Sonntag, 4. September 2016

Korsika Tag 4: Col de Bavella, Piscia di Gallo und Zonza

Für heute stand von unserem am Meer gelegenen Übernachtungsort Cala Rossa aus eine Fahrt in die hohen Berge Korsikas an.
Nach wenigen Kilometern umgab uns, für die Vielfältigkeit Korsikas typisch, eine komplett andere Landschaft mit dichten Kieferwäldern und majestätischen Bergen. Auch das Klima hier oben war mit circa 26 Grad und einer frischen Brise sehr angenehm. 
Die Fahrt artete wie bereits am Cap Corse in eine ordentliche Kurverei aus, die gut ausgebaute Straße ließ jedoch das Herz eines jeden Mini-Schumis höher schlagen und ich hatte meinen Spaß! :-)
Entsprechend war die Strecke leider auch auch bei Motorradfahrern und Rennradlern. Letzere zu überholen war aufgrund der engen kurvenreichen Straße leider nicht immer direkt möglich und so zockelte man dann doch eher im Schneckentempo bergan. 
Fahrt hinauf in die Berge von Cala Rossa aus
Das Dörfchen L'Ospedale
Vom oberhalb des Dorfes in einer Kurve gelegenen Aussichtspunkt bot sich ein tolles Panorama auf Landschaft und Küstenlinie.
Einen ersten kurzen Stopp legten wir im Dorf L'Ospedale ein, dessen Einwohner ein fantastisches Panorama auf die tief unter ihnen liegende Küste genießen durften - insbesondere vom etwas oberhalb des Dorfes gelegen Aussichtspunkt. 
Einen eher seltsamen und unwirtlichen Anblick bot dann der nahe gelegene und zu großen Teilen aktuell ausgetrocknete Stausee Barrage de L'Ospedale, denn er war regelrecht übersät mit toten Baumstümpfen. 
Der trockene Teil des Stausees Barrage de L'Ospedale war von toten Baumstümpfen übersät.
In der Nähe der Staumauer war jedoch noch einiges an Wasser vorhanden.
Unser nächstes Ziel war der Wasserfall Piscia di Gallo, den wir nach einer kurzen circa 45 minütigen Wanderung vom bewachten und kostenpflichtigen (3 Euro) Parkplatz aus erreichten. Die Weg dorthin war bereits schön und führte durch verschiedene Landschaftszonen bestehend aus Felsen und Wald bis hin zu einem Hochplateau oberhalb des Wasserfalls mit schönem Panorama. 
Dann folgte ein steiler Abstieg bis zum offiziellen Aussichtspunkt auf den Piscia di Gallo. Wer wie wir halbwegs trittsicher ist, sollte auf jeden Fall noch etwas tiefer klettern. Denn von dort aus hat man eine erheblich bessere Sicht auf den mehr als 60 Meter in die Tiefe stürzenden Wasserfall. 
Startpunkt der Wanderung zum Wasserfall Piscia di Gallo
Der Weg war gut zu gehen und führte zunächst durch einen kleinen Wald.
Später wechselte die Landschaft und es wurde zunehmend felsiger.
Auf dem Felsplateau oberhalb des Wasserfalls
Der Piscia di Gallo
Zurück auf der Straße erreichten wir etwas später das Bergdörfchen Zonza.
Nach einem kurzen Rundgang kauften wir uns beim Bäcker ein paar leckere Teilchen und machten auf einer sonnigen Bank vor der Kirche Mittagspause. Wer genug Zeit im Gepäck hat und Lust auf eine vollwertige Mahlzeit, dem bieten sich zahlreiche nette, an der Hauptstraße gelegenen Lokale an. 
Die Kirche von Zonza
Dorfidylle
An der Hauptstraße und in der Nähe der Kreuzung befanden sich zahlreiche, gut besuchte Restaurants.
Die Straße führte ab Zonza noch tiefer in die Berge.
Das Bergmassiv am Pass Col de Bavella.
Vom Zentrum in Zonza aus ging es an der nicht zu übersehenden Straßengabelung weiter nach rechts und höher in die Berge hinauf bis zum imposanten Pass Col de Bavella
Hier parkten wir unser Auto erneut für eine kleine Gebühr auf dem ziemlich überfüllten Parkplatz und machten uns auf ein knapp zweieinhalbstündige Rundwanderung. Der gut ausgebaute aber dennoch natürliche Wanderweg führte uns dabei durch eine Landschaft, die mich unvermittelt irgendwie an die USA erinnerte sowie durch märchenhafte Farnwälder bis zum Trou de La Bombe, einem riesigen Loch in einer Felswand. 
Das letzte Wegstück bis dort hinauf war dann doch noch etwas Kraxelei, die für jeden normalen Wanderer ab gut zu schaffen ist. Wer allerdings direkt an das Felsloch oder gar hinein möchte, der sollte schon etwas schwindelfrei sein. 
Lustigerweise trafen wir während der Wanderung auf zahlreiche Kühe, die den Wald nach Futter durchstreiften.
Der sehr schöne Rundweg führte durch märchenhafte Farnwälder.
Irgendwie erinnerte mich die Landschaft hier oben auch etwas an die Nationalparks in den USA...
Blick kurz vor unserem Ziel zurück auf das Bergmassiv am Col de Bavella
Das letzte Stück war etwas Kletterei
Aber dafür hatte man dann einen ungehinderten Blick auf das riesige Felsloch, den Trou de la Bombe (Bombenloch).
Auf dem Rückweg zum Parkplatz hatte man noch einmal einen guten Blick auf das "Bombenloch".
Nach der Wanderung genossen wir noch etwas die Aussicht vom Col de Bavella auf die von der Nachmittagssonne angestrahlten Berge, bevor es über Solenzara bis zurück nach Cala Rossa ging. 
Nach der Wanderung besichtigten wir auch noch den eigentlichen Pass.
Wir genossen die Aussicht auf die von der Nachmittagssonne angestrahlten Berge.
In unserem Appartement angekommen, nutzten wir erneut den Vorteil, eine eigene Küche zu haben und somit nicht mehr nochmal auf die Suche nach einem Restaurant gehen zu müssen. Beim Bierchen auf dem Balkon konnte man zudem auch perfekt noch einmal die zahlreichen Eindrücke des abwechslungsreichen Tages Revue passieren lassen.
Christian

