Freitag, 12. Oktober 2018

Inselhüpfen auf den Azoren

Wie kann ich euch die Azoren am besten beschreiben? Ich glaube, wenn ich die unterschiedlichen Inseln mitten im Atlantik als "Hawaii und Neuseeland Europas" bezeichnen würden, trifft es das eigentlich schon ganz gut. 
Und das Beste daran ist, dass ihr in gerade einmal vier Stunden Flugzeit von Frankfurt aus per Direktflug mit der Azorenairline SATA dort seid! 
Traumhaft schöne Landschaften, viele Blumen und noch mehr Kühe - das sind die Azoren! :-)
Die Schönheit der facettenreichen Natur und die Abgeschiedenheit, vor allem auf den kleineren Azoreninseln, sind einfach perfekt geeignet, um dem Alltagsstress zu entfliehen.
So sind die Inseln Flores und Sao Jorge deutlich natürlicher und wilder als etwa Faial - mit Ausnahme des imposanten vulkanischen Nordenwestens. 
Die Hauptinsel Sao Miguel ist ein guter Mix aus schöner Landschaft und Zivilisation und bietet die beste Infrastruktur von allen Inseln. 
Für Faial reichen daher meiner Meinung nach zwei bis drei Tage für Wandern, Sightseeing und dem obligatorischen Besuch der Peter Bar Sport in Horta, sowie gegebenenfalls noch für eine Walbeobachtung per Boot vom dortigen Hafen aus.
Die beeindruckende Vulkanlandschaft im Nordwesten Faials entstand erst in den 1950er Jahren.

Wanderung auf der Insel Flores. Im Hintergrund die kleine Vulkaninsel Corvo.
Die begehbare Caldera auf Corvo wird sogar landwirtschaftlich genutzt, denn Platz ist auf der Mini-Insel ziemlich knapp! 
Für Flores solltet ihr am besten eine Woche einplanen, wenn ihr viel wandern und auch einen Tagesausflug zum kleinen Eiland Corvo unternehmen wollt. Denn der Ausflug dorthin per Boot ist absolut lohnenswert, da die Insel quasi ein einziger erloschener Vulkan ist, in dessen inzwischen grünen Krater man hinab wandern kann. Wenn ihr ein wenig Glück habt, könnt ihr auf der circa einstündigen Überfahrt darüber hinaus Delfinen oder sogar Walen begegnen. 
Auf Sao Jorge solltet ihr mindestens vier Tage bleiben, da man die schönsten Wanderungen nur bei trockenem Wetter machen kann und dies dort aufgrund des hohen zentralen Bergkamms, der für die Wolken des Atlantiks wie ein Magnet wirkt, recht wechselhaft sein kann. 
Sao Miguel eignet sich sehr gut für das Ende der Reise, da sich hier der internationale Flughafen für den Rückflug nach Deutschland befindet. Wählt ihr dagegen eine der anderen Inseln, kann es durchaus sein, wenn es am Abreisetag wettertechnisch ganz schlecht läuft, dass euer Flug nach Sao Miguel annuliert wird und ihr dann den Flieger nach Hause verpasst! 
Aber nicht nur deswegen lohnt sich Sao Miguel, denn man kann dort auch sehr viel Verschiedenes unternehmen wie etwa Wandern, Sightseeing oder auch ein entspannten Badeurlaub. 
Nicht wenige Touristen bleiben daher sogar während ihres gesamten Azorenaufenthalts einzig auf Sao Miguel. Dies würde ich euch aber nicht empfehlen, denn dann verpasst ihr aufgrund der Diversität der anderen Inseln viel zu viel!
Die insbesondere für die Insel Sao Jorge typischen Fajas: Kleine und meist besiedelte Landzungen entlang der Steilküsten.

