Sonntag, 6. Januar 2019

Azoren Tag 9: Überfahrt nach Sao Jorge

Mit der Fähre von Atlantico Line setzten wir überpünktlich morgens um sieben Uhr nach Sao Jorge mit kurzen Zwischenstopp auf Pico über.
Der Preis lag bei 15,50 Euro pro Person für die Überfahrt und die Tickets erstanden wir bereits bequem am Vorabend am Fährterminal. 
Sao Jorge wird übrigens auch die Käseinsel genannt, da hier nahezu die gesamte Milch der Weidekühe dazu verarbeitet wird. Der Käse soll dabei dank der hohen Qualität der Milch sogar Weltklasseniveau haben und wird nach Europa sowie in die USA exportiert. Wenn man die Kühe auf ihren idyllischen Weiden auf den Azoreninseln sieht, kann durchaus etwas dran sein, dass glückliche Kühe bessere Milch geben!
6:47 Uhr....Gott sei Dank gab es an Bord Kaffee! :-)

Tolle Stimmung auf dem Meer während die Sonne langsam aufging. Im Hintergrund die Insel Pico.

Blick auf den markanten und heute morgen komplett wolkenfreien Vulkankegel von Pico

Nach kurzem Stopp auf Pico näherten wir uns der langgezogenen Insel Sao Jorge.

Kurz vor Ankunft im Hafen von Velas
Nach der Ankunft um 09:20 Uhr wollten wir eigentlich unseren Mietwagen im Büro von Ilha Verde in Hafennähe abholen. Leider hatte man für uns aber nicht den eigentlich bestellten im Angebot, da eine andere Kundin diesen einfach länger behalten hatte.
What The Fu..! 
Wir konnten den super netten Angestellten Antonio und Jessica allerdings nicht wirklich böse sein und sie waren darüber auch sichtlich erleichtert. 
Daher nahmen wir erstmal einen anderen Wagen entgegen und bekamen gratis dazu von Antonio alle Sehenswürdigkeiten, Wanderwege und Restaurants der Insel empfohlen und auf einer Karte markiert. Um 16 Uhr sollten wir schließlich unseren eigentlichen Wagen bekommen und da die Insel recht klein war, ging es auch in Ordnung dafür nochmal hierher nach Velas zurück zu kommen. 
Wir ließen das Auto zunächst aber erst einmal stehen und gönnten uns ein Frühstück im Restaurant Acor direkt bei der Kirche. 
Gesättigt unternahmen wir eine kurze Stadtbesichtigung, bevor es schließlich mit dem Mietwagen auf Erkundungsstour der Insel ging. 
Am Hafen erwartete uns dieses interessante Denkmal für die ehemaligen Walfänger und Emigranten.

Scrimshaw - Die Kunst der Gravur von Elfenbein aus den Walzähnen und -Knochen

Leckeres Frühstück im Restaurant Acor
Die schöne Fußgängerzone von Velas

Im Park der kleinen Stadt. Wie auch in Horta hatten viele der Häuser ihren ganz eigenen Charme. 

Das interessante, in Form eines Schiffsbugs gestaltete, Veranstaltungszentrum von Velas

Der Arco Natural de Velas
Auf einer sehr holprigen Schotterstraße fuhren wir bis zu dem alten Leuchtturm von Ponta dos Rosais. Unterhalb befand sich ein recht interessanter Fels im Wasser. 
Auch einen alten Walbeobachtunsposten etwas oberhalb davon konnte man erklimmen. Von dort hatte man wohl eigentlich einen guten Blick auf die Inseln Pico und Graciosa, leider war es heute sehr bewölkt und entsprechend diffus war das Licht. 
Wer sich übrigens die circa fünf Kilometer lange Schaukelei im Auto nicht zumuten will oder zutraut, kann den Weg auch entlang wandern, allerdings erschienen uns weder das Ziel noch der Weg spannend genug, dass es sich für uns gelohnt hätte, insgesamt 10 Kilometer deswegen auf dem schnurgeraden Feldweg zu wandern. 
Wer wenig Zeit hat, kann dieses Ziel im Grunde auch komplett auslassen, denn die Insel bietet, gemessen an dem nötigen Aufwand dorthin zu gelangen, erheblich schönere Sehenswürdigkeiten. 
Wie so oft auf den Azoren, beeindruckte auch Sao Jorge mit einer interessanten Küste. Hier kurz hinter Velas.

