Sonntag, 4. Februar 2018

Ligurien und Toskana Tag 2: Wanderung von Corniglia nach Monterosso al Mare

An unserem ersten Morgen in La Spezia wurden wir direkt von einem traumhaft sonnigen und wolkenlosen Wetter begrüßt.
Beste Voraussetzungen also für unsere für heute geplante längere Wanderung vom Cinque Terre Dorf Corniglia über Vernazza bis nach Monterosso al Mare!
Nach dem Frühstück machten wir uns zunächst einmal zu Fuß auf zum nur fünf Minuten von unserem Appartement entfernt gelegenen Bahnhof. 
Dort erstanden wir jeweils eine Zwei-Tages-CinqueTerre-Card inklusive Zugticket für 29 Euro pro Person.
Wie bereits erwähnt, ist diese Art Cinque Terre zu erkunden, neben einer Bootstour, die deutlich entspanntere, als etwa zu versuchen in den winzigen und ziemlich überlaufenen Dörfer einen Parkplatz für den Mietwagen zu finden.
Denn der Zug verbindet alle fünf Dörfer nahezu im Viertelstunden-Takt miteinander, so dass man bequem "Dorf-Hopping" betreiben und gleich mehrere der wunderschönen Orte an einem Tag bereisen kann.
Unsere Fahrt dauerte circa eine viertel Stunde bis wir Corniglia erreicht hatten. 
Blick auf den unter dem Dorf gelegenen Bahnhof von Corniglia

Trotz frühen Vormittags füllten sich die engen Gassen bereits ordentlich.

Der hübsche kleine Platz an der Capella dei Flagellati Corniglia

Blick auf die Küste von Cinque Terre

Die für Cinque Terre typisch farbenfrohen Häuser von Corniglia
Dieses Dorf thronte wie die meisten anderen auf der Steilküste hoch über dem Meer und so musste man zunächst einmal zahlreiche Treppenstufen vom niedriger gelegenen Bahnhof erklimmen, bis man im Dorfzentrum angelangt.
Alternativ kann man sich auch mit einem Shuttlebus vom Bahnhof nach oben karren lassen, aber ihr könnt euch sicherlich denken, dass dieser sehr beliebt und die Schlange dort entsprechend lang werden kann.
...und so schlimm ist der Aufstieg über die Treppen wirklich nicht! ;-)
Obwohl wir bereits recht früh am Vormittag unterwegs waren, merkten wir schnell, dass die Region und UNESCO-Weltkulturerbe Cinque Terre offenbar in jeder Italien- oder Europarundreise unserer amerikanischen und asiatischen Freunde ein elementarer Bestandteil zu sein schien, denn die kleinen Gassen der Orte waren bereits gut mit Touristen gefüllt. 
Nachdem wir uns Corniglia angesehen hatten, begaben wir uns am nördlichen Ende des Ortes auf den gut ausgezeichneten Wanderweg, der uns über Vernazza bis nach Monterosso al Mare führen sollte.
Den Startpunkt markierte zudem auch ein Kassenhäuschen, denn wer sich nicht wie wir bereits im Besitz einer Cinque-Terre-Card befand, musste dort für die Nutzung des Weges bezahlen. 
Der teils recht schmale aber gut zu laufende Wanderweg war nicht umsonst so populär, denn er führte in zahlreichen Windungen immer entlang der Küste und dabei teils durch Weinberge und Olivenhaine und bot einem unzählige tolle Aussichten auf die Küste und die Dörfer von Cinque Terre. 
Wer aber erwartet, dies alles für sich allein zu haben, dem muss gesagt sein, dass man quasi so gut wie nie allein unterwegs ist. 
Deutsche Technik half den Weinbauern bei der Weinlese.

Ausblick vom Wanderweg von Corniglia nach Vernazza

Der Weg war teils nur noch ein schmaler, aber immer sicher zu gehender Pfad.

Blick zurück auf Corniglia

Der Weg führe immer entlang der Küste. Wasser, Sonnenhut und -Creme sollte man auf jeden Fall dabei haben!

Vernazza
In unserem Zwischenziel Vernazza angekommen legten wir zunächst eine Mittagspause im oberhalb des Dorfes gelegenen Restaurant La Torre ein. Wir bestellten uns einen zugegeben recht überteuerten Tomatensalat und eine selbstgemachte Zitronenlimonade, aber im Preis inbegriffen war ein tolles Panorama von der Restaurantterrasse hinunter auf das Dorf und den Hafen über dem der markante Wehrturm des ehemaligen Kastell Doria auf einem Felsvorsprung thronte. 
Nach dem Essen und mit gefülltem Bauch mussten wir dann glücklicherweise erst einmal  nur hinab in das Dorf spazieren um es zu besichtigen. Das pittoreske Vernazza würde ich rückblickend definitiv zu einem der schönsten der fünf Dörfer zählen und kann euch nur empfehlen, entweder die gleiche Wanderung zu machen oder zumindest bis etwas oberhalb vom Restaurant zu laufen, um von dort das Panorama auf das Dorf einzufangen! 
Von der Terrasse des Restaurants La Torre bot sich ein toller Blick auf Vernazza.