Die spektakuläre Vulkanlandschaft der Cete Citades auf der Insel Sao Miguel.
Das Essen und die Getränke sind auf den Azoren übrigens deutlich günstiger als in Deutschland. Beispielsweise zahlten wir 2017 für einen Espresso 70 Cent, für eine Cola einen Euro, oder für ein Frühstück für zwei mit drei Sandwiches, beziehungsweise Toasts und zwei Cappuccino gerade einmal knappe zehn Euro. Kein Hauptgericht, egal ob Fisch oder Fleisch samt Beilagen wird euch mehr als 13-16 Euro kosten, auch nicht in gehobeneren Restaurants.
Kulinarisch hervorzuheben ist ansonsten auch noch das portugiesische Bier namens Super Bock, das sehr süffig ist und mir persönlich auch besser als Sagres schmeckt. Auch an ausreichend Möglichkeiten für eine Brotzeitpause mangelt es nicht, denn gefühlt kommt auf einen Einwohner je ein Picknickplatz, vor allem auf Sao Miguel! :-)
Alle Menschen die wir kennenlernen durften waren immer sehr nett und hilfsbereit. Auf Flores hatten uns sogar die Nachbarn unserer Unterkunft, ohne uns zu kennen, einfach mal so ein Bündel Bananen geschenkt! 
Ein Mietwagen ist auf jeder Insel aufgrund der recht schlechten Infrastruktur öffentlicher Verkehrsmittel ratsam. Denn wenn ihr rein auf Taxis angewiesen seid, können eure Gesamtkosten im Vergleich unter Umständen deutlich teurer sein, auch dann wenn ihr den Mietwagen mal einen Tag nicht benutzt. Unseren Autovermieter Ilha Verde, der auch der größte der Azoren ist, fanden wir grundsätzlich okay, trotz der manchmal kleine Macken wie fehlendem Wischwasser oder einem nicht funktionierendem Radio. Dafür punktete er mit einer überwiegend schnellen Abwicklung. Nicht jedoch leider am Ende des Urlaubs auf Sao Miguel bei Rückgabe des Autos zu den Stoßzeiten am frühen Sonntagmorgen, wodurch wir fast unseren Flieger verpasst hätten! Daher kommt am besten mehr als überpünktlich und eher 20-30 Minuten vor der offiziellen Öffnungszeit der Mietwagenstation an den  Flughafen...vermutlich werdet ihr dann dennoch nicht die Ersten sein! ;-)
Auf Google Maps findet ihr übrigens alle Stationen unseres Inselhüpfens über die fünf der neun größeren Azoreninseln.
Die diversen Stationen unserer Rundreise findet ihr auf Google Maps.
Was mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird ist der Duft der Inseln. So roch es überall auf Flores nach Blumen und insbesondere der wilde Ingwer verströmte ein unvergleichlich starkes Aroma. Auf Sao Jorge dagegen sorgte an fast jeder Ecke die wilde Minze dafür, dass man sich fühlte, als hätte man sich einen Beutel Pfefferminztee um die Nase gebunden! :-)
Rückblickend glaube ich auch, dass ich noch nie so viele Fotos von Kühen, wie in diesem Urlaub gemacht habe, denn man findet sie gefühlt fast überall! Meist stehen sie auf urigen Weiden, die mit niedrigen Natursteinmauern umfasst sind und teils direkt aus dem Auenland importiert sein könnten.
Was mich positiv überraschte war, dass obwohl man sich auf kleinen Inseln mitten im Atlantik befand, das Handynetz meist überraschend gut und schnell ist und dank EU-Datenroaming kann man auch immer mit seinen Lieben daheim in Verbindung bleiben und ihnen ein paar Fotos schicken. 
Die für die Azoren typische Hortensie blühte an nahezu jeder Ecke und wurde oft auch als Windschutz für Straßen genutzt.
In Bezug auf das Wetter trifft es wohl der Ausspruch "Nichts ist so stetig wie die Veränderung" ganz gut. So kann es morgens noch regnen, während ihr keine Stunde später bereits unter strahlend blauem Himmel wandert. Nehmt also am besten immer einen Regenschirm oder eine Regenjacke mit wenn ihr längere Strecken Wandern geht. Ich persönlich finde einen Poncho am besten, da ihr damit nicht nur euch, sondern auch euren Rucksack und dazu auch noch die Kameratasche vor Nässe schützt. Bei kräftigem Wind, der auch gern mal über die Inseln zieht, wird es jedoch etwas schwierig damit, da ihr dann unter Umständen ausseht wie Marylin Monroe über dem Luftschacht! ;-)
Je nach Anspruch der Wanderungen, oder auch wie trittsicher ihr seid, empfiehlt es sich, auch Wanderstöcke mitzunehmen, da sie euch gerade bei steilen Abstiegen oder wenn der Untergrund etwas rutschig ist gute Dienste erweisen können. Am besten holt ihr euch Teleskopwanderstöcke, denn diese passen bei An- und Abreise gut in den Koffer oder ins Handgepäck. Darüber hinaus könnt ihr sie ganz einfach an fast jedem Wanderrucksack befestigen und habt sie somit immer dabei.
An dieser Stelle muss ich übrigens einmal mit dem weit verbreitetem Gerücht des so genannten Azoren-Hochs aufräumen. Denn es entsteht gar nicht direkt auf den Azoren und sorgt nicht etwa auf den Azoren für gutes Wetter, sondern eher bei uns in Europa.
In den Bergen und bei bewölktem Wetter kann es übrigens auch im Sommer recht kühl werden, daher empfehle ich euch je nach Wanderung eine leichte Jacke oder halt gleich eine Regenjacke mitnehmen.
Grundsätzlich aber war Petrus uns überwiegend wohlgesonnen. Auf Flores etwa schien die ersten vier Tage durchgängig die Sonne und auch an bewölkten Tagen bieten einem die Inseln so viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen, dass ihr nie zu Hause in der Unterkunft versauern müsst. Selbst wenn es wie gesagt morgens regnet, könnt ihr davon ausgehen, dass es teils schon nach kurzer Zeit wieder aufklart.
Nun aber wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen der folgenden Posts und wenn ihr Fragen zu bestimmten Orten oder der Reiseplanung habt, hinterlasst mir gern einen Kommentar.
Christian

