Samstag, 1. August 2020

Réunion und Mauritius Tag 5: Wanderung nach La Chapelle

Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet im Hotel brachen wir morgens um halb neun auf zur Streckenwanderung zur Felsformation La Chapelle von Cilaos aus.
Auf dem Weg durch den Ort passierten wir einige schöne alte kreolische Gebäude und entdeckten wie auch bereits in Saint Leu diverse tolle Graffiti.
Typisch kreolisches Haus in Cilaos

Hier hätten wir noch Stunden stehen und in die Augen schauen können!

Blick auf die hübsche Kirche Notre Dames des Neiges

Einige aber leider nicht alle alten Gebäude waren sehr schön restauriert worden.
Der Weg führte zunächst noch durch kleinere Straßen hinab und schließlich an Feldern vorbei auf denen gerade die für Cilaos typischen Linsen geerntet wurden. 
Hinter einer Kurve befand sich der Einstieg der eigentlichen Wanderung, dieser war dank eines Hinweisschildes auch gut zu finden. Es zeigte uns an, dass wir bis nach La Chapelle knappe zwei Stunden benötigen würden. Dabei würden wir circa 340 Höhenmeter überwinden.
Zunächst aber ging es überwiegend bergab, teils jedoch recht steil und auf losen kleinen Steinen. Hier leisteten uns unsere Teleskopwanderstöcke wie so oft gute Dienste. 
Die Häuser im Hintergrund direkt unterhalb des massiven Kraterrands wirkten im Vergleich winzig.

Der Einstieg des Wanderwegs nach La Chapelle

Während der Wanderung boten sich zahlreiche Ausblicke auf die imposante Berglandschaft.

Der erste Teil des Weges führte auch durch solch lauschige Bachtäler. 

Der erste strammere Aufstieg hinauf zu einem Hügelkamm.

Bei solch beeindruckenden Ausmaßen der Natur fühlte man sich selbst ganz klein.
Der Weg war insgesamt sehr abwechslungsreich mit Passagen durch lauschige Bachtäler, über Bergkämme mit tollen Ausblicken hinweg und schließlich durch ein großes überwiegend trockenes Flussbett.
Allerdings meanderte hier immer noch der auch durch die Schlucht von La Chapelle fließende Bach entlang. Dies führte dazu, dass man mehrmals durch das teils knietiefe Wasser waten musste.
Daher nehmt am besten zusätzlich noch ein paar Wasserschuhe mit - optimalerweise mit Wandersohle, denn damit kommt ihr am besten auf der letzten Passage unmittelbar vor La Chapelle voran.
Denn wer bis in die Schlucht hinein will, darf sich auch nicht vor ein paar kleineren Klettereinlagen scheuen!
Diese sind aber grundsätzlich für jeden halbwegs fitten Menschen zu schaffen. Der richtige Pfad ist leider ohne Hilfe jedoch recht schwer zu entdecken: Haltet euch grundsätzlich immer am linken Ufer, nachdem ihr den kleinen Gumpen mit dem großen weißen Findling vom rechten Ufer ans linke durchwatet habt.
Will man schließlich noch weiter in die Schlucht vorstoßen, steht einem das Wasser bald bis zur Hüfte und später hilft dann nur noch schwimmen.
Dies machten auch tatsächlich einige, denn das Wasser war gar nicht so kalt wie für einen Bergfluss zu erwarten. 
Blick hinab zur Felsspalte von La Chapelle, dem Ziel und Wendepunkt der Wanderung.

Völlig unterschiedliche Vegetation im Vergleich zur ersten Hälfte der Wanderung.

Man musste auch einige Mal das kühle Nass überwinden.

Riesige Findlinge vor der Schlucht von La Chapelle luden zum Picknick ein.

Ab hier ging es im teils hüfthohen Wasser weiter. Später half sogar nur noch schwimmen.

Blick zurück aus der Schlucht von La Chapelle heraus.
Auf dem Rückweg legten wir nach der letzten Flussüberquerung eine Pause samt Brotzeit ein, um dann trockenen Fusses mit den normalen Wanderschuhen den Rückweg von knapp zwei Stunden anzutreten.
Zurück in Cilaos holten wir uns in der Boulangerie du Cirque für die morgige Wanderung als Proviant vier Brötchen und ich konnte einem Eclaire Noisette nicht widerstehen.
Ich kann euch sagen, es war einfach nur göttlich! Vor allem mit dem Bewusstsein, die insgesamt doch etwas anstrengende Wanderung bereits beendet zu haben und nur noch ein paar Hundert Meter bis ins Hotel laufen zu müssen! :-)
Dort entspannten wir vor dem Abendessen unsere müden Glieder erst einmal im beheizten Pool. 
Das leckere Bier hatten wir uns nach der langen Wanderung definitiv verdient! :-)
Das war somit auch der perfekte Ausklang für die an Eindrücken reiche Wanderung heute, die übrigens Tour 36 im Rother Wanderführer ist.
Christian

