Freitag, 25. März 2016

Kuba Tag 5: Rundwanderung in der Sierra Maestra und Fahrt nach Santo Domingo

Für den Vormittag buchten wir direkt im Hotel eine geführte Wanderung mit dem Guide Michael, der sowohl englisch als auch etwas deutsch sprach und sehr nett war. Der schöne Weg führte uns quasi einmal rund um das Hotel El Salton durch kleinere Waldstücke und über die Wiesen und Felder der umliegenden Farmen. 
Teilweise kamen wir uns vor wie im Auenland!
Die dichten Wälder der Sierra Maestra - im Hintergrund der kleine Bauernhof, den wir später noch besuchten.
Bei diesem Bauern machten wir unseren ersten Stopp und bekamen direkt zwei Mangos geschenkt.
Dabei gab uns Michael immer wieder Informationen zu Flora und Fauna und erzählte uns auch so manche interessante Anekdote, wie etwa, dass diese Gegend zur Zeit der Revolution die dritte Front des Guerillakrieges markierte und unter dem Kommando von General Almeida stand. 
Der "Wachhund" des Bauern
Einfache, aber trotzdem sehr saubere Einrichtung des Bauernhauses. 
Natürlich durften auch hier die Konterfeis von Che und Fidel samt Parole nicht fehlen!
Michael zeigte uns viele verschiedene Arten der hier entweder wild wachsenden oder angebauten Pflanzen wie etwa Kakao, Kaffee, Anis, Mango, Bitterorange oder die Brotfrucht - und riesige Regenbäume. Die hügelige Landschaft kam einem mit ihren saftig grünen Wiesen und teils riesigen Regenbäumen vor wie eine Mischung aus Auenland und Pandora. Die Bauern, denen wir auf der Wanderung begegneten, kannten natürlich alle Michael und waren auch zu uns sehr freundlich, ohne dabei etwas von uns haben zu wollen.
Einer der zahlreichen Regenbäume mit ihrem beeindruckenden Blätterdach
Frucht des Kakaobaums
Echse beim Sonnenbaden am Fluss
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke legten wir an dem kleinen Bach, der auch den Wasserfall des Hotels zu speisen schien, wenn er mehr Wasser führte, eine Rast ein und wir kühlten uns in einem wunderschönen Naturpool samt kleinem Wasserfall ab.
Ungefähr zur Hälfte der Wanderung erreichten wir dieses schöne Bachbecken.
 Zahlreiche einladende Naturpools durchzogen den Bachlauf.
In diesem Becken samt Wasserfall ließ es sich perfekt schwimmen und von der Wanderung abkühlen.
Erfrischt stiegen wir danach ein kurzes steiles Stück Wiese hinauf und statteten einem älteren sehr netten Ehepaar auf ihrem kleinen Bauernhof, der auf der Kuppe thronte, einen Besuch ab. Auf dem Hof tummelte sich eine ganze Schar an Hühnern und Gänsen, dazwischen zwei kleine Hunde und ein schwarzes Hausschwein, die Michael mit etwas Reis anlockte und fütterte. 
Die Bauern bauten hauptsächlich Kaffee an, zu dem sie uns dann auch direkt einluden und ihn in einer alten Kaffeemaschine ohne Strom, dafür aber stilecht durch eine alte Socke brauten! :-) 
Der kleine Hof der Kaffeebauern, die wir besuchten.
Unser Guide Michael beim Füttern der Bremer Stadtmusikanten :-)
Das kleine Haus bestand aus gerade einmal drei Räumen.
Die Dame des Hauses beim Zubereiten unseres Kaffees, auf den wir eingeladen wurden.
Das tat dem Ganzen aber keinen Abbruch, denn der frische Kaffee war sehr aromatisch und die Atmosphäre nett und entspannt. So plauderten wir, während wir den Kaffee schlürften, mit den beiden und Michael half dabei beim Übersetzen. Sie freuten sich dann auch herzlich, als wir ihnen etwas Geld, einen Kuli  und noch eine Packung Schnürsenkel, die ich in meinem Rucksack immer als Reserve dabei hatte, schenkten. Ich dachte mir, dass sie die Schnürsenkel hier, so doch ziemlich fern ab der Zivilisation, ganz gut gebrauchen könnten. 
