Donnerstag, 3. Oktober 2019

Bretagne Tag 6: Ile de Bréhat und die Rosa Granitküste bei Plougrescant

Heute morgen hieß es relativ früh aufstehen, denn wir wollten mit der Personenfähre um 09:30 Uhr vom Hafen nördlich von Paimpol übersetzen auf die Ile de Bréhat
Unser Auto stellten wir auf einem der nahegelegenen Parkplätze für 6,50 Euro pro Tag ab und belasteten unsere Geldbörse mit weiteren 10,30 Euro pro Person für die Hin- und Rückfahrt mit der Fähre. 
Im Vergleich zu gestern hatten wir wieder richtig Glück mit dem Wetter, denn sobald wir auf dem Oberdeck saßen klarte es auf und bald lachte die bretonische Sonne uns und die Insel an.
Die Fahrt mit einer der Fähren dauerte nur wenige Minuten.

Heute morgen bei Flut stand diese Kaimauer noch unter Wasser.
Nach wenigen Minuten auf dem Wasser betraten wir auch schon wieder festen Boden und konnten es kaum erwarten, die wunderschöne Insel zu erkunden. 
Dies machte man am besten mit dem Fahrrad oder wie wir gleich komplett zu Fuß. 
Denn zum einen sind dort Autos untersagt und zum anderen kann man oft nur per Pedes die unzähligen kleinen Buchten entdecken, zu denen meist lediglich schmale Pfade führen. 
Die Länge der Insel beträgt gerade einmal dreieinhalb Kilometer, wodurch eine fußläufige Erkundung an einem Tag gut möglich ist und das auch ohne Marathonläufer sein zu müssen. 
Neugierige Blume oder getarnte Kamera? ;-)

Die Ile de Bréhat wirkte wie ein Kunstwerk, so schön war hier alles fast schon regelrecht arrangiert!

Zum Ausruhen blieb leider keine Zeit, denn wir wollten die ganze Insel zu Fuß erkunden.

Die Insel inspirierte auch zahlreiche Künstler.

Viele der Häuser hatten einen eigenen Zugang zum Meer...

...oder lagen inmitten des schönen und leicht hügeligen Inselinneren. 
Natürlich hatte hier jeder auch sein eigenes Boot.

An der engsten Passage der Insel, die den Süd- mit dem Nordteil verband.
Nach wenigen Minuten waren wir bereits im "Tiefenentspannungsmodus" angekommen dank der wunderbar unaufgeregten Inselatmosphäre mit ihren hübschen Häusern, die entweder in kleine Buchten oder im sanft hügeligen Inland standen. 
Bis auf die ab und zu durch die Straßen tuckernden Traktoren oder einen Rasenmäher störte dabei kein unnatürliches Geräusch diese Idylle.
Unterwegs erstand ich bei einem Bio-Bauernhof an einem kleinem Verkaufsstand mit Vertrauenskasse für drei Euro erntefrische Tomaten, die wir wenig später zusammen mit unseren anderen mitbrachten Speisen am Leuchtturm von Pleon mit Blick auf das in der Sonne glitzernde Meer verspeisten.
Man konnte sich übrigens auch Boote, wie etwa Kajaks mieten und damit zwischen den Mini-Inseln herumfahren.

Die Häuser duckten sich oft hinter dichte Hecken oder riesige Findlinge.

Blick auf die unzähligen kleinen vorgelagerten Inseln, die teils auch nur aus ein paar Felsen bestanden.

Hoffentlich wurde dieser Fels nicht irgendwann zu einem Troll und verschlang die kleinen Häuser! ;-)

In diesem kleinen Bauernladen mit Vertrauenskasse erstand ich einen Beutel wunderbar frische Tomaten.

Die Ebbe kündigte sich bereits an.

Ein Haus wie aus einem Asterix-Comic!

