Freitag, 30. März 2018

Wanderung im Ahrtal bei Mayschoß

Kennt ihr Ahrweiler?
Also ich zumindest hatte bislang meist im Radio davon gehört und zwar in den Staumeldungen auf 1Live. :-)
Spaß beiseite...natürlich hatten wir auch bereits anderweitig von der Region des Ahrtals gehört, die vor allem für ihren Wein und die tolle Landschaft bekannt ist.
Zudem befindet sich das Ahrtal nur eine gute Stunde von Düsseldorf entfernt und ist sehr gut über die A61 zu erreichen.
Beste Voraussetzungen also für einen Tagesausflug letzten Sonntag - vor allem dann wenn die Wettervorhersage in den heimischen Gefilden die "50 Shades of Grey" vorhersagte, während es im Ahrtal deutlich schöner sein sollte!
Und so sollte es dann auch sein, denn uns erwartete strahlender Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen, bei denen wir endlich unsere Winterjacken im Auto lassen konnten.
Der Rundweg startete hier am Bahnhof von Mayschoß.

Zunächst ging es entlang von Weinreben hinauf in Richtung Saffenburg (links oben im Bild).

Bei der Burg gab es auch eine kleine bewirtschaftete Hütte.
Als Tour hatten wir uns die knapp dreistündige und 8,5 Kilometer lange Rundwanderung hier auf Outdooractive herausgesucht.
Diese versprach mit geringen Höhenunterschieden recht einfach zu gehend zu sein und sollte uns vom Ort Mayschoß aus über Rech über den Rotweinwanderweg wieder zurück bis zum Startpunkt führen. 
Dabei würde die Tour uns viele schöne Ausblicke auf die Weinberge, das sich in unzähligen Kurven entlang windende Ahrtal und auch immer wieder auf die Ruine der Saffenburg bieten, die quasi der Drehpunkt der Rundwanderung war.
Der Weg startete direkt am schön restaurierten kleinen Bahnhof von Mayschoß, der auch ausreichend Parkplätze bot, die in unserem Fall sogar dank kaputtem Parkautomaten kostenlos waren.
Auf die Ruine der Burg kann und sollte man direkt nach dem ersten Anstieg durch die Weinberge auch gleich einen kurzen Abstecher machen, denn von dort oben bietet sich ein toller Rundblick nach Rech im Südosten, die Ahr und die Weinberge sowie Mayschoß.
Dort oben befand sich auch eine kleine bewirtschaftete Hütte, die heute leider jedoch geschlossen hatte.
Blick auf das Ahrtal und auf das Dorf Rech im Hintergrund.

Von der Saffenburg war leider nicht mehr besonders viel erhalten.

Blick auf die Weinberge und Mayschoß. Ganz hinten rechts im Tal der Michaelishof.

In Rech boten sich zahlreiche Gelegenheiten zum Einkehren.

Die Nepomuk-Brücke aus dem 18. Jahrhundert ist ein Kulturdenkmal und überspannt bei Rech die Ahr.

Sinnbild für die gesamte Ahr-Region.
Wer keinen Proviant dabei hat, kann aber quasi in jedem Dorf oder teils mitten in den Weinbergen, bspw. im Michaelishof einkehren und natürlich auch den lokalen Rebensaft genießen.
Obwohl wir bereits auf einer der zahlreichen Bänke am Wegesrand Vesper mit unserem Mitgebrachtem gemacht hatten, war die von der warmen Nachmittagssonne angestrahlte Terrasse des Michaelishofes einfach zu verlockend, um daran vorbei zu marschieren. Also beschlossen wir, dort auf eine Weinschorle Rast zu machen, wozu ich dann natürlich auch noch ein Stück des sehr guten selbst gemachten Apfelkuchens probieren musste! ;-)
Kurz vor Ende der Wanderung schauten wir noch in der Winzergesellschaft von Mayschoß rein, deren Verkaufsregale mit den verschiedensten Rot-, Weiß- und Likörweinen gefüllt waren. Nach einer kostenlosen kleinen Weinprobe entschieden wir uns für einen halbtrockenen Rosé als Souvenir. 
Interessantes Mauerwerk der Terrassen am Rotweinwanderweg.

Hier ging es verdammt steil bergab. Die Arbeit hier war sicherlich kein Zuckerschlecken!

Auf dem Rotweinwanderweg zurück in Richtung Mayschoß. Links im Bild die Saffenburg.

Wir nahmen uns vor, im Sommer noch einmal wiederzukommen. Dann würde man hier wahrscheinlich regelrecht durch einen grünen Tunnel aus Weinreben laufen!