Dieser gigantische Regenbaum musste Pate für die Filmwelt Pandora gestanden haben!
Blick zurück zum Bauernhof auf unserem Weg ins Hotel.
Kurz vor Ende der Wanderung war uns noch einmal ein schöner Blick auf unser Hotel El Salton gegönnt.
Gegen Mittag zurück im Hotel und nach der Verabschiedung von Michael, samt etwas Trinkgeld und einigen bunten Kugelschreibern für seine Kinder, brachen wir auf und machten uns auf die Weiterfahrt nach Bartolome Maso. Entgegen unserer Befürchtungen war die unbefestigte Piste vom Hotel weg trotz des gestrigen Regenschauers gut befahrbar. 
Leider war das nächste Hotel in Santo Domingo auf Google Maps falsch eingezeichnet worden und auch mein Navi wusste nicht weiter und so fanden wir uns statt in Santo Domingo und am Hotel zunächst einmal in Bartolome Maso vor einer Fabrik wieder. 
Die Berge der Sierra Maestra im Hintergrund und Portraits von Nationalhelden am Straßenrand auf der Fahrt in Richtung Bartolome Maso
Statt dieser Fabrik in Bartolome Maso sollte hier laut Google Maps eigentlich unser Hotel sein.
An einer kleinen Imbissbude fragten wir dann ganz klassisch nach dem Weg und deckten uns dabei auch gleich mit einem Sandwich für unglaubliche umgerechnet 20 Cent pro Stück ein. Da ich das Gefühl hatte, dass unser Auto relativ wenig Öl hatte, wollte ich an der Tankstelle des Ortes noch Motoröl kaufen, bevor wir weiterfuhren. 
Dies gestaltete sich jedoch etwas abenteuerlich, weil ich zunächst einmal aufgrund meiner schlechten Spanischkenntnisse nach Salatöl fragte und nur fragende Blicke erntete. Nachdem ich dann das richtige Wort im Übersetzer nachgeschlagen hatte, hellte sich die Miene des Tankwarts auf und er führte mich in den Verkaufsraum. Doch dort stellte sich schnell heraus, dass die Öltypen in Kuba nicht dem deutschen Standard zu entsprechen schienen und er noch weniger Ahnung als ich hatte. Also griff ich einfach zu der Flasche, die noch am ehesten zu passen schien und füllte sie samt einem kleinen Stoßgebet in den Motor. Mein Gebet schien glücklicherweise erhört worden zu sein, denn bis zum Ende des Urlaubs schnurrte der Motor wie ein Kätzchen. ;-) 
Was nicht so gut funktionierte, war allerdings die Wegbeschreibung von der Imbissbude, denn nach knapp einer Stunde Irrfahrt über Land, fanden wir uns genau an dieser Tankstelle wieder! Unter Umständen lag es aber auch daran, dass ich maximal nur die Hälfte überhaupt verstanden hatte ... :-)
Wir fragten also erneut nach dem Weg und das schien irgendwie Aufmerksamkeit zu erregen, denn am Ende versammelte sich ein kleine Menschentraube hilfsbereiter Kubaner um uns und sie zeichneten uns sogar netterweise den korrekten Weg auf, der uns dann auch an unser Ziel führen sollte. 
Daher mein Tipp, solltet ihr auch einmal in das Hotel nach Santo Domingo fahren wollen: Folgt am besten lieber dem Schild noch vor dem Ortseingang von Bartolome Maso nach Santo Domingo und vertraut hier nicht Google Maps. 
Die Straße führte uns von Bartolome Maso aus hinauf in die dichten Wälder der Sierra Maestra.
Die  Steigung der Straße war teils fast genauso beeindruckend wie die Berge der Sierra Maestra im Hintergrund! :-)
Die Straße wand sich immer wieder entlang an Bergkämmen und durch dichten Wald hindurch.
