Montag, 26. Oktober 2015

Karibik Tag 8: Boiling Lake und Trafalgar Falls

Mit einer zumindest noch etwas, vom gestrigen Schorchel-Tag entspannten Muskulatur, hatten wir ganz gute Grundvoraussetzungen für die heutige, recht anstrengende Tageswanderung zum Boiling Lake, die als eines der Highlights von Dominica gilt. 
Entgegen zahlreicher Hinweise in den Touristenführern und auch Aussagen vieler Ortsansässiger und Mitarbeiter der Hotels, die bei jeder Vermittlung natürlich Provision verdienen, braucht man keinen Guide für die ca. sechs- bis achtstündige Wanderung.
Der Startpunkt des Weges befindet sich hinter dem Häuschen bei der Titou Gorge.
Zunächst ging es über zahlreiche Holztreppen hinauf durch den dichten Wald.


...und auch mal über einen kleinen Bach.
Nach circa einer Stunde wurde der Weg schmaler und teils auch recht steil.



Der Wald wurde während des weiteren Aufstiegs lichter...
...und schließlich wanderte man über einen schmalen Grat mit fantastischem Rundum-Panorama!

Man konnte dort oben sogar schon den dampfenden Boiling Lake erkennen, zu dem es jedoch noch ein gutes Stück Weg war.
Diese ist zwar kein Spaziergang und man sollte schon etwas Kondition mitbringen, man kann sich jedoch auf dem gut ausgeschilderten Weg so gut wie nicht verlaufen! 
Lediglich für den Abstieg in das Valley of Desolation sollte man trittsicher sein, da es teils ziemlich matschig und rutschig sein kann und man ein kurzes Stück auf einem unbefestigten Stück auch etwas kraxeln muss. Lässt man sich hierfür jedoch ausreichend Zeit und setzt einen Fuß langsam vor den anderen, ist es auch für Normalos wie uns gut machbar. Wir begegneten sogar einem Grüppchen, das entweder aufgrund mangelnder Ausrüstung oder mancher wird sagen, mangelnden Hirns, auf Flip Flops unterwegs waren und auch sogar noch vor uns das Ziel erreichten. 
Kurz vor dem Abstieg in das Valley of Desolation. Links ist der schmale Pfad hinab zu sehen.

Fantastische Farbnuancen der wilden und zerklüfteten Landschaft.

Der Weg war hier teils sehr matschig und etwas beschwerlich.
An dieser Passage sollte man besser ganz langsam machen, da es recht steil hinab geht und man den Weg nur vermuten kann.

Das Valley of Desolation - im Hintergrund der aufsteigende Dampf des Boiling Lake.

Im Valley of Desolation mit Blick zurück auf die steile Passage.  
Als Ausgleich für die Anstrengungen belohnt einen die Wanderung jedoch mit vielen tollen Ausblicken und führt einen durch unterschiedlichste Landschaften und Vegetationen, vom Dschungelwald über Bergkämme und entlang dampfender Fumarolen bis schließlich zum blubbernden und dampfenden Boiling Lake. 
Was für eine abwechslungsreiche Wanderung und zurecht eines der besten Erlebnisse auf Dominica!!
Trinken sollte man aus diesem Wasser nicht!

Die Sedimente färbten das Wasser milchig.

Wer wollte, konnte hier eine warme und wohl ziemlich außergewöhnliche Dusche nehmen.

Die Wasserfarbe war schon fast surreal.

Letzter Anstieg durch dieses Tal hinauf zum Kratersee.

Der milchig-weiße, blubbernde und dampfende Boiling Lake!
Nach kurzer Mittagspause mit Blick auf den Kratersee, machten wir uns wieder auf den Rückweg, der dann wie so oft gefühlt bedeutend einfacher anmutete, da man bereits wusste, was einen erwartet.
Als wir gegen Nachmittag am Auto ankamen, beschlossen wir die übrige Zeit des Tages zu nutzen und einen Abstecher zu den nahe gelegenen Trafalgar Falls zu machen, bevor es zurück nach Roseau ging. 
Dass die Wasserfälle vom Parkplatz aus in nur zehn Minuten zu Fuß zu erreichen waren, trug sicherlich zu unserer Entscheidung maßgeblich bei! ;-)
Wer noch etwas mehr Zeit im Gepäck hat oder lieber nach der Boiling Lake Wanderung etwas schwimmen möchte, kann sich auch erstmal im Wasser der Titou Gorge abkühlen, die nämlich auch Anfangs- und Endpunkt des Trails zum Boiling Lake ist. 
Beeindruckende herabhängende Luftwurzeln der Bäume am Wegesrand zu den Trafalgar Falls.

