Samstag, 21. Januar 2017

Teneriffa Tag 4: Über den Wolken im Teide Nationalpark

Am heutigen Morgen war das Wetter leider typisch für den grünen Norden Teneriffas recht kühl und bewölkt.
Was also am besten tun, um den Wolken zu entkommen? 
Die Idee schien mir so einfach wie genial: Einfach so weit nach oben in die Berge fahren, bis man sich über der Wolkendecke befinden würde.
Und wo würde das eine reelle Chance haben zu funktionieren, wenn nicht auf Teneriffa mit seinem auf 2.000 Metern gelegenen Nationalpark in der Caldera des 3.800 Metern hohen Teide Vulkans! 
Während wir uns auf der TF38 immer höher durch die Bergwälder schraubten, konnte man allerdings zunächst teils kaum weiter als 100 Meter sehen.
Doch bereits knapp unter halb der Caldera bei der Montana Las Cuevitas lichteten sich die Wolken immer mehr und gaben bereits den Blick auf den schneeweißen Vulkankegel frei.
Während unserer Auffahrt hingen dichte Wolken  in den  tiefer gelegenen Bergwäldern des Teide.

Doch am Montana Las Cuevitas gaben die Wolken den Blick auf den Vulkankegel schließlich frei.

Fast wie im Winterurlaub! :-)
Auf dem Hochplateau schließlich erwartete uns strahlender Sonnenschein und eine Landschaft wie aus einer anderen Welt aus rotem Sandgestein, seltsam geformten Felsen und dem massiven Kraterrand unter dem die Wolken waberten.
Die Straße führte uns entlang zahlreicher Aussichtspunkte, unter anderem der Zapato de la Reina, einem Felsen in Damenschuh-Form, bevor wir am Restaurant Parador de Canadas del Teide unser Auto abstellten. 
Oben in der Caldera angekommen und unter uns die dichte Wolkendecke.

Eine Landschaft so ganz anders als das restliche Teneriffa.

Die Straßen TF 38 und TF 21 führten mitten durch die Caldera.

Blick auf den Zapato de la Reina, den Felsen in unverkennbarer Form eines königlichen Damenschuhs. :-)

Blick auf die Felsformation Roques de Garcia, um die wir gleich herum wandern würden.
Vom Mirador Ilano de Ucanca aus starteten wir unsere Rundwanderung um die beeindruckenden Felsnadeln namens Roques de Garcia herum. Der gut markierte und mittelschwere Weg eröffnete uns die unterschiedlichsten Panoramen, zunächst in die Caldera und auf die Roques samt erkaltetem Lava-Wasserfall. Etwas Action war auch dabei, als plötzlich ein Rettungshubschrauber im Tiefflug heran gedröhnt kam und wenige Meter neben uns eine Übung samt Abseilen eines Helfers durchführte. 
Einiges los hier oben! Daher konnten wir nicht direkt am Startpunkt der Wanderung, sondern nur ein paar Gehminuten entfernt parken.

Am Start- und Endpunkt der Rundwanderung bei den Roques de Garcia.

Eine Landschaft wie auf einem anderen Planeten!

Blick hinab auf die erkaltete Lava in der Caldera.

Blick zurück auf den ersten Teil des Weges: Er führte uns linkerhand des großen Felsens in der Mitte hinunter.
Auf der zweiten Hälfte wanderten wir unterhalb des schneebedeckten mächtigen Vulkankegels des Teide zurück bis zum Ausgangspunkt. Insbesondere dieses letzte Stück weckte Erinnerungen an die Nationalparks im Westen der USA in mir, die wir 2008 bereist hatten. 
Live Action in Form einer Rettungsübung samt Abseilen und Bergen einer Puppe.