Kurz hinter der Stadt schraubte sich die Straße hinauf in die beeindruckende Berglandschaft der Sierra Maestra und wir stoppten immer wieder kurz zum Fotografieren. Dabei wurden wir einmal neugierig von einer Schar Kinder beobachtet, die uns zuwinkten. Ich schnappte mir ein paar meiner bunten Kulis und gab sie den Kleinen, die sich sehr freuten und auch gleich artig bedankten. Grundsätzlich sollte man Kindern auf Kuba immer lieber Kugelschreiber oder andere nützliche Dinge und nicht etwa Süßigkeiten oder gar Geld schenken.
Unser Hotel Villa Islazul Santo Domingo lag in einem malerischen Flusstal mitten in der Sierra Maestra. 
In diesem entlegenen Tal lag unser Hotel Santo Domingo.
Die massiven Bettonbrücken waren ein regelrechter Fremdkörper in der sonst fast unberührten Natur.
Die Anlage selbst war zweigeteilt in einen Bereich mit neue schönen Holzgebäuden und älteren Bungalows, in denen auch wir einquartiert waren. Die Zimmer samt funktionierender Klimaanlage waren in Ordnung, lediglich der Kühlschrank war defekt. Im Vergleich zu dem schöneren Hotel El Salton war der Preis mit umgerechnet 60 € pro Nacht etwas hoch, aber aufgrund der mangelnden Optionen an Unterkünften in dem Gebiet und der Nähe zum alten Versteck Fidel Castros, das wir morgen besuchen wollten, sowieso alternativlos. 
Die Rezeption des Hotels
Terrasse unseres Bungalows
Die Anlage war recht schön inmitten von zahlreichen Bäumen und Pflanzen gelegen. Hier rechterhand das Restaurant.
Der rauschende Fluss befand sich unmittelbar neben dem Hotel
Nicht unser Abendessen :-p
Da es außer dem Hotel auch nur ein Restaurant und keine Einkaufsmöglichkeiten in dem Tal gab, beschlossen wir im Hotelrestaurant zu essen. Wie schon im Hotel El Salton waren auch dort die Wände offen und man konnte den Geräuschen der Natur und des vorbeifließenden Baches beim Essen lauschen. Das Kalbsgulasch als Hauptspeise war geschmacklich gut, der Rest - insbesondere die Nachspeise leider eher untere Geschmacks-Schublade und der Service, sagen wir mal ... rustikal-sozialistisch. ;-)
Christian

Mittwoch, 23. März 2016

Kuba Tag 4: Durch Guantanamo bis zur Sierra Maestra

Nach gewohnt leckerem und reichhaltigen Frühstück in unserer Casa führte unsere Fahrt von Baracoa aus zunächst in Richtung Süden über die schöne Passstraße La Farola und durch eine grüne Berglandschaft. 
Die schöne Passstraße La Farola
In der Nähe von Baracoa herrschte noch subtropisches Grün vor
Je mehr wir uns von dort der Region Guantanamo näherten, desto weiter kletterte das Thermometer nach oben und desto trockener und karger wurde die Landschaft. Unser Weg führte uns über weite Strecken über eine Küstenstraße entlang an einer rauen Küste mit versteinerten Korallen und bis zu drei Meter hohen Kakteen. Kontrastreicher hätte diese Landschaft im Vergleich zum tropisch-grünen Südosten der Insel, aus dem wir kamen, nicht sein können! 
Küstenstraße in Richtung Guantanamo
Unser MG 5 von REX, der uns im ganzen Urlaub immer pannenfrei ans Ziel brachte.
Kakteen prägten das Bild der trockenen Region Guantanamo
So schön und doch so schmerzhaft! :-)
Versteinerte Korallen an der Küste
Die Korallen gab es in den unterschiedlichsten Formen
Einen kurzen Stopp legten wir auch an einem, auf einem Hügel gelegenen Aussichtspunkt samt Restaurant ein und erhaschten einen sehr entfernten Blick auf den berühmt-berüchtigten US-Stützpunkt am Horizont. 
