Freitag, 29. April 2016

Kuba Tag 9: Nationalpark Topes de Collantes

Unser erster Morgen in Trinidad begann mit einem für alle bisherigen Casa typisch reichhaltigem und gutem Frühstück, bevor wir uns per Auto auf unseren heutigen Tagesausflug machten zum auf über 800 Metern Höhe gelegenen Nationalpark und bekanntesten Kurort Kubas den Topes de Collantes
Der Ort befand sich circa 19 km von Trinidad entfernt und die komplett asphaltierte Straße dorthin war entgegen mancher Aussagen in eventuell älteren Reiseführern sehr gut befahrbar - sieht man einmal von den monströsen Bodenwellen an einer Stelle ab.
Fahrt von Trinidad hinauf in die Berge der Sierra del Escambray zum Nationalpark Topes de Collantes
Wer kein Auto hatte, konnte sich auch mit diesen alten Militärlastwagen von Trinidad aus hochkutschieren lassen.
Die beiden warteten hoffentlich nicht auf uns! :-)
Im Kurort am Besucherzentrum angekommen, sticht einem sofort das oberhalb auf einem Hügel thronende Kurhaus im nicht gerade schönen 60er Jahre-"Plattenbau-Charme" ins Auge. Auch die übrigen, leider teils schon verfallenen oder nie fertiggestellten Gebäude auf dem großen Gelände, sind ähnlich chic. 
Dies tut der sehr schönen Landschaft und Natur der Sierra del Escambray um einen herum aber keinen Abbruch! 
Besucherzentrum von Topes de Collantes
Das monströse Kurhotel
Wollte man mehrere Tage bleiben, konnte man statt eines Zimmers im Hotel auch einen dieser Bungalows mieten.
Nachdem wir unser Auto in der Nähe eines Restaurants geparkt hatten, machten wir uns auf die erste Wanderung des Tages zum Salto de Caburni, die mit insgesamt sieben Kilometern für Hin- und Rückweg veranschlagt war. Den Eintritt bezahlten wir direkt am Wegesanfang bei einer kleinen Ticketstation und nicht wie ursprünglich gedacht im Info- Zentrum am Eingang des Kurortes. Daher könnt ihr euch einen Halt dort eigentlich sparen, denn mehr als die Informationen in eurem Reiseführer erhaltet ihr dort auch nicht. 
Dieses Haus am Wegesrand war zwar alt, hatte aber irgendwie mehr Charme als die Betonbungalows der Anlage.
Weitere Unterkünfte, die sich an die Berghänge schmiegten.
Tickethäuschen und Startpunkt des Weges zum Salto de Caburni
Der Weg führte meist bergab durch Wald. Im Hintergrund der kleine Verkaufsstand, bei dem man sich auf dem Rückweg einen frischen Saft kaufen konnte.
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke zum Wasserfall passierte man dieses "Felsentor".
Ab hier wurde der Weg deutlich steiler, denn wir näherten uns dem Wasserfall in der Schlucht.
Der Preis war mit neun CUC pro Person zwar recht hoch, lohnte sich aber auf jeden Fall trotzdem, wenn ihr nach einer schönen Wanderung durch den Wald, den idyllischen Wasserfall samt kristallklaren Naturpool erreicht habt. Denn jegliche Anstrengung der leichten bis mittelschweren Wanderung wird vergessen sein, wenn ihr euch rücklings im kühlen Wasser der von hohen Wänden umrahmten Schlucht treiben lasst!
Als wir uns dann auf den Steinen nach dem Schwimmen trocknen ließen, mußten wir feststellen wie klein nicht nur die Welt sondern offenbar auch Kuba war, denn lustiger Weise begegneten uns die Berliner vom ersten Urlaubstag wieder, die in Holguin mit ihrem Kakerlakenproblem zu kämpfen hatten und die wie wir per Auto eine nahezu identische Tour bisher gefahren waren.
Eine der zahlreichen Echsen. Im Grunde raschelte es ständig im Gebüsch.
