Mittwoch, 28. September 2016

Korsika Tag 5: Palombaggia und Bonifacio

Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst einmal zum etwas südlich von Porto Vecchio gelegenen Strand von Palombaggia
Dieser Naturstrand liegt in einer, der zu Recht als schönste Korsikas bezeichneten Bucht und ist von einem Parkplatz in einem kleinen Wäldchen aus erreichbar. Zudem stören hier keinerlei Hotelbunker den, von Dünen gesäumten, kilometerlangen Sandstrand. 
Bis auf ein paar Holzbuden der Wassersportanbieter und ein, zwei Restaurants ist er nahezu unbebaut!
Da wir unter der Woche und auch noch morgens gegen 10 Uhr ankamen, war zudem auch kaum etwas los und es gab noch zahlreiche freie kostenfreie Parkplätze direkt hinter den Dünen. 
Auch am Strand selbst hatten wir ausreichend Platz um uns herum und konnten richtig schön entspannt in den Tag starten.
Romantisch und etwas wild präsentierte sich uns der Strand von Palombaggia.
Aufgrund der relativ frühen Uhrzeit hatten wir noch viel Platz.
Gegen 11 Uhr brachen wir leider bereits wieder schweren Herzen auf und machten uns auf die Fahrt nach Bonifacio
Die Stadt gehört zu den absoluten Highlights Korsikas, denn deren wehrhafte Oberstadt thront auf einer Klippe über dem blauen Meer und zahlreiche ihrer Häuser sind regelrecht schwindelerregend nahe direkt am Abgrund errichtet. 
Die Steilküste am Ostrand der Stadt
Der Bouleplatz mit der wohl spektakulärsten Aussicht auf ganz Korsika!
Blick auf die Klippe der Oberstadt
Eine der zahlreichen hübschen kleinen Gassen
Leider war diese populäre Sehenswürdigkeit auch entsprechend überlaufen und so kamen wir bereits noch vor der eigentlichen Stadt in den "Genuss" eines Staus der sich von der Zufahrtstraße bis zum Hafen mit seinen diversen Parkplätzen zog. vor der Stadt an als wir gegen 12 Uhr ankamen. 
Daher mein Tipp: Kommt am besten bereits vormittags und nicht wie wir erst gegen 12 Uhr dort an. Dann habt ihr wahrscheinlich auch noch die freie Wahl der Parkplätze und müsst nicht wie wir auf dem recht weit vom Hafen entfernten und recht teuren Parkplatz am Friedhof in der Oberstadt parken. Ob die anderen Parkplätze allerdings billiger sind, vermag ich leider nicht zu sagen. 
Das positive an dem Parkplatz war jedoch, dass man sich bereits in der interessanteren Oberstadt befand und man diese auch bereits nach einem kurzen Fußweg von unter fünf Minuten erreicht hatte.
Wir nahmen uns Zeit und erkundeten zunächst einmal die engen Gassen, die mit ihren alten Häusern und den zahlreichen Restaurant-Terrassen einen ganz besonderen Charme ausstrahlen. An diversen Stellen bot sich zudem auch ein schöner Blick auf das Meer oder die Steilküste. 
Zur Mittagszeit waren die Restaurants brechend voll - am späteren Nachmittag wirkte es dagegen fast wie ausgestorben.
Kirche Sainte Marie Majeure de Bonifacio im Stadtzentrum
Die wehrhaften dicken Stadtmauern schützen Bonifacio sicherlich vor so manchem Piraten.
Die Bastion der Stadt
Das beeindruckendste Panorama auf die Stadt bekommt man jedoch lediglich bei einer Bootsfahrt mit einer der zahlreichen im Hafen ansässigen Anbieter. 
Wir hatten uns für das rote Boot eines Anbieters am Kai bei den Restaurants entschieden, da uns der Angebotspreis von 15 € im Vergleich zu den üblichen 17,50 € pro Person überzeugte hatte und alle Touren sowieso identisch im Ablauf und die Boote nahezu baugleich sind. 
Blick auf die Unterstadt und den Hafen
Das wehrhafte Stadttor
Diese lange Treppe verband die Ober- mit der Unterstadt.
Blick vom Hafen auf die massiven Mauern der Oberstadt von Bonifacio
Die Tour führte zunächst durch die Bucht am roten Leuchtturm La Madonetta vorbei, dann nach steuerbord entlang der Küste und mitten in eine Wasserhöhle. Danach schipperten wir weiter zu zwei schönen, nur per Boot zu erreichenden Buchten, bevor es direkt unterhalb der Klippe von Bonifacio entlang ging. 
Von dort aus hatte man den definitiv besten Blick auf die dramatisch direkt am Abgrund errichteten Häuser. Ich fragte mich allerdings schon während ich begeistert ein Foto nach dem anderen machte, wie lange die Gebäude wohl noch der Erosion trotzen würden und konnte mir bei Leibe nicht vorstellen, dort zu wohnen! 
Dies scheint neben dem ganzen touristischen Trubel eventuell auch ein Grund zu sein, warum fast alle der Häuser in der Oberstadt nicht mehr bewohnt sind.

