Donnerstag, 18. April 2019

Montenegro Tag 6: Ziplining über die Tara, Fahrt nach Kolasin und der Nationalpark Biogradska Gora

Heute mussten wir leider wieder Zabljak und dem wunderschönen Durmitor Nationalpark Lebewohl sagen. 
Zunächst statteten wir jedoch noch einmal dem Valoviti Do Tal unterhalb des Sedlo Passes einen Besuch ab. 
Wir waren kurz davor, von dieser Horde überrannt zu werden! :-p

Traumhaftes Wetter im Tal Valoviti Do im Durmitor Nationalpark.
Hierdurch führte uns ja am ersten Tage unsere Wanderung und heute waren im Vergleich zum damaligen eher durchwachsenen Wetter die Voraussetzungen optimal, um mit der Kamera die Schönheit der Natur einzufangen. 
Wir fuhren die Passstraße hinauf bis zu der kleinen Imbiss-Hütte, denn von dort bot sich uns ein besonders schöner Blick auf den Valovito Jezero Sees. Auch heute war die Passstraße oberhalb aufgrund der diversen Schneefelder die Teile der Straße blockierten unpassierbar. 
Wer dies nicht wusste und ein größeres Auto hatte, musste dann den ganzen Weg bis zum Imbiss rückwärts fahren. 
Dies hatten wir während unserer Wanderung mehrmals beobachten können und sorgte bei so manchem Fahrer sicherlich für die ein oder andere Schweißperle. 
Aber der Frühling eroberte sich auch hier oben immer mehr die Landschaft zurück und so konnte man überall dort wo vorher noch Schnee lag, nun unzählige Krokusse blühen sehen, die offenbar prächtig in der vom geschmolzenen Schnee noch nassen Erde gedeihten. 
Das leuchtende "Auge" des Sees Valovito Jezero links und der Sedlo Pass im Hintergrund.

Überall schossen die Krokusse aus der noch nassen Erde!
Der Abstecher hatte sich definitiv mal gelohnt!
Nun aber machten wir uns auf den Weg nach Kolasin, beziehungsweise in die Richtung, denn einen ersten Stopp legten wir bereits wieder an der Tara-Brücke ein, von der aus wir vor zwei Tagen zu unserer Raftingtour aufgebrochen waren. 
Heute wollten wir uns jedoch nicht im nassen Element, sondern in luftiger Höhe und auch nicht entlang, sondern über die Schlucht bewegen. 
Zunächst besichtigten wir das beeindruckende Bauwerk auf Schusters Rappen und tranken uns auf der Terrasse des Hotels mit einem Kaffee Mut an, bevor wir uns zum Verkaufsstand von Zipline Montenegro begaben. 
Dieser war natürlich nicht der einzige Anbieter, allerdings der mit einer sehr guten Sicht auf Schlucht und Brücke während der Fahrt und auch der am vertrauenserweckende. So kam es etwa bei einem anderen Anbieter, der zwar die deutlich längste und spektakulärste Fahrt entlang der Schlucht anbot mehrmals dazu, dass die Personen am Ende nicht die Plattform erreichten und sich dann aus eigener Kraft mehrere Meter dorthin ziehen mussten.
Bei Zipline Montenegro dagegen saß man ziemlich bequem in einer Art Sessel und musste nichts weiter machen, außer den Adrenalinausstoß und die Landschaft zu genießen, während man in über 100 Metern Höhe die Tara-Schlucht auf einer Länge von 860 Metern hinüberrauschte! 
Der Preis lag bei akzeptablen verhandelten 15 Euro pro Person und darin enthalten war noch ein kurzer "Ritt" auf der Ladefläche einer der quietschgelben Pickups des Anbieters zurück über die Brücke.
An der beeindruckenden über 100 Meter hohen Tara-Brücke

