Mittwoch, 11. Mai 2016

Kuba Tag 10: Fahrt nach Havanna

Nach zwei fantastischen Tagen in Trinidad und dem Nationalpark Topes de Collantes, mussten wir uns bereits wieder auf den Weg machen. Aber das heutige Ziel war eines der absoluten Highlights von Kuba und zwar dessen mondäne Hauptstadt Havanna.
Zunächst führte uns die Landstraße am Anfang noch durch die grüne Escambray, bevor es im Mittelteil der Strecke entlang recht trockener Steppenlandschaft ging.
Je weiter wir uns dann der Stadt Cienfuegos näherten, desto grüner wurde es dann wieder - abgesehen von den qualmenden Industrieanlagen am Stadtrand. 
Die restliche circa 170 Kilometer legten wir auf der Autopista zurück und "Pista" passte wirklich, da zahlreiche Schlaglöcher des öfteren abrupte Spurwechsel nötig machten! 
Dies war jedoch dank des, wie üblich recht geringen Verkehrs, kein großes Problem. 
Der ruhige Innenhof der Casa Colonial Arco de Belen in Havanna
Unser Navi führte uns schließlich ohne Probleme zu unserer, in der Altstadt Havanas gelegenen Unterkunft, der Casa Colonial Arco de Belen
Obwohl man sich mitten in einer Großstadt befand, sorgte ein großes Holztor, das den Straßenlärm von dem schönen ruhigen Innenhof ausschloss, dafür, dass man sich dort sehr gut bei einem kühlten Smoothie, den unsere Gastgeberin uns für 2 CUC servierte, entspannen konnte.
Die Zimmer waren recht einfach und klein und die Bettfedern, sagen wir einmal...sehr rustikal. 
Wohl fühlten wir uns dort aber dennoch, wozu auch die nette und hilfsbereite Betreiberin Maria beitrug, deren Redeschwall allerdings auch kaum ein Ende fand. Da blieb uns manchmal nur übrig, möglichst wissend zu nicken oder zuzustimmen, denn ihr maschinengewehrartiges Spanisch zu verstehen, war für uns nur zu geringen Teilen machbar. :-)
Leider verfügte die Casa über keine eigene Garage und so mussten wir unser Auto mit der Hilfe des Gastgebers zwei Blocks weiter auf einem bewachtem Parkplatz abstellen und zahlten dafür insgesamt 6 CUC für zwei Tage. Die klappte jedoch recht gut und an unserem Auto war kein Kratzer zu finden, nachdem wir es zwei Tage später dort wieder abholten.
Das leider langsam aber stetig "zerbröckelnde" bewohnte Habanna Vieja
Kuba und insbesondere Havanna war ein regelrechtes "Oldtimer Outdoor Museum"
Die Klassiker waren oft super gepflegt und meist als Touristentaxi im Einsatz.
Eine "Maggi-Rikscha"! ...ob Nestlé allerdings hier wirklich der Sponsor war, wage ich zu bezweifeln. :-)
Nahezu jede Bar oder Restaurant hatte mindestens eine Live-Band, die für die nötige Unterhaltung sorgte.
Der Plaza Vieja
Diese Damen in traditioneller Tracht durfte man - gegen ein kleines Entgelt versteht sich -  fotografieren.
Die Straße Mercaderes, in der sich auch unser Restaurant des heutigen Abends befand.
Da es erst früher Nachmittag war, zogen wir dann los zur ersten Stadtbesichtigung der Altstadt und besuchten unter anderem den Plaza Vieja, den Plaza San Francisco de Asis, den Plaza de Armas und den Plaza de Cathedral
Dabei kamen wir regelmäßig ins Staunen über die perfekt restaurierten Kolonial-Prunkbauten, die wie ein Freiluftmuseum wirkten und wir ließen uns mitreißen von dem tollen Flair und der Stimmung. 
