Montag, 4. Juli 2016

Kuba Tag 19-22: Playa Pesquero - Entspannung Pur zum Abspann der Reise

Die circa viertstündige Fahrt von Camaguey bis zu unserer letzten Station unserer Kuba-Rundreise, der Playa Pesquero bei Guardalavaca war auch unsere letzte längere Wegstrecke und wir freuten uns ehrlich gesagt richtig darauf, nun das Auto mehrere Tage einfach mal stehen zu lassen und an einem Ort zu verweilen. 
Dort angekommen checkten wir im gleichnamigen 4,5 Sterne Hotel Playa Pesquero ein. Dieses Resort war, obwohl ebenfalls wie die anderen Hotels, die wir besucht hatten, staatlich geführt, von einer anderen Liga und seine Sterne wert! 
Schön gestaltete halb offene Eingangshalle samt Bar und Theater
Die Anlage bestand aus 60 dieser Bungalows
Unser Superior-Zimmer war eigentlich eher eine kleine Suite.
Zum Service gehörte auch das tägliche kostenlose Auffüllen der Minibar
Es handelte sich um eine riesige All-Inklusive-Anlage, deren insgesamt 60 großzügig im Gelände verteilten und lediglich zweistöckigen Bungalows jedoch dafür sorgten, dass trotz allem nicht das Gefühl eines Bettenbunkers aufkam.
Untergebracht waren wir in einem schönen, sehr geräumigen und klimatisierten "Superior-Zimmer", das eigentlich fast schon eine Suite war - samt eigener Terrasse und mit allem ausgestattet, was man brauchte. Sogar die Minibar wurde einmal am Tag kostenlos aufgestockt - mit Wasser, Softdrinks und Bier!
Die Anlage selbst war stilvoll in einer Art Eisenbahn-Szenario gestaltet und dank vieler Grünanlagen sehr weitläufig. Wer die zugegeben teils längeren Distanzen, beispielsweise vom Bungalow zum Strand, nicht per Pedes zurücklegen wollte, konnte sich ganz bequem mit einem kostenlosen Shuttle-Caddy rumkutschieren lassen.
Die Wege der Anlage waren Schienen nachempfunden. Wer wollte konnte sich per Caddy überall hinfahren lassen.
Zahlreiche Bars und Shops befanden sich in dieser schön gestalteten Einkaufszone.
Eine der Bars in Strandnähe
Wer wollte, konnte jeden Tag frisch Gegrilltes essen - hier drehte sich bereits am Nachmittag ein Spanferkel für das Abendessen.
Neben dem schönen halboffenen Rezeptions- und Barbereich samt Theater und Restaurant gab es auf dem Gelände verteilt noch diverse A-la-Carte-Restaurants mit jeweils unterschiedlichen kulinarischen Richtungen wie etwa karibisch, italienisch oder auch das perfekt zum Mittagessen am Strand gelegene Seafood-Restaurant.
Wer wie wir trotz der riesigen Poollandschaft das Meer bevorzugte, konnte am feinsandigen und sauberen Strand liegen und, sobald etwas Langeweile aufkam, eines der kostenlosen zahlreichen Sport- und Wassersportangebote nutzen. Dabei wurde von kurzen Trips mit schnellen Segel-Katamaranen samt Kapitän über Windsurfen, Kajak- und Tretbootverleih jeder Wunsch erfüllt. Auch eine komplette Schnorchelausrüstung konnte man sich täglich am Verleihstand so lange borgen, wie man mochte. Aber auch Beachvolleyball, Bogenschießen, ein eigener Pool für Wasserball, diverse Tennisplätze und ein Fitness-Studio standen zur Verfügung.
Dieses überbordende Angebot und der Luxus des Resorts stand im krassen Kontrast zum normalen Leben auf Kuba, das wir bisher eher erlebt hatten. Daher waren wir sehr froh, das "echte" Kuba gesehen zu haben und nicht nur zwei Wochen in einem solchen Resort verbracht zu haben, das zwar sehr schön und ein toller Abschluss der Reise war, mit Kuba jedoch rein gar nichts gemein hatte. 