Montag, 3. September 2018

Ligurien und Toskana Tag 18: Pisa

Wie könnte unser Tag in Pisa besser starten, als mit einem Frühstück auf der eigenen Terrasse! 
Kurze Zeit später machten wir uns auf die Socken und spazierten los in Richtung der nur 800 Meter entfernten Altstadt von Pisa. 
Das weltberühmte Wahrzeichen Pisas - der Schiefe Turm.

Der Campo dei Miracoli auf dem sich neben dem schiefen Turm auch die Kathedrale und das Baptisterium befanden.
Am Campo dei Miracoli angekommen, auf dem sich neben dem berühmten schiefen Turm von Pisa auch das Baptisterium und die Kathedrale befand, besorgten wir uns zunächst für letztere ein kostenloses Ticket in der Touristeninformation. Denn wie auch in Florenz, bekam man auch hier eine konkrete Besuchszeit zugewiesen und je früher man dort war, desto mehr Slots waren entsprechend noch frei. 
Die restlichen Gebäude des Campo dei Miracoli kosten leider alle Eintritt und am teuersten war natürlich der schiefe Turm mit meiner Meinung nach etwas unverschämten 18 Euro pro Person. Wir entschieden uns nach etwas Überlegung schließlich dagegen, ihn zu besteigen, denn unserer Meinung nach war die Außenansicht deutlich spektakulärer und der Turm nicht hoch genug für ein schönes Panorama auf die Stadt. Solltet ihr dies aber gemacht haben und seid anderer Meinung, meldet euch gern, denn es würde mich durchaus interessieren!
Bis auf den Turm konnte man übrigens alle anderen Sehenswürdigkeiten auch beliebig kombinieren: So betrug der Eintritt für eine 5 Euro, für zwei 7 Euro und für drei 9 Euro. 
Das Baptisterium

Der Bereich rund um den Turm war natürlich das Hauptziel aller Touristen und Tagesausflügler.

Der Foto-Pose, den Turm quasi mit der Hand zu stützen, konnte sich so gut wie kein Tourist entziehen! :-)
Der schiefe Turm von Pisa von der östlichen Seite des Campo dei Miracoli.
Nachdem wir den Campo Miracoli ausgiebig besichtigt hatten, spazierten wir zunächst einmal durch die schöne Innenstadt und hielten uns dabei an eine der ausgewiesenen Touren in der Stadtkarte, die man kostenlos in der Touristeninformation erhielt.
Etwas später in der Fußgängerzone staunten wir nicht schlecht, als plötzlich imperiale Sturmtruppen vor uns standen! Ein paar Meter weiter klärte sich das Ganze dann auf, denn es fand gerade eine kleine Star Wars Ausstellung in Pisa statt. 
Bei den interessanten Strichzeichnungen von Keith Haring machten wir schließlich kehrt und passierten auf dem Rückweg in Richtung Campo Miracoli die hübsche kleine Kirche Santa Maria della Spina am Flussufer des Arno. 
Auf dem Piazza Garibaldi in der Innenstadt

Sogar das Imperium hatte hier eine Dependance! :-)

In der Fußgängerzone von Pisa waren überwiegend Einheimische unterwegs.

