Sonntag, 8. Oktober 2017

Namibia Tag 18-20: Die Victoria Falls in Simbabwe

Auf nach Simbabwe!

Unser Frühstück nahmen wir diesmal in unserer Safari Bush Lodge zu uns, es war leider jedoch nicht so reichhaltig wie in der Schwester, der Safari Lodge gestern. Daher nehmt am besten die zwei Minuten Fußweg in Kauf und frühstückt dort.
Nach der Abgabe des Mietwagens wurden wir von unserem Touranbieter Bush Tracks die 80 Kilometer über die Grenze nach Simbabwe gebracht, um von dort weiter bis zu den Victoria Falls und dem gleichnamigen Ort gefahren zu werden. 
Den ersten Teil der Strecke bis zur Grenze fuhren wir im offenen Safarijeep, was dafür sorgte, dass wir Simbabwe mit völlig "verföhnter" Haarpracht betraten! Vielleicht waren deshalb die Grenzer so amüsiert!? ;-)
Fahrt in Richtung Grenze im offenen Jeep
Das Visa musste mit 30 US Dollar vor Ort bezahlt werden, die Abwicklung am Grenzposten ging aber schnell und unkompliziert vonstatten.
Grundsätzlich würde ich euch empfehlen, ausreichend US Dollar in bar auf die Reise mitzunehmen, da ihr damit auch oft weitere Ausflüge oder Aktivitäten alternativ anstelle mit Kreditkarte bezahlen könnt. 
Inzwischen brezelte die Sonne ganz gut vom Himmel und das Gefährt für den zweiten Teil der Strecke in Simbabwe war glücklicherweise klimatisiert und vor allem geschlossen. Unser netter Fahrer versorgte uns zudem noch mit allerlei Tipps, bevor wir gegen Mittag im Amadeus Garden Guesthouse in Victoria Falls eincheckten.
Es handelte sich um eine ruhige und familiäre kleine Anlage unter deutscher Führung am Stadtrand. Von hier aus waren es circa zwei Kilometer bis zum Stadtzentrum und vier Kilometer bis zu den Victoria Falls. 
Das Amadeus Garden Guesthouse in Victoria Falls
Wir wurden herzlich von der sehr netten Gastgeberin Katherine empfangen, die mit dem deutschen Inhaber Hartmuth verheiratet war. Sie buchte für uns netterweise auch direkt einen Helikopterflug über die Victoria Falls für 12:30 Uhr mit Bonisair. Gegen halb zwölf holte uns deren Shuttle ab und brachte uns zum eigenen Flugplatz, nachdem wir vorher im Verkaufsbüro in der Innenstadt das Finanzielle erledigt hatten. 
Der insgesamt 15-minütige Rundflug sollte uns mehrmals über die beeindruckenden Wasserfälle führen, deren Gischt schon kilometerweit zu sehen war. Einen kleinen Teil der Strecke flogen wir auch über den Nationalpark, wo uns mehrere Giraffen von unten erstaunt anschauten. Uns war zudem mal wieder das Glück hold, da wir die einzigen Passagiere im sechssitzigen großen Bell Long Ranger Hubschrauber waren. Aber auch bei voller Auslastung bekommt laut Bonisair jeder Passagier einen Fensterplatz. Dies würde ich persönlich jedoch auch bei dem nicht gerade geringen Preis von 150 US Dollar Fluggebühr + 12 US Dollar Nationalparkgebühr pro Person erwarten. 
Für das Geld wurden wir aber mit einer fantastischen Sicht auf die Wasserfälle und Schluchten belohnt. Unser Pilot drehte vier volle Runden um die Victoria Falls, während der wir ausreichend Gelegenheit für zahlreiche Fotos und Filme aus den unterschiedlichsten Perspektiven hatten. 
Trotz des recht hohen Preises würde ich den Flug aber immer wieder machen, denn nur von dort oben kann man die gigantischen Wasserfälle erst richtig erfassen! 
Unser Hubschrauber im Anflug

Nur aus der Luft konnte man die gigantischen Victoria Falls mit einer Länge von 1,7 Kilometern komplett erfassen.