Finde den Zipliner! ;-) In gleicher Form sollten wir wenige Minuten später auch über die Schlucht schießen.
Kurz darauf wieder am Steuer des eigenen Vehikels fuhren wir weiter ostwärts auf der schönen Panoramastraße durch die Tara-Schlucht. Für interessante Ausblicke und zum Foto schießen boten sich einige Haltebuchten und ein Aussichtspunkt an.
Gegen halb vier am Nachmittag erreichten wir den Skiort Kolasin und unsere Unterkunft, das Chalet Kolasin. Hierbei handelte es sich um eine traumhafte Suite, die komplett in Holz gehalten und mit hochwertigem Mobiliar sowie einer top modernen Küche und schönem Bad ausgestattet war. Im Grunde befand sich die Wohnung auf dem Niveau eines vier bis fünf Sterne-Hotels und dies schlug sich auch in den extrem guten Bewertungen auf Booking.com nieder. 
Fahrt durch den Tara-Canyon entlang der Panoramastraße gen Osten.

An manchen Stellen konnte man sogar bis hinab zum Fluss steigen.

Blick hinab auf die leuchtend blaue Tara, die sich in unzähligen Kurven durch die Schlucht wand.

Am Ende öffnete sich das Tal immer weiter und gab den Blick auf die umliegenden Berge frei.

Angekommen im Chalet Kolasin

Unsere tolle Ferienwohnung auf Sterne-Niveau
Der Gastherr war zudem sehr nett und hilfsbereit und versorgte uns mit zahlreichen Ausflugs- und Restaurant-Tipps.
Einen davon setzten wir auch direkt in die Tat um und fuhren sogleich noch einmal los in den circa 14 Kilometer entfernten Nationalpark Biogradska Gora.
Der Eintritt pro Person betrug faire drei Euro und für einen Parkplatz zahlte man anders als im Durmitor Nationalpark bei Zabljak nichts extra. 
Das Besondere an diesem Nationalpark war, dass es sich um einen der beiden letzten ursprünglichen Urwälder Europas handelte. 
Am Seeufer des Nationalparks Biogradska Gora
Auf dem empfehlenswerten Rundweg um den See auf einer Länge von 3,3 Kilometer konnten wir viel Interessantes über die Flora und Fauna an diversen Stationen lernen. 
Das Beste war aber die oft fast schon verwunschen wirkende Natur mit von Moos überwucherten Baumstämmen und Felsen, rauschenden Bächen und dem nun Mitte Mai blühendem Bärlauch soweit das Auge reichte!
Auf uns wartete ein regelrechter Märchenwald.

Mit Bäumen, deren Stämme wie die großen behaarten Beine eines Tieres anmuteten...

...und kleinen Bewohnern, die sich von niemandem aus der Ruhe bringen ließen.

Wilder Bärlauch soweit das Auge reichte!

Ein Teil des Weges führte auf Holzstegen durch einen von zahlreichen kleinen Bachläufen durchzogenen Sumpf.

Hier war selbst jedes kleinste Fleckchen Erde von Pflanzen bewachsen! 
Der Geruch regte unseren Appetit dermaßen an, dass wir nach dem Spaziergang dem zweiten Tipp unseres Gastgebers sehr bereitwillig folgten und in der Konoba Amanet zum Abendessen einkehrten. 
Diese befand sich circa sieben Kilometer südlich von Kolasin und deren Innenaustattung war wie unser Chalet ausschließlich aus Holz gehalten und liebevoll mit alten Gerätschaften dekoriert. 
Der Empfehlung des Kellners folgend bestellten wir super zarte Schweinerippchen mit Kacamak - hier jedoch nicht wie in Zabljak auf Basis von Polenta, sondern als Kartoffelbrei mit Käse - und dazu noch einem serbischen Salat. Selbstgemachter Saft und Limonade sowie ein guter Rotwein passten perfekt dazu. 
Das Essen rundete ein guter und ebenfalls hausgemachter Mokka sowie ein sehr fruchtiger Pflaumenschnapps ab, der sogar aufs Haus ging. 
Und nun ratet mal, was uns der ganze Spaß insgesamt gekostet hat!
Ihr werdet es wahrscheinlich kaum glauben, aber wir mussten dafür gerade einmal 22 Euro berappen! In Deutschland hätte das teilweise noch nicht einmal für einen Hauptgang samt Getränk für eine Person gereicht.
Vergleicht man dagegen die Supermarktpreise in Montenegro, die sich auf deutschen Niveau befinden, war es fast billiger Essen zu gehen als selbst zu kochen! 
Zudem stimmte hier die Qualität und Nachhaltigkeit, denn in der Konoba Amanet war fast alles hausgemacht und es wurden überwiegend regionale Produkte verwendet.
Unser leckeres und sehr günstiges "Festmahl" in der Konoba Amanet bei Kolasin.

