Samstag, 8. April 2017

Namibia Tag 1: Ankunft in Windhuk

Unsere Reise nach Namibia begann zunächst mit einer Bahnfahrt von Düsseldorf zum Frankfurter Flughafen. Von dort aus ging es dann mit South African Airways über Johannesburg nach Windhuk. Inklusive Umsteigen und einem kurzen Aufenthalt in Johannesburg nahm dies circa 14 Stunden in Anspruch. 
Die Innenstadt von Windhuk
Ankunft im Vondelhof Guesthouse
Entsprechend recht müde waren wir froh, dass wir von unserer Reiseagentur am Flughafen abgeholt und von dem sehr netten Fahrer bis nach Windhuk zu unserer Pension gefahren. Das Vondelhof Guesthouse lag relativ zentral in der Nähe des Stadtzentrums und war eine schöne, ruhig gelegene kleine Pension samt Pool. 
Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten und die größte Mittagshitze vorüber war, zogen wir zu Fuß los, um uns Windhuk anzusehen. 
Mich amüsierten dabei die vielen deutschen Straßennahmen, unter denen sich sogar unsere Düsseldorfer Heimatadresse befand. 
Heimatgefühle :-)

Blick vom Garten des Tintenpalastes auf die Christuskirche

Dort fand auch gerade ein Fotoshooting statt.

Das alte Verwaltungsgebäude, aufgrund der bürokratischen Schreibwut auch Tintenpalast genannt.

Gedenktafel

Vor der Alten Feste. Links im Hintergrund, das im Volksmund "Kaffeemaschine" getaufte Unabhängigkeits-Gedenkmuseum.

Feuerwehrwagen auf der Veranda der Alten Feste
Die diversen alten, aber gut erhaltenen Gebäude wie die Christuskirche, der Bahnhof oder der Tintenpalast waren sehenswert und alle Fußläufig gut zu erreichen.
Die moderneren Gebäude dagegen waren oft leider ziemlich gesichtslos und die, an einem Samstag überwiegend leeren Straßen, ließen einen fast schon wie in einem Zombiefilm fühlen. 
Zu Abend speisten wir im Restaurant Pia's in der Nähe des Meteorbrunnens und ich erfreute mich an einem guten Steak für umgerechnet gerade einmal acht Euro. Da wir auf der Terrasse saßen, merkten wir dann auch schnell, wie kühl es in Namibia wird, sobald die Sonne unter dem Horizont verschwunden ist und schickten uns an, zurück ins Guesthouse zu kommen, da wir beide keine Jacken mitgenommen hatten.
Die gute alte Luisen-Apotheke! :-)

Der Meteor-Brunnen

Street-Art

Der pittoreske Bahnhof von Windhuk

Dieser in Nürnberg hergestellte Eisenbahnwaggon hatte bereits über 100 Jahre auf dem Buckel!

Panzerzug

Den Tag ließen wir mit Steak und leckerem namibischen Bier ausklingen.
Auf dem Rückweg hatten wir noch eine irgendwie schon etwas seltsame Begegnung mit einem älteren Mann, der seine Schrotflinte spazieren trug. Er marschierte jedoch an uns vorbei, ohne uns irgendetwas zu wollen. Insgesamt fühlten wir uns auch zu keiner Zeit während unserer Stadtbesichtigung unwohl. 
Rückblickend würde ich sagen, dass ein Tag Windhuk ausreichend ist, um alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zu besuchen und gleichzeitig gut geeignet ist, um sich von dem Langstreckenflug zu erholen.
Christian

Samstag, 1. April 2017

Namibia Rundreise - Überblick


Namibia.

Ich möchte euch mitnehmen in ein Land mit einzigartiger und unterschiedlichster Landschaft, die einem allein schon oft durch ihre enorme Weite den Mund offen stehen lässt, unglaublich vielen Wildtieren, darunter auch die so genannten Big Five, gutem Essen und netten Menschen, teils noch mit deutscher Abstammung. Denn wir Deutschen prägten die Geschichte von Namibia Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts deutlich mit - im Guten wie leider auch im Schlechten.
Löwin im Etosha Nationalpark

