Sonntag, 16. Februar 2020

La Palma Tag 6: Die Vulkanroute

Für heute wartete auf uns ein starker Kontrast zur gestrigen Wanderung durch das saftige Grün zu den Drachenbäumen bei Las Tricias, denn es stand eine Tageswanderung auf der sogenannten Vulkanroute an, die uns durch eine entsprechend karge, aber auch sehr interessante Landschaft führen sollte.
Blick auf die Caldera Taburiente vom Mirador Llano del Jable
Eigentlich benötigt man aufgrund der gut erkennbaren Wege und Beschilderung nicht zwingend einen Wanderführer, solltet ihr jedoch im Besitzt des Rother Wanderführer sein: Es handelt sich um die Tour 50. 
Der Hauptwanderweg GR 131 ist grundsätzlich auch von jedem halbwegs geübten Wanderer gut zu meistern. Man merkt allerdings, dass man sich auf fast 2000 Metern Höhe befindet!
Wer mag, kann auch die komplette Vulkanroute bis in den Süden der Insel wandern und sich dann mit dem Taxi zurück zum Ausgangspunkt bringen lassen. 
Für die Anfahrt von unserem Übernachtungsort Los Cancajos über die LP-3 benötigten wir circa eine Dreiviertelstunde und mussten wie auch gestern zunächst einmal den Bergkamm überwinden, der den Osten vom Westen La Palmas trennt. Dankenswerterweise verkürzte ein gut ausgebauter Tunnel dabei einen Teil der Strecke.
Angekommen im Gebiet der Vulkanroute legten wir zunächst einen kurzer Stopp am Mirador Llano del Jable ein, der bereits einen tollem Blick auf die Calderia Taburiente im Norden.
Hinter den schattigen Picknickplätzen des Refugio Pilar startete die Wanderung.

Der Weg führte Anfangs noch durch oder entlang des Hochwaldes.

Das strahlende Grün der Bäume bot einen tollen Kontrast zur braunen Vulkanerde.

Angekommen auf der Kammhöhe Cumbre Vieja
Dies sollte ein erster Vorgeschmack für die grandiosen Ausblicke sein, die uns noch erwarten würden auf der Wandertour, die zu den schönsten von La Palma zählt.
Angekommen am Refugio Pilar auf 1.440 Metern Höhe, stellten wir unser Auto auf einem der vielen kostenlosen Parkplätze ab und starteten am hinteren Ende der schattigen Picknickplätze unsere Wanderung.
Der Aufstieg führte uns zunächst durch dichten Pinienwald und es bot sich dabei immer mal wieder durch die Bäume eine schöne Sicht auf die Caldera Taburiente im Norden.
Für die Wanderung sind auf jeden Fall eine windabweisende Regenjacke, Sonnenbrille, Mütze, Proviant inklusive ausreichend Wasser sowie festes Schuhwerk von Nöten, denn Geröll macht Weg teils etwas rutschig. Durch die Höhe von bis knapp 2.000 Metern und durch den Wind kann es zudem selbst bei strahlendem Sonnenschein kühl sein.
Wer etwas weniger in Form oder nicht ganz trittsicher ist, dem helfen zusätzlich Wanderstöcke gut, mit den zahlreichen Auf und Abs sowie dem steinigen Untergrund besser klarzukommen. 
Blick zurück und hinab auf die Ostküste

Panorama gen Norden auf die Caldera Taburiente und auf die Stadt Los Llanos im Westen der Insel

Blick in einen alten Vulkankrater

Traumhafter Weitblick am Pico Nambroque von der Ost- bis zur Westküste La Palmas!
Nach ungefähr drei Stunden und zahlreichen Fotostopps erreichten mittels eines kurzen aber sehr lohnenswerten Abstechers vom Hauptweg den Pico Nambroque. Von hier hatte man eine fantastische Sicht von der Ostküste über die Caldera Taburiente bis hinüber zu Westküste La Palmas.
Zurück auf dem Weg wartete wenige Wanderminuten später das nächste Highlight auf uns: Das imposante Lavafeld La Malforada und die schroffen Gebirgszüge der Montana del Fraile. Hier konnte man sich sehr gut bildlich vorstellen, wie sich früher die heiße Lava aus dem Kraterbecken einem Wasserfall gleich über den Hang ergoss. Unser Weg führte uns weiter hinauf, bis wir den Bergkamm und schließlich auch mit etwas Mühe den Gipfel des höchsten Berges La Deseada erreichten. Denn hier oben blies ein regelrecht orkanartiger Wind, der so heftig war, dass es uns beim Aufstieg fast über den Kamm geweht hätte!
Später erfuhren wir, dass aufgrund des enormen Windes die Wege sogar für Wanderer gesperrt wurden.
Das Lavafeld La Malforada

Die raue Berglandschaft der Montana del Fraile

Eine Landschaft wie von einem anderen Planeten!