Wie unsere Ferienwohnung war auch das Restaurant komplett aus Holz errichtet und entsprechend gemütlich.

Der Eingang der Konoba Amanet. Tagsüber konnte man es sich auch im Biergarten bequem machen.
Zurück in Kolasin deckten wir uns im dortigen größeren Idea Supermarkt noch mit Proviant zum Frühstücken sowie für die morgige geplante Wanderung ein. 
Angenehm war generell, dass die beiden mir bekannten montenegrinischen Supermarkt-Ketten Voli und Idea überwiegend in der Regel bis 22 Uhr geöffnet hatten.
Christian

Mittwoch, 3. April 2019

Montenegro Tag 5: Seen-Wanderung bei Zabljak

Nach dem gestrigen Wassersport stand für heute wieder etwas Training für unsere Wadenmuskulatur in Form einer Wanderung hinauf zum auf 1.791 Metern gelegenen Bergsee Jablan Jezero an. 
Auch das Wetter meinte es heute gut mit uns, denn es war überwiegend sonnig. 
Zunächst machten wir erstmal einen Abstecher zum schwarzen See Crno Jezero, den man nach nur wenigen Gehminuten vom Wanderparkplatz am Rande von Zabljak aus erreichte. Am Parkplatz befand sich auch das Kassenhäuschen an dem man drei Euro pro Person für den Eintritt in den Nationalpark Durmitor sowie zwei Euro für das Parken entrichten musste. 
Am Wanderparkplatz und Eingang in den Durmitor Nationalpark

Durch die Schneeschmelze standen hier noch ganze Wiesen unter Wasser.

Der Weg führte auch parallel entlang dieses schönen Baches.
Auch die Ufer des Sees Crno Jezerno waren noch überflutet.

Tolle Szenerie mit dem von dichtem Wald umgebenen See und den weißen schneebedeckten Bergen im Hintergrund
Nach einem kurzem Spaziergang von wenigen Minuten auf der Zufahrtsstraße erreichten wir den See. Dieser war eingerahmt von dichtem Wald und den schneebedeckten Bergmassiven unter anderem denen des Savin Kuk
Von hier aus startete dann unsere eigentliche Wanderung. 
Der Weg bis zum Bergsee war insgesamt sehr gut ausgeschildert und man konnte sich quasi nicht verlaufen, da es kaum Abzweigungen gab. 
Der Aufstieg führte uns zunächst durch dichten Wald und später oberhalb der Waldgrenze über saftig grüne Bergwiesen. Oft wenn man man den Blick vor allem nach links schweifen lies, eröffnete sich einem ein tolles Panorama auf die schneebedeckten Berggipfel und auch auf den schwarzen See tief unter uns, von dem aus wir gestartet waren. 
Je höher und näher wir dem Bergsee kamen, desto öfter stießen wir auf vereinzelte kleinere Schneefelder, die man teils sogar durchqueren musste. Dies war jedoch mit guten Wanderschuhen und unseren Teleskopstöcken kein Problem. 
Gutes Schuhwerk war wie auf allen Wegen in den Bergen Montenegros grundsätzlich auch hier wichtig, um auf den teils sehr steinigen Wegen nicht auszurutschen und sich dabei im schlimmsten Fall den Fuß zu verstauchen! 
Ferienhäuser am Rande von Zabljak

Fast wie im Allgäu! :-)

Gutes festes Schuhwerk war hier Pflicht!