Erkalteter Lava-Wasserfall

Traumhaftes Panorama dank strahlendem Sonnenschein auf über 2.000 Metern Höhe.
Rückblickend kann ich empfehlen, wie wir den Rundweg vom Startpunkt aus entgegen des Uhrzeigersinns zu gehen. Denn dies hatte den Vorteil, das wir am Ende nicht mit müden Füßen das ziemlich steile Stück hinauf zum Start- bzw. regulären Endpunkt laufen mussten, sondern es gemütlich auf leicht abschüssigem Weg bis zum Parkplatz hin "auslaufen" lassen konnten und wir zudem nicht mit den zahlreichen Wanderern in einer Schlange liefen. 
Nehmt für die insgesamt circa zwei- bis zweieinhalbstündige Tour auf jeden Fall festes Schuhwerk sowie ausreichend Wasser mit und reibt euch mit ordentlich Sonnencreme - am besten je nach Hauttyp mindestens 30er oder 50er - vorher ein, da die Höhensonne sehr stark ist und es so gut wie keinen Schatten gibt.
Die imposante Landschaft erinnerte mich teils an den Westen der USA.

Einer der seltsam geformten Roques am Ende des Rundweges. Auf dem Teide oben rechts ist die Seilbahn zu erkennen.
Entsprechend freuten wir uns nach der Wanderung auch über das Eis, das wir uns zurück am Restaurant gönnten. 
Eigentlich wollten wir danach auf der Panoramastrasse den Teide weiter umrunden, doch auf Höhe der Seilbahn gab es kein Weiterkommen mehr, da die Strasse geschlossen war. So mussten wir also umkehren und den gleichen Weg zurück nach Hause nehmen, den wir gekommen waren. 
Da die Uhr aber bereits halb fünf am Nachmittag anzeigte und die Sonne eh nicht mehr lange Licht spenden würde, war das für uns auch in Ordnung. 
Wir hatten sowieso vor, nach dem heutigen tollen Tag hier oben, in den nächsten Tagen definitiv noch einmal in diese fantastische und eindrucksvolle Landschaft zurückzukehren.
Christian

Sonntag, 15. Januar 2017

Teneriffa Tag 3: Barranco del Infierno und Autofahrt durch die Berge im Westen

Während wir am Frühstückstisch saßen, hofften wir, dass die Wanderung in den Barranco del Infierno dank besserem Wetter und Reservierung heute klappen würden, denn noch einmal wollten wir die einstündige Anfahrt nicht umsonst gefahren sein. 
Nachdem wir San Marcos verlassen hatten, versuchten wir zunächst erneut vergeblich, die Auffahrt auf das neue Autobahnteilstück bei Icod de los Vinos zu finden. 
So gurkten wir also wieder über die kurvige TF82 durch die Berge, bevor wir das letzte Stück über die Autobahn bis Adeje entsprechend bedeutend schneller zurücklegten. 
Naja, vielleicht würden wir es ja noch bis Ende des Urlaubs schaffen, einmal direkt die Auffahrt bei Icod zu finden... ;-)
Perfekt ausgerüstet samt "Eierschale" auf dem Kopf :-)

Der Barranco del Infierno

Am Wegesrand blühten zahlreiche Kakteen und Agaven

Teils mannshohe Kakteen klammerten sich in die trockenen Felswände.
Als wir am Kassenhäuschen der Schlucht ankamen, erzählte der Wart bereits einer Gruppe die ähnliche Geschichte wie gestern. Uns lies er nach identischer Einweisung diesmal dank Reservierung und besserem Wetter als gestern passieren. Sein begnadetes "Storytelling" schien wohl zum Standardrepertoire zu gehören, um die Wanderung etwas spannender wirken zu lassen.Bevor es los ging, mussten wir unser Haupt zunächst einmal mit einem obligatorischen Helm schmücken, der meinen Holzkopp zumindest gegen kleine Steine absichern würde. :-)
Der Weg war gut ausgebaut und recht einfach zu laufen.

Blick zurück in Richtung Adeje
Je weiter wir liefen, desto enger wurde die zunächst noch recht breite Schlucht und wir bestaunten die schöne, aus vielen Kakteen und Agaven bestehende Vegetation.
Weiter unten in der Schlucht führte der Pfad am Bachbett entlang und entsprechend feuchter und auch deutlich grüner wurde es dort. 
Die Schlucht wurde zusehends enger und die Vegetation grüner.