Nur eine Wolke, oder...?! ;-)

Ausblick vom stürmischen Gipfel La Deseada
Trotz dieser kleinen Widrigkeiten würde ich diese Wanderung aber zu den absoluten Highlights von La Palma zählen. Denn selten sieht man eine solch abwechslungsreiche Landschaft mit wunderbaren Kontrasten wie den braunen Vulkanbergen oberhalb der umliegenden in der Sonne strahlend grünen Pinienwälder.
Darüber hinaus genießt man einen Rundblick über fast die gesamte Insel und fühlt sich fast als würde man fliegen, wenn tief unter einem die Wolken dahinziehen.
Christian

Sonntag, 9. Februar 2020

La Palma Tag 5: Drachenbäume, Hippies und alte Wohnhöhlen

Gestern noch im Nordosten der Insel, stand für heute eine Fahrt in den Nordwesten zu den uralten Drachenbäumen und den Wohnhöhlen von Buracas unterhalb des Ortes Las Tricias an. Dabei wollten wir der Tour 30 im Rother Wanderführer folgen. 
Nach einer Dreiviertelstunde Fahrt über das zentrale Gebirge legten wir einen ersten längeren Halt auf ein Eis am 594 Meter hohen Mirador el Time ein.
Um hier hoch zu kommen, musste man zunächst einmal mit dem Auto in zahlreichen Serpentinen die massive Steilwand des Barranco Tenisca erklimmen.
Unser Fahrt in den Nordwesten führte uns auch am Mirador de Brena Alta auf der Ostseite von La Palma vorbei.

Vom Barranco Tenisca führte die Straße im Zickzack hinauf.

Blick vom Mirador el Time auf die Küste sowie auf Tazacorte und dessen Hafen

Blick gen Osten auf die Vulkanberge und auf die Stadt Los Llanos
Aber es lohnte sich, denn von der Terrasse des Aussichtspunktes bot sich uns ein beeindruckendes Panorama auf die Küste, unzählige Bananenplantagen, die Städte Los Llanos und Tazacorte sowie die südlichen und nördlichen Vulkanberge.
Die Temperatur auf der Westseite der Insel war übrigens im Vergleich zum Osten noch einmal fast fünf Grad wärmer und lag bei sagenhaften 27 Grad und das im Winter Anfang Februar!
Kein Wunder, dass auf den Kanaren immer mehr überwintern und so dem deutschen nasskalt-grauen Wetter entfliehen.
Den nächsten Stopp legten wir bei El Roque kurz vor Puntagorda am uralten windschiefen Drachenbaum des Mirador los Dragos ein.
Von dort gelangte man zu einem weiterem Aussichtspunkt etwas unterhalb. Der kurze von zahlreichen Sukkulenten und Mandelbäumen umrahmte Weg war hier rückblickenden auch eher das Ziel, als der eher unspannende Aussichtspunkt. 
Windschiefer Drachenbaum am Mirador los Dragos

Man könnte fast meinen, hier wurde mal ein Western gedreht! :-)

Der  tolle Weg hinab zum zweiten Aussichtspunkt war hier eher das Ziel.
Unsere eigentliche Wanderung starteten wir kurze Zeit später an der Kirche in Las Tricias in deren Nähe sich auch einige Parkplätze befanden.
Der Weg führte uns zunächst entlang wunderschöner Gärten mit Zitrusfrüchten, blühenden Mandelbäumen und riesigen Drachenbäumen. 
Tiefer im Tal schien es auch eine kleine Hippikolonie zu geben und oft konnte man an Verkaufständen mit Vertrauenskasse frisches Obst wie Pomelo oder Mandarine erstehen. Das Ganze wirkte fast wie ein Schlumpfendorf, so wie sich die kleinen Hütten unter den Bäumen in die Hänge drückten.
Nach circa eineinhalb Stunden erreichten wir schließlich die ehemaligen Wohnhöhlen von BuracasSie befanden sich in einer steilen gut geschützten Schlucht und war teils sogar begehbar. Aufgrund dieser guten Lage dienten die Höhlen bereits vor Jahrhunderten den Guanchen, den Ureinwohnern La Palmas, als Behausung und Lagerstätte für ihre Nahrungsmittel. 
Die Kirche von Las Tricias markierte den Start- und Endpunkt der Wanderung.

