Abschluss einen Kaffee oder einen Wein in der Altstadt oder geht in den Läden der quirligen Straße Corso Italia shoppen. Denn für Gaumen- wie auch Shoppingfreuden hat Arezzo einiges zu bieten!
Christian

Mittwoch, 8. August 2018

Ligurien und Toskana Tag 13: Siena

Da wir die letzten Tage beziehungsweise Nächte auf unserem schönen Weingut in der Nähe von Siena verbracht hatten, wollten wir natürlich auch noch die Chance einer ausgedehnten Stadtbesichtigung nutzen. Dafür nahmen wir uns auch fast den ganzen Tag Zeit und brachen nach dem Frühstück direkt auf. Da heute auch unser Abreisetag war, packten wir das Gepäck ins Auto und verabschiedeten uns von unserer Gastgeberin Lisa. Nach einer guten Viertelstunde Autofahrt waren wir bereits im Stadtzentrum angekommen und mit der nicht ganz einfachen Herausforderung konfrontiert einen Parkplatz zu finden. Nach einer Extrarunde wurden wir schließlich fündig und stellten unser Vehikel am zentral gelegenen Fussballstadion für zwei Euro die Stunde ab.
Die Chiesa di San Cristoforo auf dem Piazza Tolomei

Dem Politiker und Wirtschaftswissenschaftler Bandini hatte man auf dem Piazza Salimbeni ein Denkmal gesetzt. 

Wem zu Ehren dieses Geschöpf wohl galt?!

Die Gassen der Altstadt von Siena steckten voller Details.

Dieses Hotel wirkte allerdings zumindest von außen eher wie ein Gefängnis.

Die hohen Stadthäuser machten aus den Gassen regelrechte Schluchten.

Die Loge des Papstes links und rechterhand die Chiesa di San Martino.
Nach einem kurzem Spaziergang durch die Gassen der schönen Altstadt erklommen wir den 102 Meter hohen Torre del Mangia im Palazzo Publico für zehn Euro pro Person. 
Das war zwar definitiv nicht wenig Geld, lohnte aber wie so oft aufgrund der einzigartigen Sicht über die Dächer der Stadt und den Rathausplatz tief unter uns. Auf der positiven Seite sparte beim Bezahlen mit Münzgeld sicherlich auch etwas Gewicht ein und dies machte es ein klein wenig leichter, die insgesamt 400 Stufen zu erklimmen! :-) 
Eine gute halbe Stunde später zurück auf dem Boden, beziehungsweise dem Rathausplatz, machten wir eine kurze Mittagspause im Conad Supermarkt direkt nebenan. In diesem, ich würde sagen, speziellen "Premium-Conad", konnte man in dessen kleinem Café mit Blick auf den Rathausplatz sitzen und im Vergleich zu den umliegenden Restaurants sehr günstig Getränke, Paninis und im Supermarkt sogar vollwertige frisch zubereitete Speisen bekommen. 
Der über allem thronende Campanile machte deutlich, dass wir uns dem Rathausplatz näherten.

Ohne Fleiß kein Preis! Der Aufstieg im Torre del Mangia bestand aus insgesamt 400 Stufen.

Aber die Aussicht lohnte die Mühen!

Vom Torre del Mangia hatte man eine perfekte Rundsicht auf Siena. Hinten links der Dom von Siena.

Blick hinab auf den Piazza del Campo und den Springbrunnen Fonte Gaia.
Das Rathaus samt Campanile in seiner ganzen Pracht
Kurz darauf strapazierten wir unseren Geldbeutel wieder deutlich mehr, als wir uns so genannte Kombitickets für 13 Euro pro Person für den Dom kauften.
Zunächst stiegen wir auf den Bogen des unvollendeten Fassade des Duomo Novo hinauf. Die Aussicht von dort oben war natürlich nicht mit der vom Glockenturm des Rathauses zu vergleichen, bot aber dafür noch einmal ganz andere Perspektiven. 
Im Gebäude selbst befand sich zudem eine interessante Ausstellung mit zahlreichen Reliquien und Statuen, sowie einem riesigen runden Buntglasfenster, das für den weiteren Teil des Doms im dreizehnten Jahrhundert gefertigt wurde, leider jedoch nie zum Einsatz kam. 
Der wunderschöne mit dunkelgrünem und weißem Marmor verzierte Dom von Siena

Auf den Bogen des unvollendeten Duomo Nuovo stiegen wir zuerst hinauf.

Von dort oben hatte man einen tollen Ausblick auf den Piazza del Campo.

Fantastisches Buntglasfenster im Museum des Doms.

Der Souvenirladen - kaum zu glauben, oder?
Das Highlight der Besichtigung folgte jedoch mit der eigentlichen Besichtigung des Doms von Siena. Dessen Innenraum war einfach nur fantastisch mit seinen unzähligen Fresken, Mosaiken einem Sternenhimmel in der Kuppel, der bei jedem Kirchenbesucher für den typisch offenen Mund sorgte, da man quasi konstant fasziniert nach oben sehen musste. 
Auch die im Seitenschiff gelegene Bücherei mit ihren riesigen alten Büchern, sowie das außerhalb gelegene Baptisterium und dessen Krypta waren sehenswert. 
Unsere Stadtbesichtung von Siena beendeten wir dann in der Roxy Bar in unmittelbarer Nähe des Baptisteriums mit dem üblichen Caffè Shakerato.
Im Inneren des Doms von Siena.

Romulus und Remus und die anderen großen Städte des römischen Reiches. Angeblich hatte der Sohn von Remus Siena gegründet.

Die Köpfe der früheren Päpste

Neben riesigen alten Büchern beeindruckte die Bücherei im Dom auch mit ihren schönen Wandmalereien.

Das Taufbecken im Baptisterium

Alte Wandmalerei in der Krypta
Am frühen Abend erreichten wir schließlich unsere Unterkunft in Arezzo
Diese stand den bisherigen sowohl in Größe und Ausstattung als auch in Bezug auf Freundlichkeit der Gastgeber in nichts nach. 
Ich möchte fast sagen, sie toppte diese es fast noch, da die Wohnung sogar größer als unsere eigene in Deutschland war und wir von der sehr herzlichen Gastgeberin Laura auch noch mit einem Likörwein und Cantuccini als Willkommensgeschenk empfangen wurden!
"Italia, te amo!" :-)
Christian