Auch abseits des schiefen Turms fand sich interessante Architektur.

Souvenirmarkt auf dem Piazza Vittorio Emanuele II. Im Hintergrund das recht mondäne Postamt.

Eine Hauswand mit den berühmten Strichzeichnungen von Keith Haring in der Nähe des Hauptbahnhofes.

Die hübsche kleine Kirche Santa Maria della Spina am Ufer des Arno.

Der Arno durchzog neben Florenz auch Pisa.
Um 12:45 Uhr besichtigten wir schließlich die Kathedrale und Dank unserer Reservierung ganz ohne vorher warten zu müssen.
Soviel Sightseeing machte natürlich auch hungrig und wir kehrten in der nur wenige Meter vom Campo dei Miracoli entfernten kleinen Pizzeria Quarto D'ora Italiano ein und aßen...natürlich eine Pizza, die lecker und auch von ordentlicher Größe war.
Danach schlenderten wir noch etwas durch die Gassen der Altstadt abseits des Campo Miracoli, in denen sich nur sehr wenige der Touristen verirrten. Der Massentourismus in Pisa war generell überwiegend nur rund um den Turm anzutreffen und abseits davon konnte man in die Atmosphäre einer typisch italienischen Stadt eintauchen, in denen die Einwohner ihren Geschäften nachgingen.
Unsere Stadtbesichtigung beendeten wir schließlich mit einem Eis im De'Coltelli am Flussufer, das mit interessanten Sorten wie Walnuss mit kandiertem Ingwer oder Ziegenmilcheis mit Amarenakirschen aufwartete.
Die mit Säulen reich verzierte Fassade der Kathedrale.

Im Kirchenschiff

Die Überreste der Therme von Nero

Der Innenhof des Palazzo dell Arcivescovado

Von der Via Cardinale Pietro Maffi aus wurde die Neigung des Turms besonders deutlich.
Am nächsten Tag fand mit Pisa als letzter Station dann leider auch unsere wunderbare Reise durch Ligurien und die Toskana ihr Ende. Nach dem Frühstück packten wir gemütlich unsere Sachen zusammen, checkten aus und gaben unser Auto am nur wenige Fahrminuten entfernten Flughafen von Pisa wieder ab, an dem auch unsere Reise ihren Anfang genommen hatte.
Arrivederci bella Italia!
Am Nachmittag und pünktlich um 14:25 Uhr hoben wir schließlich mit Eurowings von italienischem Boden ab und brachen auf zurück nach Deutschland.
"Arrivederci Bella Italia und Grazie Mille für die ganzen fantastischen Impressionen und Erlebnisse der letzten 18 Tage...und hoffentlich bis bald mal wieder!" :-)
Christian

Mittwoch, 29. August 2018

Ligurien und Toskana Tag 16+17: Florenz

Für die nächsten beiden Tage blieb das Auto ausnahmsweise mal stehen und wir machten uns ausschließlich auf Schusters Rappen auf den Weg. Denn es galt das wunderschöne und dank unzähliger Touristen auch sehr quirlige Florenz und insbesondere dessen Altstadt mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. 
Für mich war es zudem eine Art Deja Vu, denn ich hatte die Stadt bereits vor nun fast 20 Jahren anno 1999 während meiner Abifahrt bereist und wollte nun meine damaligen Eindrücke noch einmal aufleben lassen.
Zunächst führte uns der Weg vom Hotel an der Promenade am Flussufer des Arno flussab und schnurstracks in Richtung der Ponte Vecchio und zu den Uffizien.
Die berühmte Ponte Vecchio

Nur in der Mitte der Brücke gaben drei Arkadenbögen den Blick auf den Fluss frei.

