Sonntag, 1. Dezember 2019

Bretagne Tag 12: Belle-Ile-en-Mer

Da wir uns gestern bereits Tickets gekauft hatten, brachen wir heute früh ganz entspannt auf zum Fährterminal im Hafen von Quiberon, um für einen Tagesausflug auf die Insel Belle-Ile-en-Mer überzusetzen.
Diese war entsprechend ihres Namens bekannt für ihre Schönheit, Diversität der Natur und auch Ruhe abseits des Massentourismus.
Nach ein paar Minuten startete auch bereits das Boarding und da heute ein besonders schöner Tag war, hatten auch zahlreiche andere Urlauber das gleiche Ziel. Wir schafften es aber dennoch, einen Sitzplatz auf dem Oberdeck in der noch recht frischen Morgenluft zu ergattern.
Pünktlich um 09:30 Uhr legte unsere Fähre, die Bangor, ab und eine knappe Stunde später erreichten wir den rund 15 Kilometer entfernten kleinen Hafen von Le Palais auf Belle-Ile-en-Mer.
Die Fähre nach Belle-Ile-en-Mer im Hafen von Quiberon

Die mächtige Zitadelle von Le Palais war schon von weitem sichtbar.
Direkt am Hafen boten zahlreiche Fahrradverleiher und auch Autovermietungen ihre Angebote feil. 
Für die recht kleine Insel fanden wir ein Auto übertrieben, für Fahrräder gab es zu viel bergauf und bergab und leider waren alle E-Bikes zu klein für mich mit meinen zwei Metern. 
Daher entscheiden wir uns, eine Vespa für 43 Euro pro Tag bei A loca Scoot zu mieten. Dies war rückblickend auch eine gute Entscheidung, denn wir erreichten damit bequem alle Sehenswürdigkeiten und konnten uns dabei auch den Fahrtwind um die Nase ziehen lassen.
Unser erstes Ziel war das schöne Hafendorf Sauzon, das wir nach 20 Minuten erreichten. Hier stellten wir unsere Vespa erst einmal ab und schlenderten an der hübschen Promenade entlang. Wie in nahezu jeder Hafenstadt der Bretagne dümpelten auch hier unzählige Privatboote im Hafenbecken - aber wer konnte es einem auch verdenken, bei solch einem Wassersport-Paradies!
Die Bucht von Sauzon

Unzählige Privatboote lagen hier vor Anker.

Pittoreske Häuser an der Uferpromenade
Von Sauzon aus ging es weiter mit einem kurzem Stopp am Pointe Cardinale bis zum Leuchtturm Pointe des Poulains. Dieser war interessanterweise nur bei Ebbe trockenen Fußes zu erreichen, denn bei Flut wurde der kleine Sandstrand beziehungsweise die Furt komplett überspült. Von den Aussichtspunkten westlich des kleinen Forts Sarah-Bernharth hatte man übrigens ein beeindruckendes Panorama auf die raue Steilküste, gegen die beständig die starke Brandung des Atlantiks anrollte.
In der Nähe des Pointe Cardinale

Diese Furt verband nur bei Ebbe den Leuchtturm auf Pointe des Poulains mit der restlichen Insel.

Raue See an der Westküste der Insel, die entsprechend auch Cote Sauvage (Wilde Küste) genannt wurde.

Eine der zahlreichen Seemöwen

Blick von der Westküste aus auf den Leuchtturm von Pointe Poulains

Die schöne Bucht von Ster-Vras
Von hier aus führte auch ein Wanderweg bis hin zur sogenannten Apothekergrotte, wir entschieden uns jedoch für die Anfahrt mit unserer Vespa.
Vom Parkplatz aus erreichte man nach wenigen Gehminuten die steil abfallenden Klippen. Das Innere der Grotte war inzwischen jedoch nur noch per Boot zu erreichen. Zwar gab es auch einen kleinen Pfad hinab, dieser war jedoch inzwischen gesperrt. Denn er führte zu einer abenteuerlichen und gefährlich steilen Steintreppe, die traurigerweise schon so manchem unvorsichtigen Touristen zum Verhängnis geworden war. 
An den steilen Klippen sollte man vorsichtig sein, denn es gab keine Zäune oder andere Sicherungen.

Die Apothekergrotte - in der Bildmitte ist noch die steile Steintreppe zu erkennen.
Wir fuhren weiter in Richtung Süden und trainierten unseren Wadenmuskeln beim Erklimmen der über 200 Stufen des Leuchtturms Phare du Goulphar, der bereits 1836 erbaut wurde. Die Aussicht war schön, aber bei weitem nicht so beeindruckend wie vorgestern vom noch höheren Phare du Eckmühl. 
Die für den Westen der Insel typische raue, aber schöne Landschaft begleitete uns auch wenige hundert Meter weiter bei Port Goulphar und Port-Coton. Einige der aus dem Wasser fast schon wie Finger herausragenden Felsen hätten auch direkt aus dem finsteren Mordor in Herr der Ringe stammen können!
Der Leuchtturm Phare du Goulphar

Keine U-Bahn, sondern der Schacht des Turms.

Ausblick vom Leuchturm über die Westküste von Belle-Ile-en-Mer

Nicht zu unrecht wurde die Küste hier als "Cote Sauvage" bezeichnet.

Diese Felsformationen bei Port-Coton hätten auch aus einer anderen Welt stammen können!
So viel Herumfahren machte natürlich auch hungrig. Also versorgten wir uns am frühen Nachmittag im Casino Supermarkt von Le Palais mit Proviant und veranstalteten ein entspanntes Picknick am kleinen Naturstrand Port Guen, etwas südöstlich von Le Palais. 
Gegen halb sechs Uhr mussten wir uns leider von unserer treuen Vespa wieder trennen und gaben sie beim Verleih am Hafen zurück. Das beste war, dass wir so wenig Sprit verbraucht hatten, dass wir den Tank gar nicht auffüllen mussten!
Die letzte halbe Stunde vor dem Boarding um 18:00 Uhr nutzten wir, um noch die hübschen Gassen von Le Palais rund um den Hafen und das Rathaus zu erkunden.
Am Strand von Port Guen

Der Innenhafen von Le Palais

Die Geschäfte wirkten wie von Zwergen erbaut! :-)

Nicht die Baker-Street, sondern die schöne Rue Joseph le Brix.

Eine Fassade wie aus einer Filmkulisse!

Blick auf die wehrhaften Mauern der Zitadelle von Vauban

Beachbar Le Fisher in Quiberon

Perfekter Ausklang eines schönen Tages mit Cidre und leckerem Finger-Food.
Zurück in Quiberon beschlossen wir, mit den letzten Sonnenstrahlen den an Eindrücken so reichen Tag am Strand ausklingen zu lassen. Hierfür war die Beachbar Le Fisher geradezu prädestiniert und so schlürften wir schließlich auf einer gemütlichen Couch im Sonnenuntergang unseren Cidre und ließen uns dazu leckere Trüffelpommes mit Parmesan und Mini-Frühlingsrollen schmecken.
Christian

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