Zu Mittag speisten wir im Hauptrestaurant und das Buffet war nicht nur mehr als reichhaltig, sondern das Essen auch geschmacklich gut.
Etwas schuldbewusst von der Völlerei, die sich gegen Abend nochmal wiederholen sollte, zog es mich später noch ins Fitnessstudio, aber die karibische Hitze sorgte dafür, dass ich nach 40 Minuten bereits genug vom "Pumpen" hatte. ;-) 
Nach dem Abendessen zog es uns nochmal in Richtung Strand, den dort war in der Zwischenzeit eine komplette Bühne aufgebaut und es schallten bereits Salsaklänge der Live-Band aus den Boxen. Dazu konnte man sich am Kiosk so oft Bier, Pina Colada oder Softdrinks holen wie man mochte. Das war eine Beachparty nach meinem Geschmack! :-)
Die riesige und schöne Poollandschaft des Hotels Playa Pesquero
Weg zum Strand samt Zigarrenkiosk
Natürlich musste ich dort zumindest mal eine Cohiba erstehen und probieren!
Für Stammgäste und gute Mitarbeiter wurde ein Bäumchen samt Namensschild gepflanzt...irgendwie eine nette Idee!
Der Beachvolleyballplatz am Strand war immer gut besucht, wenn die Animateurinnen zum Spielen auforderten. ;-)
Am nächsten Morgen frühstückten wir erstmal ausgiebig am erwartungsmäßig reichhaltigsten Buffet unserer Reise, das auch selbst den größten Frühstückmuffel überzeugte. Am Vormittag versuchte ich mich im Windsurfen, aber leider gab es nur größere 5.5er Segel auszuleihen und die Kombination mit einem recht starken Wind war für mich als Anfänger einfach eine Nummer zu heftig. So bekam ich mein Brett kaum in den Wind gedreht und es schmiss mich zig Male ins Wasser. Als ich mir bei einem Abflug dann dann auch noch den Zeh umgeknickt hatte, begrub ich meine Surferambitionen - zumindest für heute. 
Leider durften wir aufgrund des Windes am Nachmittag auch keine Kajaks ausleihen. Für einen sehr spaßigen Trip mit dem Katamaran war der Wind aber umso besser. Das Boot steuerte Louis, der seit 23 Jahren Regattas fuhr und auch etwas deutsch sprach, gekonnt durch die Wellen. Eigentlich wollten wir die Tour auch noch mit Schorcheln vor der Küste kombinieren, aber dafür waren die Wellen dann doch zu hoch.
Wir beschlossen stattdessen, es noch einmal direkt am Strand im flachen Wasser mit dem Schnorcheln zu versuchen und fanden uns kurz darauf an einem Felsen umgeben von zahlreichen Fischen, die wir mit einem Brötchen zusätzlich anfütterten. Danach ließ ich mich beim Beachvolleyball am Nachmittag trocknen, bevor ich abends im Seafood Restaurant die erste Languste meines Lebens aß. Diese hätte leider etwas kräftiger gewürzt sein können, dem schönen Ambiente im halboffenen Restaurant direkt am Strand tat dies aber keinen Abbruch. 
Am Strand lockten zahlreiche Wassersportmöglichkeiten
Bereits in unmittelbarer Strandnähe konnte man beim Schorcheln den Fischen ganz nah kommen - vorausgesetzt man hatte ein "Leckerli" dabei! :-)
Am dritten Tag flaute dann der Wind glücklicherweise etwas ab und so konnten wir erneut mit Louis zum Schorchelspot am nahe gelegenen Korallenriff fahren und in die Fluten springen. Was wir hier dann erlebten, toppte jeden bisherigen Schnorchelausflug, denn im kristallklaren Wasser und umgeben von wunderschönen Korallen wurde man regelrecht von den Fischen eingehüllt, sobald man sie mit Brot anfütterte. Dabei fraßen sie einem sogar direkt aus der Hand und knapsten manchmal auch etwas an den Fingern herum!
Später erkundeten wir die Bucht dann per Einer-Kajak, bevor wir im Strandrestaurant den gegrilltem Tagesfang zu Mittag aßen. 