Der Leuchtturm von Pleon am nördlichsten Ende der Ile de Bréhat.
Unser nächstes Ziel war die kleine Kapelle Saint-Michel auf dem südlichen Teil der Insel, die auf einzigem nur wenige Meter hohen “Berg“ der Insel thronte. 
Auf der Rückweg zum Hafen konnten wir auch noch ein paar schöne Fotos von der alten Gezeitenmühle machen, die die unterschiedlichen Wasserstände von Ebbe und Flut nutzte, um damit ein Wasserrad anzutreiben. 
Am Ende hätten wir fast noch unsere Fähre um 15 Uhr verpasst, da sich die Anlegestelle wegen der Ebbe nun einige hundert Meter weiter im Süden am Kai befand, als noch bei Ankunft mit der Flut! 
Andere Touristen hatten weniger Glück als wir und konnten entsprechend nur noch verdattert unserem Kielwasser hinterherschauen.
Die Kapelle Saint-Michel auf dem einzigen "Berg" der Insel 

Die alte Gezeitenmühle
Zurück auf dem Festland fuhren wir weiter bis zur Rosa Granitküste bei Plougrescant. Während eines kurzem Spazierganges entlang der Küste beeindruckten uns die imposanten Felsformationen die nun bei Ebbe in voller Größe zu sehen waren. 
Das Highlight des Tages offenbarte sich uns kurze Zeit später in Form eines zwischen zwei Felsen gebauten Hauses, der Maison du Gouffre
Fast wirkte es, als würde es jeden Moment von den beiden massiven Steinen zerdrückt werden! 
Dieses Motiv und das sanfte Licht der Nachmittagssonne, sowie das spiegelglatte Wasser des Sees vor dem Haus machte diesen Moment zum Traum eines jeden Fotografen.
Die Rosa Granitküste bei Ebbe

Die Maison du Gouffre

Die Landschaft war auch hier so schön gestaltet wie ein Kunstwerk!
Stilvoller Empfangsbereich des Grand Hotel in Perros-Guirec

Abendstimmung in der Bucht von Perros-Guirec
Am Abend erreichten wir schließlich den kleinen Ort Perros-Guirec und checkten stilvoll im alten Grand Hotel ein, dessen Preise absolut in Ordnung waren. Dies lag eventuell auch daran, das es bereits recht in die Jahre gekommen war und eine große Renovierung laut der sehr netten Besitzerin kurz bevorstand. 
Passend zum Ambiente des Hotels gönnte ich mir heute auch ein besonderes Abendessen im nebenan gelegenen Restaurant Le Ker Bleu und zwar in Form von Rochenflügel an einer Soße aus Zitronenbutter und Kapern. 
Dies war eine Empfehlung eines guten Kollegen und für mich eine sehr schmackhafte Premiere. 
Vielen Dank an dieser Stelle nochmal, Daniel!
Zum Fisch bestellte ich mir jedoch nicht klassischerweise einen Wein, sondern natürlich...Cidre, denn wir waren ja in der Bretagne! :-)
Christian

Sonntag, 29. September 2019

Bretagne Tag 5: Cap d'Erquy, Plouha und Paimpol

Unser heutiger Tag startete mit einem wie in fast allen Unterkünften der Bretagne reichhaltigem Frühstück bei unseren liebenswerten Gastgebern gemeinsam mit einem anderen deutschem Paar das hier auch noch übernachtet hatte. 
Derart gestärkt brachen wir nach einer kurzen viertelstündigen Autofahrt auf zu dem schönen Rundweg in mitten von Heidekraut und entlang der rauen Steilküste am Cap d'Erquy
Am Cap d'Erquy

Die Wege führten durch bunt blühende Heide

Die typisch raue Schönheit der Bretagne

Viele der Büsche waren regelrecht umhüllt von Spinnweben

Auch kleine Snacks fanden sich am Wegesrand

Blick gen Norden

Bei etwas sonnigerem Wetter könnte man diese hier fast für eine Bucht in der Südsee halten!
Unseren nächsten Stopp legten wir im Küstenort Binic ein. Hier gab es jedoch bis auf wenige ältere Häuser recht wenig interessantes zu sehen und daher muss man hier nicht unbedingt anhalten.
So brachen wir auch recht schnell wieder auf um zum Aussichtspunkt bei Plouha zu fahren. Bei gutem Wetter bot sich hier sicherlich ein schönes Panorama, aber leider war aufgrund der inzwischen aufgezogenen tief hängenden Regenwolken heute kaum etwas zu erkennen. Das entsprechend niederprasselnde Wasser motivierte uns zudem auch nicht gerade hier noch länger auszuharren.
Straße in Binic