Die Bootsfahrt führte zunächst durch die Fjord-artige Bucht unterhalb der Stadt hinaus aufs Meer.
Hier wurde auch wieder deutlich, wie stark die Stadt im Grunde einem Fort glich.
Auch diese schöne, nur per Boot zu erreichende Bucht besuchten wir.
Der Leuchttum La Madonnetta markierte die Einfahrt in den Hafen von Bonifacio.
Nicht das Heck samt Ruder eines Schiffs, sondern die Klippe von Bonifacio! :-)
Die in den Stein geschlagene Streppe von Aragon war vom Boot aus optimal zu erkennen.
Schwindelerregend nah wurde hier am Abgrund gebaut!
Blick auf Bonifacio vom Osten aus.
Zurück im Hafen stiegen wir wieder die große Treppe hinauf und bogen dann nach links ab bis zu einem kleinen Aussichtspunkt. Von dort hatte man einen schönen Blick auf die Wehrmauer und das Stadttor und es lohnt den kurzen Spaziergang. 
Wer Bonifacio besuchen will, kann sich grundsätzlich auf einiges an Treppen Steigen gewöhnen, vor allem aber dann, wenn er wie wir noch die berühmte Treppe von Aragon hinab und vor allem wieder hinauf steigen möchte und muss! :-)
Die 187 Stufen der Treppe wurden angeblich damals von den Soldaten des Königs Alfons von Aragonien direkt in den Stein der Klippe gehauen, um so die Stadt zu erobern. 
Für 2,50 € pro Person kommt man in den Genuss und trotz der Mühen war es ein absolut empfehlenswertes Erlebnis, als wir die steilen Stufen hinab stiegen und dann den weiteren, ebenfalls in den Fels geschlagenen Pfad direkt über dem Meer bis zu einer kleinen Grotte spazierten. 
Starke Höhenangst sollte man allerdings nicht haben!
Panorama vom Aussichtspunkt am östlichen Ende der  Oberstadt.
Für die Treppe von Aragon sollte man am besten keine ausgeprägte Höhenangst haben!
Wer unten angekommen war, musste leider die selben 187 Stufen auch wieder hinauf.
Ein ebenfalls in den Stein gehauener Pfad führte weiter von der Treppe aus am Meer entlang.
Er endete an dieser kleinen Grotte.
Nach dieser letzten Sehenswürdigkeit machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Auto und waren froh, dass wir für Bonifacio einen halben Tag eingeplant hatten, denn nur so mit ausreichend Zeit konnten wir die Stadt mit all ihren Facetten erleben. 
Auf der Fahrt zu unserem Übernachtungsziel Sartene legten wir noch einen kurzen Stopp am so genanten Löwenfelsen ein, der perfekt von der untergehenden Sonne in Szene gesetzt wurde.
Typisch für ländliche Airbnb-Unterkünfte verirrten wir uns zunächst einmal auf der Suche nach unserem Gästehaus, aber dank hilfsbereiter Nachbarn und vor allem der netten Gastgeberin, die uns am Ende dann doch sogar noch abgeholt hatte, erreichten wir unser Ziel. 
Der markante Löwenfelsen rechts oben auf dem Bergkamm.
Angekommen in Sartene.
Wir wurden von ihr sogar auf ein Bierchen eingeladen und so saßen wir ein paar Minuten später draußen gemeinsam auf der Terrasse und plauderten entspannt. Dabei offenbarte sie uns, dass wir die einzigen Gäste waren, wodurch wir dann auch noch das ganze Haus für uns allein hatten.
Da hätten wir ja eigentlich mal richtig Party machen können, wären wir nicht von dem ganzen Treppauf- Treppab in Bonifacio so erschöpft gewesen! ;-)
Christian

