Freitag, 6. Dezember 2019

Bretagne Tag 13: Die Menhire von Carnac und die Altstadt von Auray

Heute wollten wir sozusagen auf den Spuren von Obelix wandern, denn unser erstes Ziel waren die Hinkelsteine, äh Menhire von Carnac und Kermario.
Die mehr als 3.000 Steine waren auf hunderten von Metern in Reihen angeordnet und als wäre das nicht schon mystisch genug, regten ihre oft seltsamen Formen die Phantasie noch weiter an!
Eine Szene wie aus einer anderen Zeit! :-)

Hunderte Menhire waren in Carnac in langen Reihen angeordnet.

Bei einigen der Steine brauchte es nicht viel, um die Phantasie anzuregen!

Obelix hätte seine Freude an den Steinreihen gehabt! :-)
Was wir etwas schade fanden war, dass man leider nur mittels einer Führung nahe an die Steine herankam und ansonsten diese von einem Zaun getrennt nur aus der Distanz betrachten konnte. Zudem führte einen der Weg teils auch direkt an der Straße entlang. Hier hätte man unserer Meinung nach etwas mehr daraus machen können.
Beeindruckend und sehenswert war der Ort dennoch und sollte meiner Ansicht nach in keiner Bretagne-Tour fehlen.
Gegen Mittag brachen wir wieder auf und machten Picknick am Aussichtspunkt des Pointe de Kerpenhir.
Dieser markierte die schmalste Stelle und die Mündung des Golf von Morbihan hinaus in den Atlantik beziehungsweise die Bucht von Quiberon.
Durch die Gezeiten entstehen an dieser nur wenige hundert Meter breiten Engstelle entsprechend heftige Strömungen von bis zu neun Knoten!
Diesen Effekt konnten wir auch tatsächlich sehr gut mit bloßem Auge an dem aufgewühlten Wasser beobachten.
Der Pointe de Kerpenhir am Golf von Morbihan

Das aufgewühlte Wasser zeugte von der extrem starken und bis zu 17 Stundenkilometer schnellen Strömung.
Da das Wetter es heute nicht besonders gut mit uns meinte, blieben wir nicht allzu lange und entschieden uns für eine Stadtbesichtigung der Altstadt von Auray.
Dort gönnten wir uns zunächst einen Kaffee im L'Epicerie auf dem hübschen kleinen Platz Place Aux Roues.
Danach spazierten wir gemütlich hinab zu dem besonders sehenswerten Teil der Altstadt auf der anderen Flussseite des Auray rund um den alten Hafen Port Saint-Goustan.
Tolles Graffiti in der Altstadt von Auray

Der Place Aux Roues

Die Kirche Paroisse Saint-Gildas

Interessante Dächer und Giebel

Hier war ein Haus windschiefer als das andere! :-)
Dort solltet ihr auf jeden Fall einmal durch die Gasse Rue du Petit Port mit ihren hutzeligen Häusern schlendern, denn hier fühlte man sich wie in einen Asterix Comic hineinversetzt!
Sehenswert ist auch die Rue Saint-René mit einer wunderschönen alten Holzfigur des heiligen Goustan, einem ehemaligen Piraten.
Die zahlreichen Restaurants rund um den Hafen bieten sich übrigens auch für ein Mittagessen oder einen weiteren Kaffee an.
Der pittoreske alte Hafen Port Saint-Goustan

Häuser wie aus einem Asterix-Comic in der Rue du Petit Port

Jedes Haus hatte hier seinen ganz eigenen Charakter!

Schöne Holzfigur des heiligen Goustan in der Rue Saint-René

Unsere Unterkunft in Saint-Armel, das hübsche Landhotel Le Chevallier Gambette
Am späten Nachmittag brachen wir auf und fuhren an der Stadt Vannes vorbei, der wir morgen auch einen Besuch abstatten wollten, bis wir zum kleinen Ort Saint-Armel gelangten.
Dieses urige Fleckchen an der Ostküste des Golf von Morbihan bestand gerade einmal aus ein paar Dutzend Häusern, einer Bäckerei und einem Restaurant.
Entsprechend ruhig war es auch in unserer schönen Unterkunft dem Hotel Le Chevallier Gambette, das am südlichen Rand des Dorfes lag.
Christian

Sonntag, 1. Dezember 2019

Bretagne Tag 12: Belle-Ile-en-Mer

Da wir uns gestern bereits Tickets gekauft hatten, brachen wir heute früh ganz entspannt auf zum Fährterminal im Hafen von Quiberon, um für einen Tagesausflug auf die Insel Belle-Ile-en-Mer überzusetzen.
Diese war entsprechend ihres Namens bekannt für ihre Schönheit, Diversität der Natur und auch Ruhe abseits des Massentourismus.
Nach ein paar Minuten startete auch bereits das Boarding und da heute ein besonders schöner Tag war, hatten auch zahlreiche andere Urlauber das gleiche Ziel. Wir schafften es aber dennoch, einen Sitzplatz auf dem Oberdeck in der noch recht frischen Morgenluft zu ergattern.
Pünktlich um 09:30 Uhr legte unsere Fähre, die Bangor, ab und eine knappe Stunde später erreichten wir den rund 15 Kilometer entfernten kleinen Hafen von Le Palais auf Belle-Ile-en-Mer.
Die Fähre nach Belle-Ile-en-Mer im Hafen von Quiberon