Am Aussichtspunkt von Plouha
Wir bauten lieber darauf dem Regen davonzufahren und fuhren weiter bis zur Abtei Beauport am Stadtrand von Paimpol
Dort begnügten wir uns mit einem ausgedehnten Rundgang um die Abtei herum, da wir die Gebäude und die Landschaft interessanter als die Innenräume fanden. Zudem war unser Plan aufgegangen und wir wurden von weiteren Schauern verschont. 
Am späten Nachmittag schlenderten wir im Zentrum von Paimpol noch ein wenig durch die hübsche Altstadt und deren Fußgängerzone mit ihren zahlreichen Geschäften.
Die Abtei Beauport bei Paimpol

Es fehlte nur noch die Prinzessin, die gleich die Treppen herunterstolzierte! ;-)

Blick in das zum Garten umfunktionierte ehemalige Kirchenschiff.

Am Hafen von Paimpol

Innenhof in der Altstadt

Die Fußgängerzone von Paimpol mit ihren zahlreichen Restaurants und Geschäften

Kein Freiluftmuseum sondern die Altstadt von Paimpol. :-)
Nach dem Einchecken in unser modernes und sehr sauberes Bed & Breakfast zogen wir erneut los in die nur wenige Gehminuten entfernte Altstadt, um sehr gut in der Creperie Morel Ty Krampouz zu Abend zu essen. 
So gab es als Vorspeise eine Landterrine, bei der es sich um eine Art grobe und feste Leberwurstpastete handelte und als Hauptgericht natürlich Galettes :-), diesmal mit Raclettekäse und Kartoffeln. Dazu ließen wir uns das süffige bretonisches Bier Dremmwel munden.
Der Name des Biers stand im Bretonischen zwar für "Horizont", klang für mich aber irgendwie eher nach "Dream well" und das passte auch sehr gut, um nach ein, zwei weiteren Flaschen und zurück in unserer Unterkunft zufrieden in die bequemen Kissen zu fallen. :-)
Christian

Donnerstag, 29. August 2019

Bretagne Tag 4: Dinan, die Cotes d'Armor, Fort la Latte und Cap Fréhel

Nach dem Frühstück in unserem Hotel schauten wir uns die Altstadt von Saint Malo noch einmal bei Tageslicht an und insbesondere die Ecken, die wir gestern Abend nur noch im Dunkeln besichtigen konnten.
Das wehrhafte Rathaus von Saint Malo im Hellen.

Unterhalb und sogar in der Stadtmauer befanden sich zahlreiche Restaurants.

Das nun bei Flut zu einer Insel gewordene Fort National.
Nachdem wir unser Gepäck im Auto verstaut hatten, machten wir uns auf nach Dinan
Unser Auto stellten wir direkt am Fluss auf den ein paar Gehminuten vom kleinen Hafen entfernt ab. 
Nach einem kurzen Rundgang dachten wir eigentlich bereits das meiste gesehen zu haben, doch dann entdeckten wir eine kleine hübsche Gasse, die hoch in Richtung Burg führte. 
Dort oben angekommen tat sich uns jedoch erst die eigentliche und gar nicht so kleine Stadt auf! 
Diese wartete mit weiteren wunderschönen alten Gebäude, zahlreichen Restaurants und auch der typischen Quirligkeit einer normalen französischen Kleinstadt auf. 
Nach einem ausgiebigen Spaziergang, zahlreichen Fotos und einem kleinen Imbiss kehrten wir schließlich  zum Auto zurück. 
Angekommen am kleinen Hafen am Fluss von Dinan.

Bereits hier erwarteten uns tolle alte Häuser...

..und auch so manch amüsante Begegnung! :-)

Diese kleine urige Gasse führte hinauf vom Hafen ins Zentrum von Dinan.

Wie in vielen anderen Dörfern der Bretagne fühlte man sich auch hier wie in einem Freiluftmuseum.

Im Zentrum von Dinan entdeckte man an fast jeder Ecke solch tolle jahrhundertealte Gebäude.

Die Häuser wirkten teils fast schon lebendig.

Mittelalter zum Anfassen!

Blick von der Promenade der Herzogin Anne hinab auf den Hafen.