Für 15 Uhr hatten wir uns bei dem netten Personal an der Verleihstation noch schnell ein Zweierkajak reserviert. Hier kannte man uns inzwischen bereits, denn so oft wie wir schien sich wohl sonst keiner der meist mit Ein-Liter-Isolierbechern am Strand liegenden, überwiegend kanadischen Urlauber Sportausrüstung auszuleihen.:-)
Den Strandtag beendete ich dann erneut mit einer Runde Beachvolleyball. Alles in allem war das ein richtiger "Sporttag" und zumindest für uns bedeutend spannender, als nur rumzuliegen - vor allem da ja alles inklusive war! 
Zu Abend speisten wir diesmal sehr gut im karibischen Restaurant Caribeno.
Das Hühnchen meiner Frau in dunkler Kakaosoße war sehr lecker, aber auch gut scharf und ich genoss einen in Rum flambierten Hummer mit Garnelen. 
Am Schnorchelspot mit Louis unserem Kapitän
Sobald man etwas Brot hervorholte, war man umgeben von Fischschwärmen.
Die "Kleinen" waren so neugierig und verfressen, dass sie einem sogar beim Füttern teils in die Hand knappsten - was jedoch nicht schmerzhaft war, sondern sich eher lustig anfühlte.
Auf dem Riff wuchs ein richtiger Korallenwald.
Der Schnorchelausflug war definitiv eines der Highlights unseres Aufenthalts im Resort und ist absolut empfehlenswert!
Kajaktour entlang der Bucht. Auch der Verleih der Sportgeräte war Teil des All-Inclusive-Angebots.
Am letzten Tag segelten wir vormittags noch einmal, natürlich wieder mit dem sehr netten Louis. Eine kräftige Brise sorgte dafür, dass wir ordentlich Fahrt machten und immer mal wieder eine Gischt-Dusche abbekamen. Nach einem letzten Beachvolleyball-Spiel hieß es dann leider Koffer packen. Dies konnten wir dank Late-Checkout bis 14 Uhr für 10 CUC ganz entspannt und auch für ein Mittagessen war dadurch noch Zeit, bevor wir etwas schwermütig auscheckten. Hatten wir doch die letzten Tage hier im Resort sehr genossen und der tolle, an Einrücke so reiche Urlaub neigte sich nun seinem Ende zu. 
Die circa 40 Minuten Fahrt bis zum Flughafen in Holguin verliefen bis auf eine kurzen Stopp an einer Kontrollstation der Polizei problemlos und am frühen Abend startete unser Rückflug mit Condor pünktlich nach Frankfurt. 
Im Flieger ließ ich dann noch einmal die zahlreichen Erlebnisse diese Urlaubs Revue passieren und mir wurde nun erst so richtig bewusst, wie viele unterschiedliche traumhafte Landschaften, beeindruckende Städte und Kultur wir gesehen und welche nette Bekanntschaften wir mit unseren Gastgebern der Casas und den Guides der Wanderungen gemacht hatten. Auch die Kombination aus zweieinhalb Woche aktives und sicherlich auch etwas anstrengendes "Erfahren" der gesamten Insel mit vier Entspannungstagen am Ende kann ich persönlich jedem nur empfehlen, da man dadurch sehr gut zur Ruhe kam und auch nochmal das Erlebte auf sich wirken lassen konnte!
Also: Auf nach Kuba, Amigos! ;-)
Christian

Mittwoch, 29. Juni 2016

Kuba Tag 16-18: Verhextes Wetter auf Cayo las Brujas und Camaguey Reloaded

Der Morgen in Cienfuegos startete heute mit dem ersten richtigen Regen unserer Reise und das sollte leider auch den ganzen Tag so weiter gehen. 
Zunächst führte uns die heutige Fahrt von Cienfuegos auf die Insel Cayo Las Brujas nach Santa Clara, wo wir einen kurzen Stopp am Che Guevara Denkmal und Mausoleum einlegten. 
Der Che
Das Che Guevara Denkmal und Mausoleum in Santa Clara
Die letzten 35 Kilometer bis Cayo Las Brujas fuhren wir fast ausschließlich über diesen Damm.
Hier war nur die Straße und Wasser - sonst nix! :-)
Mangroven gediehen in dem flachen Wasser sehr gut.