Die mächtige Zitadelle von Le Palais war schon von weitem sichtbar.
Direkt am Hafen boten zahlreiche Fahrradverleiher und auch Autovermietungen ihre Angebote feil. 
Für die recht kleine Insel fanden wir ein Auto übertrieben, für Fahrräder gab es zu viel bergauf und bergab und leider waren alle E-Bikes zu klein für mich mit meinen zwei Metern. 
Daher entscheiden wir uns, eine Vespa für 43 Euro pro Tag bei A loca Scoot zu mieten. Dies war rückblickend auch eine gute Entscheidung, denn wir erreichten damit bequem alle Sehenswürdigkeiten und konnten uns dabei auch den Fahrtwind um die Nase ziehen lassen.
Unser erstes Ziel war das schöne Hafendorf Sauzon, das wir nach 20 Minuten erreichten. Hier stellten wir unsere Vespa erst einmal ab und schlenderten an der hübschen Promenade entlang. Wie in nahezu jeder Hafenstadt der Bretagne dümpelten auch hier unzählige Privatboote im Hafenbecken - aber wer konnte es einem auch verdenken, bei solch einem Wassersport-Paradies!
Die Bucht von Sauzon

Unzählige Privatboote lagen hier vor Anker.

Pittoreske Häuser an der Uferpromenade
Von Sauzon aus ging es weiter mit einem kurzem Stopp am Pointe Cardinale bis zum Leuchtturm Pointe des Poulains. Dieser war interessanterweise nur bei Ebbe trockenen Fußes zu erreichen, denn bei Flut wurde der kleine Sandstrand beziehungsweise die Furt komplett überspült. Von den Aussichtspunkten westlich des kleinen Forts Sarah-Bernharth hatte man übrigens ein beeindruckendes Panorama auf die raue Steilküste, gegen die beständig die starke Brandung des Atlantiks anrollte.
In der Nähe des Pointe Cardinale

Diese Furt verband nur bei Ebbe den Leuchtturm auf Pointe des Poulains mit der restlichen Insel.

Raue See an der Westküste der Insel, die entsprechend auch Cote Sauvage (Wilde Küste) genannt wurde.

Eine der zahlreichen Seemöwen

Blick von der Westküste aus auf den Leuchtturm von Pointe Poulains

Die schöne Bucht von Ster-Vras
Von hier aus führte auch ein Wanderweg bis hin zur sogenannten Apothekergrotte, wir entschieden uns jedoch für die Anfahrt mit unserer Vespa.
Vom Parkplatz aus erreichte man nach wenigen Gehminuten die steil abfallenden Klippen. Das Innere der Grotte war inzwischen jedoch nur noch per Boot zu erreichen. Zwar gab es auch einen kleinen Pfad hinab, dieser war jedoch inzwischen gesperrt. Denn er führte zu einer abenteuerlichen und gefährlich steilen Steintreppe, die traurigerweise schon so manchem unvorsichtigen Touristen zum Verhängnis geworden war. 
An den steilen Klippen sollte man vorsichtig sein, denn es gab keine Zäune oder andere Sicherungen.

Die Apothekergrotte - in der Bildmitte ist noch die steile Steintreppe zu erkennen.
Wir fuhren weiter in Richtung Süden und trainierten unseren Wadenmuskeln beim Erklimmen der über 200 Stufen des Leuchtturms Phare du Goulphar, der bereits 1836 erbaut wurde. Die Aussicht war schön, aber bei weitem nicht so beeindruckend wie vorgestern vom noch höheren Phare du Eckmühl. 
Die für den Westen der Insel typische raue, aber schöne Landschaft begleitete uns auch wenige hundert Meter weiter bei Port Goulphar und Port-Coton. Einige der aus dem Wasser fast schon wie Finger herausragenden Felsen hätten auch direkt aus dem finsteren Mordor in Herr der Ringe stammen können!
Der Leuchtturm Phare du Goulphar

Keine U-Bahn, sondern der Schacht des Turms.

Ausblick vom Leuchturm über die Westküste von Belle-Ile-en-Mer

Nicht zu unrecht wurde die Küste hier als "Cote Sauvage" bezeichnet.

Diese Felsformationen bei Port-Coton hätten auch aus einer anderen Welt stammen können!
So viel Herumfahren machte natürlich auch hungrig. Also versorgten wir uns am frühen Nachmittag im Casino Supermarkt von Le Palais mit Proviant und veranstalteten ein entspanntes Picknick am kleinen Naturstrand Port Guen, etwas südöstlich von Le Palais. 
Gegen halb sechs Uhr mussten wir uns leider von unserer treuen Vespa wieder trennen und gaben sie beim Verleih am Hafen zurück. Das beste war, dass wir so wenig Sprit verbraucht hatten, dass wir den Tank gar nicht auffüllen mussten!
Die letzte halbe Stunde vor dem Boarding um 18:00 Uhr nutzten wir, um noch die hübschen Gassen von Le Palais rund um den Hafen und das Rathaus zu erkunden.
Am Strand von Port Guen

Der Innenhafen von Le Palais

Die Geschäfte wirkten wie von Zwergen erbaut! :-)

Nicht die Baker-Street, sondern die schöne Rue Joseph le Brix.

Eine Fassade wie aus einer Filmkulisse!

Blick auf die wehrhaften Mauern der Zitadelle von Vauban

Beachbar Le Fisher in Quiberon

Perfekter Ausklang eines schönen Tages mit Cidre und leckerem Finger-Food.
Zurück in Quiberon beschlossen wir, mit den letzten Sonnenstrahlen den an Eindrücken so reichen Tag am Strand ausklingen zu lassen. Hierfür war die Beachbar Le Fisher geradezu prädestiniert und so schlürften wir schließlich auf einer gemütlichen Couch im Sonnenuntergang unseren Cidre und ließen uns dazu leckere Trüffelpommes mit Parmesan und Mini-Frühlingsrollen schmecken.
Christian
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