Sonntag, 6. September 2015

Karibik Tag 1+2: Ankunft und Überfahrt nach Dominica

Im Wesentlichen bestand der erste Urlaubstag aus dem Langstrecken-Inlandsflug mit Air France von Paris Orly aus. 
Ja, richtig gelesen: "Inlandsflug"! Denn Guadeloupe ist trotz der zig tausend Kilometer Atlantikwasser zwischen beiden Küsten ein Departement von Frankreich! 
So flogen wir erst einmal von Düsseldorf aus zum internationalen Flughafen Paris Charles de Gaule, um dann mit den, in unseren Flugtickets inkludierten Transferbussen von Air France quer durch Paris zum nördlich gelegenen Flughafen Orly zu gondeln. Allerdings klappte alles überraschend gut und auch der befürchtete Stau blieb weitestgehend aus und so waren wir nach 40 Minuten bereits angekommen. 
Der Langstreckenflug verlief insgesamt ohne besondere Vorkommnisse und das Essen samt Rotwein in der Economy-Klasse war "Air France-typisch" gut.
Dennoch schafft mich offen gesagt so ein ca. acht bis zehnstündiger Flug immer ziemlich und entsprechend müde, waren wir froh, nach der Ankunft in Point a Pitre auf Guadeloupe am Abend ohne Umweg direkt von dem Taxi in unser dortiges Hotel kutschiert zu werden. Das Hotel St. John Perse war bereits ziemlich alt und abgerockt aber leider das einzige im Ort und zudem in unmittelbarer Nähe zum Anleger der Fähre nach Dominica, die wir am nächsten Morgen nehmen wollten.
"Packesel" :-) vor unserem Hotel St. John Perse in Point a Pitre
Fähranleger von Express des Iles in Point a Pitre auf Guadeloupe
Nach einem unerwartet ganz gutem Frühstück im Hotel, packten wir die kaum geöffneten Rucksäcke wieder und liefen ca. 20 Minuten bis zum Fähranleger. Die Strecke war gerade noch so samt der knapp 20 Kilo auf dem Rücken und der, schon zu dieser frühen Stunde ordentlich brennenden Sonne, zu schaffen. Ein Taxi vom Hotel zum Hafen zu nehmen ist sicherlich auch eine gute Alternative für Leute, die mit Koffern reisen! 
Am Hafen tummelten sich schon ein paar andere Urlauber und Einheimische, die mit vorrückender Stunde immer mehr wurden. Dennoch gab es kein typisch deutsches Gedrängel, selbst als es ans Einsteigen ging! 
Das war schon mal nach meinem Geschmack und passend für einen relaxten ersten Urlaubstag! Hierzu trug bei, dass ich die Fährtickets bereits bequem online in Deutschland auf der Website von Express des Iles bestellt hatte.
Good bye Guadeloupe...

...Welcome Dominica!

Bereits vom Wasser aus bekam man einen Vorgeschmack auf die wilde natürliche Schönheit der Insel.
Die Fahrt auf dem Schnell-Katamaran war dann jedoch gerade zwischen den Inseln eine ziemliche Schaukelei und teils klatschten ein paar ordentliche Wellen an den Fenstern hoch. An dieser Stelle noch mal ein großes "SORRY!" an die unbekannte karibische Dame hinter mir, die leider eine volle Ladung frischen Meerwassers abbekommen hatte, da ich mein Fenster zwecks frischer Luft offen hatte und nicht schnell genug reagiert hatte! :-)  
So eine Schiffsfahrt ist sicherlich immer ein ganz nettes Erlebnis, wir waren jedoch froh, dass es ein einmaliges bleiben sollte und wir die anderen Inseln per Flieger erreichen würden. 
In Roseau auf Dominica angekommen, war zunächst erstmal niemand von unserem Mietwagenanbieter in Sicht und mir schwante schon Übles. Allerdings hatte ich mich noch nicht auf die "karibische Uhrzeit" eingestellt und dass Zeit ja relativ ist, wie bereits ein berühmter Mann einmal feststellte! 
Angekommen am Fährhafen von Roseau.

Die für die Karibik typischen bunten Häuser prägen auch auf Dominica das Straßenbild.
Tatsächlich tauchte dann ca. zwanzig Minuten später der Kollege auch auf und brachte uns zum etwas nördlich von Roseau gelegenen Büro von Island Car Rentals. Dort übernahmen wir unseren Mini-Jeep Suzuki Jimney, den wir aufgrund des hohen Bodenabstands und zuschaltbaren Vierradantriebes als Spitzenkandidat für die teils katastrophalen Straßen auf Dominica ausgewählt hatten. Gebucht hatten wir die Mietwagen auf allen Inseln übrigens über Karibikreisen.com mit Sitz in Grenada, die ich absolut empfehlen kann! 
Nachdem ich es geschafft hatte, in dem Zwergen-Auto irgendwie das Lenkrad zwischen meine Knie zu bugsieren, stürzten wir uns wagemutig in den auf Dominica herrschenden Linksverkehr - übrigens eines der wenigen Überbleibsel ehemaliger britischer Kolonialherrschaft.
Blick vom Balkon unseres Zimmers im Anchorage Whale Watch Hotel.

Blick auf den Pool und unser Zimmer (Erster Stock, dritter Balkon von rechts).