Montag, 29. August 2016

Korsika Tag 3: Nonza reloaded, Vescovato und Cala Rossa

Da wir gestern auf unserer Tour über das Cap Corse das sehenswerte Dörfchen Nonza leider erst im Dunkeln erreicht hatten, machten wir heute morgen, bevor wir auf unsere eigentliche Etappe machten, einen erneuten kurzen Abstecher von Saint Florent aus nach Nonza.  
Nonza - Diesmal im Tageslicht! :-)
Die steile Klippe machte das Dorf vom Strand aus so gut wie uneinnehmbar.
Blick auf Nonza vom Wachturm auf der Klippe aus
Alte Ruinen und das Restaurant La Sassa teilten sich die Klippe und den tollen Ausblick.
Nach erneuter Besichtigung des Turmes und des Dorfzentrums machten wir uns auf unsere Fahrt, zunächst wieder über den Pass bis Bastia an der Ostküste und dann weiter nach Süden über Autobahn und Bundesstraße. Wirklich was zu sehen gab es dabei nicht. 
Als wir dann aber unseren ersten Halt im etwas im Hinterland und circa 3 km von Hauptstraße entfernten Dorf Vescovato einlegten, hatten wir ein wahres Kleinod entdeckt! 
So thronte das Dorf auf einem steilen Felsen wie eine Burg und die vielen verwinkelten kleinen Gassen luden zum Entdecken ein. 
Blick von der Straße aus hinauf auf Vescovato.
Das Dorf glich durch seine wehrhaften Gebäude und seine exponierten Lage eher einer Burg.
Die verwinkelten Gassen und kleinen Plätze machten den besonderen Charme des Dorfes aus.
Sogar die Imperiale Gendarmerie hatte hier einen Posten! :-)
Blick vom Zentrum des Dorfes hinauf auf die Kirche
Der schöne und für so ein kleines Dorf recht imposante Marktplatz samt Adler-Statue.
Nach einer guten Pizza in einem der Restaurants auf dem schönen Marktplatz mit imposanter Adler-Statue, fuhren wir weiter bis zu unserem heutigen Übernachtungsziel, der nördlich von Porto Vecchio in Cala Rossa gelegenen Appartementanlage Residence Fiori di Cala Rossa. Die familiäre und beschauliche Anlage war gepflegt, bot einen schönen Garten samt Pool und ein modernes, mit Balkon und Kochnische ausgestattetes Studio. 
Zwischen zwei Badebuchten gelegen, nutzen wir dies auch gleich noch, um am Abend in der nur fünf Autominuten entfernten schönen Bucht von Ciprianu schwimmen zu gehen. Dort wurden auch zahlreiche Wassersportmöglichkeiten angeboten. 
Unser Studio (oben links) in der Appartementanlage Residence Fiori di Cala Rossa
Blick vom Balkon auf den schönen Garten samt Pool
Sumpfgebiet auf der Halbinsel Cala Rossa
Am Strand von Ciprianu ließ es sich am späten Nachmittag noch schön entspannen und schwimmen.
Das Pietra Bier wartete schon im Kühlschrank als "Nachspeise" auf uns! ;-)
Wir kochten uns heute unser Abendessen selbst und ließen den Tag nach dem Essen bei einem leckeren korsischen Pietra Bier auf unserem Balkon ausklingen.
Christian