Elefantenherde ganz nah an dem Wasserloch bei Halali in Etosha
Grundsätzlich ist Namibia, sowie auch der Abstecher nach Botswana sehr gut für Selbstfahrer und als Rundreiseziel geeignet. 
Alle wichtigen Stationen der Reise findet ihr auch auf dieser Karte auf Google Maps.
Natürlich bedingt die Größe des Landes teils recht lange Fahrtstrecken von bis zu sechs Stunden, dafür wird man aber belohnt mit unterschiedlichsten Landschaften, Naturwundern und enorm vielen großen Tieren, die meist sogar direkt von der Straße aus zu beobachten sind. 
Unsere Reise ließen wir uns komplett von Erlebe-Namibia.de bzw. Erlebe-Fernreisen zusammenstellen, mit denen wir bereits in Costa Rica einen tollen Urlaub verbracht hatten und die auch Namibia alles perfekt organisiert hatten. 
Stationen der Rundreise durch Namibia, Botswana und Zimbabwe.
Als Europäer faszinierte uns vor allem die bereits beschriebene fast schon unendlich erscheinende Weite der Landschaft und die damit einhergehende Stille, die einen interessanten Kontrast zu den Städten mit ihrer meist deutsch geprägten Architektur bildet.
Christuskirche in Windhuk


Das Alte Amtsgericht in Swakopmund
Der imposante Fishriver Canyon
Bei Nacht kommt dann noch ein Sternenhimmel dazu, der so klar ist, dass man neben unendlich vielen Sternen sogar das Band der Milchstraße deutlich erkennen kann!
Das tolle für Selbstfahrer ist, dass Namibia dank seiner netten Menschen zu einem der sichersten Länder Afrikas zählt und so gut wie jeder Englisch spricht, da es Amtssprache ist. Somit hat man eigentlich nie Probleme an einer Tankstelle nach dem Weg zu fragen oder in einem Restaurant Essen zu bestellen. 
Selbiges inklusive der Getränke in Restaurants und auch Hotels waren als wir Namibia im Mai 2016 bereisten im Vergleich zu Deutschland recht günstig mit durchschnittlich sechs bis acht Euro für ein Hauptgericht und maximal 15 Euro für ein Drei-Gänge-Menü. Für ein Bier oder einen Softdrink zahlte man zwischen ein bis zwei Euro. 
Fantastisch gutes Essen und tolles Panorama im Restaurant "The Tug" in Swakopmund
Fleisch war so gut wie immer zentraler Bestandteil des Essens, daher kann es in Namibia für Vegetarier und Veganer gegebenenfalls etwas herausfordernd sein, satt zu werden. Wer Gegrilltes mag, kommt dafür voll auf seine Kosten mit geschmacklich tollen Steaks vom Kudu, Oryx, Eland oder Gnu. Aber auch beim Bier erfreut sich der Gaumen an leckeren lokalen Marken wie Tafel Lager oder Windhoek Drought. Ich als Hesse griff auch immer wieder gern zu den aus Südafrika importierten Apfelweinen beziehungsweise Cider der Marken Hunters Gold und Savanna Cider
Von Vorteil für die Geldbörse war auch, vor allem aufgrund des insgesamt entsprechend hohen Bedarfs an Benzin der über 3.500 Kilometer langen Autoreise, dass dies fast nur halb so teuer wie in Deutschland war. 
Die wenigen asphaltierten Straßen befanden sich oft in sehr gutem Zustand und auch viele Schotterpisten ließen sich mit den erlaubten 80 bis 100 Km/h befahren. Auf jeden Fall macht ein höher gelegtes Fahrzeug wie ein SUV aufgrund der zahlreichen Schotterpisten und Bodenwellen sowie höherer Seiten und Mittelränder der Feldwege Sinn. Allradantrieb dagegen ist jedoch fast nie nötig und wir kamen mit unserem 2x4 Hyundai ix35 eigentlich überall ohne Probleme hin. 
Die Dünen bei Sossusvlei. Hier der Deadvlei.
Dort wo ausdrücklich nur 4x4 erlaubt war, wie etwa bei den Dünen von Sossusvlei, blieben viele der Allrad-Mietwagen dann auch direkt im Sand stecken, da die meisten Touristen nicht damit vertraut waren wie man auf Sand fahren muss. Wir dagegen passierten diese entspannt in einem 4x4-Shuttle, das uns bis zu den Dünen brachte und was ich jedem nur ans Herz legen kann, der keine Lust hat seinen stecken gebliebenen Jeep erstmal aus dem Sand zu buddeln. 
Ein Navi braucht man eigentlich so gut wie nie, da es oft nur eine einzige Straße gibt und die Hotels auch meist gut ausgeschildert sind.
Da die Sonne dort sehr stark ist, solltet ihr ausreichend Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor und einen Hut einpacken, darüber hinaus auch lange Hosen, Pullis und eine Jacke, da es zwar tagsüber angenehm warm bis heiß ist, es nachts aber empfindlich kühl bis kalt mit deutlich unter 10 Grad im Mai wird.
Blinder Passagier auf unserer Bootstour zum Pelican Point bei Swakopmund
Die Wasserqualität in Namibia, aber auch in Botswana und in Victoria Falls war überwiegend sehr gut und wir hatten mit keinerlei Magenbeschwerden zu kämpfen und aßen auch des öfteren frischen Salat in den Restaurants. Selbst das Leitungswasser war meist sogar trinkbar - auch wenn wir uns dann doch lieber immer mit Mineralwasser versorgt hatten. 
Wer wie wir in den Caprivistreifen und zu den Victoria Falls reisen möchte, sollte Malaria Medikamente mitnehmen. Hier kann ich Malarone, das als Prophylaxe oder als so genanntes Stand-By Präparat zur akuten Behandlung eingenommen werden kann empfehlen, da ich es immer relativ gut vertragen hatte. Dennoch verursacht es als tägliche Prophylaxe eingenommen, basierend auf eigener Erfahrung, teilweise unangenehme Nebenwirkungen wie leichtes Fiebergefühl, Kopfschmerzen, Hautirritationen und Schwindel. Es scheint aber wohl das noch am "Besten" verträgliche unter den verfügbaren Medikamenten zu sein. Aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit im südlichen Teil Namibias nimmt man am besten ein Nasenspray mit, um etwa Nasenbluten vorzubeugen. 
Nilpferd bei Kasane