Blick auf die Saffenburg, um deren Felsen sich die Ahr und die Straße wanden. Nur die Bahn durfte den Tunnel nehmen.

Interessante Felsformation unterhalb der Michaelskapelle bei Mayschoß.

Der inmitten der Weinfelder gelegene Michaelishof lud zu einer Rast auf der Sonnenterrasse ein.

Blick auf die fast an Neuseeland erinnernde hügelige Landschaft bei Mayschoß. 

Die Treppen hinauf zu den Weinterrassen sollte man - wenn überhaupt - lieber nur nüchtern erklimmen!
Wieder im Auto fuhren wir knappe fünf Minuten bis nach Altenahr und stellten unser Auto auf dem dortigen großen Parkplatz ab. Wie bereits in Mayschoß war auch hier der Ticketautomat defekt und so kamen wir erneut um die Parkgebühr herum. Wäre ich ein Schwabe, hätte ich mir diesen Tag rot im Kalender markiert! :-)
Neben dem pittoresken Dorfkern interessierte und vor allem die Ruine der Burg Are, die hoch über der Ortschaft thronte.
Leider war jedoch der Hauptweg gesperrt, was dazu führte, dass wir einen ordentlichen Umweg durch fast das ganze Dorf machen mussten und dann erst am Aufgang des Rotweinweges gegenüber Getränke Zimmermann hinauf zur Burg kamen. Auf dem selben Weg ging es nachher auch wieder zurück.
Dies führte dazu, dass statt dem knappen einen Kilometer des eigentlichen Hin- und Rückwegs unser Weg fast die vierfache Länge in Anspruch nahm. Dennoch lohnten die alten Burgruinen samt den Resten einer kleiner romanischen Kapelle und vor allem die tolle Aussicht von dem Bergfried aus definitiv die Mühen!
Die Ruine der Burg Are (links oben im Bild) thronte über dem hübschen Dorf Altenahr.

Glockenspiel am Weingasthaus "Zum Schäferkarren"

Falschparker :-)

Der Weg vom Altenahrer Eck zur Ruine der Burg Are

Die Ruinen der Burg verdeutlichten, dass es sich einst um ein imposantes und wehrhaftes Bauwerk gehandelt haben musste.

Der geringe Platz sorgte dafür, dass sich Fluss, Straße und Schienen in engen Schleifen durch das Ahrtal wanden.

Die Reste der romanischen Burgkapelle aus dem 12. Jahrhundert.
Gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Heimweg und fühlten uns aufgrund der vielen neuen Eindrücke des heutigen Tages so entspannt wie nach einem Kurzurlaub!
Christian

Sonntag, 18. März 2018

Ligurien und Toskana Tag 4: Cinque Terre Bootstour und La Spezia

Da wir die letzten beiden Tagen Cinque Terre primär auf Schusters Rappen erkundet hatten, freuten wir uns - und auch unsere Füße - auf den für heute geplanten Bootstrip von La Spezia aus.
Die Boote fuhren quasi wie ein Linienbus den ganzen Tag über die einzelnen Dörfer an und waren neben der Bahn, das bequemste Transportmittel. 
Von La Spezia aus angefangen ging es zunächst einmal nach Porto Venere, bevor die eigentlichen Cinque Terre Dörfer in dieser Reihenfolge angefahren wurden:
Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und schließlich Monterosso al Mare.
Natürlich konnte man auch beliebig von einem Ort zum anderen oder auch in die entgegengesetzte Richtung reisen.
Starker Andrang am Pier  - jeder wollte auf die ersten Boote.

Der Hafen von La Spezia

In dem weitläufigen Hafengebiet lagen neben unzähligen Privatjachten auch Fischerboote vor Anker.

Der Containerterminal von La Spezia.

Davon dass La Spezia auch ein wichtiger Marinestützpunkt war, zeugten unter anderem diverse Fregatten und Zerstörer.