Denn ähnlich wie in Trinidad erklang an nahezu jeder Ecke entweder von Straßenmusikern oder aus den zahlreichen Bars und Restaurants rhythmische Son- oder Salsamusik. 
Blick auf den Convento de San Francisco de Asis linkerhand
Der Plaza San Francisco de Asis
Nahezu jedes, auch noch so profanes Gebäude war prachtvoll! In diesem im Hintergrund etwas befand sich eine Bank.
Blick zurück auf den Plaza San Francisco de Asis
Auch die Post befand sich hier
Trotz all des Tourismus gingen die Kubaner auch hier ihren alltäglichen Dingen nach.
Zahlreiche dieser Begrenzungspfähle in Form alter Kanonen sorgten dafür, dass die Altstadt autofrei war.
Der Büchermarkt auf dem Plaza de Armas lud zum Stöbern ein. Natürlich fanden sich hier zahlreiche Autobiografien der Nationalhelden Che und Fidel.
Alle Straßen waren penibel sauber gehalten und immer gut bewacht von zahlreichen Polizeistreifen. Dieser "Mikrokosmos" stand dann auch im krassen Gegensatz zu den meist ziemlich verfallenen Kolonialbauten des bewohnten Teils der Altstadt, in dem die Menschen lebten. 
Hotel Santa Isabel am Plaza de Armas
El Templete
Das Castillo de la Real de la Fuerza
Der zur Lärmminderung komplett mit Holz beschlagene Vorplatz des Palacio de Los Capitanes Generales
Sogar diese italienische "Rennsemmel" hatten ihren Weg nach Kuba gefunden.
Wer mochte, konnte sich auch ganz klassisch per Droschke durch die Altstadt kutschieren lassen.
Der Plaza de la Catedral
Die Bar La Bodeguita del Medio, in der Ernest Hemingway Stammgast war.
Prachtvoll verzierter Eingang
Die pompöse Fassade des Hotel Raquel
Es wirkte dort fast schon teilweise wie nach einem Krieg und man konnte den ehemals prachtvollen Bauten regelrecht beim "Zerbröckeln" zusehen.
Dafür konnte man nirgends besser als hier das authentisches kubanische Leben atmen: Spielende Kinder, Familien und Geschäftsleute die auf offener Straße debattieren und Rentner, die in der Tür sitzend oder aus dem Fenster schauend das bunte Treiben der zahlreichen fahrenden Händler und Fahrradtaxis beobachteten. 
Auf mich wirkte das alles zusammengenommen fast schon wie ein lebender Organismus und war weit von dem oft sterilen und anonymen Leben in einer deutschen Großstadt entfernt. 
Auch in Havanna war Che verständlicherweise allgegenwärtig.
Mit diesem Vehikel behielt der gute Mann sicherlich immer den Überblick! ;-)
Balkon-Dschungel im bewohnten Teil der Altstadt
Zahlreiche fliegende Händler zogen dort ihre Runden.
Das Leben spielte sich bis in die späten Abendstunden meist auf den Straßen vor den Häusern ab.
Nachdem wir uns zurück in unserer Casa vom Sightseeing etwas entspannt und frisch gemacht hatten, zog es uns erneut in den Altstadtkern und wir aßen sehr gut zu Abend im Paladar los Mercaderes in der Mercaderes Straße 207 gegenüber von Restaurant La Imprenta - untermalt von Live-Musik, aber das versteht sich ja quasi von selbst! ;-)
Aufgrund all dieser unterschiedlichen Eindrücke und der tollen Atmosphäre ist Havanna, trotz des nicht zu verleugnenden hohen touristischen Charakters, definitiv ein absolutes Highlight und "Must-See" jeder Kubareise! 