Ab hier war absolute Helmpflicht, was aufgrund der engen Schlucht und Steinschlaggefahr auch definitiv Sinn machte.

Traumhaft schöne Passage auf dem letzen Stück des Weges hin zum Wasserfall
Nach den veranschlagten eineinhalb Stunden erreichten wir den Wasserfall, der zugleich auch den Wendepunkt der Tour markierte. Der Wasserfall musste nach einem Regentag sicher beeindruckend sein, heute rannen leider nur ein paar Rinnsale die Felswand herab. Aber gelohnt hatte sich die Wanderung auf jeden Fall, denn heute war dann eher der Weg das Ziel für uns. 
Insgesamt handelte es sich um eine eher leichte Wanderung mit einigen Steigungen, die dank des gut ausgebauten Wegs keine Probleme bereiteten. Für den gleichen Weg zurück benötigten wir lediglich nur noch 45 Minuten.
Daher denke ich, dass trainierte Wanderer, die zudem auf exzessives Fotografieren verzichten, den Hin- und Rückweg wahrscheinlich auch in einer bis eineinhalb Stunden bewältigen können.
Der Bach lies vermuten, dass der Wasserfall nicht mehr weit sein konnte.

Dieser war aufgrund fehlender Wassermassen nicht ganz so spektakulär wie erhofft...

Am zweiten Wasserfall floss glücklicherweise dann doch etwas mehr Wasser.
Im Restaurant Otelo direkt neben dem Eingang zur Schlucht stillten wir unseren Mittagshunger mit einem recht günstigen Hamburger und einem Knoblauchhühnchen, die beide auch geschmacklich in Ordnung waren. 
Mit dem Auto fuhren wir später wieder zurück in den Nordwesten bis Santiago del Teide. Im Ortszentrum bogen wir links ab und kurvten über eine schmale Straße ungefähr fünf Kilometer durch die Berge, bis wir das Dorf Masca mit seiner berühmten gleichnamigen Schlucht erreichten. Die Fahrt glich einem Slalomparcours, da wir immer wieder, bedingt durch die Enge der Straße, diversen anderen Autos, Linien-, sowie Ausflugsbussen ausweichen mussten. Das spektakuläre Panorama entlohnte aber für die Mühen der Anfahrt!
Blick hinab auf Santiago del Teide samt Selbigen im Hintergrund - heute leider etwas wolkenverhangen.

Imposantes Berg- und Schluchtenpanorama im Nordwesten Teneriffas 

Die etwas abenteuerliche, aber gut befahrbare Straße nach Masca
Leider bekamen wir in Masca selbst keinen Parkplatz mehr und mussten gut einen halben Kilometer weiter weg parken und dann entlang der Straße zurück laufen. 
Daher der Tipp, am besten am frühen Vormittag anzureisen, wenn insbesondere die Ausflugsbusse noch die Touristen aus den Hotels einsammeln und nicht die Straße und die Parkplätze verstopfen.
Für die Besichtigung des kleinen Ortes, der übrigens vor allem als Start- bzw. Endpunkt der Wanderung in die Masca-Schlucht bekannt ist, die zu einem der Highlights Teneriffas zählt, benötigten wir nicht mehr als eine halbe Stunde. 
Blick auf Masca im Hintergrund von unserem Parkplatz im nächsten Dorf

Megastau in Masca: Hier gab´s für mehrere Minuten kein vorwärts kommen mehr!

Blick hinab auf das Dorf Masca und den Start- bzw. Endpunkt der populären Wanderung durch die Schlucht.

Das Dorf selbst bestand aus kaum mehr als einer handvoll Häuser, die meisten davon Restaurants oder Souvenirläden.
Unsere weitere Fahrt durch die imposante Berg- und Schluchtenlandschaft führte noch an einigen Aussichtspunkten vorbei, bevor sich die Straße wieder hinab zum Meer und bis nach Buenavista del Norte wand.
Vom Zentrum des Dorfes machten wir einen Abstecher zum Mirador Punta del Freile mit Blick auf die Steilküste und zahlreiche Bananenplantagen, die den Ort umgaben. Der Wind dort oben war heute jedoch extrem und wir entschieden uns aufgrund der Steinschlaggefahr dagegen, noch weiter bis nach Punta de Teno zu fahren.
Blick in Richtung Masca vom nahe gelegenen Aussichtspunkt Mirador de la Cruz de Hilda

Die sich in unzähligen Kurven durch die Berge windende Straße war bereits ein Erlebnis für sich!