Die Trafalgar Falls. Ursprünglich waren es sogar ein mal drei.

Linker Wasserfall.

Rechter Wasserfall.
Grundsätzlich ist auf Dominica ein Mietwagen sehr empfehlenswert, um alle Sehenswürdigkeiten und Wanderungen der Insel zu erreichen und unabhängig zu sein, zumal die Taxis auch nicht gerade preiswert sind.
Wie bereits erwähnt, haben wir sehr gute Erfahrungen mit Karibikreisen.com als Vermittler der Mietwagen für alle Inseln gemacht. 
Ist man mehrere Tage auf Dominica, lohnt sich des weiteren auf jeden Fall der Kauf eines so genannten Wochen-Sitepass für 12 US Dollar (32 EC), um Zutritt zu den verschiedenen Parks und Sehenswürdigkeiten wie dem Emerald Pool, den Trafalgar Falls, dem Freshwater Lake oder der Titou Gorge zu bekommen. Dieser ist dann bedeutend günstiger, als wenn man jedes Mal ein Einzelticket kauft.
Mit dem heutigen tollen Wandertag neigte sich auch unser Aufenthalt auf der unserer Meinung nach ursprünglichsten und grünsten der drei Karibikinseln unserer Reise dem Ende zu. 
Morgen sollte es, diesmal auf dem hoffentlich etwas weniger wackeligen Luftweg, hinüber zur Insel St. Lucia mit ihren beiden bekannten, Zuckerhut-artigen Bergen, den so genannten Pitons, gehen.
Christian

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Karibik Tag 7: Scotts Head und Champagne Beach auf Dominica

Nachdem wir vorgestern vom Boot aus Delfine und am Ende sogar einen Pottwal beobachten durften, wollten wir heute selbst ins Wasser steigen und ein paar Fische spotten.
Zunächst fuhren wir von Castle Comfort aus südlich entlang der Küste über Soufriere bis nach Scotts Head
Scotts Head
Schöne Kirche im Dorf Soufriere
Spaziert man dort vom Fischerhafen, der eigentlich nur eine Ansammlung von ein paar kleinen Fischerboote ist, den Strand entlang und hinauf auf den nahe gelegenen Felsen, kann man die Besonderheit des Ortes erkennen.
So trennt der schmale Küstenstreifen von Scotts Head an dieser Stelle die Karibische See vom Atlantik!
Den besten Ausblick hat man übrigens von einer kleinen ehemaligen Kanonenstellung, die früher sicher einmal dafür sorgte, dass nicht jeder daher gesegelte Pirat brandschatzend in dem kleinen Dorf einfiel.
Handgemalte Kubili Bier Werbung am Strand von Scotts Head

Die Fischerboote warteten auf ihren nächsten Einsatz.

Der schmale Küstenstreifen von Scotts Head, der den Atlantik vom Karibischen Meer trennt.

Alte Kanonenstellung von Scotts Head.
Direkt unterhalb der Stellung am Strand befand sich ein schöner Schnorchelspot mit kristallklarem Wasser, zahlreichen Fischen sowie Korallen. Am Ende der kleinen Mauer neben dem Weg bot sich uns ein guter Einstieg über den kleinen Sandstrand. Der Spot ist wohl auch bei Tauchern sehr beliebt, da es von hier aus mit 40 bis zu 200 Metern schnell sehr tief wird. 
Wer Glück hat, trifft vor Ort Hilary Bastien mit Spitznamen "Wespe" und kann sich wie wir den Schnorchelspot von ihm zeigen lassen und ihm ggf. noch ein paar frische Kokosnüsse oder Mangos aus seinem Garten für kleines Geld abkaufen. Darüber hinaus kann man ihn als Guide für Wanderungen buchen oder mit seinem Boot zum Whale Watching rausfahren. Bei Interesse ist er auch per Telefon zu erreichen unter Dominica-3157336 oder -2458802. An dieser Stelle weise ich aber darauf hin, dass wir keinerlei Erfahrungen mit ihm als Guide haben, er aber einen sehr netten Eindruck auf uns gemacht hatte. 
Gut erkennbar im Wasser die Untiefe am Scotts Head, hinter der der Meeresgrund steil abfällt.