Sonntag, 4. September 2016

Korsika Tag 4: Col de Bavella, Piscia di Gallo und Zonza

Für heute stand von unserem am Meer gelegenen Übernachtungsort Cala Rossa aus eine Fahrt in die hohen Berge Korsikas an.
Nach wenigen Kilometern umgab uns, für die Vielfältigkeit Korsikas typisch, eine komplett andere Landschaft mit dichten Kieferwäldern und majestätischen Bergen. Auch das Klima hier oben war mit circa 26 Grad und einer frischen Brise sehr angenehm. 
Die Fahrt artete wie bereits am Cap Corse in eine ordentliche Kurverei aus, die gut ausgebaute Straße ließ jedoch das Herz eines jeden Mini-Schumis höher schlagen und ich hatte meinen Spaß! :-)
Entsprechend war die Strecke leider auch auch bei Motorradfahrern und Rennradlern. Letzere zu überholen war aufgrund der engen kurvenreichen Straße leider nicht immer direkt möglich und so zockelte man dann doch eher im Schneckentempo bergan. 
Fahrt hinauf in die Berge von Cala Rossa aus
Das Dörfchen L'Ospedale
Vom oberhalb des Dorfes in einer Kurve gelegenen Aussichtspunkt bot sich ein tolles Panorama auf Landschaft und Küstenlinie.
Einen ersten kurzen Stopp legten wir im Dorf L'Ospedale ein, dessen Einwohner ein fantastisches Panorama auf die tief unter ihnen liegende Küste genießen durften - insbesondere vom etwas oberhalb des Dorfes gelegen Aussichtspunkt. 
Einen eher seltsamen und unwirtlichen Anblick bot dann der nahe gelegene und zu großen Teilen aktuell ausgetrocknete Stausee Barrage de L'Ospedale, denn er war regelrecht übersät mit toten Baumstümpfen. 
Der trockene Teil des Stausees Barrage de L'Ospedale war von toten Baumstümpfen übersät.
In der Nähe der Staumauer war jedoch noch einiges an Wasser vorhanden.
Unser nächstes Ziel war der Wasserfall Piscia di Gallo, den wir nach einer kurzen circa 45 minütigen Wanderung vom bewachten und kostenpflichtigen (3 Euro) Parkplatz aus erreichten. Die Weg dorthin war bereits schön und führte durch verschiedene Landschaftszonen bestehend aus Felsen und Wald bis hin zu einem Hochplateau oberhalb des Wasserfalls mit schönem Panorama. 
Dann folgte ein steiler Abstieg bis zum offiziellen Aussichtspunkt auf den Piscia di Gallo. Wer wie wir halbwegs trittsicher ist, sollte auf jeden Fall noch etwas tiefer klettern. Denn von dort aus hat man eine erheblich bessere Sicht auf den mehr als 60 Meter in die Tiefe stürzenden Wasserfall. 
Startpunkt der Wanderung zum Wasserfall Piscia di Gallo
Der Weg war gut zu gehen und führte zunächst durch einen kleinen Wald.
Später wechselte die Landschaft und es wurde zunehmend felsiger.
Auf dem Felsplateau oberhalb des Wasserfalls
Der Piscia di Gallo
Zurück auf der Straße erreichten wir etwas später das Bergdörfchen Zonza.
Nach einem kurzen Rundgang kauften wir uns beim Bäcker ein paar leckere Teilchen und machten auf einer sonnigen Bank vor der Kirche Mittagspause. Wer genug Zeit im Gepäck hat und Lust auf eine vollwertige Mahlzeit, dem bieten sich zahlreiche nette, an der Hauptstraße gelegenen Lokale an. 
Die Kirche von Zonza
Dorfidylle
An der Hauptstraße und in der Nähe der Kreuzung befanden sich zahlreiche, gut besuchte Restaurants.
Die Straße führte ab Zonza noch tiefer in die Berge.
Das Bergmassiv am Pass Col de Bavella.
Vom Zentrum in Zonza aus ging es an der nicht zu übersehenden Straßengabelung weiter nach rechts und höher in die Berge hinauf bis zum imposanten Pass Col de Bavella
Hier parkten wir unser Auto erneut für eine kleine Gebühr auf dem ziemlich überfüllten Parkplatz und machten uns auf ein knapp zweieinhalbstündige Rundwanderung. Der gut ausgebaute aber dennoch natürliche Wanderweg führte uns dabei durch eine Landschaft, die mich unvermittelt irgendwie an die USA erinnerte sowie durch märchenhafte Farnwälder bis zum Trou de La Bombe, einem riesigen Loch in einer Felswand. 
Das letzte Wegstück bis dort hinauf war dann doch noch etwas Kraxelei, die für jeden normalen Wanderer ab gut zu schaffen ist. Wer allerdings direkt an das Felsloch oder gar hinein möchte, der sollte schon etwas schwindelfrei sein. 
Lustigerweise trafen wir während der Wanderung auf zahlreiche Kühe, die den Wald nach Futter durchstreiften.
Der sehr schöne Rundweg führte durch märchenhafte Farnwälder.
Irgendwie erinnerte mich die Landschaft hier oben auch etwas an die Nationalparks in den USA...
Blick kurz vor unserem Ziel zurück auf das Bergmassiv am Col de Bavella
Das letzte Stück war etwas Kletterei
Aber dafür hatte man dann einen ungehinderten Blick auf das riesige Felsloch, den Trou de la Bombe (Bombenloch).
Auf dem Rückweg zum Parkplatz hatte man noch einmal einen guten Blick auf das "Bombenloch".
Nach der Wanderung genossen wir noch etwas die Aussicht vom Col de Bavella auf die von der Nachmittagssonne angestrahlten Berge, bevor es über Solenzara bis zurück nach Cala Rossa ging. 
Nach der Wanderung besichtigten wir auch noch den eigentlichen Pass.
Wir genossen die Aussicht auf die von der Nachmittagssonne angestrahlten Berge.
In unserem Appartement angekommen, nutzten wir erneut den Vorteil, eine eigene Küche zu haben und somit nicht mehr nochmal auf die Suche nach einem Restaurant gehen zu müssen. Beim Bierchen auf dem Balkon konnte man zudem auch perfekt noch einmal die zahlreichen Eindrücke des abwechslungsreichen Tages Revue passieren lassen.
Christian