Hier gut zu erkennen ist die 128 Meter hohe Victoria Falls Bridge, die Simbabwe mit Sambia verbindet.

Aus der enormen Gischt der Wasserfälle bilden sich oft sogar Wolken!
Auf dem Rückweg ließen wir uns am Parkeingang der Victoria Falls absetzen und erstanden dort ein Tagesticket für 30 USD pro Person. Die bereits entrichtete Gebühr und der Permit vom Heliflug galt dafür leider nicht und wurde auch nicht angerechnet. 
Bevor wir uns das nasse Spektakel aus der Nähe ansahen, stärkten wir uns zunächst einmal im Rainforest Café direkt rechterhand vom Eingang mit leckerem Croc-Wrap und Eiscafe. Das namensgebende Krokodil schmeckte sehr gut und war von Konsistenz und Geschmack einer Hühnerbrust recht ähnlich. 
Eingang zu den Victoria Falls

Im Eingangsbereich gibt es auch ein paar Informationstafeln zu den Wasserfällen sowie dieses Skelett eines Elefantenschädels.
Nach dem Bezahlen machten wir uns auf zu den Aussichtspunkten entlang der Vic Falls und liefen diese in der empfohlenen Richtung von West nach Ost ab. Dazu hielten wir uns erst einmal links bis zur David Livingston Statue und von dort aus in Gehrichtung entlang der Wasserfälle ignorierten wir alle Abzweigungen nach rechts. Diese Strecke hatte den Vorteil, dass wir zunächst an den ersten Aussichtspunkten weitestgehend trocken blieben und erst am Ende ordentlich nass durch die Gischt wurden. Vor allem beim fast komplett in das Sprühwasser eingehüllten Aussichtpunkt Danger Point half auch kein Regenponcho mehr, denn zusätzlicher Wind sorgte dafür, dass das Wasser von nahezu jeder Richtung kam! 
Leider wurde auch meine Kamera trotz angeblich wasserdichter Tasche am Ende richtig naß und gab daraufhin ihren Geist auf. Zurück in Deutschland half dann nur ein professionelle Reparatur. Daher nehmt am besten neben einem Poncho für euch eine wasserdichte Hülle oder Case mit, oder, falls nicht vorhanden, packt eure Elektronik wie Kamera oder Smartphone in Tüten.
Blick auf die Victoria Falls vom westlichen Teil in Simbabwe in der Nähe der David Livingston Statue.

Der so genannte Devils Cataract verdeutlicht sehr gut die ungeheuren Wassermassen, die hier herunterstürzen.

Die gut ausgebauten Wege führten direkt an den Wasserfällen entlang.

Die beeindruckenden Main Falls

Ganz Wagemutige können sich per Boot direkt an die Wasserfälle heranfahren lassen und in dortigen kleinen Pools baden.