Der obere Teil des Salto de Caburni. Hier konnte man etwas ungestörter in kleinen Wasserbecken entspannen.
Das Wasserbecken mit dem Salto de Caburni im Hintergrund
Wenn man sich erst einmal im kühlen, klaren Wasser treiben ließ, wollte man eigentlich gar nicht mehr raus!
Der Rückweg zum Parkplatz war dann leider deutlich anstrengender als der Hinweg, da es konstant bergauf ging. Daher nehmt am besten mindestens einen Liter Wasser pro Person mit. 
Kurz vor Ende frohlockte zwar bereits ein erster Getränkestand, wer aber auch noch die letzten circa 800 Meter weiter läuft, kann deutlich entspannter am Ende bzw. Anfangspunkt bei dem dortigen Kiosk eine kalte Limonade oder Cola trinken und sich sogar noch einen warmen Sandwich zubereiten lassen. Oder man macht halt einfach zwei Stopps! ;-)
Wir fuhren mit dem Auto knappe fünf Minuten durch den Kurort um zum Parkplatz der zweiten und letzten Wanderung des Tages zur Tropfsteinhöhle La Batata zu gelangen, die mit insgesamt vier Kilometern (Hin- & ZürücK) deutlich kürzer und weniger anstrengend war. Der Preis betrug vier CUC pro Person und wir bezahlten diese bei einem netten alten Parkranger, der bei einem kleinen Unterstand im Wald stand, denn man nach wenigen hunderten Metern Weg vom Parkplatz aus erreichte. 
Souvenirladen und Restaurant am Startpunkt des Weges La Batata
Auch diese Wanderung führte überwiegend durch den Wald des Nationalparks.
Da man die Höhle nur erreichen konnte, in dem man die letzten Meter mitten durch einen kleinen Bach läuft, würde ich euch empfehlen Wassersandalen mitzunehmen. Diese sind vor allem dann auch hilfreich wenn man nicht gerade auf eine Fußmassage durch die recht schroffen Felsen steht, über die man danach nämlich noch kurz klettern muss. Beim Waten durch das Wasser tat uns zudem der stabile Wanderstock gute Dienste, den wir bei dem Ranger kostenlos ausgeliehen bekommen hatten. Für den einfach zu bewältigenden Weg dorthin, der meist durch Wald und an riesigem Bambus vorbei führte, benötigten wir ihn jedoch nicht.
Riesiger Bambus am Wegesrand
Die Wanderung war recht einfach zu bewältigen und bot kaum steile Passagen.
Die kleine Grotte von La Batata war nur über diesen Bachlauf zu erreichen.
Am frühen Abend und müde vom Wandern waren wir über die kurze und entspannte Rückfahrt nach Trinidad froh, und füllten noch an der recht großen Tankstelle im Süden der Stadt in Richtung Playa Ancon unseren Tank, bevor wir in unsere Casa zurückkehrten. Unser Gastgeber warnte uns vor, dass es heute eventuell lauter werden könnte, da er eine Party veranstaltete und wir natürlich gern teilnehmen könnten.
Uns zog es jedoch erst einmal wieder in die Altstadt mit ihrem tollen Flair und eigentlich wollten wir auch wieder im Restaurant Quince Catorce einkehren, aber leider waren alle Plätze bereits reserviert. 
Auf der Dachterrasse eines kleinen Restaurants zwischen der Calle Alameda und der Calle Cristo gelegen, fanden wir dann aber auch einen schönen Platz und genossen den aufmerksamen Service und das gute Essen, auch wenn es nicht an die Qualität des gestrigen herankam. Zum "Nachtisch" gabs dann noch einen leckerer Mojito und dann machten wir uns auf den Rückweg und wollten eigentlich noch etwas mitfeiern, aber die Hausparty war leider schon beendet.
Aber das war auch okay, denn morgen hieß es wieder recht früh aufzustehen, um uns auf die längere Fahrt nach Havanna zu machen.
Christian