Auch hier war man definitiv nicht allein! :-)

Der schöne kleine Hafen des Ortes.

Aufgrund des sehr begrenzten Platzangebots in den Dörfern von Cinque Terre fuhren die Züge wie hier in Vernazza einfach mitten durch den Ort und die Bahnhöfe befanden sich teils sogar in einem Tunnel.
Die zweite Hälfte des Wanderweges von Vernazza bis nach Monterosso al Mare nahm noch einmal circa 2 Stunden in Anspruch - wobei gesagt sein muss, dass wir natürlich diverse Fotostopps einlegten und die reine Wanderzeit entsprechend kürzer ist. Aber bei dieser Wanderung war der Weg das Ziel und wir brauchten uns auch nicht hetzen, da die Züge, die uns später zurück nach La Spezia bringen sollten, bis in die Nacht hinein fuhren. Dieser Teil der Wanderung war sogar noch schöner als der erste und wir waren zudem froh, ihn in diese Richtung gelaufen zu sein, da es kurz vor Monterosso relativ lang ziemlich steil hinabführte und ihn hinaufzulaufen sehr anstrengend zu sein schien, wovon die hochroten Gesichter von entgegenkommenden Wanderern zeugten. 
Blick zurück auf Vernazza

Blick auf Monterosso al Mare

Das letzte Stück des Weges führte recht steil zwischen zahlreichen Gärten und Weinreben hinab bis in den Ort.
Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich den Ort der durch die Steilküste quasi zweigeteilt, jedoch von einem kurzen Tunnel verbunden war. 
Im Gegensatz zu den anderen Cinque Terre Dörfern, gab es hier auch einen gepflegten langen Kiesstrand, auf dem sich zahlreiche zu mietenden Liegen samt Sonnenschirm aufreiten und zum Entspannen und Baden einluden. 
Dieser Einladung beschlossen wir dann auch an einem der nächsten Tage zu folgen und einen Strandtag einzulegen.
Zu Abend aßen wir recht gut und auch nicht zu teuer im Restaurant L' Alta Marea - allerdings zugegeben nicht ganz selbstbestimmt, da alle Tische in den anderen Restaurants bereits belegt waren.
Der südliche Teil von Monterosso al Mare. 

Hier befand sich auch die Altstadt mit ihren typisch engen Gassen und zahlreichen Restaurants.

Der durch einen Tunnel mit der Altstadt verbundene nördliche Teil war geprägt von einer tollen Strandpromenade.
Später spazierten wir wieder durch den Tunnel zurück zum Bahnhof von Monterosso von wo uns gemeinsam mit zahlreichen anderen Tagesausflüglern der Zug zurück nach La Spezia brachte.
Christian

