Samstag, 25. Juni 2016

Kuba Tag 14+15: Cienfuegos und die Wasserfälle von El Nicho

Heute mussten wir leider wieder Vinales und unserem Gastgeber Porry schweren Herzens den Rücken kehren und machten uns nach dem Frühstück auf die fünfstündige Fahrt von circa 400 Kilometern bis nach Cienfuegos. Diese verlief unproblematisch und recht zügig, da ein großer Teil über die Autopista führte. 

Echsen-Farbwunder
Dachterrasse der Casa Mery mit Blick auf den Jachthafen von Cienfuegos
Zahlreiche solcher mondänen Villen befanden sich auf der Halbinsel Punta Gorda in Cienfuegos.
Die Prunkbauten hatten oft auch direkten Zugang zum Meer samt Bootsanleger.
Unsere Unterkunft, die Casa Mery, befand sich in einer ruhigen Gegend etwas außerhalb des Stadtzentrums auf der Landzunge von Punta Gorda samt Marina in unmittelbarer Nachbarschaft. Wir entschieden uns spontan vor Ort das größere Zimmer für 30 statt 25 CUC zu nehmen, da unser ursprüngliches Zimmer doch etwas beengt war. Wie auch in Vinales, gab es eine schöne Dachterrasse, die mit vielen Blumen geschmückt war und einen Blick auf den Jachthafen und das Meer bot. Nachdem wir uns dort etwas bei einem kühlen Bier von der langen Fahrt entspannt hatten, zogen wir am Nachmittag noch einmal los und erkundeten zu Fuß Punta la Gorda. Diese vorgelagerte Halbinsel bestand im Grunde nahezu ausschließlich aus zahlreichen mondänen Villen - oft noch aus der Kolonialzeit und teils sogar mit eigenem Bootsanleger. Diese schienen nicht nur Touristen zu beherbergen, sondern schienen auch von besser gestellten Einheimische bewohnt zu sein. Daneben säumten auch noch einige Bars die Promenade. 
Zurück in unserer Casa aßen wir dort auch zu Abend, leider war das Essen jedoch kaum gewürzt und entsprechend fade.
Strandpromenade an der äußersten Spitze von Punta Gorda
Wie in Havanna oder Trinidad konnte man auch in Cienfuegos viele toll restaurierter Oldtimer bewundern.
Der Palacio Azul - auch die Hotels hatten hier oft einen besonderen Charme.
Über diese Promenade erreichte man von Punta Gorda aus die Innenstadt von Cienfuegos (im Hintergrund).