Sonntag, 17. April 2016

Kuba Tag 8: Durch die Escambray nach Trinidad

Unser heutiger Tag begann mit einem superben und dem bisher reichhaltigsten Frühstück der Reise in der Casa Mirta y Candido in Camaguey.
Nachdem wir unsere Sachen wieder im Auto verstaut und uns von unseren Gastgebern verabschiedet hatten, machten wir uns auf die Fahrt nach Trinidad, unserem heutigen Tagesziel
Zunächst fuhren wir durch eher trockene Steppe, doch je näher wir Trinidad und den Bergen der Escambray kamen, desto grüner wurde auch die Landschaft.
Zunächst noch recht karge Landschaft auf dem Weg nach Trinidad
Man konnte das Valle de los Ingenios auch per Touristenzug erkunden, der hier gerade am Turm Manaca Iznaca hält. 
Einen ersten Halt legten wir am circa eine Stunde von Trinidad entfernten Turm Manaca Iznaca ein, der auf einer ehemaligen Zuckerrohrplantage gelegen war. Das Parken kostete wie üblich einen CUC und der Aufstieg auf den Turm pro Person dann ebenfalls noch mal einen. Ich kaufte bei einem Straßenhändler noch einen Bund frischer Bananen als Wegzehrung und ratet mal was die gekostet haben...genau: Einen CUC! :-)
Oben vom Turm bot sich uns dann eine tolle Rundum-Sicht, die sich leider auch trauriger Weise in früheren Zeiten perfekt nutzen ließ, um die auf den Feldern arbeiteten Sklaven zu beobachten und am Fliehen zu hindern.
Eingang zum Turm Manaca Iznaca
Zahlreiche Händlerinnen boten am Wegesrand ihre Souvenirs, meist Tücher und Tischdecken, an.
Blick vom Turm auf das alte Herrenhaus der Plantage
Vom Turm aus konnten die damaligen Herren auch leider sehr gut ihre Sklaven auf den Feldern überwachen.
Nach dem Abstieg schlenderten wir auf dem Weg vom Turm zu dem ehemaligen Herrenhaus an zahlreichen schönen Strickwaren diverser Händlerinnen vorbei.
Da die Temperatur inzwischen auf sagenhafte 34 Grad geklettert, sehnten wir uns nach einem schattigen Plätzchen und einem kühlen Getränk. Beides bekamen wir in dem Restaurant, das sich nun in dem Herrenhaus befand und so machten wir es uns auf der Terrasse in einem Schaukelstuhl bequem und schlürften unsere kalte Cubakola
Das alte Herrenhaus, in dem sich nun ein Restaurant befand.
Ausrangierte Glocke des Turms
34 Grad - Im Schatten wohlgemerkt!
Auf den Schaukelstühlen und im Schatten ließ es sich trotz der Hitze gut entspannen.
Unser nächster Stopp war mit dem Auto keine fünf Minuten entfernt und über eine kurze Stichstrasse auf der linken Straßenseite zu erreichen, die uns zum Torre San Isidro führte. Der Turm sollte laut Reiseführer eigentlich halb verfallen und von Bäumen umrankt sein, wurde nun aber gerade renoviert, wodurch leider kein Zugang auf das Gelände möglich war. 
Also hielten wir uns dort nicht lange auf und fuhren dann weiter zum Mirador Loma del Puerto, der einen schönen Blick über das Valle de Los Ingenios bot. Es versteht sich von selbst, dass das Parken natürlich wieder ein CUC kostete. 

Torre San Isidro
Mirador Loma del Puerto
Blick auf das Valle de Ingenios vom Mirador aus
Die Hitze machte eine weitere Abkühlung nötig! ;-)
In Trinidad angekommen, fanden wir unsere Unterkunft ohne Probleme und wurden diesmal auch von keinem Schlepper, wie in Camaguey abgefangen. Die in einer ruhigen Seitenstraße mit Kopfsteinpflaster gelegene Casa Los Hermanos war sehr stilvoll eingerichtet samt kleinem Innenhof, Terrasse und sehr sauberen und charmanten Zimmern. Der Gastgeber war, wie bereits auch alle der anderen Casas zuvor, sehr nett und zuvorkommend.
Liebevoll gestalteter Innenhof der Casa Los Hermanos in  Trinidad
Die pittoreske Straße, in der sich unsere Casa in der Nähe der Altstadt befand.
Spätnachmittags zogen wir zu Fuß los und befanden uns keine zehn Minuten später im Zentrum der Altstadt, deren toller Kolonialcharme und lebendige Atmosphäre uns bereits nach wenigen Augenblicken in ihren Bann zog. 
So führten uns die mit Kopfsteinpflaster gedeckten Gassen an einem herrschaftlichen und super restaurierten alten Herrenhaus nach dem anderen vorbei und von überall her klang Musik aus den zahlreichen Bars und Restaurants.
Hier pulsierte das Leben! Salsaband (links im Bild) und zur Restaurantterrasse umfunktionierte Treppe im Herzen Trinidads.
Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit
An der Plaza Mayor
Von dem Turm der ehemaligen Kirche, die nun ein Museum beherbergt, hatte man einen tollen Blick auf die Stadt.
Lohnenswert war auch der Eintritt (1 CUC pro Person) in das Museo de la Lucha contra Bandidos, denn gleichzeitig konnte man dort auch den ehemaligen Kirchturm des Gebäudes besteigen, von wo sich einem ein tolles Panorama auf die Dächer der Stadt bot.
Blick auf die Dächer Trinidads mit den Bergen der Escambray im Hintergrund
Altes Patrouillenboot im Museum
Russischer LKW-Oldtimer
Am Abend genossen wir im Restaurant Quince Catorce in der Calle Simon Bolivar unser bestes Essen der gesamten Reise. Es startete mit einer perfekt abgestimmten Gemüsesuppe als Vorspeise auf die kreolische Shrimps als Hauptgang und dann noch eine Cocktail-spezialität aus Trinidad zum Abschluss folgten. Der Preis mit 37 CUC für alles zusammen inkl. Bier und kostenlosen Aperitif und Digestif für zwei Personen war meiner Meinung nach jeden Peso wert!
Das tolle Essen passte zudem perfekt zum exzellenten Service und zu der einzigartigen Inneneinrichtung des Restaurants, bei der man sich wie in einem Porzellanmuseum fühlte. Dazu gab es auch noch gute Lifemusik einer sechsköpfigen Band samt zweier grazilen Tänzerinnen...wobei es für mich etwas peinlich wurde, als ich mit einer der beiden dann ein Tänzchen aufs Parkett legen musste und mich fühlte wie ein plumper Tanzbär. :-)
Straßenszene in Trinidad - so stellte ich mir irgendwie immer Kuba vor!
Einheimische bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Domino spielen
Im Restaurant Quince Catorce
Konnte man fürstlicher speisen?!
Aus nahezu jedem Haus im Zentrum der Altstadt Trinidads erklang am Abend Musik.
Alles in allem aber war es ein toller Abschluss dieses ersten Tages im bezaubernden Trinidad, das wir direkt ins Herz geschlossen hatten.
Christian