Der größte Teil der Brücke war mit kleinen und meist teuren Schmuckläden bebaut.

Alleine war man auf der Brücke wahrscheinlich zu keiner Uhrzeit! :-)

Die beeindruckenden Säulengänge der Uffizien
Bereits aus der Ferne, sowie von der Ponte Alle Grazie konnte man die markante mit kleinen Häusern bebaute Brücke gut sehen, die beste Perspektive hatte man jedoch in unmittelbarer Nähe von den Uffizien aus. Selbige waren natürlich nicht minder sehenswert, denn hier atmete man quasi Geschichte, wenn man zwischen den im 16. Jahrhundert erbauten Säulengängen der Verwaltungsgebäude entlang wandelte. 
Als nächstes Highlight hatten wir eigentlich eine Besichtigung der Kathedrale Santa Maria del Fiore, beziehungsweise vor allem der Aufstieg auf die Kuppel von Brunelleschi eingeplant, aber leider waren schon alle Tickets für den Tag ausverkauft. 
Gut, dass wir auch morgen noch fast den ganzen Tag für Florenz reserviert hatten und so kaufte wir uns Tickets für den Folgetag.
An dieser Stelle ein kleiner Tipp: Man kann man wohl auch online reservieren, was ich euch im Nachhinein definitiv empfehlen würde, da ihr dann auch nicht im Verkaufsbüro lange anstehen müsst.
Das Baptisterium (links) und die Kathedrale Santa Maria del Fiore mit ihrem freistehenden Glockenturm
Beim Betrachten der vergoldeten Kuppel im Inneren des Baptisteriums stand einem zwangsläufig der Mund offen!
Die Ticketpreise lagen 2017 bei 15 Euro pro Person, für geführte Touren müsst ihr allerdings deutlich tiefer in die Tasche greifen. Mit dem Ticket reservierten wir an einem Automaten schließlich noch den genauen Tag und die Uhrzeit für den Aufstieg auf die Kuppel. Dies alles war nötig, da wie wir noch feststellen würden, der Platz in den schmalen Gängen sowie auch oben auf der Aussichtsplattform der Kuppel ziemlich knapp bemessen war.
Das Hauptschiff der Kathedrale konnte man übrigens kostenlos besuchen. 
Mit unseren Kombitickets konnten wir aber bereits auch heute schon das Baptisterium mit seiner wunderschönen golden verzierten Kuppel besichtigen, bevor wir den Aufstieg auf den 85 Meter hohen Campanile de Giotto in Angriff nahmen. Auch hier verschafften uns unsere Tickets wieder Eintritt.
Unser Atem glich einer Lokomotive, als wir nach unzähligen Treppenstufen endlich ganz oben angekommen waren. Der schöne Blick über den Dom und die Stadt entschädigten jedoch für die Mühen! 
Der Blick hinaus auf dem Weg nach oben im Campanile verdeutlichte bereits ganz gut die Höhe und die Größe der Kathedrale.

Endlich oben angekommen! Für die Mühen des Aufstiegs entlohnte jedoch dieses traumhafte Panorama über Florenz.

Morgen würden wir auch noch die sogar noch höhere Kuppel des Doms besteigen.

"Straßenschluchten"

Blick hinab auf das Baptisterium


Eine der diversen "Touristentrauben" vor dem Baptisterium 
Riesiges künstliches Skelett auf der Festung Forte die Belvedere im Rahmen der Ausstellung "Ytalia - Energy, Thoughts, Beauty"
Zurück am Boden und ziemlich durstig von der Kraxelei kam uns die historische Drogheria Pegna sehr zu Pass, da wir dort im Vergleich zu den Souvenirshops oder Restaurants kühle Getränke zu Supermarktpreisen erstehen konnten.
Nachdem nun der Durst gestillt war, meldete sich - wie sollte es auch anders sein - ein kleines Hüngerchen bei mir! :-)
Nach etwas Suchen ließen wir uns schließlich in  der kleinen Bar Cucciolo nieder, die sich in der Via del Corso in der Nähe des Doms und neben dem Haus und Museum von Dante Alighieri befand. 
Das Essen war eher einfach aber dafür auch günstig, der Cappuccino jedoch typisch italienisch gut kostete auch lediglich 1,50 Euro. 
Nun glücklich, da satt - auf mich trifft übrigens ganz gut die Snickers-Werbung mit der hungrigen Diva, dies aber nur am Rande - konnten wir die Besichtigung des Dommuseums angehen. 
Danach ging es schließlich recht zügig hinein in die Kathedrale, denn die Schlange an wartenden Menschen war glücklicherweise deutlich kleiner als noch heute Vormittag.
Wir drehten unsere Runden weiter durch die pittoresken Gassen der Altstadt und landeten schließlich auf der Piazza della Signoria sowie linkerhand der Loggia dei Lanzi mit ihren tollen Statuen, unter anderem von Perseus und Herkules. Vom Palazzio Vecchio konnten wir leider nur noch den Innenhof besichtigten, da die Innenräume bereits geschlossen waren.
Die Basilica di Santa Novella Maria