Die Fahrt zur Insel verlief ansonsten relativ unspektakulär, die letzten 35 Kilometer legten wir dann nach einer Passkontrolle quasi direkt über das Meer auf einem Damm zurück, während im Rückspiegel die Küste immer kleiner wurde. Die Kontrollstation vor dem Damm war eventuell auch dazu da, um Einheimische vor der Flucht in die USA, die von hier aus über das Meer keine 200 Kilometer entfernt war, abzuhalten.
Das war alles schon irgendwie speziell!
Gegen Mittag erreichten wir unser Hotel, die Villa Las Brujas, deren Bungalows direkt auf einem Korallenriff zwischen Mangroven gelegen war. 
Die schöne Anlage hatte neben einem regelrechten Traumstrand auch eine eigene Marina samt Bootsverleih in jeder möglichen Größe vom Funboot mit Außenborder bis zum Katamaran im Angebot. Die Zimmer waren groß, die Klimaanlage neuwertig und leise und von der Terrasse hatte man einen direkten Blick auf das keine zehn Meter entfernte Meer. Leider war alles aber schon etwas in die Jahre gekommen und zudem nach mehrtägigem Regen teils auch feucht. Davon zeugten die auf dem Boden liegenden Handtücher.
Zum Hotel Villa las Brujas gehörte eine eigene Marina.
Jacuzzi mit toller Aussicht - wenn das Wetter an dem Tag nur nicht so durchwachsen gewesen wäre!
Die Einrichtung war zwar nicht mehr auf dem neuesten Stand - dafür war unser Bungalow aber ordentlich groß.
Perfekte Aussicht von der Terrasse unseres Bungalows.
Die Anlage war idyllisch inmitten der Mangrovenwälder gelegen und entsprechend nur über diese Holzstege begehbar.
Für uns war das aber in Ordnung, denn die Villa Las Brujas war das mit Abstand günstigste Hotel auf den Inseln und für zwei Tage Aufenthalt absolut ok, da wir sowieso die meiste Zeit am Strand verbringen wollten. 
Am Nachmittag irrten wir mit dem Auto zunächst etwas auf der Suche nach dem Einstieg des Gaviota Wanderwegs über die Insel. Der kurze, knapp zwanzig minütige Weg führte zunächst durch dichten Mangrovenwald, der leider auch viele Mücken beherbergte. Über einen teils im Wasser liegenden Holzsteg ging es weiter, bis wir den schönen Sandstrand erreicht hatten. Von dort hatte man auch eine gute Sicht auf die ehemalige Schatzinsel vor der Küste. 
Nach längerer Irrfahrt hatten wir den Wanderweg doch noch gefunden!
Anfangs führte der schmale Pfad durch diesen verwunschenen kleinen Wald.
Danach musste man auf diesem Steg einen kleinen See überqueren. Erst aber mal auf den Steg ohne nasse Füße zu kommen war bereits eine kleine Herausforderung! ;-)
Am Strand angekommen. Im Hintergrund die "Schatzinsel".
"Piratenschiff" im sehr touristischen Pueblo Las Dunas. Da zogen wir es vor, lieber im Hotelrestaurant zu speisen.
Zurück im Auto machten wir uns auf Suche nach dem im Reiseführer erwähnten Pueblo Las Dunas, um dort zu Abend zu essen. Dort angekommen, waren wir ziemlich ernüchtert, denn das so genannte "Dorf" war leider ein komplett künstlich errichteter Touri-Ort, dem jeglicher Charme abging - zudem hatte auch kaum ein Restaurant geöffnet. 
Also fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück in unser Hotel und gaben dem Restaurant eine Chance. Der Fisch für 7,50 CUC und die Shrimps für 10,50 CUC) waren ganz ok, allerdings auch keine wirkliche Geschmacksexplosion. ;-)
Der nächste Tag stand dann komplett im Zeichen der Entspannung und wurde ein reiner Strandtag. Das Wetter meinte es passend zu meinem Geburtstag auch wieder besser mit uns und so zeigte sich sogar immer mal wieder die Sonne zwischen den Wolken.