Ein ganzes Regal voll mit, für meinen Geschmack für kubanische Mägen teils etwas exotischen, deutschen Produkten. :-)
Im Vergleich dazu wurden wir am nächsten Tag mit einem deutlich besseren und reichhaltigen Frühstück samt überbackenem Käse-Sandwich verwöhnt. Derart gestärkt konnte unser heutiger Tagesausflug nun beginnen und so fuhren wir zunächst auf einer geschwungenen Landstraße durch die wunderschöne grüne, hügelige Landschaft der Escambray. Man fühlte sich regelrecht wie im Allgäu oder dem Bergischen Land südöstlich von Düsseldorf! So fuhren wir durch "Tunnel" aus riesigen Regenbäumen, während an uns auf saftigen Weiden grasende Kühe vorbeizogen und immer wieder der Duft von Jasminsträuchern durch die geöffneten Fenster ins Auto wehte. 
Bereits nach wenigen Minuten, wurde diese Landschaft einer meiner absoluten Lieblingsorte auf Kuba!
Fahrt durch die wunderschöne Escambray
Den Sendero Reino de las Aguas im Park El Nicho durfte man leider nur noch geführt erwandern.
Anfangs führte der Weg entlang dieses lauschigen Baches.
Nach knapp eineinhalb Stunden erreichten wir unser Ziel, die ca. 50 km von Cienfuegos entfernten Wasserfälle und Naturpools von El Nicho. Das letzte Stück des Weges legten wir dabei auf einer kleineren aber recht guten und asphaltierten Straße zurück, die ungefähr drei bis vier Kilometer hinter dem Örtchen Cumanayagua nach rechts abzweigte. Unser Auto parkten wir auf dem bewachten Parkplatz und folgten zusammen mit einer kleinen Gruppe unserer Führerin in den Park, nachdem wir den Eintrittspreis von 9 CUC pro Person am Kassenhäuschen entrichtet hatten. Wir hatten etwas Pech, denn seit dem 01.05.2015 waren ausschließlich nur noch geführte Touren gestattet. 
Zwar erklärte die Dame dann auch einiges zur Flora, leider blieb im Vergleich zu einer ungeführten Tour entsprechend wenig Zeit fürs Schwimmen, denn der 2 Kilometer lange Spaziergang dauerte insgesamt nur circa zwei Stunden. 
Das kristallklare Wasser der Naturpools...
...lud regelrecht dazu ein, hineinzuspringen - wie es dieser holländische Herr aus unserer Gruppe auch direkt tat!
Das Wasser bahnte sich seinen Weg über mehrere Kaskaden hinab zum Fluss.
Der größte "Pool"
Komisch...hab ihn gar nicht spielen sehen bei der WM! ;-)
Der Tocororo - Der Nationalvogel Kubas
Trotz allem lohnte es sich, da die zahlreichen Wasserfälle und Kaskaden sowie die kristallklaren Wasserbecken sehr sehenswert waren und das Baden darin auch ein Erlebnis. Allein ist man dabei allerdings leider nie, da nach uns bereits die nächsten Gruppen durch den Park geschleust wurden. 
Wer möchte, kann aber etwas unterhalb vom Park in den weiteren Becken im Fluss kostenlos nach der Wanderung weiter baden. So schön wie die Pools im Park waren diese aber leider nicht und so beschlossen wir zurück nach Cienfuegos zu fahren, um uns noch das Stadtzentrum anzusehen. 
Unser Auto stellten wir an unserer Casa ab und machten uns auf den circa zwanzig minütigen Fußweg entlang des Prado in Richtung Zentrum und Fußgängerzone. Dort waren wir beeindruckt von den zahlreichen alten Kolonialbauten und davon wie sauber und gepflegt alles war. 
Bereits auf dem Weg in die Innenstadt passierten wir diverse tolle alte Gebäude.
Straßenszene in Cienfuegos
Das leider geschlossene Restaurant El Tranvio im Hintergrund. Gut zu erkennen ist die namensgebende Straßenbahn auf dem Dach.
Der Prado von Cienfuegos
Der für Kuba so typische Charme der alten, prachtvollen und oft etwas morbiden Kolonialbauten. 
Die drei meist benutzten Fortbewegungsmittel Kubas auf einem Bild.
Fußgängerzone im Zentrum von Cienfuegos
Das Highlight dabei war der Parque Marti bzw. der Plaza de Armas, der gesäumt war von imposanten Gebäuden wie dem Palacio de Valle, dem Teatro Tomas Terry, Kubas einzigem Triumphbogen und der Kathedrale. Cienfuegos mag dem Kuba-Interessierten eventuell nicht ganz so bekannt sein wie Havanna oder Trinidad, hat aber definitiv seinen ganz eigenen Charme und ist definitiv einen Abstecher wert!
Eigentlich wollten wir am Abend im Restaurant El Tranvio auf dem Prado einkehren, da das Essen in unserem Reiseführer sehr gut bewertet war und zudem passend zum Namen eine komplette Straßenbahn auf seiner Dachterrasse aufgestellt war. 
Der Parque Marti auf dem Plaza de Armas
Das Teatro Tomas Terry im Hintergrund links
Der Palacio de Valle
Die Katedrale
In Cienfuegos befindet sich Kubas einziger Triumphbogen.
Nachdem wir vergeblich den Eingang gesucht hatten, kamen wir mit einer Einheimischen ins Gespräch, die uns dann zu unserer Überraschung mitteilte, dass das Restaurant geschlossen hatte, da der Besitzer angeblich wegen Drogenhandels im Kittchen saß!
Also schauten wir erneut in unseren Reiseführer und entschieden uns für den Club Cienfuegos, der auch gut bewertet war und optimaler Weise auch auf unserem Rückweg zur Casa lag. In dem mondänen Club samt Tennisplatz und Bootsanleger war im Erdgeschoss gerade eine lautstarke Party im Gange, während wir auf dem Balkon des Restaurants im ersten Stock mit Blick auf das Meer Platz nahmen. 
Stilvoll zu Abend speisten wir im Club Cienfuegos.
Nach einem leckeren Shrimpscocktail (3,50 CUC) als Vorspeise ließ ich mir das vorzügliche Filet Mignon (12 CUC) schmecken, während unter uns der Bär steppte - bzw. die Einheimischen, denn es war Sonntag - und langsam die Sonne im Meer versank.
Wahrlich nicht das schlechteste Ende eines Urlaubstages! ;-)
Christian