Im flachen  sauberen Wasser des Schnorchelspots hatten nicht nur wir unseren Spaß!
Halbwegs trocken und mit ein paar frischen Mangos im Gepäck, ging es wieder die Küstenstraße zurück, bis zu dem so genannten Champagne Beach, nördlich von Soufriere. Unser Auto parkten wir auf dem kleinen Parkplatz am Straßenrand und spazierten den schön angelegten Holzsteg den Strand entlang, nachdem wir den geringen Eintritt von 5 EC (ca. 1,60 €) pro Person bezahlt hatten. 
Auf dem Weg konnten wir zahlreiche Leguane beobachten, die sich am steilen Hang linkerhand in der Sonne aufwärmten. 
Leider bestand der Strand aus groben Kies, und ist zum Baden eher ungeeignet. Dank einer langen, bis ins Wasser reichenden Gummimatte kamen wir dennoch gut ins nasse Element. 
Der Holzsteg führte am Kiesstrand von Champagne Beach entlang bis zm Schorchelspot.

Zahlreiche Leguane bevölkerten den, von der Sonne aufgeheizten Steilhang am Ufer.

Auch Aliens...äh Krabben konnte man entdecken.
Bereits nach wenigen Augenblicken unter Wasser, war für mich der Eintritt bereits jeden Cent wert, denn neben der fantastischen Sicht, schönen Korallen, zahlreichen Fischen - darunter sogar ganzen Fischschulen - bot sich uns hier ein ganz besonderes Erlebnis: 
Dank des vulkanischen Ursprungs von Dominica sprudelten aus zahlreichen kleiner Öffnungen im Meeresboden tausende kleine Gasbläschen und umhüllten einen teilweise regelrecht. 
Dies führte dazu, dass man sich hier wirklich wie in einem Champagnerglas beim Tauchen fühlte! 
Fazit: Eines meiner besten Erlebnisse auf Dominica, dass in keiner Reiseplanung fehlen darf, solltet ihr selbst einmal auf die Karibikinsel reisen und Spaß am Schnorcheln haben!
Über Gummimatten (links im Bild) konnte man trotz der Steine recht bequem ins Wasser steigen.

Traumhafter Ausblick von unserem Tisch im  Zam Zam Cafe & Restaurant direkt am Meer.
Abends kehrten wir dann wie bereits gestern in der Zam Zam Cafe & Restaurant ein und genossen den Ausblick auf die in den Wellen sanft schaukelnden Segelboote und die untergehende Sonne.
Christian

P.s.: Dies war übrigens mein 100. Post und ich hoffe, ihr hattet bislang mindestens genau so viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Schreiben!
Dann mal auf die nächsten 100 würd ich sagen!! 
Genug "Schreibstoff" habe ich auf jeden Fall. :-)

Sonntag, 18. Oktober 2015

Karibik Tag 6: Middleham Falls, Boeri Lake und Titou Gorge

Rundfahrt über die Insel: Check! 
Wassersport: Check! 
Walfische sehen: Check!
Da fehlte nun eigentlich nur ja nur noch, die Flora und Fauna mal auf Schusters Rappen zu erkunden! 
Gesagt getan und so führte uns von dem, von einem Ranger bewachten Parkplatz bei Laudat aus, eine schöne Wanderung von circa 45 Minuten auf einem gut ausgeschildertem Weg durch die Natur zu den beeindruckenden Middleham Falls
Ein Guide war auch hier nicht nötig, da man sich nicht verlaufen konnte.
Der Weg führte durch nahezu unberührten Urwald.