Sonntag, 10. April 2016

Kuba Tag 7: Fahrt nach Camaguey über Bayamo und Las Tunas

Der heutige Urlaubstag wird mir wohl für immer als der sicherlich heftigste auf Kuba im Gedächtnis bleiben. So startete er bereits mit dezenter Übelkeit und Magenbeschwerden - eventuell hatte ich das gestrige Abendessen nicht gut vertragen oder mir gar einen Virus eingefangen!?
Leider konnte ich mich auch nicht wieder einfach ins Bett legen und auskurieren, sondern musste mich hinter das Lenkrad klemmen, denn auf uns wartete eine recht lange Fahrt bis nach Camaguey. 
Zunächst führte uns der Weg wieder durch die Berge der Sierra Maestra in Richtung Bayamo
Die Straße war zwar asphaltiert, aber teils abenteuerlich steil.
Bauer mit einem altmodischem Holzpflug auf dem Weg zu seinem Acker
Zunächst einmal brauchten wir jedoch Sprit und wir machten uns in der Stadt Bayamo auf die Suche nach einer Tanke mit Superbenzin. Dies dauerte etwas, da nur die größeren Stationen dieses anbieten und sich die anderen weigerten, Normalbenzin an uns zu verkaufen. Dem Motor hätte einmal Normalbenzin anstelle von Super sicherlich nicht den Garaus gemacht, aber eventuell war es den Tankstellen auch von oben verboten, an Touristen den günstigeren Sprit zu verkaufen. 
Unser nächster Zwischenstopp führte uns nach Las Tunas, um dort vor allem unsere Mineralwasservorräte aufzustocken. Dort allerdings zollte die Hitze, kombiniert mit meinem Unwohlsein, sowie dem Tragen von fast 30 Litern Wasser durch die Mittagssonne vom Supermarkt zurück zum Auto ihren Tribut und gaben meinem Magen den Rest: Ich stellte die Wasserflaschen ab und erbrach mich direkt an einem Baum mitten auf der Hauptstraße der Innenstadt.
Interessanterweise schien das aber kaum jemanden zu ekeln oder auch nur besonders zu interessieren. Eventuell war dies ja ein nicht ganz ungewöhnliches Bild nach so manchem Rum-schwangeren Saufgelage! :-)
Eine ältere Frau wies meine Frau, die in der Zwischenzeit das Wasser zum Auto gebracht hatte, unterwegs noch sehr amüsiert darauf hin, was ich gerade machte. Sie dachte wohl, ich hätte einfach etwas zu viel Havanna Club konsumiert!
Nach meiner kleinen Aktion ging es mir zum Glück dann bereits wieder etwas besser und so konnten wir unsere Reise fortsetzen. Nicht bevor wir jedoch den Leuten in der Straße, in der wir unser Auto abgestellt hatten, einen CUC für das "Putzen" unseres Auto mit alten Zeitungen gaben. 
Statt LKWs wurden überwiegend noch Pferdegespanne eingesetzt.
Diese waren oft bis zum absoluten Maximum beladen.
Kubanischer Mercedes ;-)
In Camaguey angekommen, fanden wir trotz des berüchtigten Gewirrs aus Einbahnstraßen dank der Navi-App unsere in der Nähe der Altstadt gelegene, Casa Mirtha y Candido relativ zügig.
Doch der heutige Tag sollte mir, beziehungsweise in diesem Fall uns beiden, ein weiteres Mal übel mitspielen: Wir hatten kaum gegenüber der Casa angehalten, stand auch schon ein Typ am Auto und erklärte uns auf recht gutem Englisch, er sei unser Gastgeber Candido. Leider sei die Dusche in unserem Zimmer kaputt, aber glücklicherweise hätte er noch eine Freundin, die ebenfalls eine Casa besäße und uns für das gleiche Geld dort einquartieren würde.