Freitag, 24. Juli 2020

Réunion und Mauritius Tag 4: Saint Leu, Le Souffleur und Fahrt nach Cilaos

Heute mussten wir leider schon wieder Adieu zu unserem liebgewonnenen Strandort L'Ermitage les Bains sagen.
Nach dem Frühstück beschlossen wir daher spontan an unserem Traumstrand noch einmal Schnorcheln zu gehen, denn das sonnige klare Wetter war einfach optimal dafür! 
Vormittags am tollen Strand von L'Ermitage les Bains
Diesmal hatte ich auch meine Gopro dabei und wir konnten tolle Aufnahmen der unzähligen Fische, die sich im aktuell bei Ebbe teils nur knietiefen Wasser tummelten. Nach dem Auschecken um elf Uhr kehrten wir erneut an den Strand zum Mittagessen zurück und um noch ein paar Aufnahmen mit der Drohne zu machen.
Aus der Vogelperspektive wirkten die Korallenbänke noch einmal ganz anders und deren Ausmaß war beeindruckend.
Schließlich brachen wir mit unserem Mietwagen auf gen Süden in Richtung unseres nächsten Übernachtungsortes Cilaos.
Zunächst führte uns der Weg entlang der Küsten und einen ersten Stopp legten wir im Dorf Saint Leu ein. Im Zentrum am Hafen boten die vielen authentischen alten Gebäuden einen interesanten Kontrast zu den interessanten modernen Graffiti, die an nahezu jeder zweiten Hauswand prangten und teils richtige Kunstwerke waren. 
Der Hafen von Saint Leu

Die schöne Kirche Notre Dame de la Salette

Bunte Ladenfront an der Hauptstraße

Saint Leu war wie ein Freiluftmuseum für Graffiti

Manche der Graffiti waren regelrechte Kunstwerke!

Natürlich wurde auch der berühmte Dodo künstlerisch verewigt.

Das war mal ein pittoreskes öffentliches WC! :-)

Das Rathaus von Saint Leu

Manche Graffiti hatten auch ernsthaftere Botschaften. 

Ein für Réunion und Mauritius typisch bunter Eiswagen.

Schöne Street-Art wechselte sich ab...

...mit humorvoller und auch etwas ekliger Kunst! :-)
Von Saint Leu aus fuhren wir weiter bis wir die kleine Saline von le Pointe du Sel. Diese war jedoch eher unspektakulär und wenn ihr weder noch nie eine Saline gesehen habt noch dort Salz kaufen wollt, müsst ihr dort nicht anhalten.
Anders dagegen am nächsten Spot, dem direkt am Meer gelegenen wasserspeienden Loch Le Souffleur. Hier sorgt eine Art vertikaler Kanal in dem porösen Lavagestein der Steilküste dafür, dass sobald eine Welle Wasser hineindrückt, eine teils meterhohe Wasserfontäne entsteht - ähnlich der eines Geysirs. Parken könnt ihr übrigens ganz bequem in einer Parkbucht direkt an der Landstraße und ihr erreicht das "Speiloch" nach wenigen Metern zu Fuß über das Lavagestein.
Die beeindruckende Wasserfontäne von Le Souffleur
Kurze Zeit später ließen wir die Küste hinter uns, denn nun ging es hinauf in die Berge.
Allein die Anfahrt durch die monströs große Schlucht bis hinauf in das Bergdorf Cilaos war schon ein Erlebnis und kleines Abenteuer. Denn dafür sorgten neben der imposanten Landschaft auch die circa 400 Kurven und diversen Engpässe der an für sich aber gut ausgebauten Straße!
Die Szenerie in der Schlucht und später im 1.200 Meter hoch gelegenen Cilaos hätte keinen stärkeren Kontrast zur sonnigen Küste darstellen können: Tief hängende Wolken, leichter Nieselregen und bereits einsetzende Dämmerung.
Am frühen Abend erreichten wir unsere Unterkunft, das mittelgroße und hübsche Hotel des Neiges, das neben einem großen Zimmer mit Terrasse auch ein Restaurant, zwei beheizte Aussenpools, sowie Sauna und Jacuzzi bot.
Beginn der Fahrt durch die tiefe Schlucht von Cilaos hinauf in das Bergdorf.

Immer wieder lohnte es sich für solche Ausblicke wie diesen anzuhalten.

Über 400 Kurven galt es bis zur Ankunft in Cilaos zu durchfahren.