Der Weg führte entlang wunderschöner Gärten mit blühenden Mandelbäumen.

Immer wieder bot sich ein toller Ausblick hinab bis zum Atlantik.

Unzählige riesige Drachenbäumen säumten den Weg.

Blick auf die Wohnhöhlen von Buracas

Zwischen den Büschen und Bäumen duckten sich zahlreiche kleine Häuschen.
Ab hier folgten wir nicht mehr dem Wanderführer, sondern kehrten auf der anderen Seite der Höhlen über das Tal wieder zurück. Denn dieser Weg war deutlich schöner im Vergleich zu der asphaltieren Straße, die wir eigentlich für den Hinweg hätten nehmen sollen.
Da wollten wir doch lieber noch einmal durch die hübschen Hippi-Gärten schlendern!
Zurück an der Kirche von Las Tricias und nach einem Aufstieg von knapp 400 Metern gönnten wir uns zur Belohnung erst einmal eine kalte Cola auf der Terrasse des kleinen Restaurants El Rincon.
Einige der Höhlen konnte man sogar begehen.

Blick hinab auf den Barranco de Izgaqua

Tolles Blumenensemble in Las Tricias
Unser nächstes Ziel, den alten Hafen von Santo Domingo de Garafia erreichten wir nach einer knappen halben Stunde Autofahrt.
Dabei bogen wir noch vor dem Dorf links ab zum Fußballstadion und folgten einer steilen aber gut ausgebauten Straße hinab bis zum dortigen Parkplatz. Die restlichen Höhenmeter hinab bis zum Hafen legten wir zu Fuß auf einem steinigen Pfad zurück. 
Hierfür sind entsprechend am besten Turnschuhe oder Wanderschuhe empfehlenswert.
Für die Mühen und auch des späteren Aufstiegs zurück zum Parkplatz wird man aber durch schöne Ausblicke auf die Küste und die interessante Bauweise des alten Hafens entlohnt, der ähnlich wie Puerto Talavera gestern die Anmutung eines "Piratennestes" hatte.
Bei ruhigem Wetter kann man zudem seine Badehose einpacken und dann ein Bad in einem schönen vor der Brandung geschützten Meerwasserpool nehmen.
Die steile aber gut ausgebaute Straße hinab zum Hafen von Santo Domingo de Garafia

Blick auf die beeindruckende Steilküste

Schwimmen konnte man in der rauen See nicht.

Die in den Fels gebauten Fischerhütten wirkten wie ein Piratennest.

In dem geschützten Meerwasserpool ließ es sich entspannt baden.

Auf dem Hauptplatz von Santo Domingo de Garafia

Der kleine Ort überraschte mit zahlreichen schönen alten Gebäuden.
Vor der Rückfahrt in unsere Unterkunft in Los Cancajos erkundeten wir schließlich noch kurz den kleinen Ort Santo Domingo de Garafia mit seiner hübschen Kirche und sehenswerten alten Häusern. 
Christian

Mittwoch, 5. Februar 2020

La Palma Tag 4: Roadtrip entlang der Nordostküste

Nach der gestrigen recht langen und abenteuerlichen "Tunnel-Wanderung" machten wir uns heute einen entspannteren Tag und erkundeten mit unserem Auto die Nordostküste von von La Palma. 