Blick vom Mirador Altos de Baracán auf El Palmar

Die Besitzer dieses Hauses mussten ordentlich Gottvertrauen haben, dass nicht auch noch der Rest des Hügels runterkam!
Auf dem Rückweg nach San Marcos über Garachico stoppten wir noch kurz in Los Silos und erkundeten die pittoresken Gassen rund um den Rathausplatz mit seiner schönen historischen Kirche.
Am Mirador Punta del Freile

Blick vom Mirador  in Richtung Süden auf die beeindruckende Steilküste

Der Blick nach Norden über die Bananenplantagen von Buenavista del Norte

Der historische Stadtkern von Los Silos
Wieder in unserem Appartement ließen wir den Tag nach dem Abendessen mit einem leckeren lokalen trockenen Rotwein namens Gran Tehyda aus dem Valle de la Orotava ausklingen.
Christian

Sonntag, 8. Januar 2017

Rodelspaß in Winterberg

Als ich diesen Freitag Nachmittag überlegte, was man aus der eher ungemütlichen Wettervorhersage für Düsseldorf mit bewölktem Himmel und überfrierender Nässe für das Wochenende so machen könnte, überlegte ich zunächst, ob wir nicht mal wieder an die Nordsee für einen spontanen Kurztrip flüchten sollten. Dies hatten wir ja schon bereits mehrmals auch im Winter gemacht, so etwa nach Greetsiel an die Nordsee, doch dort sollte das Wetter kaum besser werden.
Da der Winter uns in Düsseldorf bislang keine einzige Schneeflocke geschenkt hatte und ich irgendwie Lust auf eine zünftige Rodelabfahrt hatte, versuchte ich mein Glück mit der Suche nach Unterkünften rund um das von Düsseldorf circa 150 Kilometer entfernte Winterberg im Hochsauerland im Naturpark Rothaargebirge. Ich rechnete eigentlich nicht damit, eine bezahlbare Unterkunft zu finden, denn die Gegend dort ist nicht nur in Deutschland ein beliebtes Skigebiet, sondern vor allem bei unseren niederländischen Nachbarn.
Winterimpressionen im Rothaargebirge
Doch ich hatte Glück und fand im zwischen Schmallenberg und Winterberg gelegenen kleinen Dorf Westfeld im Landgasthof Schneider ein Doppelzimmer samt Frühstück für 110 Euro.
Also schnell gebucht, Klamotten samt Handschuhe, Mütze und Skihose eingepackt und unsere beiden, seit mindestens zwei Jahren nicht benutzten Klapp-Holzschlitten aus ihrem Dornröschenschlaf im Keller geweckt.
Am Samstag morgen gegen halb elf befanden wir uns dann auf der Autobahn. Zunächst über die A3 bis nach Köln und dann weiter über die A4 in Richtung Olpe. Die letzten 50 Kilometer ging es dann überwiegend über Landstraßen und die Landschaft wurde immer weißer und winterlicher.
In Westfeld angekommen, fühlten wir uns dann wie in einer anderen Welt: Hausdächer, Gehwege, Bäume und Wiesen waren alle mit weißem Zuckerguss überzogen und neben der Straße stapelten sich kleine Schneeberge. Irgendwie kaum zu glauben - vor allem, da es uns keine zwei Stunden Fahrt gekostet hatte!
Hier gabs bestimmt ein zünftiges Faust-Frühstück mit Kompott vom Ohrfeigenbaum! :-)