Der Weg wurde zu einem schmalen Pfad nachdem wir die Baumgrenze überwunden hatten.

Blick auf die schneebedeckten Berge linkerhand des Weges

Blick zurück auf den See Crno Jezero, von dem aus wir gestartet waren.
Nach circa zwei bis drei Stunden und knapp 400 Höhenmetern mit vielen Fotopausen kamen wir schließlich am See Jablan Jezero an. 
Bevor wir hinab zum Wasser gingen, wanderten wir jedoch zunächst den Weg noch etwas weiter bis wir uns oberhalb des Sees befanden. 
Die Mühe lohnte sich, denn von dort bot sich uns perfekter Ausblick auf den von den Bergen eingerahmten See und das bergige Hinterland. 
Angekommen am See machten wir am Ufer eine wohlverdiente Brotzeitpause und genossen die Sonne, während wir den Blick über das kristallklare und glitzernde Wasser schweifen ließen.
Kurze Zeit später waren wir jedoch froh unsere Regenjacke mitgenommen zu haben, da sich wie bis jetzt jeden Tag hier oben das eben noch sonnige T-Shirt-Wetter nun ein Stelldichein mit immer wieder kurzen Schauern gab. 
Das war halt "Monteregno"! ...Sorry, aber der Wortwitz sei mir hier gestattet! ;-p  
Für Rückweg, der auf dem gleichen Pfad erfolgte, benötigten wir lediglich circa eineinhalb Stunden, da es fast nur bergab ging. 
Für diesen tollen Blick auf den See Jablan Jezero hatte sich der Abstecher definitiv gelohnt!

Am Ufer des Sees mit seinem kristallklaren und seeeehr kalten Wasser. :-)

Vor diesem phantastischen Panorama verspeisten wir unsere mitgebrachte Brotzeit.

Für den Rückweg benötigten wir deutlich weniger Zeit, da es fast nur bergab ging. Im Hintergrund das Dorf Zabljak.

Immer mal wieder wurden wir von der Sonne verwöhnt, die sich zwischen die Wolken hindurchschob.

Bilderbuchpanorama am Rand von Zabljak kurz vor Ankunft am Wanderparkplatz
Am frühen Abend und zurück in unserer Unterkunft erwartete uns eine tolle Überraschung in Form eines platten Vorderreifens.
Das Telefonat mit dem Autovermieter Avis war leider wenig erfreulich und überhaupt nicht hilfreich: Ich solle das Rad entweder selber flicken oder mir einen neuen Reifen kaufen! 
What the fu..!
Spontane Hilfe kam jedoch liebenswerterweise von unserem sehr netten Gastgeber und er organisierte einen befreundeten Automechaniker, der den Reifen noch direkt am gleichen Abend abgeholte und reparierte. 
Und das Ganze auch noch kostenlos! 
Ursache war übrigens eine Schraube im Reifen. 
Natürlich wollten wir uns für soviel Entgegenkommen erkenntlich zeigen und kauften als kleines Dankeschön eine Flasche Jägermeister im Supermarkt, die wir ihm später noch überreichten. 
Nach so viel Aufregung hatten wir uns auch eine Belohnung verdient und zwar in Form eines guten Abendessens!
Also zogen wir wie bereits gestern ins Restaurant Luna
Heute wurden unserer Gaumen verwöhnt mit einem leckeren Kalbsteak für gerade mal sechs Euro, Cevapicici, und natürlich wieder der traumhaften Käsepolenta! 
Dazu gab es das ein oder andere leckere Niksicko Bier, zugegebenermaßen auch etwas als "Medizin" gegen die ganze Aufregung mit dem Reifen und um den Tag entspannt abzuschließen.
Christian

