Sonntag, 15. Januar 2017

Teneriffa Tag 3: Barranco del Infierno und Autofahrt durch die Berge im Westen

Während wir am Frühstückstisch saßen, hofften wir, dass die Wanderung in den Barranco del Infierno dank besserem Wetter und Reservierung heute klappen würden, denn noch einmal wollten wir die einstündige Anfahrt nicht umsonst gefahren sein. 
Nachdem wir San Marcos verlassen hatten, versuchten wir zunächst erneut vergeblich, die Auffahrt auf das neue Autobahnteilstück bei Icod de los Vinos zu finden. 
So gurkten wir also wieder über die kurvige TF82 durch die Berge, bevor wir das letzte Stück über die Autobahn bis Adeje entsprechend bedeutend schneller zurücklegten. 
Naja, vielleicht würden wir es ja noch bis Ende des Urlaubs schaffen, einmal direkt die Auffahrt bei Icod zu finden... ;-)
Perfekt ausgerüstet samt "Eierschale" auf dem Kopf :-)

Der Barranco del Infierno

Am Wegesrand blühten zahlreiche Kakteen und Agaven

Teils mannshohe Kakteen klammerten sich in die trockenen Felswände.
Als wir am Kassenhäuschen der Schlucht ankamen, erzählte der Wart bereits einer Gruppe die ähnliche Geschichte wie gestern. Uns lies er nach identischer Einweisung diesmal dank Reservierung und besserem Wetter als gestern passieren. Sein begnadetes "Storytelling" schien wohl zum Standardrepertoire zu gehören, um die Wanderung etwas spannender wirken zu lassen.Bevor es los ging, mussten wir unser Haupt zunächst einmal mit einem obligatorischen Helm schmücken, der meinen Holzkopp zumindest gegen kleine Steine absichern würde. :-)
Der Weg war gut ausgebaut und recht einfach zu laufen.

Blick zurück in Richtung Adeje
Je weiter wir liefen, desto enger wurde die zunächst noch recht breite Schlucht und wir bestaunten die schöne, aus vielen Kakteen und Agaven bestehende Vegetation.
Weiter unten in der Schlucht führte der Pfad am Bachbett entlang und entsprechend feuchter und auch deutlich grüner wurde es dort. 
Die Schlucht wurde zusehends enger und die Vegetation grüner.

Ab hier war absolute Helmpflicht, was aufgrund der engen Schlucht und Steinschlaggefahr auch definitiv Sinn machte.

Traumhaft schöne Passage auf dem letzen Stück des Weges hin zum Wasserfall
Nach den veranschlagten eineinhalb Stunden erreichten wir den Wasserfall, der zugleich auch den Wendepunkt der Tour markierte. Der Wasserfall musste nach einem Regentag sicher beeindruckend sein, heute rannen leider nur ein paar Rinnsale die Felswand herab. Aber gelohnt hatte sich die Wanderung auf jeden Fall, denn heute war dann eher der Weg das Ziel für uns. 
Insgesamt handelte es sich um eine eher leichte Wanderung mit einigen Steigungen, die dank des gut ausgebauten Wegs keine Probleme bereiteten. Für den gleichen Weg zurück benötigten wir lediglich nur noch 45 Minuten.
Daher denke ich, dass trainierte Wanderer, die zudem auf exzessives Fotografieren verzichten, den Hin- und Rückweg wahrscheinlich auch in einer bis eineinhalb Stunden bewältigen können.
Der Bach lies vermuten, dass der Wasserfall nicht mehr weit sein konnte.

Dieser war aufgrund fehlender Wassermassen nicht ganz so spektakulär wie erhofft...

Am zweiten Wasserfall floss glücklicherweise dann doch etwas mehr Wasser.
Im Restaurant Otelo direkt neben dem Eingang zur Schlucht stillten wir unseren Mittagshunger mit einem recht günstigen Hamburger und einem Knoblauchhühnchen, die beide auch geschmacklich in Ordnung waren. 
Mit dem Auto fuhren wir später wieder zurück in den Nordwesten bis Santiago del Teide. Im Ortszentrum bogen wir links ab und kurvten über eine schmale Straße ungefähr fünf Kilometer durch die Berge, bis wir das Dorf Masca mit seiner berühmten gleichnamigen Schlucht erreichten. Die Fahrt glich einem Slalomparcours, da wir immer wieder, bedingt durch die Enge der Straße, diversen anderen Autos, Linien-, sowie Ausflugsbussen ausweichen mussten. Das spektakuläre Panorama entlohnte aber für die Mühen der Anfahrt!
Blick hinab auf Santiago del Teide samt Selbigen im Hintergrund - heute leider etwas wolkenverhangen.

Imposantes Berg- und Schluchtenpanorama im Nordwesten Teneriffas 

Die etwas abenteuerliche, aber gut befahrbare Straße nach Masca
Leider bekamen wir in Masca selbst keinen Parkplatz mehr und mussten gut einen halben Kilometer weiter weg parken und dann entlang der Straße zurück laufen. 
Daher der Tipp, am besten am frühen Vormittag anzureisen, wenn insbesondere die Ausflugsbusse noch die Touristen aus den Hotels einsammeln und nicht die Straße und die Parkplätze verstopfen.
Für die Besichtigung des kleinen Ortes, der übrigens vor allem als Start- bzw. Endpunkt der Wanderung in die Masca-Schlucht bekannt ist, die zu einem der Highlights Teneriffas zählt, benötigten wir nicht mehr als eine halbe Stunde. 
Blick auf Masca im Hintergrund von unserem Parkplatz im nächsten Dorf

Megastau in Masca: Hier gab´s für mehrere Minuten kein vorwärts kommen mehr!

Blick hinab auf das Dorf Masca und den Start- bzw. Endpunkt der populären Wanderung durch die Schlucht.

Das Dorf selbst bestand aus kaum mehr als einer handvoll Häuser, die meisten davon Restaurants oder Souvenirläden.
Unsere weitere Fahrt durch die imposante Berg- und Schluchtenlandschaft führte noch an einigen Aussichtspunkten vorbei, bevor sich die Straße wieder hinab zum Meer und bis nach Buenavista del Norte wand.
Vom Zentrum des Dorfes machten wir einen Abstecher zum Mirador Punta del Freile mit Blick auf die Steilküste und zahlreiche Bananenplantagen, die den Ort umgaben. Der Wind dort oben war heute jedoch extrem und wir entschieden uns aufgrund der Steinschlaggefahr dagegen, noch weiter bis nach Punta de Teno zu fahren.
Blick in Richtung Masca vom nahe gelegenen Aussichtspunkt Mirador de la Cruz de Hilda

Die sich in unzähligen Kurven durch die Berge windende Straße war bereits ein Erlebnis für sich!

Blick vom Mirador Altos de Baracán auf El Palmar

Die Besitzer dieses Hauses mussten ordentlich Gottvertrauen haben, dass nicht auch noch der Rest des Hügels runterkam!
Auf dem Rückweg nach San Marcos über Garachico stoppten wir noch kurz in Los Silos und erkundeten die pittoresken Gassen rund um den Rathausplatz mit seiner schönen historischen Kirche.
Am Mirador Punta del Freile

Blick vom Mirador  in Richtung Süden auf die beeindruckende Steilküste

Der Blick nach Norden über die Bananenplantagen von Buenavista del Norte

Der historische Stadtkern von Los Silos
Wieder in unserem Appartement ließen wir den Tag nach dem Abendessen mit einem leckeren lokalen trockenen Rotwein namens Gran Tehyda aus dem Valle de la Orotava ausklingen.
Christian

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