Angekommen beim Landgasthof Schneider in Westfeld
Nach dem Einchecken bei der sehr netten Chefin des Hauses stellen wir unsere Klamotten im geräumigen und gemütlichen Zimmer 21 in der oberen Etage ab, schmissen uns direkt in unsere Skiklamotten und fuhren wieder los. Unser Ziel war das ungefähr zehn Kilometer entfernte Skigebiet Postwiese und die dortige Naturrodelbahn, die nicht nur einen Rodellift bot, sondern sogar in der Dunkelheit dank Flutlicht befahren werden konnte.
Wie im Winterwunderland: Die Straße hinauf zum Skigebiet.
Dort angekommen war ordentlich was los, wir fanden jedoch ohne großes Suchen einen Parkplatz. Am Kassenhäuschen kauften wir uns eine Punktekarte für 12,50 €, die für insgesamt 8 Fahrten mit dem Rodellift reichten und die wir uns zu zweit teilten. 

Auch für Skifahrer schien hier Einiges geboten: So gab es mehrere Abfahrten und Skilifte samt Sessellift und natürlich auch für Après-Ski-Fans diverse Hütten, aus denen die typische Musik wummerte. Die Pisten selbst schienen in tadellosem Zustand, wofür auch die zahlreichen Beschneiungsanlagen sorgten, die pünktlich nach Betriebsende gegen 16:30 Uhr ihre Arbeit aufnahmen.
Das Skigebiet Postwiese bei Neuastenberg

Hier boten sich vor allem dem Skifahrer zahlreiche Pisten und Lifte.

Startpunkt der Naturrodelbahn
Wir zogen unsere Handschuhe und Mützen ein letztes Mal fest, denn die minus vier Grad machten sich schon ordentlich bemerkbar. Dann setzen wir uns auf unsere Holzrenner und ab ging die Sause!
Auf der sich in mehreren Kurven hinab windenden Rodelbahn nahmen wir ordentlich Fahrt auf und hatten einen Heidenspaß! Ganz Wagemutige nahmen einen Alternativweg hinter der ersten Kurve und bretterten dadurch das letzte Stück bis zum Lift teils halsbrecherisch den Berg hinab. Nicht selten beendeten Schlitten und Rodler die Fahrt nicht gemeinsam! :-)
Hier zu sehen: Die steilere Alternativ-Rodelbahn
Die nächste Herausforderung bestand für uns dann darin, nicht aus dem Rodellift zu fallen, denn die Sitzfläche der an Seilen hängenden Metallschlitten war recht klein und die Steigung hatte es ins sich. Man mußte sich entsprechend gut festhalten - vor allem, wenn der Lift mal wieder recht ruppig nach Stillstand anzog. Während unserer vier Fahrten durften wir mehrmals Rodler beobachten, die es aus der Spur haute und die dann den Hang zurück in Richtung Lifthäuschen schlitterten. Alles in allem ist aber niemandem irgend etwas passiert und die vor allem bei der Abfahrt permanent grinsenden Gesichter und das Gelächter der Rodler zeugten von dem Spaß, den hier jeder hatte!
Wir rodelten auch mehrmals auf einem kurzen Teilstück einer geschlossenen Skipiste unten neben dem Lifthäuschen. Dort bekam man auch ordentlich Geschwindigkeit drauf, aber die Rodelpiste war dank Länge und der Kurven doch spannender.
Den Rodellift meisterten dank Spurrillen und starker Steigung nicht alle sofort!
Oben am Hang gönnten wir uns zwischendrin eine Pause mit Glühwein und heißer Schokolade und sahen dem Treiben auf unseren Schlitten sitzend zu.
Unsere letzte Abfahrt machten wir gegen viertel nach vier und schickten uns an, uns in die Schlange am Lift zu stellen, da es bereits dunkel wurde und um 16:30 Uhr die letzte Fahrt stattfand ... und hochlaufen wollte ich mit meinem Kakaobauch auf keinen Fall! :-)
Oben angekommen gab ich die Liftkarte zurück und lies mir anstelle der drei Euro Pfand vom geschäftstüchtigen Kassenwärter einen Marillenschnapps für zwei Euro andrehen - zugegeben etwas überrumpelt, da er mich fragte, ob ich Marille mag und als ich dies bejahte, mir einfach direkt den Schnaps sowie einen Euro in die Hand drückte und kumpelhaft fragte, ob das so ok sei. "Naja, warum eigentlich nicht!", dachte ich mir, wir waren ja quasi im Urlaub!
Bevor wir zurück zum Hotel fahren konnten, hieß es dann erstmal "Eiskratzen", denn unsere Autofenster waren von der kalten und feuchten Luft dick zugefroren.
Entsprechend freuten wir uns später über die Wärme in unserem Zimmer und das gute und reichhaltige Abendessen im Hotelrestaurant, das zudem auch preislich fair war.
Am nächsten Morgen wurden wir erneut kulinarisch verwöhnt, denn das Frühstück bot alles, was man sich als herzhafter oder süßer Frühstücker so wünschte und vieles davon, wie die leckere Holundermarmelade oder der Fleischsalat, waren hausgemacht.
Nach dem Auschecken wollten wir noch einmal Rodeln, bevor wir nach Düsseldorf aufbrachen und fuhren zum Skigebiet Altastenberg, das auch lediglich eine Viertelstunde Autofahrt entfernt gelegen war und ebenfalls einen Rodellift bot. 
Nein, das ist kein Schwarz-Weiß-Bild! :-) ...Ausblick vom Parkplatz am Skigebiet Altastenberg