Christian

Freitag, 29. April 2016

Kuba Tag 9: Nationalpark Topes de Collantes

Unser erster Morgen in Trinidad begann mit einem für alle bisherigen Casa typisch reichhaltigem und gutem Frühstück, bevor wir uns per Auto auf unseren heutigen Tagesausflug machten zum auf über 800 Metern Höhe gelegenen Nationalpark und bekanntesten Kurort Kubas den Topes de Collantes
Der Ort befand sich circa 19 km von Trinidad entfernt und die komplett asphaltierte Straße dorthin war entgegen mancher Aussagen in eventuell älteren Reiseführern sehr gut befahrbar - sieht man einmal von den monströsen Bodenwellen an einer Stelle ab.
Fahrt von Trinidad hinauf in die Berge der Sierra del Escambray zum Nationalpark Topes de Collantes
Wer kein Auto hatte, konnte sich auch mit diesen alten Militärlastwagen von Trinidad aus hochkutschieren lassen.
Die beiden warteten hoffentlich nicht auf uns! :-)
Im Kurort am Besucherzentrum angekommen, sticht einem sofort das oberhalb auf einem Hügel thronende Kurhaus im nicht gerade schönen 60er Jahre-"Plattenbau-Charme" ins Auge. Auch die übrigen, leider teils schon verfallenen oder nie fertiggestellten Gebäude auf dem großen Gelände, sind ähnlich chic. 
Dies tut der sehr schönen Landschaft und Natur der Sierra del Escambray um einen herum aber keinen Abbruch! 
Besucherzentrum von Topes de Collantes
Das monströse Kurhotel
Wollte man mehrere Tage bleiben, konnte man statt eines Zimmers im Hotel auch einen dieser Bungalows mieten.
Nachdem wir unser Auto in der Nähe eines Restaurants geparkt hatten, machten wir uns auf die erste Wanderung des Tages zum Salto de Caburni, die mit insgesamt sieben Kilometern für Hin- und Rückweg veranschlagt war. Den Eintritt bezahlten wir direkt am Wegesanfang bei einer kleinen Ticketstation und nicht wie ursprünglich gedacht im Info- Zentrum am Eingang des Kurortes. Daher könnt ihr euch einen Halt dort eigentlich sparen, denn mehr als die Informationen in eurem Reiseführer erhaltet ihr dort auch nicht. 
Dieses Haus am Wegesrand war zwar alt, hatte aber irgendwie mehr Charme als die Betonbungalows der Anlage.
Weitere Unterkünfte, die sich an die Berghänge schmiegten.
Tickethäuschen und Startpunkt des Weges zum Salto de Caburni
Der Weg führte meist bergab durch Wald. Im Hintergrund der kleine Verkaufsstand, bei dem man sich auf dem Rückweg einen frischen Saft kaufen konnte.
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke zum Wasserfall passierte man dieses "Felsentor".
Ab hier wurde der Weg deutlich steiler, denn wir näherten uns dem Wasserfall in der Schlucht.
Der Preis war mit neun CUC pro Person zwar recht hoch, lohnte sich aber auf jeden Fall trotzdem, wenn ihr nach einer schönen Wanderung durch den Wald, den idyllischen Wasserfall samt kristallklaren Naturpool erreicht habt. Denn jegliche Anstrengung der leichten bis mittelschweren Wanderung wird vergessen sein, wenn ihr euch rücklings im kühlen Wasser der von hohen Wänden umrahmten Schlucht treiben lasst!
Als wir uns dann auf den Steinen nach dem Schwimmen trocknen ließen, mußten wir feststellen wie klein nicht nur die Welt sondern offenbar auch Kuba war, denn lustiger Weise begegneten uns die Berliner vom ersten Urlaubstag wieder, die in Holguin mit ihrem Kakerlakenproblem zu kämpfen hatten und die wie wir per Auto eine nahezu identische Tour bisher gefahren waren.
Eine der zahlreichen Echsen. Im Grunde raschelte es ständig im Gebüsch.
Der obere Teil des Salto de Caburni. Hier konnte man etwas ungestörter in kleinen Wasserbecken entspannen.