Irgendwie kam uns das ganze schon etwas seltsam vor, aber auf der anderen Seite wirkte er auch nett und die Geschichte halbwegs plausibel.
Also ließen wir uns von ihm zu der anderen Casa lotsen. Dort angekommen, wollte er uns direkt noch eine Droschkenfahrt aufschwatzen, was dazu führte, dass uns langsam doch verstärkt Zweifel an seiner Ehrlichkeit kamen und wir überlegten, ob wir einem der berüchtigten Schlepper von Camaguey auf den Leim gegangen waren. 
Dies sollte sich dann auch bewahrheiten, als wir kurze Zeit später beim Auspacken unserer Koffer in der neuen Casa eine SMS unserer Agentur Cubacommodation erhielten, da wir bereits von unserer echten Gastgeberin Mirtha vermisst wurden. 
Also schrieben wir, was passiert war und wo wir uns befanden und keine Viertelstunde später stand Mirtha vor der Pforte des Hause. Nach einem kurzen und etwas hitzigen Wortgefecht mit der anderen Casa-Besitzerin bekamen wir unser Geld zurück und fuhren mit Mirtha in ihre Casa. 
Was für ein Tag!!
Schöner Innenhof der Casa Mirtha y Candido
Über die Straße, in der sich unsere Casa befand, erreichte man die Altstadt gut zu Fuß in einer knappen Viertelstunde.
Hola Amigos! :-)
Je näher wir der Altstadt kamen, desto besser waren die Häuser in Schuss.
Kaum ein Haus hatte die gleiche Farbe!
Trotz oder eventuell auch aufgrund des erkennbaren Verfalls, eines der vielen imposanten Gebäude in Camaguey.
Aber nun endlich war alles in Ordnung und wir schnauften erstmal durch und entspannten uns mit einem kalten Bier im Innenhof des sehr schönen alten Hauses im Kolonialstil. Dabei plauderten wir noch etwas mit Mirtha und Candido und lachten gemeinsam über das Erlebte. 
Am späten Nachmittag zogen wir noch einmal zu Fuß los und schlenderten durch die pittoresken Gassen der Altstadt mit ihrem Mix aus alten Häusern und entspannter Atmosphäre. 
Die Oldtimer passten irgendwie bedeutend besser in das Straßenbild als die modernen Autos.
In der Altstadt von Camaguey
Plaza del Carmen
Die Banco Popular de Ahorro de Camaguey
Plaza de los Trabajadores
Che war auch in Camaguey omnipräsent
Am Abend kehrten wir im zentral neben der Kirche Iglesia de al Soledad gelegenen Restaurant Bodegon Cayetano ein. Das Essen war geschmacklich gut, leider bekam ich aufgrund meiner Magenprobleme immer noch kaum etwas herunter. 
"Little Hollywood" auf einem Teil der Calle Ignacio Agramonte mit diversen Kinos und Themenrestaurants
Die lebensfrohen Kubaner kamen immer zahlreich zu öffentlichen Tanzveranstaltungen wie diese. 
Streetart in einer kleinen Seitenstraße der Calle Republica
Hier auf der Terrasse des Restaurants Bodegon Cayetano speisten wir recht lecker am Abend.
Als ich später am Abend in unserer Casa auf dem leider etwas zu dicken Kissen einzuschlafen versuchte, machte ich ehrlich gesagt im Geiste drei Kreuze, dass dieser Tag, wenn auch Camaguey am Ende wirklich sehenswert war, nun sein Ende hatte! :-)
Christian