Mein Schlitten und ich: Nichts konnte uns trennen...naja außer die spätere Schussfahrt samt Bodenwelle!
Auch hier gab es zahlreiche Skipisten und Lifte und wir erstanden wieder die bekannte Punktekarte, die hier 13 Euro kostete, dafür aber für neun Fahrten reichte. 
Die Rodelpiste war jedoch eher was für Schussfahrer, denn es ging einfach nur gerade, dafür aber ordentlich steil den Berg hinab. 
Aber geil war es dennoch! 
So wurde ich nach der ersten Abfahrt immer mutiger und ließ es dann mal ordentlich "kesseln". Die erhöhte Geschwindigkeit in Verbindung mit einer fiesen Bodenwelle auf dem letzten Stück erwischten mich jedoch und ich machte einen Abflug vom Feinsten und schlitterte mehrere Meter den Hang hinab, während ich mit Hintern und meiner rechten Gesichthälfte bremste! :-)
Neben der normalen Skipiste befand sich linkerhand die nicht minder steile Rodelbahn.

Auch hier wurde man vom Lift bequem in wenigen Minuten erneut hinaufbefördert.

Ratet mal, wer die Person auf der Piste ist, die hier gerade einen Abflug macht! ;-)

Auch am Rande der beschneiten Pisten gab es Schnee zuhauf.
In der mit einem Kamin beheizten Hütte war es kuschelig warm.
Aber alles gut, der Schnee war weich und ich hatte mir auch nirgends etwas gestoßen. 
An der Hasenhütte wärmten wir uns etwas später mit Glühwein und heißer Zitrone, bevor wir die letzte Liftfahrt nach oben machten und unsere Schlitten ins Auto packten.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stopp im pittoresken Dorf Oberkirchen, dessen alte Fachwerkhäuser einen ganz besonderen Charme hatten.
Der Bach im Dorf Oberkirchen war an vielen Stellen zugefroren.

Die alten Fachwerkhäuser verliehen dem kleinen Dorf  einen besonderen Charme.
Kirche St. Alexander in Schmallenberg

Im historischen Stadtkern gab es zahlreiche alte und gut erhaltene Gebäude.

Das Santa Claus SWAT Team bei der Arbeit. :-)

Zum Mond wollten wir heute aber nicht mehr fahren.
Später erkunden wir auch noch den historischen Stadtkern der ehemaligen Hansestadt Schmallenberg, die ebenfalls wie Oberkirchen mit zahlreichen gut erhaltenen und typisch Schindel gedeckten Häusern aufwartete.
Danach ging es durch teils dichten Nebel, aber auf eisfreier und recht leerer Autobahn zurück nach Düsseldorf. Als uns dort das graue und regnerische Wetter empfing, waren wir froh, den Kurztrip ins "Winterwunderland" gemacht zu haben!
Christian