Hunderte Wurzeln bildeten an einer Stelle des Weges eine Art natürliche Treppe.
Nicht nur der Bambus war hier riesig...
...auch so mancher Baum war ein Gigant!
Wer möchte, kann an einer Weggabelung einen Abstecher von ca. 40 Minuten zum "Stinkeloch", einer entsprechend riechenden vulkanischen Fumarole machen.
In der Nähe des Wasserfalls quoll das Wasser bereits aus allen Ritzen.
Der beeindruckende Middleham Wasserfall
Nach insgesamt ca. drei Stunden ging es weiter mit dem Auto und wir schraubten uns auf einer gut zu fahrenden asphaltierten Straße die Berge hinauf. Dabei passierten wir den höchsten Punkt aller Straßen auf Dominica samt Hinweistafel, bis wir schließlich am Freshwater Lake ankamen. Hierbei handelte es sich um einen künstlich angelegten Stausee und Trinkwasser-Reservoir, auf dem man, anders als in Deutschland, dennoch Ruderboot und Kayak fahren kann. Hier oben auf ca. 1.000 Metern Höhe war es sogar richtig kühl! Insbesondere im Vergleich zum heißen Klima unten an der Küste. 
Die höchste Straße Dominicas. Das ist auch ein Hinweisschild wert!
Der Freshwater Lake.
Man kann wohl einen Rundgang um den See machen, aber offen gesagt hatten wir uns nach ein paar Minuten bereits satt gesehen und hatten noch ein weiteres Ziel auf der Agenda: Eine Wanderung vom ca. 5 Autominuten entfernten Straßenende und gleichzeitig Wanderparkplatz hinauf zum Boeri Lake und es sollte sich lohnen! Denn die knapp einstündige Wanderung führte durch eine regelrecht verwunschene Landschaft auf einem teilweise bereits zugewuchertem und von kleinen Wasserrinnsalen überlaufenen Pfad, der dadurch an diesen Stellen auch etwas rutschig wurde hinauf und entlang an bewachsenen Bergkämmen, an denen die Wolken teilsweise hängen blieben. 
Ende der Straße und Parkplatz der Wanderung zum Boeri Lake.

Der schmale Weg führte durch dichte Vegetation.

Die tief hängenden Wolken umhüllten hier oben alles mit Feuchtigkeit.
Der Weg wurde immer verwunschener.

Man musste auch einen kleinen Bachlauf überqueren, dank der Steine blieben die Füße aber trocken. 

Neugieriger Anwohner am Wegesrand.
Der See selbst war dann zunächst fast komplett von einer Wolke verhangen, die dank des Windes dann jedoch hinweg geschoben wurde. Die Stimmung dort oben war deutlich schöner als unten am Freshwater Lake und fast schon etwas mystisch. Da hatte sich der zusätzliche Aufwand der Wanderung absolut gelohnt! 
Am Boeri Lake angekommen.

Der See und die umgebenden Berge wurden immer wieder von Wolken umhüllt.
Gegen späten Nachmittag statteten wir der Titou Gorge einen Besuch ab – einer engen kleinen klamm-artigen Schlucht, deren kristallklares Wasser zum Baden einlädt und dank ihres speziellen Charakters ebenfalls einen Auftritt in Fluch der Karibik Teil 2 hatte. 
Dieser Jeep am Straßenrand fährt wohl nirgendwo mehr hin.
Tolles Bergpanorama von der Hochstraße vom Boeri Lake zurück in Richtung Laudat.

Der Eingang zur Titou Gorge mit ihrem kristallklaren Wasser.

Wer durch die schmale Schlucht schwimmen möchte, sollte nicht unter Klaustrophobie leiden!
Für alle Wanderer unter euch der Hinweis, dass ihr entgegen der Aussagen in manchen Reiseführern, auf Dominica oft keinen Guide benötigt, denn alle Wege, die wir gelaufen sind, waren ordentlich ausgeschildert und für normale Wanderer gut zu laufen! Dies gilt auch für die populäre Tagestour zum Boiling Lake. Hierzu aber noch mehr in Kürze.
Christian