Blick von der Stadtmauer über die Dächer von Dinan
Unsere Fahrt führte uns kurze Zeit später entlang der Cotes d'Armor bei Saint Lunaire zum Aussichtspunkt am Pointe du Decolle, der mit einem tollem Panorama auf Saint Malo im Osten sowie bis nach Cap Fréhel im Westen aufwartete. 
Ganz besonders im Gedächtnis blieb mir dabei die imposante Landschaft mit ihrem leuchtend blauen Meer, das gespickt war mit lauter kleinen Inselchen zwischen denen zahlreiche Fischerboote ankerten. 
Fast schon wie in der Karibik: Die traumhafte Küstenlandschaft der Cotes d'Armor!

Am Pointe du Decolle

Blick vom Pointe de la Garde auf die Bucht von Pen Guen
Bei so vielen tollen Impressionen vergisst man auch gern einmal die Zeit und so hatten wir viel Glück, als wir unser nächstes Ziel, das Fort La Latte nur wenige Minuten vor Einlassschluss um 18:00 Uhr erreichten. 
Nachdem wir den Eintrittspreis von knapp sechs Euro entrichtet hatten, blieb uns zwar nur noch eine halbe Stunde für die Besichtigung, dafür waren wir aber fast allein und das goldene Licht der Abendsonne setzte die Burganlage perfekt in Szene. 
Hübsches Landhaus am Parkplatz des Fort La Latte

Die Abendsonne ließ Fort la Latte in bestem Licht erscheinen!

Blick hinab auf das Fort vom Bergfried aus.

Fehlt nur noch die Märchenprinzessin! ;-)
Um kurz nach halb sieben verabschiedeten wir uns bei den Angestellten, die bereits die Tore schlossen und wenige Fahrminuten später tauchte am Horizont der große Leuchtturm von Cap Fréhel auf. 
Uns war erneut das Glück hold, da das Kassenhäuschen offenbar auch hier ab 18 Uhr nicht mehr besetzt war und es keine Schranke gab, wodurch wir uns die Parkgebühr sparten. 
Hinter dem Leuchtturm eröffnete sich uns eine dramatische Steilküste an der sich die Wellen brachen und das Meer war aufgewühlt durch die erkennbar enorme Strömung tief unterhalb von uns. 
Auf dem freien Gelände konnte ich perfekt meine kleine Dji Spark Drohne fliegen lassen, die dank des sanften Lichts von der Landschaft tolle Aufnahmen machte. 
Die Dji Spark kann ich euch übrigens ans Herz legen, wenn ihr nach einer preisgünstigen Reise-Drohne sucht, denn die Tasche, die neben der Drohne auch die Fernbedienung sowie zwei Akkus aufnimmt, ist nicht größer als eine gewöhnliche Fototasche. Zudem sind die HD-Videos bei gutem Licht von ausreichend hoher Qualität für den Heimgebrauch. 
Solltet ihr dagegen professionellere Ambitionen haben, schaut euch mal die teurere Dji Mavic an.
Der aus dem 17. Jahrhundert stammende alte und der 1950 erbaute neue Leuchtturm von Cap Fréhel

Blick auf die rauhe und wilde Steilküste von Cap Fréhel

Unmittelbar am Cap

Das Meer zeigte hier seine ganze Kraft.

Blick vom Cap Fréhel zurück auf Fort la Latte
Abendessen im Restaurant La Potiniere in Sables d'Or les Pins
Cap Fréhel hatten wir als letzte Sehenswürdigkeit des heutigen Tages gewählt, da es mit dem Auto nur eine Viertelstunde entfernt von unserem Übernachtungsort Sables d'Or les Pins lag. 
Nach dem Einchecken in einem schönen Bed & Breakfast mit einem ganz liebenswerten älteren Gastgeber-Ehepaar beschlossen wir im Ort zu Abend zu essen.
Am meisten sagte uns die Karte des Restaurants La Potiniere zu und die großen Portionen zu fairen Preisen samt sehr guter hausgemachter Fritten bestätigten unser Bauchgefühl. Lediglich meine erstmalige Degustation von Austern aus der Bretagne beschloss ich bei einem einmaligen Erlebnis zu belassen. Da war mir der Geschmack und vor allem die Konsistenz dieser Speise dann doch etwas zu "wabbelig". :-)
Christian
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