Dienstag, 22. Dezember 2020

Berchtesgadener Land Tag 7: Wanderung im Klausbachtal

Nachdem wir es gestern am Königssee eher gemütlich angegangen hatten, freuten wir uns heute wieder auf eine ausgedehnte Wanderung im Klausbachtal.
Kurz nach Start unserer Wanderung durch das Klausbachtal passierten wir das Informationszentrum des Nationalparks.

Die Wege waren sehr gut ausgebaut und einfach zu gehen.

Die Wanderung findet ihr als Tour Nummer 38 im Rother Wanderführer beschrieben, aber eigentlich benötigt ihr keinen Guide, denn es ist nahezu unmöglich sich zu verlaufen. Dies liegt zum einen daran, dass die Wege sehr gut ausgeschildert sind und zum anderen daran, dass euch der Weg bis zur Grenzstation am Hirschbichl im Grunde immer entlang des engen Tals führt. 
Unser Auto stellten wir auf dem kostenpflichtigen Parkplatz Hirschbichlstraße ab und zahlten hier dank unserer Gästekarte nur 3,50 Euro statt 7 Euro für den ganzen Tag.
Von dort startete direkt die Wanderung und die Wege waren breit, gut ausgebaut und entsprechend sehr einfach zu gehen. Wer hier dennoch schon eine Pause braucht, kann sich auf einer der zahlreichen Sitzbänke am Wegesrand niederlassen. 
Für diejenigen unter euch, die lieber nur bergab laufen, ist es sogar möglich, sich mit dem Bus beispielsweise bis zur Endstation Hirschbichl fahren zu lassen und von dort gemütlich bergab durch das Tal bis zurück zum Wanderparkplatz zu spazieren. Oder aber ihr entscheidet euch den Weg mit dem Fahrrad zurückzulegen, was ebenfalls sehr gut machbar ist dank der ruhigen Straße, die meist etwas entfernt aber oft parallel zum Wanderweg verläuft. Solltet ihr keine elektrische Unterstützung haben, ist es dennoch überwiegend sehr angenehm meist eben oder nur leicht bergauf zu fahren, lediglich die letzte Steigung hinauf zur Grenzstation hat es dafür dann aber richtig in sich.
Nach einer guten halben Stunde per Pedes erreichten wir das erste Highlight der Wanderung, die sogenannten Berchtesgadener Dolomiten, auf die man von der Hängebrücke unterhalb eine perfekte Sicht hatte.
Die Wanderung führte auch über diese Hängebrücke.

Blick auf die Berchtesgadener Dolomiten

Der Weg war sehr abwechslungsreich und überquerte auch zahlreiche kleine Bäche.

Ab hier wurde das Tal immer schmaler und der Weg interessanter und führte etwas später über viele lauschige Bächlein. Allerdings sollte man nicht immer nur nach vorne oder zu Seite schauen, denn das Klausbachtal ist ein bekanntes Adlerrevier und mit etwas Glück lassen sich dort Steinadler entdecken, wenn sie in der Thermik des späten Vormittags ab 11 Uhr hoch oben in den Bergen ihre Kreise ziehen.
Uns war heute leider das Glück jedoch nicht hold.
Allerdings nur was dies anging, denn Petrus hatte für ein absolutes Traumwetter gesorgt und so genossen wir nach gut zwei Stunden bei einer ersten Brotzeit etwas oberhalb der Bindalm das wunderschöne Panorama zurück ins Tal bei strahlend blauem Himmel. 
Blick zurück ins Klausbachtal

Der perfekte Ort für eine kurze Rast!

Die Bindalm

Kurze Zeit später überquerten wir die Grenze nach Österreich an der geschichtsträchtigen Grenzstation Hirschbichl. Denn hier zogen sich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges die Wachtruppen des Obersalzberg vor den anrückenden Amerikanern zurück. Unsere Überquerung an der offenen Grenze verlief dagegen völlig unspektakulär und friedlich und ich war einmal mehr froh, in einem inzwischen so weltoffenen Land zusammen mit unseren europäischen Nachbar leben zu dürfen!
Auch wenn die sonnige Terrasse des dortigen Restaurants sehr einladend war, beschlossen wir noch weiter bis zur Litzlalm zu wandern, die eine knappe Dreiviertelstunde oberhalb in den Bergen lag. 
Der Weg war auch hier breit und dank der moderaten Steigung gut zu meistern.
Kurz bevor wir die Jausenstation der Litzlalm nach einer Gehzeit von insgesamt knapp vier Stunden und 10 Kilometern erreichten, hielten wir noch nach Prominenz am Wegesrand Ausschau, denn wir passierten ein besonders hübsch hergerichtetes Haus, das Drehort der Serie "Der Bergdoktor" war. 
Grenzstation Hirschbichl

Kurz hinter der Grenze passierte man diese kleine hübsche Kapelle.

Weg hinauf zu Litzlalm

Die schöne Alm war Drehort des Bergdoktors

Angekommen an der Jausenstation der Litzlalm

Tolles Panorama von der Terrasse der Alm

Der Zeiger meiner Uhr zeigte viertel nach Zwölf; perfekte Gelegenheit also um auf der schönen Terrasse der Alm Mittagspause zu machen und dabei das tolle Bergpanorama zu genießen. 
Wir bestellten das inzwischen für uns beim Wandern gesetzte alkoholfreie Hefeweizen, dazu gab es leckere Würstl mit Sauerkraut und Brot.
Übrigens war auch die Litzlalm Teil der Zeitgeschichte, denn hier hatte zwischen 1945 und 1947 das Patenkind von Hitler gearbeitet. Ganz anders jedoch als der größenwahnsinnige Patenonkel oder der ebenfalls berüchtigte Vater wurde Martin Bormann Jr. später durch seine Wohltätigkeit als Priester berühmt. Eine große Informationstafel vor der Alm zeugt von seiner Geschichte.
Auf gleichem Wege spazierten wir nach dem Essen wieder zurück bis zum Hirschbichl und ließen uns dort um 14:15 Uhr vom Alm-Erlebnis-Bus für 6 Euro pro Person mitnehmen bis zum Halt an der Ragertalm.
Zurück am Hirschbichl

Wir gönnten uns eine Rückfahrt im Alm-Erlebnis-Bus.

Die Ragertalm

Von der Terrasse hatte man einen schönen Blick ins Tal in Richtung Hintersee.

Die Alm selbst erreichten wir von dort zu Fuß bereits nach einer knappen Viertelstunde. 
Dort ließen wir uns erneut nieder und während wir den schönen Blick in das sich in Richtung Hintersee öffnende Klaustal auf uns wirken ließen, tat auch der bestellte süffige Milchlikör aus der Grassl-Enzianbrennerei seine Wirkung.
Eventuell auch dank diesem legten wir auch kurze Zeit später die letzten Kilometer zurück bis zum Auto leicht beschwingt zurück. :-)
Die Kirche St. Sebastian in Ramsau

Auf der Rückfahrt in unsere Unterkunft legten wir ungeplant noch einen kurzen Fotostopp an der pittoresken Kirche von Ramsau ein, denn sie wurde gerade von der nachmittäglichen Sonne sehr schön in Szene gesetzt.
Christian

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