Auch wenn es bewölkt war, konnte man super im fast Badewannen warmen Wasser schwimmen oder sich am nahezu einsamen Strand lang machen. Zu viel Müßiggang ist ja bekanntlich auch nicht gut und so joggte ich, sehr zur Verwunderung meiner Frau, einmal den Strand entlang und entdeckte beim Schorcheln am Felsen in der Nähe des Restaurants neben zahlreichen kleineren Fischen sogar einen Rochen. Das Grillhühnchen zu Mittag im Restaurant war geschmacklich sogar ziemlich gut. 
Ab 16:30 Uhr zog leider ein Gewitter mit heftigem Regen auf und sorgte dafür, dass es in unserem Bungalow an zahlreichen Stellen von der Decke tropfte - glücklicherweise aber nicht genau über dem Bett. Als dann einige Minuten später nach meinem Anruf auch mal die Dame von Rezeption eintraf, ließ sie uns nur unbeeindruckt ein paar Handtücher da, denn den offensichtlich einzigen Eimer benötigte sie wohl selber. Das war halt wieder typisch, für das Gebaren der meisten staatlichen Hotels auf Kuba!
Man könnte fast meinen, die namensgebenden Hexen, spanisch "Brujas" machten sich mit dem Gewitter einen Spaß daraus, uns zu ärgern! :-)
Eine der Hexen der Hotelanlage.
Blick auf das Hotelrestaurant vom Strand aus. An dem Felsen dort ließ es sich gut schnorcheln.
Den feinsandigen und langen Traumstrand des Hotels mussten wir uns lediglich mit einer Handvoll Gäste teilen.
Zahlreiche Fische tummelten sich am Felsen in der Nähe des Restaurants.
Auch die "Unterwasser-Flora" war schön anzusehen.
Der nächste Morgen jedoch begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und türkisblauem Wasser und diesmal sogar einem guten Frühstücksbuffet! Was wollte man mehr! :-)
Und so legten wir nochmal einen halben Strandtag ein und beim Schnorcheln konnte ich diesmal dank des tollen Lichts einen riesigen Schwarm kleiner Fische, die sich im Flachwasser direkt in Strandnähe tummelten filmen. 
Derart entspannt machten wir uns auf die circa vierstündige Fahrt von 300 Kilometern bis nach Camaguey und erneut zur Casa von Mirta und Candido. Denn Camaguey war für uns Zwischenstation auf dem Weg zurück in den Süden Kubas.
Auf dem Rückweg über den Damm konnte man dank des Sonnenscheins bedeutend besser als auf der Hinfahrt bei bewölktem Wetter erkennen, wie flach und klar das Wasser der Inseln war.
Inmitten eines riesigen Schwarms Fische, der sich im Flachwasser direkt am Strand tummelte.
Die Rückfahrt führte uns erneut über den Damm.
Das Wasser in der Lagune entlang des Damms war kaum knietief.
In Camaguey angekommen, diesmal ohne Schlepper-Zwischenfall und nach herzlicher Begrüßung durch Mirta, zogen wir zum Abendessen in die Altstadt. 
Wir entschieden uns für das Restaurant La Isabella in der Calle de los Cines, das mit allen möglichen Kinoaccessoires ausgestattet war - selbstredend dass man auf Regiestühlen am Tisch Platz nahm. Auch die knusprigen Pizzas für 3-5 CUC und vor allem die hausgemachte Sangria waren lecker. 
Leider hatten uns die schlecht gelaunten Wetterhexen von der Insel wohl verfolgt, denn den Heimweg zur Casa mussten wir im strömenden Regen zurücklegen! ;-(
Christian

Samstag, 25. Juni 2016

Kuba Tag 14+15: Cienfuegos und die Wasserfälle von El Nicho

Heute mussten wir leider wieder Vinales und unserem Gastgeber Porry schweren Herzens den Rücken kehren und machten uns nach dem Frühstück auf die fünfstündige Fahrt von circa 400 Kilometern bis nach Cienfuegos. Diese verlief unproblematisch und recht zügig, da ein großer Teil über die Autopista führte. 

Echsen-Farbwunder
Dachterrasse der Casa Mery mit Blick auf den Jachthafen von Cienfuegos
Zahlreiche solcher mondänen Villen befanden sich auf der Halbinsel Punta Gorda in Cienfuegos.