Das Auenland oder doch die Azoren? :-) Am Horizont zu sehen die Insel Pico.

Die lange und ziemlich holprige Straße zum Leuchtturm von Ponta dos Rosais.

Die Gebäude und der Leuchtturm waren längst verlassen und hatten einen eher "spröden" Charme.

Blick hinab auf die Steilküste in der Nähe des Leuchtturms
Der ehemalige Walbeobachtungsposten

Von dort oben hatten man bei gutem Wetter einen schönen Blick auf die Inseln Pico und Graciosa, sowie über die westliche Landspitze von Sao Jorge - hier im Bild.
Danach fuhren wir zum Aussichtspunkt Ferra Afonso beim Parque Floral des Fontes von dem aus man eine fantastische Sicht auf die zerklüftete nördliche Steilküste hat. 
Es erinnerte uns sogar irgendwie etwas an die Napali Küste auf der hawaiianischen Insel Kauai. Als wir uns satt gesehen und diverse Fotos geknippst hatten, spazierten wir noch etwas durch den nahe gelegenen und schön angelegten Park mit seinen vielen Pflanzen, darunter auch einige Riesenfarne. 
An den zahlreichen Picknickplätzen unter hohen Bäumen ließen es sich auch bestimmt die Einheimischen am Wochenende gutgehen! 
Blick vom Miradouro Ferra Afonso auf die imposante Nordküste von Sao Jorge, die mich stark an die Napaliküste der hawaiianischen Insel Kauai erinnerte.

Der schön angelegte Parque Floral des Fontes 

Dieser Riesenfarn war locker 2,50 Meter hoch!

Der Park war auch bei den Tieren beliebt.
Etwas später ging unsere Fahrt weiter auf der nun gut ausgebauten nördlichen Straße entlang der Küste und durch kleine Dörfchen. Zwischendurch regnete es leider immer mal wieder und kein Zeichen von Sonne drang durch die dichte Wolkendecke. 
Wir machten einen kurzen Abstecher oberhalb der Faja das Almas bei Manadas, bevor wir nach Urzelina an die Küste fuhren, das für seine markanten Lavafelsen bekannt war, von denen viele oft unterspült waren und sich dort entsprechend Höhlen herausgebildet hatten. Auch einige alte und teils restaurierte Windmühlen fanden sich dort. 
Schließlich war es Zeit, nach Velas zurück zu fahren, um den Auto-Tausch zu vollziehen. Diesmal klappte alles reibungslos und kurze Zeit später waren wir auch schon wieder unterwegs in Richtung Süden. 
Kein Wunder, dass der Käse von Sao Jorge so gut schmeckte, wenn die Kühe auf Weiden wie diesen grasen durften!

An der Südküste von Sao Jorge

Blick auf die Faja das Almas

Eine der alten restaurierten Windmühlen von Urzelina

Anhand Urzelinas rauer, felsiger Küste zeigte sich sehr gut der vulkanische Ursprung der Insel.
In Calhetas deckten wir uns im für die Azoreninseln großen Supermarkt Compre Bem mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein und fuhren voll beladen zu unserem Übernachtungsort in der Faja dos Cubres
Uns erwartete ein uriges kleines eigenes Haus geduckt in der Landschaft mit einer handvoll anderer Häuser in einem kleinen Weiler gelegen. Dieser lag direkt unterhalb der Steilküste auf einer kleinen Ebene, der typisch für die Azoreninseln zahlreichen, so genannten Fajas
Unser Gastgeber Bruno war selbst gerade in Urlaubsstimmung, denn er wollte in den nächsten Tagen nach Lissabon reisen. 
Unsere Unterkunft war eines dieser Häuser in der idyllischen Faja dos Cubres an der Nordküste von Sao Jorge.

Unser eigenes kleines Häuschen!
Nach Ankommen und Auspacken kochten wir uns ein leckeres Chilli aus den Zutaten vom Supermarkt und ließen uns dazu das süffige Super Bock Bier schmecken. Danach packten wir eins unserer Kartenspiele aus und zockten ein paar Runden, bevor wir später im Bett beim Einschlafen dem Wind lauschten, der kräftig um das Haus wehte. 
Das hier war definitiv der bislang authentischste und beste Ort zum Runterkommen!
Christian

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