Statue eines Stabspringers am Mirador San Bartolo. Mithilfe dieser langen Stäbe überwinden die Einwohner noch heute - wenn auch eher als Hobby -  mehrere Meter hohe Felsen.
Wir folgten auf unserem Weg von Los Cancajos nach Norden überwiegend der Überlandstraße LP-1 und passierten dabei die Aussichtpunkte auf spanisch "Mirador" von Barranco del CarmenBarranco de Los Gomeros, Salto del Enamorado sowie von San Bartolo
Dank des auch heute wieder perfekten Wetters boten sich uns dort jeweils schöne Aussichten auf die imposante Küstenlandschaft. 
Diese teils steilen Hänge waren dabei reich an unterschiedlichster Vegetation, sei es natürlicher Art oder von Menschenhand angepflanzt, wie etwa die riesigen Bananenplantagen.
Blick vom Mirador Barranco del Carmen auf die Ostküste La Palmas

Auf unserer Fahrt passierten wir unterschiedlichste Vegetationsformen - hier diverse Sukkulenten.

Blick auf die saftig grünen und steilen Hänge, an denen oft mit Hilfe von Terrassen Ackerbau betrieben wurde.

Kleine Kapelle am Mirador de San Bartolo
Vom Parkplatz Los Tilos führte uns ein kurzer fünfminütiger Spaziergang zu einem beeindruckenden Wasserfall. Dieser befand sich in einer regelrecht verwunschen wirkenden Schlucht, die vom Gezwitscher unzähliger Vögel erfüllt und nur über einen, anders als gestern, beleuchteten Tunnel zu erreichen war. 
Obwohl man nur wenige hundert Meter von der Zivilisation entfernt war, kam man sich hier wie im tiefsten Dschungel vor!
Der kurze Weg vom Parkplatz bei Los Tilos zum Wasserfall

Dabei ging es mal wieder durch einen Tunnel - diesmal netterweise sogar beleuchtet! :-)

Der imposante Wasserfall von Los Tilos lag in dieser verwunschenen Schlucht.

Die beeindruckende Autobrücke Viaducto de Los Tilos, über die auch die Überlandstraße LP-1 führte.
Da es bereits Mittagszeit war, beschlossen wir unseren nächsten Stopp im kleinen Ort San Andrés einzulegen. 
Denn hier befand sich das Restaurant La Placita, das sowohl in unserem Reiseführer, als auch in der bekannten Reisesendung "Wunderschön" im WDR empfohlen worden ist. Entsprechend lecker waren auch die Speisen wie etwa der orientalischen Salat, die Thunfischkroketten oder das frische Knoblauchbrot. 
Gesättigt erkundeten wir nach dem Essen ausgiebig das hübsche Dorf, das sich nicht nur umringt von großen Bananenplantagen war, sondern in dem sogar diverse Stauden Teil des Stadtbildes waren. 
Angekommen in San Andrés

Am hübschen Hauptplatz neben der Kirche

Hier befand sich auch das sogar im WDR empfohlene Restaurant La Placita.

Kolibri oder Blüte? :-)

Schöne renovierte alte Häuser in San Andrés

Der Ort war nicht nur von Bananenplantagen umringt...

...sondern diese zogen sich auch mitten durch den Ort hindurch.
Zurück im Auto unternahmen wir auf dem Weg nach Norden einen ersten Abstecher zum Hafen von EspindolaDieser war allerdings eher weniger interessant und so zog es uns nach wenigen Minuten wieder weiter. 
Was sich allerdings definitiv lohnte, war der alte Fischerhafen Puerto de Talavera, der mit seiner kleinen vorgelagerten Mini-Halbinsel wie ein Piratennest wirkte, das dem "Fluch der Karibik" entsprungen sein könnte! 
Den Abschluss unseres heutigen Roadtrips machte der Leuchtturm Faro Punta Cumblida, den man jedoch leider aufgrund von Bauarbeiten nicht besichtigen konnte.
Am Strand von Espindola

Der beeindruckende Barranco de la Barata

Das "Piratennest"von Puerto de la Talavera

Blick auf den Leuchtturm von Punta Cumblida
Dadurch war der Blick auf den Turm von Puerto de Talavera aus im Grund sogar interessanter als direkt vor Ort und wir hätten uns ehrlich gesagt die teils verwirrende Anfahrt über die winzigen Straßen zwischen den Bananenplantagen ersparen können. Besonders bei Gegenverkehr wurde es manchmal etwas spannend!
Entsprechend froh waren wir später wieder auf der Hauptstraße angelangt zu sein und machten uns auf den Weg gen Süden und zurück nach Hause.
Christian
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