Je weiter östlich man kam, wie hier am Horse Shoe Falls, desto mehr Sprühnebel hüllte einen ein.
Nachdem wir den Park verlassen hatten, unternahmen wir noch einen kurzen Abstecher auf die schöne Victoria Falls Brücke, die gleichzeitig in deren Mitte auch die Grenze zwischen Simbabwe und Zambia markierte. Daher mussten wir uns auch auf der simbabwischen Seite einen kostenlosen Bridge Pass beim Grenzposten besorgen, der einen ermächtigte, bis zur Mitte der Brücke zu laufen. Von dort hatte man eine ganz nette Sicht in die tiefe Schlucht. Etwas nervig waren jedoch die vielen auf dem Weg zur Brücke und auf selbiger auf Touristen lauernden und zum Teil sehr aufdringlichen Straßenhändler. Man mag es ihnen ja im Grunde nicht verdenken, so an etwas Geld kommen zu wollen, aber dass uns einer von ihnen später auf dem Weg zurück in die Stadt etwa einen halben Kilometer lang verfolgte und uns unablässig seine Holzfiguren anpries, bis er uns sogar regelrecht damit erpresste, uns erst in Ruhe zu lassen, wenn wir ihm einfach so einen Dollar gäben, fanden wir schon extrem frech.
Auf einmal verschwand er allerdings so schnell wie er gekommen war. Der Grund war, dass plötzlich ein erregter Elefantenbulle in einem Gebüsch direkt an der Straße und keine 100 Meter entfernt von uns bereits einen Scheinangriff startete. 
Ich gebe zu, dass ich in dem Moment ganz schön Muffensausen bekam, denn anders als im Etosha oder Chobe Park, waren wir von keinem Auto geschützt und wären im Falle eines echten Angriffs dem Elefantenbullen absolut schutzlos ausgeliefert gewesen. Daher beschlossen wir, lieber wieder zurück zu den Wasserfällen zu laufen und nahmen von dort ein Taxi ins Guesthouse für 10 Dollar. 
Blick auf die Victoria Falls Bridge vom Park aus

Über die Brücke fuhr regelmäßig auch dieser schön restaurierte Touristenzug.
Insgesamt waren die Preise in Victoria Falls generell deutlich teurer als in Namibia oder Botswana. Auch war hier alles erheblich touristischer, wovon auch die typischen Angebote zeugten wie etwas Ziplining - das wir selbst morgen machten :-) - , Bungee Jumping, Elefantenritte oder sogar das in unseren Augen zu verbietende Laufen mit einem wahrscheinlich durch Betäubungsmittel paralysiertem Löwen. 
Den folgenden Tag starteten wir mit einem guten Frühstück im Guesthouse und sehr nettem Service durch Lawrence den Koch, der einem so oft Toast, Joghurt oder Kaffee nachschenkte, bis man glücklich war. 
Für den Mittag hatten wir wieder direkt über die Lodge eine Canopy Tour mit Wild Horizons für 53 US Dollar pro Person gebucht, die auch den üblichen Shuttleservice vom Guesthouse und zurück beinhaltete. 
Zunächst wurden wir zum direkt am Rande der Schlucht gelegenen Lookout Café gebracht, das auch gleichzeitig das Zentrum für weitere schwindelerregende Aktivitäten wie Bungee Jumping oder einen einzelnen Schwung an einem Seil über die gesamte, über 100 Meter tiefe Schlucht war.
Dank der beiden sehr netten und stets auf unsere Sicherheit bedachten Guides hatten wir als Canopy-Unerfahrene schon bei der ersten Zipline-Fahrt über die Schlucht mächtig Spaß. Man hängt dabei allein an einem Stahlseil mit einer Art Metallschlitten mit zwei Rollen, ähnlich einer Seilbahn und ist mit einem zweiten Seil noch einmal doppelt gesichert. Die Geschwindigkeit kann man regulieren, indem man per Lederhandschuh das Kabel fester greift. 
Die gesamte Ausrüstung wird einem natürlich gestellt und war unseres Empfindens nach in sehr gutem Zustand. 
Man startet die Tour bereits recht weit oben in der Schlucht und zwischen den Bäumen, die mit leichter Höhenangst behaftete Menschen diese ganz gut zu nehmen vermögen, da man sich nie direkt am Abgrund wähnt. Zudem hat man nur recht kurze Laufstrecken zurückzulegen und quert die Schlucht auf relativ kurzen Strecken - die längsten beiden Ziplines waren etwa 80 Meter lang. So ist der Spaß meines Erachtens eigentlich für jeden halbwegs fitten Menschen sehr gut machbar. 
Canopy Tour in der Schlucht der Victoria Falls 

Über diese durch ein Geländer gesicherten Wege gelangte man zu den einzelnen Zipline-Strecken.