Sonntag, 31. März 2019

Montenegro Tag 4: Rafting auf der Tara

Was kann man perfekt in der tiefsten und längsten Schlucht Europas, die von einem wilden Fluss durchströmt ist machen? Genau: Rafting!
Die Tara-Schlucht ist mit teilweise über 1.300 Metern noch tiefer als der Gorges du Verdon in Frankreich und die Tara mit circa 140 Kilometern der längste Fluss Montenegros.
Die Raftingbasis an der Tara-Schlucht

Die beeindruckende Tarabrücke, die wir später auch noch im Boot passieren würden.

Los geht´s! Unser Steuermann führte uns später sicher durch alle Stromschnellen.
Wir hatten die Ganztages-Raftingtour von 9:30 Uhr bis circa 16 Uhr am Vorabend bei Summit Travel gegenüber des Restaurants Luna für 110 Euro pro Person gebucht. Geführt wurde das Unternehmen, das auch noch andere Ausflüge und Wanderungen im Angebot hat übrigens von einer älteren deutschen Dame, was die Verständigung enorm erleichterte. 
Zusammen mit einigen anderen Gleichgesinnten wurden wir pünktlich morgens um halb zehn vor dem Büro abgeholt und per Kleinbus zur Basis des Rafting-Anbieters, das sich in unmittelbarer Nähe der beeindruckenden Brücke, die sich über die Tara spannte gebracht.
Nach einem Willkommensschnapps erhielten wir dort unsere Ausrüstung, die aus einem Neoprenanzug samt -Schuhen, sowie diversen Drybags für Kamera und andere Utensilien bestand. Dazu gab es dann noch ein großes Lunchpaket für jeden. 
Unser Guide und Steuermann war sehr nett, besaß jedoch leider kaum Englischkenntnisse, was die Unterhaltung später im Boot überwiegend auf seine Steuerkommandos beschränkte. 
Aber das war auch in Ordnung, denn wir waren ja nicht zum Quatschen, sondern zum Paddeln und Natur-genießen hergekommen! 
Die Tara mit ihren zahlreichen Stromschnellen sorgte dann auch bereits nach wenigen Metern für einen ordentlichen Spaß und auch hier und da mal einen kleinen Adrenalinausstoß, wenn man recht eng an größeren Felsen vorbeimanövrierte. 
Während der entspannteren Passagen konnte man dagegen das beeindruckende Panorama der steilen Schlucht sowie die Durchfahrt unter der geschichtsträchtigen Tarabrücke genießen. Dessen Erbauer musste sie während des zweiten Weltkrieges kurz nach Fertigstellung auf Befehl der Partisanen wieder sprengen und wurde dafür kurze Zeit später auf seiner Brücke von den Besatzern erschossen. 
Was für ein trauriges Schicksal!
Kurze Pause an einem Zufluss der Tara.

Hier schossen die Wassermassen hinab in Richtung Tara.
Um kurz vor zwölf machten wir unser Boot an einer schönen Wiese fest und staunten nicht schlecht, als wir unsere riesigen und reich belegten Brote auspackten und auch komplett verzehrten, da so eine Paddeltour definitiv hungrig machte. 
Während hier die Tour für die Teilnehmer der Halbtages-Fahrt endete, machten wir uns nach circa einer Stunde Pause wieder auf den Weg.
Der Fluss wartete auf den folgenden eineinhalb Stunden mit nicht mehr ganz so starken Stromschnellen, dafür aber mit zahlreichen wunderschönen Wasserfällen auf, die sich bis in die Tara ergossen. 
Kurz vor dem Ende der Fahrt passierten wir auch noch mit offenen Mündern und nach oben gereckten Hälsen die tiefste Stelle des Tara-Canyons, bei der sich die Felswände über 1.000 Meter über uns in den Himmel reckten. 
Anlegen am Rastplatz gegen Mittag.