Löwenfamilie im Chobe Nationalpark

Besuch eines afrikanischen Dorfes bei Popa Falls
Der Norden des Landes mit dem Caprivistreifen und vor allem auch Botswana und der Chobe Nationalpark überraschten dagegen mit viel grünerer Landschaft, dichter Vegetation und mindestens ebenso reichhaltiger Tierwelt wie etwa im Etosha Nationalpark
Solltet ihr als noch die Zeit haben, würde ich euch definitiv empfehlen dies auch noch mitzunehmen, da man dann noch ein ganz anderes und auch von der Architektur her das typischere Bild von Afrika erlebt. 
Als krönenden Abschluss gönnten wir uns zwei Tage bei den Victoria Falls in Zimbabwe.denn Angenehmerweise befinden sich diese nur 80 Kilometer von Kasane Beziehungsweise dem Choke Nationalpark in Botswana entfernt. 
Da man bei den Victoria Falls eigentlich keinen Mietwagen mehr braucht, macht es Sinn, wie wir unseren Mietwagen bereits in Kasane abzugeben und sich vom Touranbieter über die Grenze nach Zimbabwe zu den Victoria Falls fahren zu lassen. 
Die Victoria Falls
Für uns waren die beeindruckenden Wasserfälle noch einmal ein Highlight unserer insgesamt drei Wochen dauernden Rundreise und der Rückflug von dort nach Johannesburg und weiter nach Frankfurt ist South African Airways ohne Probleme möglich.
Christian

Mittwoch, 22. Februar 2017

Teneriffa Tag 8: Icod de los Vinos und La Orotava

Für den nun leider bereits letzten Urlaubstag auf Teneriffa hatten wir uns die Besichtigung von Icod de los Vinos und vor allem von dem dortigem uralten und beeindruckend großen Drachenbaum vorgenommen. Von unserem Ort San Marcos war es mit dem Auto lediglich ein Katzensprung von ein paar Minuten Fahrt. 
Der berühmte Drachenbaum von Icod de los Vinos

Dorfidylle

Enge Gassen und gut erhaltene alte Gebäude verliehen der kleinen Altstadt von Icod ihren Charme.
Unser Auto stellten wir ein paar Gehminuten entfernt um in einem Wohngebiet ab, aber hätten wir gewußt, dass wir auch für gerade einmal 1,80 Euro pro Stunde in unmittelbarer Nähe des Drachenbaums in einem Parkhaus parken können, hätten wir wohl uns für diese Option entschieden, da sich dort auch die sehenswerte kleine Altstadt befand. 
Auf der rückwärtigen Seite des Drachenbaumes mit Blick auf die Häuser der Altstadt

In vielen Städten Teneriffas fanden sich Parks mit Pavillons wie diesem, die meist ein Restaurant oder einen Kiosk beherbergten und sich entsprechend die Einheimischen gern zum Plaudern oder Spielen trafen.