Das Skelett eines Pottwals zierte den offenen Speisesaal.
Unser relativ kurzer Weg für diesen Tag führte uns entlang der schönen Küste Richtung Süden bis nach Castle Comfort zu unserem Hotel Anchorage Whale Watch, das traumhaft direkt am Meer gelegen war und als eher kleineres Hotel eine entspannte Atmosphäre bot. Unser direkt am Pool gelegenes Zimmer samt Balkon bot uns einen fantastischen direkten Blick auf das Meer, lediglich das Bad war ziemlich abgeranzt. Wir beschlossen im Hotel zum Abendessen zu bleiben und der Frische Fisch sowie das kreolisches Hühnchen mundeten. Allerdings sei hier darauf hingewiesen, dass das Essen im Hotel grundsätzlich nicht besonders gut ist man wartet in der Regel beim einfachen kontinentalen Frühstück bis zu einer halben Stunde auf das Brot. 
Dafür ist das Personal jedoch sehr freundlich und die Lage, samt der Möglichkeit von dort aus auch zum Whale-Watching raus zufahren, machten dies jedoch für uns mehr als wett! Zudem liegt das Hotel sehr günstig, um es als Basis für Tagesausflüge auf der Insel zu nutzen und gleich neben dem Hotel bietet einem das Restaurant ZamZam superbe kreolisch / mexikanische Küche.
Leckeres Kubuli Bier.
Traumhafter Sonnenuntergang.

Ob hier gerade das Essen für den nächsten Tag geangelt wurde?
Den heutigen Abend ließen wir nach dem Essen mit einem ersten karibischen Kubuli-Bier und vor einer traumhaften Sonnenuntergangs-Kulisse ausklingen.
Christian

Samstag, 5. September 2015

Besuch der Karibik Teil 1: Fremde bei Zeiten

Arrrrrrr, seid gegrüßt ihr maledeiten Landratten!

So oder zumindest auf ähnliche Weise würde wohl ein echter Pirat wie Jack S. unsere dreiwöchige Karibikrundreise bzw. unser -Inselhüpfen einleiten, die/das wir letztes Jahr von Ende April bis Anfang Mai unternommen haben.
Entschuldigt an dieser Stelle den Titel dieses Posts, aber irgendwie kam es so über mich! :-p
Im Vergleich zu dem hinsichtlich des Humors eher auf Periskoptiefe dümpelnden Titels, war unser Urlaub ein absoluter Volltreffer und eine Breitseite an Superlativen.
...ich kann's einfach nicht lassen: Arrrrrr!!


Rundreise Karibik: Guadeloupe, Dominica, St. Lucia, Guadeloupe
Rundreise Karibik: Guadeloupe, Dominica, St. Lucia, Guadeloupe
So, nun aber wirklich mal im Ernst:
Die Rundreise war in der Tat eine Wucht und führte uns auf insgesamt drei Inseln, die nicht unterschiedlicher hätten sein können: landschaftlich, seitens des Menschenschlages und hinsichtlich der Kultur.
Unser erstes Ziel, Dominica, war definitiv die ursprünglichste und natürlichste der drei Inseln und die Erkundung per Jeep aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse am abenteuerlichsten.
Die Lebensverhältnisse waren dort leider auch am schlechtesten, was sich auch durch die zahlreichen, kaum als Häuser zu bezeichnenden Hütten bemerkbar machte. Auf der anderen Seite jedoch - und eventuell gerade deswegen -, war auf Dominica richtig Leben auf der Straße und man spürte das Karibik-Feeling dort hautnah.
Die zweite Insel, Saint Lucia, war schon etwas besser in Schuss, was die Infrastruktur betraf, und war dafür leider in größeren Orten schon teils ziemlich touristisch und etwas zu sehr "amerikanisiert". Dies äußerte sich in riesigen abgeschotteten Resorts, klobigen Einkaufs-Malls sowie zahlreichen Subways und McDonalds. 
Dennoch bot sich einem gerade abseits der touristischen Pfade auch auf St. Lucia eine tolle Natur und dann auch wieder typisches Dorfleben, wie etwa im urtypischen Soufrière im Südwesten der Insel.
Unsere letzte Station war die - anders als die beiden ehemaligen britischen Kolonien Dominica und St.Lucia - immer noch zu Frankreich gehörige Insel Guadeloupe. Hier schloss sich auch sozusagen wieder der Kreis - waren wir doch auch per Inlandsflug! von Paris aus hier zu Beginn der Reise angekommen. 
Entsprechend unterschiedlich waren auch unsere Erlebnisse dort: Perfekte, schlagloch-freie Straßen, Carrefour-Supermärkte und eine eher europäische Lebensweise, die sicherlich auch von den zahlreichen Festland-Franzosen geprägt wird, die hier entweder in einem der zahlreichen Ferienorten ihren Urlaub verbringen oder gleich eine eigene Ferienwohnung besitzen.
Aber wer kann ihnen das auch verdenken, bei einer trotz des Tourismus so schönen und an unterschiedlichen Landschaften derart reichen Insel!
Zusammenfassend war jede Insel die Reise absolut wert und rundete unser karibisches Gesamterlebnis dank ihres jeweils unterschiedlichen Charakters perfekt ab. Auch aufgrund der kurzen Distanzen zwischen den Inseln, die perfekt per Flugzeug in meist nur einer halben Stunde zu überbrücken waren, kann ich jedem ein solches Inselhüpfen nur empfehlen.
Auf Google Maps findet ihr den detaillierten Reiseverlauf samt den jeweiligen Ausflugszielen auf den einzelnen Inseln.
Also meine lieben Leichtmatrosen, kommt an Bord und begleitet uns während der kommenden Posts an Orte, die manche bislang eventuell nur aus schlechten Fortsetzungen von Piratenfilmen kennen! :-)
Christian