Das Wasserbecken mit dem Salto de Caburni im Hintergrund
Wenn man sich erst einmal im kühlen, klaren Wasser treiben ließ, wollte man eigentlich gar nicht mehr raus!
Der Rückweg zum Parkplatz war dann leider deutlich anstrengender als der Hinweg, da es konstant bergauf ging. Daher nehmt am besten mindestens einen Liter Wasser pro Person mit. 
Kurz vor Ende frohlockte zwar bereits ein erster Getränkestand, wer aber auch noch die letzten circa 800 Meter weiter läuft, kann deutlich entspannter am Ende bzw. Anfangspunkt bei dem dortigen Kiosk eine kalte Limonade oder Cola trinken und sich sogar noch einen warmen Sandwich zubereiten lassen. Oder man macht halt einfach zwei Stopps! ;-)
Wir fuhren mit dem Auto knappe fünf Minuten durch den Kurort um zum Parkplatz der zweiten und letzten Wanderung des Tages zur Tropfsteinhöhle La Batata zu gelangen, die mit insgesamt vier Kilometern (Hin- & ZürücK) deutlich kürzer und weniger anstrengend war. Der Preis betrug vier CUC pro Person und wir bezahlten diese bei einem netten alten Parkranger, der bei einem kleinen Unterstand im Wald stand, denn man nach wenigen hunderten Metern Weg vom Parkplatz aus erreichte. 
Souvenirladen und Restaurant am Startpunkt des Weges La Batata
Auch diese Wanderung führte überwiegend durch den Wald des Nationalparks.
Da man die Höhle nur erreichen konnte, in dem man die letzten Meter mitten durch einen kleinen Bach läuft, würde ich euch empfehlen Wassersandalen mitzunehmen. Diese sind vor allem dann auch hilfreich wenn man nicht gerade auf eine Fußmassage durch die recht schroffen Felsen steht, über die man danach nämlich noch kurz klettern muss. Beim Waten durch das Wasser tat uns zudem der stabile Wanderstock gute Dienste, den wir bei dem Ranger kostenlos ausgeliehen bekommen hatten. Für den einfach zu bewältigenden Weg dorthin, der meist durch Wald und an riesigem Bambus vorbei führte, benötigten wir ihn jedoch nicht.
Riesiger Bambus am Wegesrand
Die Wanderung war recht einfach zu bewältigen und bot kaum steile Passagen.
Die kleine Grotte von La Batata war nur über diesen Bachlauf zu erreichen.
Am frühen Abend und müde vom Wandern waren wir über die kurze und entspannte Rückfahrt nach Trinidad froh, und füllten noch an der recht großen Tankstelle im Süden der Stadt in Richtung Playa Ancon unseren Tank, bevor wir in unsere Casa zurückkehrten. Unser Gastgeber warnte uns vor, dass es heute eventuell lauter werden könnte, da er eine Party veranstaltete und wir natürlich gern teilnehmen könnten.
Uns zog es jedoch erst einmal wieder in die Altstadt mit ihrem tollen Flair und eigentlich wollten wir auch wieder im Restaurant Quince Catorce einkehren, aber leider waren alle Plätze bereits reserviert. 
Auf der Dachterrasse eines kleinen Restaurants zwischen der Calle Alameda und der Calle Cristo gelegen, fanden wir dann aber auch einen schönen Platz und genossen den aufmerksamen Service und das gute Essen, auch wenn es nicht an die Qualität des gestrigen herankam. Zum "Nachtisch" gabs dann noch einen leckerer Mojito und dann machten wir uns auf den Rückweg und wollten eigentlich noch etwas mitfeiern, aber die Hausparty war leider schon beendet.
Aber das war auch okay, denn morgen hieß es wieder recht früh aufzustehen, um uns auf die längere Fahrt nach Havanna zu machen.
Christian