Blick auf die Schlucht mit der Victoria Falls Bridge im Hintergrund. Zu erkennen auch die lange einzelne Zipline, die sich über die gesamte Schlucht spannte. Ich war ehrlich gesagt froh, dass unsere Canopy Tour diese nicht beinhaltete! :-)
Leckeres Essen und ein toller Blick auf die Schlucht von der Terrasse des Lookout Cafés.
Um die ganze Action zu verdauen, tranken wir erst einmal ein paar Cocktails (je 6 USD) auf der Terrasse des Lookout Cafés und genossen das beeindruckende Panorama auf die Schlucht, die von der Victoria Falls Bridge überspannt wurde. 
Dazu gönnten wir uns eine sehr gut gewürzte Mix Platte, die so genannte Sunset Platter für 8 USD mit Krokodilspieß, Samosas, Hühnchen und selbstgemachten Chips. 
Den restlichen und leider auch letzten Urlaubstag verbrachten wir damit, am Pool im Guesthouse zu entspannen und den Urlaub noch einmal zu rekapitulieren. 
Dabei stellten wir fest, wie viele tolle Erlebnisse und unterschiedlichste Eindrücke wir in den letzten drei Wochen in Namibia, Botswana und nun auch Simbabwe dazugewonnen hatten! 
Zum Abendessen blieben wir im Guesthouse, denn wir mussten auch noch unsere Koffer für die Rückreise nach Deutschland packen.
Am nächsten Morgen wurden wir sogar überpünktlich von Bushtracks um 10:50 Uhr abgeholt und zum Flughafen von Victoria Falls gebracht. 
Der Flug mit South African Airways  nach Johannesburg startete dann ebenfalls genau nach Plan um 13:10 Uhr vom dem ganz neuen und erst im Juni 2016 eingeweihten Terminal. 
Im Johannesburger Flughafen angekommen, aßen wie im Mugg&Bean Restaurant neben Gate 3 sehr gut zu Mittag und relaxten in der fast schon zu gemütlichen Couch bei Kaffee und Tee bis zum Einchecken. 
Abends um 19:15 Uhr ging es dann weiter nach Frankfurt mit Ankunft am nächsten Morgen gegen sechs Uhr. 
Den letzten Teil der Wegstrecke nach Hause ins schöne Düsseldorf am Rhein legten wir per ICE zurück und somit schloss sich der Kreis nach drei Wochen und einer fantastischen Namibiareise wieder.
Christian

Samstag, 7. Oktober 2017

Namibia Tag 17: Chobe Nationalpark Safari

Halali, es ist Safari-Tag! :-)

Denn für heute standen gleich zwei Safaris auf der Agenda.
Zunächst einmal in aller Herrgottsfrühe und zugegeben ziemlich müde enterten wir mit anderen Gästen die bereits vor der Rezeption wartenden, offenen Safari-Jeeps der Lodge. 
Kurze Zeit später, als alle Gäste von beiden Lodges eingesammelt waren, ging es noch im Stockdunkeln gegen sechs Uhr morgens los in Richtung Chobe Nationalpark zu einer geführten Jeep-Safari. Diese sollte insgesamt circa drei Stunden dauern und kostete uns 30 US Dollar pro Person. 
Während die aufgehende Sonne die Landschaft in schöne Pastelltöne tauchte, stellten wir fest, wie viel grüner hier alles im Vergleich zum eher savannenartigen Etosha-Park war. 
Die Flora im Chobe Nationalpark war deutlich üppiger und grüner als im Etosha-Park. 
Giraffe beim Frühstück :-)