Dort gab es erstmal eine zünftige Brotzeit!

Gegen Ende der Tour passierten wir auch die tiefste Stelle der Schlucht.

Der Ausstieg am Campingplatz der Pension Radovan Luka.
Toller Ausblick auf die Taraschlucht von oben auf dem Rückweg nach Zabljak.
Das Schaukeln während unserer Bootsfahrt sollte sich allerdings noch fortsetzen, denn nach dem Umziehen und einem kurzen Aufenthalt an der Ausstiegsstelle bei der Radovan Luka Pension begaben wir uns auf eine einstündige Jeepfahrt auf einer kleinen Schlaglochpiste, die sich in  unzähligen Serpentinen die Schlucht hochschraubte. 
Oben angekommen, legten wir zum Beine-Vertreten dankenswerterweise einen kurzen Stopp an einem Aussichtspunkt ein, der uns noch einmal ein tolles Panorama auf die Schlucht von oben bot, bevor wir uns schließlich auf den Rückweg nach Zabljak machten.
Christian

Samstag, 23. März 2019

Montenegro Tag 3: Der Savin Kuk und Fahrt zum See Susicko Jezerno

Aufgrund des guten Wetters am Morgen planten wir für heute den Aufstieg auf den 2.313 Meter hohen Gipfel des Savin Kuk. 
Nach einer kurzen viertelstündigen Anfahrt von Zabljak aus erreichten wir das Gelände des Skigebiets unterhalb des Berges und konnten unser Auto direkt am Skilift parken, da nun mangels Schnee hier kein Betrieb mehr war. 
Blick auf den Berg Savin Kuk
Wir begannen unseren Aufstieg direkt rechts am Rand der Skipiste.
Leider kamen wir nicht weiter als zu einer ersten Skihütte etwas oberhalb am Hang gekommen, da es gegen 11 Uhr so kräftig zu schütten begann, da an ein Weitergehen nicht mehr zu denken war und wir in der zum Glück offenen Hütte Zuflucht suchten. Der vormals freie Blick auf den Gipfel war nun innerhalb weniger Minuten bereits von dichten Wolken versperrt. Als es auch nach einer knappen halben Stunde nicht besser wurde, beschlossen wir umzukehren, denn bei so einem Wetter wollten wir definitiv nicht mitten im Berg sein, wenn es dann eventuell sogar noch schlimmer wurde.
Hier befand sich auch ein aus mehreren Liften bestehendes Skigebiet
Also stand wieder einmal eine spontane Planänderung des Tagesprogramms an!
Aufgrund des unberechenbaren Wetters entschieden wir uns für eine Autotour entlang der Panoramastraße ab Zabljak mit dem See Susicko Jezerno als Ziel und Wendepunkt
Dies erwies sich als gute Entscheidung, da sich in Fahrtrichtung die Wolkendecke auflockerte und sich uns nun sogar des öfteren die Sonne zeigte.
Obwohl die Straße ziemlich schmal und von zahlreichen Schlaglöchern durchzogen wurde, war sie insgesamt gut zu befahren und wand sich fast schon wie ein Wanderweg entlang an Berghängen und durch schöne Waldstücke. 
Die letzten Überbleibsel einer im Winter sicherlich meterhohen Schneedecke

Blick über die nördlichen Berge Montenegros von diesem Aussichtspunkt am Rande der Straße

Auch hier hielt sich der Schnee noch hartnäckig trotz der Sonne, die sich immer mal wieder zeigte.

Die Panoramastraße, die oft wie hier eher wie ein Wanderweg wirkte.