Der Palazzo Vecchio

Tolle Skulpturen in der Loggia dei Lanzi
Blick auf die Ponte Vecchio vom Restaurant Il Ristoro 48R
Nachdem wir die Ponte Vecchio ausgiebig besichtigt und überquert hatten, gönnten wir uns einen Kaffee und etwas später dann auch gleich das Abendessen im kleinen Restaurant Il Ristoro 48R mit Blick auf die von der späten Nachmittagssonne angestrahlte Brücke. 
Am Abend und zurück auf der rechten Seite des Arno ließen wir uns noch etwas durch die schön illuminierte Altstadt treiben, bevor wir auf dem Piazza de San Firenze im Il Toscanaccio bei Weißwein und Caffè Shakerato den Abend ausklingen lassen wollten. Auf dem Rückweg "verhinderten" dies jedoch die Florentinischen Philharmoniker mit einem kostenlosen Freiluftkonzert vor dem Dom!
Darüber hinaus war nun quasi in jeder Ecke der Altstadt etwas los: Während vor der Loggia dei Lanzi ein Clown seinen Schabernack trieb, spielte ein einsamer Saxophonist im Hall der Uffizien seine leicht melancholischen Lieder.
Unglaublich, was uns an einem einzigen Tag in Florenz an unterschiedlichen Eindrücken und Erlebnissen widerfahren war! Das machte definitiv Lust auf ein morgiges Sequel! :-)
Dom und Campanile bei Nacht

Illuminiert wirkten die Formen der Kathedrale noch plastischer!

Kostenloses Freiluftkonzert vor der Kathedrale

Der Palazzio Vecchio bei Nacht

Die Skulpturen in der Loggia dei Lanzi schienen aufgrund des Schattenspiels regelrecht zum Leben zu erwachen!

Ich kann jedem nur empfehlen, Florenz auch bei Nacht zu besuchen, denn dann zeigen sich die Sehenswürdigkeiten, wie hier die Uffizien noch einmal von einer ganz anderen Seite.

Die Ponte Vecchio spiegelte sich wunderschön im schwarzen Wasser des Arno.
Nach dem Frühstück nahmen wir zunächst den gleichen Weg wie gestern vom Hotel in Richtung Altstadt, bogen aber noch vor den Uffizien rechter Hand ab und statteten der Franziskanerkirche Santa Croce einen kurzen Besuch ab. 
Unser eigentliches Ziel war jedoch das Auditorium Santo Stefano Al Ponte in der Nähe der Ponte Vecchio und der Besuch der Ausstellung Da Vinci Experience
In den Nebenräumen waren hier diverse Modellen seiner Maschinen ausgestellt und man konnte mittels VR Brillen quasi selbst in einem Boot, einem Hubschrauber und sogar einem Panzer Platz nehmen und die Kanonen abfeuern. 
Unglaublich was sich das Genie bereits im Mittelalter alles erdacht hatte! 
Danach betraten wir das eigentliche Auditorium in dem eine 45 minütige Multimediashow in Schleife lief, die einem auf unterhaltsame Art seine Gemälde, Studien und Maschinen näherbrachte. Der Eintritt für die Ausstellung betrug übrigens 13 Euro pro Person und für drei Euro mehr konnte man auch noch eine separate 3D-Kinovorstellung besuchen. Rückblickend fand ich den Preis für das Gebotene jedoch etwas teuer und 8-10 Euro hätten es auch getan. 
Aber egal, interessant und kurzweilig war es auf jeden Fall! 
Die Franziskanerkriche Santa Croce

Leonardo Da Vinci entwickelte auch tödliche Waffen wie diese Kanone.