Samstag, 13. August 2016

Korsika Tag 2: Cap Corse Rundfahrt

Nachdem wir gestern bereits direkt nach der Ankunft auf dem Flughafen von Calvi ein erstes kleines Stück der Insel erkundet hatten und dabei bis nach Saint Florent gekommen waren, hatten wir für die heutige Tagestour von dort aus einen perfekten Startpunkt.
Denn geplant war eine Rundfahrt entlang der Küste des markanten "Zipfels" im Norden Korsikas, das so genannte Cap Corse 
Kurz hinter Saint Florent wand sich die Straße bereits hinauf in die Berge.
Wir folgten dabei der Weinstraße
Blick zurück in Richtung Saint Florent, das sich irgendwo hinter dem Bergmassiv an der Küste befand.
Vom Pass Col de Teghime aus bot sich uns dank des guten Wetters ein tolles Panorama - hier auf die Westküste.
Der Pass
Dort befand sich auch dieses Denkmal für die korsischen Verteidiger im zweiten Weltkrieg.
Blick auf die Ostküste. Von hier ab führte uns die Straße hinunter bis nach Bastia.
Gleich hinter Saint Florent führte uns eine schöne Passstraße hinauf in die Berge. Vom Pass Col de Teghime beziehungsweise auf korsisch Bocca di Teghime aus ging es zunächst auf der östlichen Seite der Insel hinab nach Bastia und von dort entlang der Küste zu unserem ersten Etappenziel, nach Erbalunga. Wer über Korsika fährt wird etwas belustigt feststellen, dass auf so gut wie jedem Schild die Ortsangaben zweisprachig vorhanden sind, meist aber die französische Bezeichnung zum Trotz gegen die oft ungeliebten Festländer durchgestrichen ist. Dies zeugt immer noch von dem Unfrieden und der teils gewaltsamen Vergangenheit der korsischen Widerständler, die ihrem Unmut auch mal mit der Sprengung, Gott sei Dank durch Ankündigung vorher geräumter Gebäude in der Vergangenheit Luft machten.
Die markanteste Sehenswürdigkeit dieses kleinen pittoresken Fischerdorfes war definitiv der alte, auf einer schmalen Landzunge direkt am Meer errichtete runde Wehrturm, den man bereits gut von der Straße aus dem Süden kommend erkennen konnte. Wir parkten unser Auto auf dem großen kostenlosen Parkplatz im Dorfzentrum und erkundeten dann die engen Gässchen und den Turm aus der Nähe. Bevor es weiterging, war noch Zeit für einen Cappuchino und etwas Entspannung mit Blick auf den kleinen Fischerhafen. 
Erbalunga und dessen markanter, an der Landzunge gelegener Genueserturm.
Blick auf die schöne östliche Küstenlinie des Cap Corse von Erbalunga aus.
Die meisten Gassen in Erbalunga waren dank der Größe ausschließlich Fußgängern vorbehalten.
Kleiner Platz mit Blick auf den Hafen von Erbalunga
Blick auf den Genueserturm vom Hafenbecken aus
Hier am kleinen Hafen von Erbalunga ließ sich auch perfekt ein Kaffee trinken! :-)
Auf der weiteren Fahrt die Küste entlang kamen wir an zahlreichen weiteren ehemaligen Genuesertürmen vorbei, die früher ein dichtes Überwachungsnetz über ganz Korsika spannten und vor ankommenden Piraten oder Flotten warnten. 
Den nächsten und eher kurzen Halt legten wir in Macinaggio ein, hauptsächlich um ein paar Postkarten zu kaufen. Von dort aus folgten wir der Straße, die sich nun wieder gen Westen wand und uns von der Küste hinauf in die Berge führte.
Bald darauf bogen wir von der Hauptstraße nach rechts ab und machten einen Abstecher
Die Ostküste von Cap Corse
An nahezu jeder Landspitze befand sich auf Korsika ein ehemaliger Wachturm der Genueser.
Uriges Restaurant am Hafen von Macinaggio
hinauf zum Bergdorf Bettolacce mit seinen vielen alten, auf den Hügeln verteilten Wehrtürmen. Wir parkten unser Auto an der Kirche, von der aus sich ein schönes Panorama bis hinab zur Küste bot. Dann schlenderten wir noch etwas die Straße entlang und schauten uns die teils pompösen Gruften auf dem nahe gelegenen Friedhof an.