Hochalpine Landschaft in Montenegro

Aus diesem  Motiv hätte man auch perfekt ein Gemälde machen können!
Da man aufgrund möglichen Gegenverkehrs sowieso nicht schneller als 30 fahren konnte, konnte man die Tour quasi als "Autowandern" bezeichnen. 
Das war definitiv auch mal ein interessantes und neues Erlebnis! 
Nach der Durchquerung des Waldes eröffnete sich uns eine idyllische Landschaft wie aus einem Gemälde mit saftigen grünen Hügeln, alten windschiefen Bauernkaten und Blumenwiesen. 
Diese Hütte wurde offensichtlich dem Verfall preisgegeben.

Hier hätte sich auch Heidi pudelwohl gefühlt! :-)
Man fühlte sich fast um ein Jahrhundert zurückversetzt.
An der nächsten Kreuzung verpassten wir die Abfahrt und legten dadurch einen außerplanmäßigen Stopp im Dorf Ograde Kolibe oberhalb Schlucht von Susicko ein.
Als wir nach wenigen Metern zwischen alten windschiefen Katen und saftig grünen Weiden parkten wir allerdings total begeistert und froh hier gelandet zu sein und der kleine Ort mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund bot zahlreiche tolle Motive. 
Nach diversen Fotostopps fuhren wir schließlich eine steile Serpentinenstraße hinab zum See Susicko Jezerno der sich in eine beindruckend tiefe Schlucht zwängte. 
Zunächs hielten wir jedoch am Aussichtspunkt oberhalb an, bei dem es sich lohnte,  einige Meter hinab in Richtung Schlucht zu gehen, vorausgesetzt man leider nicht unter einer ausgeprägten Höhenangst, da sich dadurch quasi direkt vor einem der Abgrund auftut. 
Zum Dorf Ograde Kolibe führte uns der Zufall, beziehungsweise eine verpasste Abfahrt.

Aber wir waren froh um den außerplanmäßigen Stopp, denn es boten sich uns unzählige tolle Motive.

Im Dorf Ograde Kolibe

Die alten Katen waren alle noch bewohnt oder wurden zur Viehwirtschaft genutzt.

Blumen soweit das Auge reichte!

Blick in die Schlucht in der sich unser Ziel, der See Susicko Jezerno befand.
Der See Susicko Jezerno
Als wir eine gute Viertelstunde später ein kleines Haus am See, auf das sicherlich auch Peter Foxx aufgrund der Lage neidisch gewesen wäre, erreicht hatten, beschlossen wir dort nach einem kurzen Rundgang am Ufer zu picknicken, solange es noch sonnig war. Und dies war die zweite gute Entscheidung des Tages, denn bereits während des letzten Bissens öffnete der Himmel wieder seine Tore. 
Was für ein Aprilwetter mitten im Mai! :-)
Auf gleichem Weg ging es schließlich wieder zurück bis nach Zabljak und wir hatten rückblickend mit dieser schönen "Autowanderung" heute noch einen richtig schönen Tag gehabt! 
In der Nähe des Hauses befand sich ein Picknickplatz, den wir nach einem kurzen Rundgang auch gleich nutzten.

Das Wasser des Sees und des Flusses war kristallklar.

Am Ufer des Susicko Jezerno
Zuhause angekommen, beschlossen wir heute die Lokalitäten des Ortes auszuprobieren und entschieden uns für das Restaurant Luna, das sich nur wenige Gehminuten von unserer Unterkunft im Dorfzentrum befand. 
Und ratet mal, ja genau, das war die dritte gute Entscheidung des Tages! :-)
Denn das Menü für zwei Personen für gerade mal zwanzig Euro wartete unter anderem mit einer fantastischen Käsepolenta aus lokal produziertem Käse und butterzartem gegrilltem Lamm auf. Dazu passte das süffige montenegrinisches Niksicko Bier perfekt. 
Als Abschluss gönnten wir uns noch einen lokalen Schnapps, denn wir konnten ja bequem nach Hause laufen.
Christian
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