Nicht nur der Drachenbaum war ungewöhnlich anzusehen. 
Für heute stand Städte-Sightseeing an und so machten wir uns nach einer guten Stunde wieder auf und fuhren über die Autobahn gen Norden nach La Orotava.
Zusammen mit La Laguna war für mich im Nachhinein betrachtet La Orotava eine der schönsten und authentischsten Städte auf Teneriffa. 
Dies lag vor allem an der pittoresken Altstadt mit ihren wunderschönen alten Herrenhäusern samt verzierter Holzbalkonen, beeindruckenden Verwaltungsgebäuden wie dem Rathaus und zahlreichen schönen Kirchen. 
Über den Dächern von La Orotava mit Blick hinab in Richtung Küste.

Die Stadt war für Teneriffa üblich an einem Berghang errichtet.

Das beeindruckende frei zugängliche Restaurant und Clubhaus des örtlichen Sport- und Tennisclubs.

Der Jardin Victoria

Viele der Häuser waren farbenfroh gestrichen.
Nach einem ausgedehnten Rundgang samt Besuch der Casa de los Balcones und einem "Zwischeneisbecher", aßen wir lecker und urtypisch kanarisch zu Mittag im kleinen gemütlichen Restaurant La Duquesa gegenüber der Post unterhalb der Kirche Nuestra Senora de la Concepcion
Deren Papas Rellenas - das Leibgericht meiner Frau seit unserem Peruurlaub - schienen scheinbar äußerst beliebt zu sein, denn sie waren leider schon aus. 
Stattdessen entschieden wir uns für Ropa Vieja (Eine Art Gulasch mit Kichererbsen) sowie Paella mit Huhn. 
Neben dem guten Essen hatte uns vor allem die fast familiäre Atmosphäre und die freundlichen Betreiber der "Herzogin" begeistert. 
Grundsätzlich war das Essen, beispielsweise im Vergleich mit Mallorca, auf Teneriffa relativ günstig mit durchschnittlich sechs bis acht Euro pro Hauptgang. 
Das prächtige Rathaus der Stadt

Die Casa de los Balcones, deren schönen Innenhof man gratis ansehen durfte.

Schöner Garten in der Casa Lercaro

Front der Kirche Nuestra Senora de la Concepcion

Welcher Zwerg mochte dort wohl hausen?! :-)

Hier speisten wir lecker zu Mittag. Nun herrschte Mittagspause - daher die geschlossenen Türen.

Im Inneren der "Herzogin" war es urig und es herrschte eine fast familiäre Atmosphäre.
Den Tag beschlossen wir mit einem Besuch des schönen, von einer Steilküste umrahmten, Naturstrandes Playa de Bollullo bei Puerto de la Cruz. Die Anfahrt über eine kaum zwei Meter breite Feldweg durch Bananenplantagen hindurch war etwas kitzlig, da wir einem entgegenkommenden Auto nur an wenigen Stellen überhaupt hätten ausweichen können. Wir parkten gegen eine Gebühr von zwei Euro unser Auto am gleichnamigen Restaurant und steigen dann die Treppen hinab zur Bucht. 
Auf dem feinen Vulkanstrand mit Blick auf das Treiben der Surfer genossen wir dann entspannt die letzten warmen Sonnenstrahlen unseres finalen Urlaubstages auf Teneriffa.
An dieser Stelle nochmals danke für den guten Tipp, Melanie und Stefan! 
Die von der Steilküste umrahmte schöne Playa de la Bollullo 

Am Strand gab es auch ein schön gelegenes Restaurant samt toller Aussicht auf das Meer.

Für die Surfer war die recht starke Brandung ideal. Zum Baden an diesem Tag leider eher weniger.
Nach nun insgesamt acht tollen und enorm abwechslungsreichen Tagen stiegen wir am nächsten Morgen gegen Mittag in unseren Flieger zurück nach Deutschland und nahmen uns fest vor, bald wieder zukommen, denn wir hatten sicherlich noch längst nicht alles von diesem "Miniatur-Kontinent" auf den Kanaren entdeckt!
Christian