Sonntag, 19. Juni 2016

Kuba Tag 13: Wanderung im Valle de Vinales und Höhlen-Besichtigung

Unser Tag startete perfekt, denn Porry verwöhnte uns mit dem besten Frühstück unserer gesamten Reise bisher! Der Tisch beugte sich schon fast unter dem ganzen Obst, Kaffee, frisch gepresstem Saft, Brot, Ei, Marmelade, selbst gemachten Kokosempanadas und auch noch den warmen, mit Käse und Tomaten überbackenen Brötchen. Dazu kam noch das Panorama auf die Mogotes und die Felder, während wir es uns auf der sonnigen Dachterrasse schmecken ließen.
Die Wanderung führte uns entlang der Felder und Karstfelsen
Das Pferd war hier auf den schmalen Pfaden das optimale Fortbewegungsmittel für die Bauern
Bauer bei der Arbeit
Ein kleiner Weiler inmitten der Felder
Lagerschuppen
Die Häuser hier waren im Vergleich zu Vinales noch komplett aus Holz gebaut
Was für eine entspannte Stimmung und welch ein Kontrast zum quirligen und lauten Havanna!
Den Vormittag füllte nach dem Frühstück eine sehr schöne Wanderung mit dem englischsprachigem und sehr netten und geduldigen Guide Gabriel aus. Wir starteten direkt von der Casa aus und wanderten auf kleinen Wegen entlang der zahlreichen Felder und zwischen den grünen Karstfelsen hindurch. Dabei bot sich uns ein toller Kontrast der roten Erde mit den grünen Feldern. Nach einer guten halben Stunden besuchten wir eine Tabakfarm und ließen uns die gesamte Prozedur vom Anbau bis hin zum Rollen der Zigarren erklären. Natürlich bekamen wir und unser Guide am Ende auch eine Zigarre und rauchten diese dann auf dem weiteren Weg. Der Geschmack war bedeutend besser als der der billigen und so genannten Industrie-Zigarren, die ich ein-zwei Mal an der Tanke gekauft hatte. Zudem hatte der Tabakbauer auch noch Honig auf das Mundstück gerieben, wodurch man einen angenehmen Geschmack auf den Lippen hatte.
In diesem mit seiner hohen Decke typischen Haus wurden die Tabakblätter nach der Ernte getrocknet
Der Tabak füllte das komplette Gebäude aus
Hier zeigte uns auch ein Tabakbauer, wie man eine Zigarre fachmännisch rollt.
Reiten konnten hier schon die Kleinsten.
Der Weg führte uns durch eine wunderschöne Landschaft aus roter Erde...
...und den grünbewachsenen Kegelkarstfelsen, den so genannten Mogotes.
Unsere Wanderung führte uns danach vorbei an einem riesigen alten Ceiba-Baum, der auch ein heiliger Ort war, und an den die Einheimischen immer mal wieder pilgerten. Gegen späten Vormittag erreichten wir unser Ziel, eine Tropfsteinhöhle. Für zwei CUC pro Person nahmen wir an einer circa halbstündigen Führung durch örtliche Guides teil. Diese waren auch nötig, denn deren lichtstarken Lampen waren die einzige Lichtquelle und die kleinen Pfade aufgrund der Feuchtigkeit ziemlich glitschig. Am Ende der Höhle wartete auf uns ein ungefähr 30 Meter langer Naturpool, zum Schwimmen war es uns und den anderen Wanderern aber dann doch zu dunkel und klamm.
Der riesige Ceiba Baum
Kein Auto oder Trecker störte die Ruhe im Vinales Tal
Dafür war die Landarbeit leider wohl noch ziemlich mühselig.
Babe und seine "Gang" ;-)
Tabakfelder, so weit das Auge reichte
Der Tabak wuchs über eineinhalb Meter hoch
Immer wieder boten sich uns traumhafte Panoramen auf die Landschaft.
Eingang der Tropfsteinhöhle
Gewaltiger Stalagmit im Inneren
Auf dem Rückweg durch das Vinales Tal
Auf dem Rückweg in Richtung Casa führte uns Gabriel dann noch durch die tunnelartige Höhle Cueva de la Vaca und bei der Finca Raul Reyes legten wir eine letzte Rast ein und ließen uns einen frisch gepressten Mangosaft schmecken.