Auch die Elefanten waren schon zu so früher Stunde auf den Beinen.
Auch in Bezug auf die Fauna zeigte sich uns der Chobe-Park von seiner besten Seite und nach wenigen Fahrtminuten entdeckten wir bereits die ersten Elefantengruppen, Giraffen und zahlreiche Impalas. Später sollten sich auch noch Paviane, Büffel, Marabus, Sekretärvögel und Warzenschweine dazugesellen. 
Der Höhepunkt war jedoch das Rudel Löwen, das offensichtlich unmittelbar vorher einen Büffel geschlagen hatte, und sich nun samt einer Handvoll Jungtiere daran gütlich taten. Die Löwenmutter zog ein paar Minuten später, keine fünf Meter von uns entfernt, völlig unbeeindruckt an den Jeeps vorbei - ein ähnliches Verhalten hatten wir ja bereits bei den an die Autos gewöhnten Tiere im Etosha-Park beobachten können.
Wir hatten das unfassbare Glück, ein Löwenrudel zu entdecken, das kurz zuvor Beute gemacht hatte.

Auch eine Mutter samt ihrer Löwenkinder war Teil des Rudels.

Sie näherte sich uns sogar bis auf wenige Meter und war dabei völlig entspannt.

Auch zahlreiche Büffel bevölkerten den Nationalpark.

Diesen Leopard samt Beute entdeckte sogar eine unserer Mitfahrerinnen noch vor dem Guide.
Und um dem Ganzen noch die Krönung aufzusetzen, entdeckte eine unserer Mitfahrerinnen kurze Zeit später sogar einen Leoparden im Baum, der seine Beute, ein Impala, mit auf den Baum gezerrt hatte. Unser Guide gratulierte ihr und uns, denn normalerweise bekommt man diese scheuen Raubkatzen so gut wie nicht zu Gesicht. 
Auch den Guides machte die Safari offensichtlich aufgrund der vielen Tiere richtig Spaß: Sie ließen allen viel Zeit, Fotos zu machen und fuhren dazu immer wieder möglichst nah an die Tiere heran. So dauerte die Fahrt auch eine halbe Stunde länger als geplant und wir kehrten gegen halb zehn zur Lodge zurück.
Die riesigen Marabus wirkten fast so, als hätten sie kurz vorher ein Streitgespräch geführt. :-)

Eine Herde Impalas, die offensichtlich irgendeinen möglichen Feind entdeckt hatte.

Kaffeepause mitten im Park

Ein Sekretärvogel

Pavianmutter samt untergehängtem Nachwuchs

Morgens halb neun in Botswana: Frühstückspause! 

Blick auf eine Herde Nilpferde im angrenzenden Cuando Fluss, auf dem wir später noch unsere Boots-Safari machten.

Giraffenpärchen

An dieser Stelle wurden aus einer Handvoll Büffel in wenigen Minuten hunderte, die zum Trinken kamen!
So viel Action und das frühe Aufstehen hatten hungrig gemacht und wir stürzten uns auf das reichhaltige Frühstücksbuffet in der Safari Lodge - auch deswegen, da wir uns aufgrund der ungeplant langen Safari etwas beeilen mussten, denn Frühstück gab es nur bis 10 Uhr. Dabei wechselten wir uns mit dem Essenholen ab, denn wir konnten beobachten, wie so manch allein gelassener Tisch in einem auch vom Personal unbeobachteten Moment von einigen frechen Pavianen geplündert wurde.
Die zahlreichen Warzenschweine, die sich auch in der Anlage entweder am Pool oder auf einer der Wiesen tummelten, waren dagegen total friedfertig und entspannt. Wir folgten deren Beispiel und machten es uns über die Mittagszeit auf den Liegen an unserem Pool bequem. 
Während wir uns über das Erlebte von heute und der vergangenen Urlaubstage unterhielten, stellten wir freudig fest, dass wir es mit dem heute entdeckten Leoparden und den Büffeln tatsächlich geschafft hatten, die so genannten Big Five zusammenzubekommen: Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel!
Warzenschweine beim Chillen auf einer Wiese inmitten der Safari Lodge

Mit so einem großen zweistöckigen Boot brachen wir direkt vom Anleger der Lodge auf zur Boots-Safari.