Sonntag, 21. Januar 2018

Ligurien und Toskana Tag1: Ankunft und Reiseroute

Auf römischen Spuren in Ligurien und der Toskana

Nicht nur auf römischen, sondern auch eigenen Spuren. Wie hier im weiteren Verlauf des Urlaubs in Florenz stand ich schon mal vor gut 18 Jahren, damals mit meinen Klassenkameraden auf der ABI-Fahrt 1999.
Endlich war es soweit!
Wie wahrscheinlich viele von euch hatten auch wir das typische Bild der Toskana im Kopf und planten daher schon des öfteren dieser traumhaften in Pastelltönen getünchten Landschaft mit ihren sanften Hügeln, alten Villen und natürlich den akkurat gepflanzten Reihen aus Zypressen, einen Besuch abzustatten.
Die Reise wollten wir mit einem Besuch eines nicht minder populären und sogar als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichneten Gebietes, der so genannten Cinque Terre in Ligurien kombinieren.
Und was wäre ein Italienurlaub ohne Kultur in Form der diversen altehrwürdigen Städte wie Pisa, Siena, Lucca oder natürlich auch Florenz!
Für unsere 18-tägige Rundreise mieteten wir uns ein Auto über den ADAC von Deutschland aus und buchten unsere Unterkünfte wie üblich als Mix aus Ferienwohnungen und Hotels über AirBnB und Booking.com. 
Grundsätzlich bevorzuge ich die persönliche Atmosphäre von Ferienwohnungen, da man besser mit den Einheimischen in Kontakt und auch so an gute Ausflugstipps kommt. Aber manchmal und meist in großen Städten ist ein Hotel dann doch etwas zentraler gelegen oder bietet unverzichtbare Dienstleistungen wie einen eigenen Parkplatz.
Auf Google Maps findet ihr wie immer alle alle Stationen unserer Rundreise durch Ligurien und die Toskana
Alle Stationen unserer Rundreise durch Ligurien und die Toskana.
Unsere Reise begann mit dem circa einstündigen Flug mit Eurowings um 10:50 Uhr von Köln nach Pisa, der auch pünktlich und ohne Besonderheiten verlief.
Wobei...eigentlich begann die Reise genaugenommen mit der Autofahrt von Düsseldorf zum Flughafen Köln-Bonn, wo wir unser Auto in dem dortigen Langzeitparkhaus P3 wie bereits in anderen Urlauben abstellten. Solltet ihr dies auch planen, reserviert am besten auf Grund der teils hohen Nachfrage online am besten mehrere Wochen vorher. Darüber hinaus kommt ihr dann auch in den Genuss eines Online-Buchungsrabattes. 
Am Flughafen in Pisa angekommen, übernahmen wir unseren Fiat Punto, nachdem uns der kostenlose Shuttlebus zu dem Mietwagenparkplatz gebracht hatte.
Das Auto war leider nur halbherzig gesäubert und es fehlte die Radioantenne. Letzteres Problem löste ich diesmal ganz spontan und im Manager-Slang "hands-on", in dem ich einfach von einem anderen Punto die Antenne per Hand abschraubte und an unser Auto montierte. Ansonsten war das Auto aber in Ordnung und sollte uns auch keine Probleme während des ganzen Urlaubs bereiten.
Unsere Fahrt führte uns zunächst über die Autobahn bis Sarzana. Von dort aus ging es dann weiter entlang einer kleineren Panoramastraße von Ameglia aus in Richtung Montemarcello
Unseren ersten kurzen Fotostopp legten wir bei Caffaggio ein, von wo aus sich uns ein schöner Blick auf das Dorf Ameglia bot, das wir kurze Zeit später besichtigten. 
Ameglia wirkte fast wie kleine Burg mit seinen engen verwinkelten Gässchen und wurde quasi gekrönt von einem Kastell aus dem Jahre 963 - erbaut von dem deutsch-römischen Kaiser Otto dem Ersten. Leider konnten wir uns nicht das Innere ansehen, denn das Tor war verschlossen. 
Blick auf Ameglia von Caffaggio aus

In Ameglia

Balkonartiger kleiner Platz vor der Kirche in Ameglia mit Blick auf die Apuanischen Alpen

Mit seinen engen Gassen und hohen Hauswänden wirkte das Dorf fast wie eine Burg.
Das von Otto dem Ersten im Jahre 963 erbaute Kastell
Nach kurzer Fahrt erreichten wir etwas später das, wie viele der kleinen Dörfer, auf einem Hügel errichtete Montemarcello. Von dort aus bot sich uns ein tolles Panorama auf die Küste und die Berge der nahen Apuanischen Alpen und die weithin sichtbaren Steinbrüche von Carrara
Im Ortszentrum machten wir Pause im Caffe delle Ragazze auf der schönen Piazza XIII Dicembre und ließen uns einen leckeren warmen Brownie-Kuchen zusammen mit einem Cappuccino schmecken. 
Blick von Montemarcello auf die Küste und die Apuanischen Alpen im Hintergrund

Die zahlreichen Marmorbrüche waren deutlich zu erkennen und wirkten fast wie Schnee!

In den Gassen von Montemarcello

Der Piazza XII Dicembre. In dem Café hier machten wir erstmal Pause.

Das hübsche Dorf war auf jeden Fall einen Halt wert!

Blick hinab auf ein weiteres Dorf direkt am Meer.

Der Golf von La Spezia sowie die Hafenstadt Lerici
Da es bereits Nachtmittag war wurde es Zeit, zu unserem heutigen Ziel, der Hafenstadt La Spezia aufzubrechen. Dort sollte auch unsere Unterkunft für die nächsten fünf Tage auf uns warten, denn die Stadt hatten wir als Basis für unsere geplanten Wanderungen und Ausflüge zu den nahe gelegenen Dörfern von Cinque Terre auserkoren. 
Diese Vorgehensweise bot sich an, da man entweder per Zug oder auch Boot die kleinen und meist mit sehr wenigen und teuren Parkplätzen ausgestatteten Dörfer am bequemsten und deutlich einfacher als etwa mit dem Mietwagen erreichte.
Die große Wohnung in einer mondänen Villa hatten wir über Airbnb gebucht und sie war zentral aber dennoch sehr ruhig in einem Wohnviertel gelegen. Das Beste war jedoch, dass es von dort gerade einmal fünf Minuten zu Fuß bis zum Bahnhof waren!
Unsere stilvolle Unterkunft in La Spezia
Unsere Entscheidung eine Garagenplatz für nicht ganz billige 12 Euro pro Tag mit anzumieten erwies sich als richtig, da die Parkplatzsituation, wie für Großstädte üblich, auch in La Spezia ziemlich schwierig war. 
Nachdem wir uns am frühen Abend im nahe gelegenen Carrefoure Express Supermarkt in der Via Fiume mit Vorräten eingedeckt hatten, kochten wir uns noch etwas Kleines und beendeten damit den ersten und bereits ziemlich erlebnisreichen Urlaubstag.
Christian