Wenn ihr nun auch eine solche geführte Wanderung machen möchtet, fragt am besten vor Ort in Vinales im Tourismus Büro nach Gabriel. Je nach Dauer kostet diese zwischen 12 und 15 CUC pro Person - wir hatten für ungefähr fünf Stunden 15 CUC bezahlt.
Die Cueva de la Vaca war im Grund ein Tunnel durch einen der Mogotes hindurch.
Blick von der Höhle hinab in Richtung der Finca Raul Reyes.
Interessante Gesellschaft während unserer Pause auf der Finca
Am frühen Nachmittag und frisch geduscht fuhren wir mit unserem Auto zum Aussichtspunkt in unmittelbarer Nähe des Hotel Los Jazmines.
Diesen kostenlosen und sehr gut zu erreichenden Mirador solltet ihr definitiv einplanen, denn von dort bot sich uns ein fantastisches Panorama auf die von zahlreichen Kegelkarstfelsen gesäumte Landschaft.
Als nächstes fuhren wir wieder nach Vinales zurück und bogen vor dem Ort links ab, um unser nächstes Ziel, die bemalten Felsen von Mural de Prehistoria, anzusteuern. Diese riesige Felsmalerei erkannte man schon von weitem, über die Schönheit und den künstlerischen Anspruch ließe sich wahrscheinlich vortrefflich streiten...mein Fall war es nicht so ganz.
Das Hotel Los Jazmines
Vom nahe gelegenen Mirador samt kostenloser Parkplätze hatte man einen tollen Blick auf das Valle de Vinales
Die Mural de Prehistoria
Anschauen kann man es sich aber auf jeden Fall, denn es ist keine zehn Autominuten von Vinales entfernt und es ist auch nicht nötig, Eintritt für die eigentliche Einrichtung zu zahlen, denn man kann das "Kunstwerk" bereits von der Straße aus sehr gut betrachten und dessen ganze Größe wahrscheinlich sogar noch besser mit dem entsprechend vorhandenen Abstand erfassen.
Mir persönlich deutlich besser gefallen hat mir der Blick vom Mirador, der über einen kurzen, circa 700 Meter langen Weg von Parkplatz des Campismo aus zu Fuß zu erreichen war. Vor Ort kann man sich einen frischen Mangosaft zubereiten lassen, sollte man durstig von der kurzen Wanderung geworden sein.
Kurze Wanderung von circa 700 Metern von der Mural de Prehistoria zu einem Aussichtspunkt
Vom Aussichtspunkt hatte man eine gute Fernsicht auf weitere Felsformationen
Zurück am Auto mussten wir uns dann ziemlich sputen, denn wir wollten unbedingt noch der berühmten Höhle Cueva del Indio einen Besuch abstatten. Das Glück war mit uns hold, denn als wir das Kassenhäuschen gegen 16:40 Uhr erreichten, wollten die Angestellten gerade Feierabend machen, ließen uns aber doch noch hinein für fünf 5 CUC pro Person.
Dadurch, dass wir die letzten Besucher waren, hatten wir die sonst von Touristen regelrecht überschwemmte Höhle komplett für uns allein. Im Vergleich zu den anderen Höhlen, die wir gestern und heute besucht hatten, waren die Wege der Cueva del Indio perfekt ausgebaut und die Wände und Felsen durch farbiges Licht perfekt in Szene gesetzt. Den letzten Teil durch die Höhle legten wir dann per Boot zurück, auf das wir etwas warten mussten, den der Skipper hatte, glaube ich, gar nicht mehr mit Passagieren gerechnet. :-)
Eingang der Cueva del Indio
Sehr gut ausgebaute Wege führten durch die illuminierte Höhle
Den letzten Teil des Weges legte man per Boot zurück
Ausgang der Höhle und Bootsanleger
Zurück zum Sundowner am frühen Abend auf der Dachterrasse unserer Casa spendierte uns Porry dann sogar noch unsere Cocktails, als er erfuhr, dass heute der Geburtstag meiner besseren Hälfte war.
Was für ein phänomenaler Gastgeber! In den bisherigen Casas waren auch alle nett, aber bei Porry fühlten wir uns wie bei guten Freunden!
Abends kehrten wir aufgrund der guten Kritik unseres Reiseführers im Restaurant El Olivo ein und der sehr leckere Hase an einer deftigen Schokoladensoße bestätigte die Empfehlung. Auch die Vorspeisen waren ein Gaumenschmaus!
Christian