Die Prunkbauten hatten oft auch direkten Zugang zum Meer samt Bootsanleger.
Unsere Unterkunft, die Casa Mery, befand sich in einer ruhigen Gegend etwas außerhalb des Stadtzentrums auf der Landzunge von Punta Gorda samt Marina in unmittelbarer Nachbarschaft. Wir entschieden uns spontan vor Ort das größere Zimmer für 30 statt 25 CUC zu nehmen, da unser ursprüngliches Zimmer doch etwas beengt war. Wie auch in Vinales, gab es eine schöne Dachterrasse, die mit vielen Blumen geschmückt war und einen Blick auf den Jachthafen und das Meer bot. Nachdem wir uns dort etwas bei einem kühlen Bier von der langen Fahrt entspannt hatten, zogen wir am Nachmittag noch einmal los und erkundeten zu Fuß Punta la Gorda. Diese vorgelagerte Halbinsel bestand im Grunde nahezu ausschließlich aus zahlreichen mondänen Villen - oft noch aus der Kolonialzeit und teils sogar mit eigenem Bootsanleger. Diese schienen nicht nur Touristen zu beherbergen, sondern schienen auch von besser gestellten Einheimische bewohnt zu sein. Daneben säumten auch noch einige Bars die Promenade. 
Zurück in unserer Casa aßen wir dort auch zu Abend, leider war das Essen jedoch kaum gewürzt und entsprechend fade.
Strandpromenade an der äußersten Spitze von Punta Gorda
Wie in Havanna oder Trinidad konnte man auch in Cienfuegos viele toll restaurierter Oldtimer bewundern.
Der Palacio Azul - auch die Hotels hatten hier oft einen besonderen Charme.
Über diese Promenade erreichte man von Punta Gorda aus die Innenstadt von Cienfuegos (im Hintergrund).

Ein ganzes Regal voll mit, für meinen Geschmack für kubanische Mägen teils etwas exotischen, deutschen Produkten. :-)
Im Vergleich dazu wurden wir am nächsten Tag mit einem deutlich besseren und reichhaltigen Frühstück samt überbackenem Käse-Sandwich verwöhnt. Derart gestärkt konnte unser heutiger Tagesausflug nun beginnen und so fuhren wir zunächst auf einer geschwungenen Landstraße durch die wunderschöne grüne, hügelige Landschaft der Escambray. Man fühlte sich regelrecht wie im Allgäu oder dem Bergischen Land südöstlich von Düsseldorf! So fuhren wir durch "Tunnel" aus riesigen Regenbäumen, während an uns auf saftigen Weiden grasende Kühe vorbeizogen und immer wieder der Duft von Jasminsträuchern durch die geöffneten Fenster ins Auto wehte. 
Bereits nach wenigen Minuten, wurde diese Landschaft einer meiner absoluten Lieblingsorte auf Kuba!
Fahrt durch die wunderschöne Escambray
Den Sendero Reino de las Aguas im Park El Nicho durfte man leider nur noch geführt erwandern.
Anfangs führte der Weg entlang dieses lauschigen Baches.
Nach knapp eineinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel, die ca. 50 km von Cienfuegos entfernten Wasserfälle und Naturpools von El Nicho. Das letzte Stück des Weges legten wir dabei auf einer kleineren aber recht guten und asphaltierten Straße zurück, die ungefähr drei bis vier Kilometer hinter dem Örtchen Cumanayagua nach rechts abzweigte. Unser Auto parkten wir auf dem bewachten Parkplatz und folgten zusammen mit einer kleinen Gruppe unserer Führerin in den Park, nachdem wir den Eintrittspreis von 9 CUC pro Person am Kassenhäuschen entrichtet hatten. Wir hatten etwas Pech, denn seit dem 01.05.2015 waren ausschließlich nur noch geführte Touren gestattet. 
Zwar erklärte die Dame dann auch einiges zur Flora, leider blieb im Vergleich zu einer ungeführten Tour entsprechend wenig Zeit fürs Schwimmen, denn der 2 Kilometer lange Spaziergang dauerte insgesamt nur circa zwei Stunden. 