Die 45 minütige selbstablaufende Show des Da Vinci Experience war recht unterhaltsam
Um 13:30 Uhr kam dann endlich unsere Stunde: Der bereits gestern reservierte Aufstieg auf die Kuppel der Kathedrale
Und ich sage euch, das Warten hatte sich gelohnt! 
Nach dem ersten Aufstieg befand man sich ganz oben noch im Inneren der Kuppel und direkt unterhalb der riesigen Deckenfresken, die einem regelrecht die Münder offen stehen ließen. Dann führte der Weg in deutlicher Krümmung direkt entlang der Oberseite der Kuppel bis man schließlich die Aussichtsterrasse erreichte. Der Ausblick von dort oben war noch besser als gestern vom Campanile de Giotto, denn es eröffnete sich einem ein komplettes Rundum-Panorama über Florenz! 
Der Rückweg führte dann erneut an einem anderen Abschnitt unterhalb der Deckenfresken entlang und auch ein Blick tief nach unten in das Kirchenschiff lohnte sich.
Nach dem Mittagessen besuchten wir kurz die Traditionsparfümerie Spezierie Palazzio Vecchio in der Via Vacchereccia in der Nähe der Piazza della Signiora. Wir schafften es am Ende der Versuchung eines der kleinen Flacons mitzunehmen, zu widerstehen, da die Düfte zwar interessant zu erschnuppern waren, aber dann doch nicht ganz unseren Geschmack für ein Parfum trafenProbiert es aber am besten selbst aus, denn Geschmäcker sind ja bekanntlich verschiedenen und die Atmosphäre des kleinen Ladens ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
Blick tief hinab von der Kuppel in das Kirchenschiff der Kathedrale Santa Maria del Fiore

Blick hinauf auf das fantastische riesige Fresko von Giorgio Vasari und Federico Zucchari aus dem 16. Jahrhundert.

Ausblick von der Kuppel der Kathedrale. Dagegen wirkte sogar der Glockenturm, auf dem wir gestern waren, recht klein.

Hier wollte man definitiv nicht runterrutschen! :-)

Ich kann jedem nur empfehlen, das Geld für den Eintritt zu investieren und in den Genuss dieses Panoramas zu kommen!

Der Weg hinab führe erneut an dem Fresko in der Kuppel von Brunelleschi entlang - diesmal an ziemlich "höllischen" Szenen.
Am Nachmittag sagten wir schließlich Florenz etwas traurig Lebewohl und brachen auf in Richtung Pisa
Im florentinischen Stadtverkehr mit seinen Kamikaze-Vespafahrern, die ohne Rücksicht auf andere gern mal einfach vor einem abbogen oder unvermittelt die Spur wechselten, bekam ich während der ersten 20 Fahrminuten direkt noch ein paar graue Haare mehr! Außerhalb der Stadt verlief die restliche Fahrt überwiegend auf der Autobahn dankenswerterweise für meine Nerven jedoch ziemlich entspannt und nach einer knappen Stunde checkten wir auf dem Campingplatz Torre Pendente in Pisa ein. 
Wir bezogen unser so genanntes Superior-Zimmer, bei dem es sich um ein kleines Mobilheim samt Terrasse, eigenem Bad, winziger Küche und Klimaanlage handelte, um die ich bei den circa 30 Grad Außentemperatur besonders froh war. 
Da lass ich mich auch gern als Pseudocamper betiteln! :-)  
Unser "Superior Zimmer" samt eigener Terrasse und Stellplatz für unser Auto - natürlich ein Fiat! :-)

Die Unterkunft war klein aber fein, samt eigener Küche und Bad.
Das beste an dem Campingplatz war jedoch, neben den im Vergleich zu einem Hotel recht günstigen Preise, dass er gerade einmal 800 Meter vom berühmten schiefen Turm entfernt lag und wir diesen morgen zu Fuß erreichen konnten.
Christian