Panorama vom Aussichtpunkt mit Blick auf den US-Stützpunkt am Horizont
Trotz Zoom konnte man kaum etwas erkennen, aber die Landschaft war eh interessanter!
Etwas später fuhren wir dann zum ersten Mal ein Stück über die Autobahn bzw. die Autopista. Dies war für uns als Deutsche ein besonders surreales Erlebnis, da wir oft das einzige Auto auf der dreispurigen Straße waren. Zudem war die rechte Spur Pferdekutschen vorbehalten ... das stelle man sich mal auf der A3 in Deutschland vor! ;-) Davon abgesehen genoss ich es, endlich einmal 100 und fast Schlagloch-frei fahren zu können.
Einmal wurde es dann doch etwas brenzlig, als plötzlich mitten auf unserer Spur ein Baum lag! Als wir ihn passierten, stellten wir fest, dass es sich wohl um die kubanische Version eines Warnzeichens oder auch Absperrung für das riesige Loch im Asphalt dahinter handelte. Wären wir da durchgebrettert, hätten wir uns wohl nach einem neuen Auto umsehen müssen! :-)
Kubas Autobahn, die Autopista - oft ganz ohne Autos! :-)
Nach dem Stück Autobahn fuhren wir wieder über normale Landstraßen, die teils überraschenderweise sehr gut in Schuss waren. Lediglich nach den oft unbeschrankten Bahnübergängen musste man immer Ausschau halten und die nötige Vorsicht beim Überqueren walten lassen. Denn die Schienen standen oft ordentlich nach oben hin über und man hätte sich bei zu schneller Geschwindigkeit ganz schnell einen Reifenplatzer einhandeln können. 
Gut ausgebaute Landstraße
Die Landschaft wurde zunehmends wieder grüner, je mehr wir uns der Sierra Maestra näherten.
Zugewachsener Fluss
Kurz vor Ankunft an unserem Ziel, dem Hotel El Salton, schwitzten wir dank der extrem schlechten Schotterpiste nochmal etwas. Dort angekommen, entschädigte uns dafür dann jedoch die schöne, bei Contramaestre und mitten im Dschungel der Sierra Maestra gelegene Anlage samt klimatisiertem Zimmer. Der Preis des über Cubaism.com gebuchten Zimmers war mit ca. 55 € pro Nacht inklusive Frühstück auch in Ordnung.
"Blockade" der Zufahrtstraße zum Hotel
Das mitten im Dschungel gelegene Hotel El Salton
Die klimatisierten Zimmer verteilten sich auf diesen zweistöckigen Bungalows
Man kam sich teilweise vor wie in Jurassic Park! :-)
Das einzige Manko war, dass der hauseigene Wasserfall samt Naturpool leider auf Grund des trockenen Wetters und Mangels an Wasser nicht zu nutzen war. Eigentlich hätte ein Bad dort die Krönung des Tages werden sollen, denn der Wasserfall lag ganz romantisch mitten im Dschungel und keine 20 Meter von unserem Zimmer entfernt. 
Schön anzusehen war er aber dennoch und auf Regen wollten wir auf keinen Fall hoffen, denn sonst könnten wir wahrscheinlich den Rückweg über die bereits im trockenen Zustand kaum befahrbare Straße mit unserem Auto vergessen! 
Der leider ausgetrocknete Wasserfall samt Naturpool.
Nicht der schlechteste Ort für eine Partie Billard!
Das zu den Seiten hin offene Restaurant
Abends gab´s dann erschreckenderweise doch noch Regen und ein leichtes Gewitter. Das recht schmackhafte Abendessen nahmen wir im offen Restaurant zu uns, umgeben von der Geräuschkulisse des nächtlichen Dschungels samt zahlreichen Glühwürmchen, keine zwei Meter von uns entfernt in den Bäumen. 
Als "Dessert" und schönen Abschluss des Tages gab es dann noch ein kleines Konzert eines kubanischen Gesangstrios samt Gitarre.
Christian