Die Ruine des Torre Scola aus dem 16ten Jahrhundert.
Am Hafen von La Spezia erstanden wir ein Tagesticket für 35 Euro pro Person. 
Eigentlich wollten wir gleich das erste Boot um 09:15 Uhr nehmen, aber der Andrang am Pier war bereits so groß, dass wir erst auf dem Boot um 10 Uhr mitfahren konnten.
Daher mein Tipp an euch: Auch wenn ihr im Urlaub seid, stellt den Wecker mal lieber auf eine frühe Stunde und findet euch am am Besten mindestens 30 bis 45 Minuten vor der Abfahrt am Hafen von La Spezia ein, wenn ihr das erste Boot nehmen möchtet! 
Wir hatten zwar nun erst das spätere Boot erwischt, dafür konnten wir uns jedoch einen Platz auf dem Sonnendeck ergattern und das Wetter war auch traumhaft. Somit war unser anfänglicher Unmut schnell vergessen und wir freuten uns auf den Ausflug. 
Die erste Etappe führte uns durch den Golf von La Spezia mit Blick auf zahlreiche Sportboote und auch größere Schiffe, sowie diverse Fregatten des Militärs, denn La Spezia war auch ein wichtiger Marinestützpunkt Italiens.
Porto Venere

Aufgrund des begrenzten Platzes wurden die Häuser anstatt in die Breite in die Höhe gebaut.

Frischeren Fisch als diesen hier am Hafen gibt es definitiv nicht!

Die katholische Kirche Chiesa di San Pietro - hier fand lustigerweise auch gerade die Hochzeit eines deutschen Paares statt.

Die wehrhaften Mauern des Kastell Doria, von wo aus früher die Einfahrt in den Golf von La Spezia bewacht wurde.
Nach einer guten halben Stunde machten wir am Hafen von Porto Venere fest. 
Es handelte sich dabei zwar um keines der fünf Dörfer von Cinque Terre, aber stand diesen in Schönheit in nichts nach!
Das kleine Dorf wartete mit einer schönen Promenade auf und vom ehemaligen Kastell das die Meerenge zum Golf von La Spezia bewachte hatte man einen fantastischen Blick auf den Golf von La Spezia. Entsprechend schien der Ort auch bei Heiratenden populär zu sein und so kamen wir in den Genuss einer Zeremonie eines deutschen Paares samt Entourage beizuwohnen. 
Nachdem wir den Ort ausgiebig erkundet und dabei auch zahlreiche Treppen erklommen hatten, stärkten wir uns am Mittag mit leckeren Snacks in kleinem Imbiss Anciua der Via Giovanni Capellini. Danach liefen wir zurück zum Hafen und bestiegen eines der nächsten Boote in Richtung Riomaggiore. 
Riomaggiore

Manarola

Corniglia

Vernazza

Monterosso al Mare

Gott sei Dank stiegen wir hier aus und nicht ein! :-)
Die nächsten circa zwei Stunden verbrachten wir nun ausschließlich an Bord und fuhren dabei zunächst Riomaggiore an bevor es weiter nach Manarola, Corniglia, Vernazza und schließlich bis nach Monterosso al Mare ging, wo wir auch ausstiegen.
Anders als zu Fuß an Land boten sich uns vom Boot aus noch einmal ganz neue Perspektiven auf die Dörfer und wir waren froh, das Geld in die Tickets investiert zu haben. 
Leider waren wir nicht die Einzigen mit dieser Idee und so waren die Boote teils schon sehr voll, insbesondere nachmittags auf der Rückfahrt von Monterosso. Hier blieb uns nur noch ein Stehplatz auf dem Unterdeck. 
Auf der Hinfahrt am frühen Mittag ab Porto Venere war es im Vergleich noch deutlich entspannter gewesen samt Sitzplatz auf dem Sonnendeck. 
Am Nachmittag stiegen wir Riomaggiore aus und besichtigten das kleine pittoreske Dorf, bevor wir mit dem letztem Boot nach La Spezia zurückfuhren und uns ein Vikingen Bier aus Germany a.k.a. Oettinger zu Gemüte führten, während uns die sanften Wellen müde schaukelten. 
Am winzigen  Hafen von Riomaggiore

Auch hier mussten die Boote an Land gezogen werden, da im Hafenbecken kein Platz war.

Auf der Piazza Vignaioli mit Blick in Richtung Hafen

Die hübsche zentrale Fußgängerzone des Ortes

Hier konnte man es durchaus aushalten! :-)

Blick auf Riomaggiore vom Kastell aus

Ganz Wagemutige nutzten die steilen Felsen des Hafens als Sprungbrett.

Lecker deutsches Bierchen auf dem Heimweg.

Im Zentrum von La Spezia

Die Altstadt samt Fußgängerzone war geprägt von zahlreichen gut restaurierten herrschaftlichen Wohnhäusern und unzähligen Geschäften, Cafés und Restaurants.
Den Rückweg vom Hafen nutzten wir am frühen Abend für eine Besichtigung der schönen Altstadt von La Spezia und tauchten dabei gleich auch in das deutlich weniger touristische Alltagsleben dieser italienischen Großstadt ein.
Christian