Das kristallklare Wasser der Naturpools...
...lud regelrecht dazu ein, hineinzuspringen - wie es dieser holländische Herr aus unserer Gruppe auch direkt tat!
Das Wasser bahnte sich seinen Weg über mehrere Kaskaden hinab zum Fluss.
Der größte "Pool"
Komisch...hab ihn gar nicht spielen sehen bei der WM! ;-)
Der Tocororo - Der Nationalvogel Kubas
Trotz allem lohnte es sich, da die zahlreichen Wasserfälle und Kaskaden sowie die kristallklaren Wasserbecken sehr sehenswert waren und das Baden darin auch ein Erlebnis. Allein ist man dabei allerdings leider nie, da nach uns bereits die nächsten Gruppen durch den Park geschleust wurden. 
Wer möchte, kann aber etwas unterhalb vom Park in den weiteren Becken im Fluss kostenlos nach der Wanderung weiter baden. So schön wie die Pools im Park waren diese aber leider nicht und so beschlossen wir zurück nach Cienfuegos zu fahren, um uns noch das Stadtzentrum anzusehen. 
Unser Auto stellten wir an unserer Casa ab und machten uns auf den circa zwanzig minütigen Fußweg entlang des Prado in Richtung Zentrum und Fußgängerzone. Dort waren wir beeindruckt von den zahlreichen alten Kolonialbauten und davon wie sauber und gepflegt alles war. 
Bereits auf dem Weg in die Innenstadt passierten wir diverse tolle alte Gebäude.
Straßenszene in Cienfuegos
Das leider geschlossene Restaurant El Tranvio im Hintergrund. Gut zu erkennen ist die namensgebende Straßenbahn auf dem Dach.
Der Prado von Cienfuegos
Der für Kuba so typische Charme der alten, prachtvollen und oft etwas morbiden Kolonialbauten. 
Die drei meist benutzten Fortbewegungsmittel Kubas auf einem Bild.
Fußgängerzone im Zentrum von Cienfuegos
Das Highlight dabei war der Parque Marti bzw. der Plaza de Armas, der gesäumt war von imposanten Gebäuden wie dem Palacio de Valle, dem Teatro Tomas Terry, Kubas einzigem Triumphbogen und der Kathedrale. Cienfuegos mag dem Kuba-Interessierten eventuell nicht ganz so bekannt sein wie Havanna oder Trinidad, hat aber definitiv seinen ganz eigenen Charme und ist definitiv einen Abstecher wert!
Eigentlich wollten wir am Abend im Restaurant El Tranvio auf dem Prado einkehren, da das Essen in unserem Reiseführer sehr gut bewertet war und zudem passend zum Namen eine komplette Straßenbahn auf seiner Dachterrasse aufgestellt war. 
Der Parque Marti auf dem Plaza de Armas
Das Teatro Tomas Terry im Hintergrund links
Der Palacio de Valle
Die Katedrale
In Cienfuegos befindet sich Kubas einziger Triumphbogen.
Nachdem wir vergeblich den Eingang gesucht hatten, kamen wir mit einer Einheimischen ins Gespräch, die uns dann zu unserer Überraschung mitteilte, dass das Restaurant geschlossen hatte, da der Besitzer angeblich wegen Drogenhandels im Kittchen saß!
Also schauten wir erneut in unseren Reiseführer und entschieden uns für den Club Cienfuegos, der auch gut bewertet war und optimaler Weise auch auf unserem Rückweg zur Casa lag. In dem mondänen Club samt Tennisplatz und Bootsanleger war im Erdgeschoss gerade eine lautstarke Party im Gange, während wir auf dem Balkon des Restaurants im ersten Stock mit Blick auf das Meer Platz nahmen. 
Stilvoll zu Abend speisten wir im Club Cienfuegos.
Nach einem leckeren Shrimpscocktail (3,50 CUC) als Vorspeise ließ ich mir das vorzügliche Filet Mignon (12 CUC) schmecken, während unter uns der Bär steppte - bzw. die Einheimischen, denn es war Sonntag - und langsam die Sonne im Meer versank.
Wahrlich nicht das schlechteste Ende eines Urlaubstages! ;-)
Christian