Es gab auch noch exklusivere Touren, wie etwa diese, bei der einem auf Wunsch auch die Kamera gestellt wurde.
Von 15 bis 18 Uhr stand die zweite Safari des Tages an - nur diesmal auf einem der großen Boote. Diese schlug mit 36 US Dollar pro Person etwas mehr zu Buche, sollte aber alles bisher Erlebte sogar noch toppen. Denn auch, wenn es schwer zu glauben war, sahen wir jetzt noch mehr Tiere als heute morgen!
Obwohl es ein großes Boot war, konnte dank des sehr geringen Tiefgangs immer nah an die Tiere herangefahren werden und aufgrund der zwei Decks, inklusive eines Oberdecks, bekam man immer einen guten Schuss (Foto wohlgemerkt!) aus unterschiedlichen Perspektiven.
Zunächst entdeckten wir zahlreiche Vögel, die sich in den Bäumen am Ufer tummelten, darunter sogar ein Weißkopfseeadler, der seine Beute noch in den Klauen hielt. Später trafen wir dann einige Bindenwarane an, bevor wir an zwei deutlich größeren Krokodilen vorbeifuhren, die sich gerade aufwärmten.
Ein Weißkopfseeadler samt Beute, mit der er sich später in seinen Klauen von dannen machte.

Der wohl farbenprächtigste Vogel des Tages!

Bindenwaran

Krokodile beim Aufwärmen in der Nachmittagssonne
Vor allem aber begegneten wir unzähligen Nilpferden und Elefanten - entweder in Ufernähe oder beim Grasen im flachen Wasser der lagunenartigen Inseln. Dabei war es interessant zu beobachten, mit welcher Technik die Elefanten das Gras zunächst wuschen, bevor sie es verzehrten.
Rückblickend wäre meine Empfehlung an euch, wie wir grundsätzlich lieber ein großes Boot mit Oberdeck als ein kleines zu wählen - auch wenn dies auf den ersten Blick flexibler und schneller wirkt. Denn das große Boot ist genau wie die kleinen überall quasi auf Tuchfühlung an die Tiere herangekommen. Und der Vorteil war, dass man vom Oberdeck eine deutlich bessere Perspektive hatte und auch über das teils hohe Schilfgras blicken konnte. Natürlich sind auf einem solchen Boot mehr Leute, aber wir hatten nie Probleme, einen guten Platz für ein Foto zu finden. 
Wir trafen auf unzählige Elefanten, sowohl am Ufer als auch im flachen Wasser des Flusses.

Auch diverse Büffel tranken und grasten hier

Die Elefanten wuschen die Grasbüschel zunächst gründlich, indem sie sie durch das Wasser schwangen, bevor sie sie verspeisten.

Nein, das ist kein Gähnen, sondern bekanntermaßen eine Drohgebärde, die definitiv beeindruckend ist!

Auf der Haut dieses Gesellen konnten man deutliche Kampfspuren - wahrscheinlich mit einem Rivalen - erkennen.

Wer noch zu klein war, nahm bei der Flussüberquerung halt ein Vollbad! ;-)
Bei diesem tollen Sonnenuntergang fuhren wir zurück zur Lodge.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Chobe-Nationalpark mit seiner tollen grünen und dichten Flora und der fast schon überbordenden Tierwelt eine wunderbare Ergänzung und gleichzeitig einen starken Kontrast zum eher trockenen Namibia bietet. Deswegen kann ich jedem empfehlen, diesen Teil Botswanas bei einer Namibia-Reise mitzunehmen. 
Denn das ist nochmal ein ganz anderes Afrika!
Safaris machten ja bekanntlich hungrig und so freuten wir uns auf das Abendessen, wieder im Restaurant unserer Safari Bush Lodge, bei dem wir uns heute für Salat mit geräucherten Fisch und Suppe als Vorspeise sowie für vegetarisches Curry und Quiche als Hauptgang entschieden. Alles davon war, wie schon gestern, perfekt gewürzt und entsprechend lecker.
Christian