Kurzer Fotostopp in Ilet Fougeres

Blick von unserer Terrasse auf den Innenbereich des Hotel des Neiges

Unser geräumiges und sehr sauberes Zimmer im Erdgeschoss
Das kulinarische Angebot nutzten wir kurze Zeit später auch sogleich und erfreuten uns am sehr leckeren Buffet für 19 Euro pro Person. Unser morgiges Frühstück war übrigens im Übernachtungspreis inkludiert.
Christian

Samstag, 18. Juli 2020

Réunion und Mauritius Tag 3: Le Maido und Piton des Orangers

"Nur der frühe Vogel fängt den Wurm!" 
Dies sollte unser heutige Tagesmotto sein, denn der Wecker klingelte uns heute bereits um sechs Uhr in der Frühe aus den Federn, damit wir rechtzeitig in den Bergen für die Wanderung von Le Maido bis zum Piton des Orangers sein würden. Diese findet ihr im Rother Wanderführer als Tour 10 beschrieben.
Der Aussichtspunkt Le Maido

Imposantes Panorama in den Kessel von Mafate
Den sprichwörtlichen Wurm mussten wir zwar nicht suchen und er würde auch nicht ganz unseren Geschmack treffen, aber zumindest mussten wir noch unser Frühstück und Proviant selbst zubereiten, bevor wir gegen acht Uhr mit gepacktem Wanderrucksack aufbrechen konnten.
Den Aussichtspunkt Le Maido erreichten wir nach einer circa einstündigen Anfahrt von L'Ermitage les Bains während der wir uns am Ende entlang unzähliger Kurven immer höher schraubten, bis wir den Wanderparkplatz erreichten.
Dieser lag etwas unterhalb des direkt am Kraterrand errichteten Aussichtspunktes, den wir nach wenigen Gehminuten erreichten.
Von dort eröffnete sich uns ein Panaroma, das einen regelrecht von den Wandersocken haute!
Denn von dort oben blickte man in den gesamten riesigen Kessel von Mafate!
So konnte man seine Augen ohne Unterbrechung entlang der hohen Berge und dann tief hinein in den Kessel wandern lassen, der von Schluchten und Hochplateaus durchzogen war und auf denen sich zahlreiche kleine Dörfer wie La Nouvelle oder Marla befanden.
Nach Marla würden wir später im Verlauf unseres Aufenthalts im Rahmen einer zweitägigen Tour noch selbst wandern.
Der Blick reichte bis hinab zur Küste und von hier oben startete auch unsere Wanderung.

Ein ganzer Hang voller leuchtend gelbem Ginster!

Blick entlang des westlichen Kraterrandes an dem uns auch der Weg entlang führen sollte.

Kreuz oberhalb eines Pfades der hinab in den Krater führte

Der Weg führte auch durch solche kleinen "Märchenwälder".

Blick zurück in Richtung Le Maido
Nachdem wir uns sattgesehen und auch ich meine Drohne einmal kreisen ließ, brachen wir schließlich auf zu unserer Wanderung.
Diese startet quasi direkt am Aussichtspunkt Le Maido und zunächst entlang eines Hanges und durch wunderschön in der Sonne gelb strahlenden Ginster. Etwas später ging es längere Zeit durch teils dichte verwunschene Wäldern mit von Flechten überwucherten Bäume. Dabei taten sich immer mal wieder kurze Abstecher an den Kraterrand auf, von wo man die unterschiedlichsten Perspektiven auf den Talkessel von Mafate und die Berge genießen konnte. Gegen Ende der Wanderung wechselte die Landschaft erneut und hatte fast den Charakter einer Prärie im mittleren Westen der USA!
Zu der tollen Atmosphäre trug auch das fast permanente Zwitschern unzähliger Singvögel bei, die hier in den Bergwäldern ihr Heim hatten. 
Der Weg, beziehungsweise Pfad war grundsätzlich gut zu gehen, teils jedoch recht steinig und steil. Hier erwiesen uns unsere Wanderstöcke gute Dienste - vor allem beim bergab laufen. 
Aufgrund vieler Fotostopps erreichten wir das Ziel, den Piton des Orangers nach knapp zwei Stunden. Dieser markierte auch den Wendepunkt, denn es ging auf gleichem Wege zurück.
Der Weg war sehr abwechslungsreich, denn immer wieder änderte sich Landschaft und Pflanzenwelt.

Einer der zahlreichen Ausblicke in den riesigen Kessel von Mafate.

Fast wie im Auenland! :-)

Gegen Ende des Hinweges durchquerten wir diese fast schon eine steppen-artige Landschaft.

Das Ziel und der Wendepunkt der Wanderung: Der Piton des Orangers.
Zunächst legten wir dort jedoch eine wohlverdiente Rast und Mittagspause ein und verspeisten unsere mitgebrachten Brötchen während wir unseren Blick hinab in die imposante Caldera schweifen ließen.
Nach einer guten Stunde Aufstieg erreichten wir schließlich wieder den Parkplatz von Le Maido und fuhren zurück bis l'Ermitage les Bains, wo wir am Nachmittag an unserem “Hausstrand“ die vom Wandern etwas müden Knochen wunderbar entspannten.
Diese Kombination aus hochalpinen Wanderungen und Badeurlaub an einem Tag war schon unglaublich und ist ein absolutes Prädikat von La Réunion!
Christian
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