Von Bettolacce aus ging es immer weiter hinauf in die Berge bis zu einem, direkt an der Straße gelegenen Aussichtspunkt bei Cappiaghia mit Blick auf die kleine Insel von Ersa ganz im Norden von Cap Corse. 
Das Bergdorf Bettolacce
Bei der Kirche konnte man das Auto gut parken, was sich ansonsten in den meist sehr schmalen Gassen eher schwierig gestaltete.
Von der Kirche aus hatte man einen tollen Weitblick bis hinab zur Küste.
Neben der Kirche befand sich der Friedhof mit seinen pompösen Gruften. Sogar ein echter Casanova fand hier seine letzte Ruhe! :-)
Gut erhaltener Genueserturm direkt bei der Kirche
Von Bettolacce aus erreichten wir diesen Aussichtspunkt in den Bergen bei Cappiaghia.
Von dort konnte man bis zur winzigen Insel von Ersa blicken.
Ein sogar noch beeindruckenderer Rundblick über die Berge und die nördliche Steilküste bot sich uns ein paar Kilometer weiter von der ehemaligen Windmühle, der Moulin Mattei. Diese erreichten wir nach einem kurzen, circa zehn minütigen Aufstieg vom unterhalb an der Straße gelegenen Parkplatz. Von dort hatten wir auch unser nächstes Ziel, das hübsche Fischerdörfchen Centuri im Blick, das wir kurze Zeit später über eine ziemlich schmale und entlang zahlreicher Kurven windenden Straße von der Hauptstraße aus erreichten. 
Nach kurzem Spaziergang beschlossen wir, für einen Nachmittagskaffee in einem der zahlreichen Cafés im romantisch gelegenen Innenhafen einzukehren. Einen Platz und auch guten Kaffee fanden wir schließlich in der Bar Pinocchio. 
Die Moulin Mattei im Nordwesten von Cap Corse
Bick auf die Westküste und das Dorf Centuri
Der Fischerhafen von Centuri
Dieses Gefährt fuhr tatsächlich noch!
Im Innenhafen von Centuri befanden sich zahlreiche Restaurants und Cafés.
Das Koffein konnte ich auch gut für die nun folgende Passage gebrauchen, denn Straße wand sich durch gefühlte tausend Kurven entlang der wilden Steilküste im Westen von Cap Corse. Dafür boten sich uns auch zahlreiche phantastische Panoramen auf die von der Nachmittagssonne perfekt illuminierten Küste und den kleinen Buchten samt kristallklarem und teil azurblau leuchtendem Wasser. 
Daher kann ich jedem empfehlen, diese Rundfahrt wie wir vom Westen aus entgegen des Uhrzeigersinns zu machen, denn nur so kommt man in den Genuss der tollen Lichtstimmung der im Westen stehenden Sonne am Nachmittag. 
Weiterfahrt entlang der Steilküste im Westen von Cap Corse
Eine der zahlreichen Haarnadelkurven
Die Nachmittagssonne ließ das Meer regelrecht leuchten.
Kurz vor Sonnenuntergang
Die ehemalige, bis 1965 betriebene Asbestmine. An den Umweltschäden und gesundheitlichen Folgen leiden noch heute zahlreiche Korsen..
Leider zog es dann bald zu und die Sonne verschwand kurz darauf im Meer. Dies führte dazu, dass wir unser letztes Ziel, das Dorf Nonza, mit seinem imposanten, auf einer schmalen Klippe, hoch über der Küste erbauten Wehrturm erst im Dunkeln erreichten.
Da der Turm und auch das Dorf von zahlreichen Scheinwerfern schön in Szene gesetzt wurde, war dies auch sehenswert. 
An diesem eigentlich schönen Strand bei Nonza sollte man aufgrund der Asbestbelastung durch die Mine lieber nicht baden.

Nonza mit seinem markanten auf der Klippe errichteten Genueserturm.
Das Dorfzentrum von Nonza
Aufgang zum Turm
Schön illuminierter Wehrturm von Nonza
Blick vom Turm auf Nonza
Die Preise im  Restaurant La Sassa waren gehoben, dafür bot sich dort jedoch eine spektakuläre Lage direkt auf der Klippe.
Wir beschlossen dennoch, morgen direkt nach dem Frühstück und bevor wir unsere weitere Reise fortsetzten, außerplanmäßig Nonza noch einmal einen Besuch im Hellen abzustatten.
Gegen Abend und zurück in Saint Florent zog es uns noch einmal zum Abendessen in die belebte Altstadt.
Christian