Donnerstag, 23. Mai 2013

Peru: Fahrt von Yanque zum Titicacasee

Nachdem wir nun zwei Tage in den Bergen mit der Beobachtung erhabener Kondore, einer Wanderung zu einem Geysir auf 4.500 Metern Höhe und Entspannung pur in den Thermalquellen der Colca Lodge verbracht hatten, wurde es mal wieder Zeit für einen Tapetenwechsel – zumindest landschaftlich gesehen.

Bergpanorama der Anden nahe Yanque
Die Lagunillas
Alpakaherden gehören zum normalen Straßenbild
Öfen von Ziegelbrennereien bei Juliaca
Also ging es am nächsten Morgen mit unserem netten Fahrer César weiterhin auf „hohem Niveau“ (sorry für das Wortspiel an dieser Stelle! ;-)) von Yanque aus durch die Berglandschaft und Hochebenen der Anden. Bereits die Fahrt bot wieder zahlreiche Fotostopps wie etwa die Lagunillas oder auch beindruckende Felsformationen und zahlreiche Tierherden. Auch diverse einsame Dörfer und größere Städte, wie das zumindest auf den ersten Blick nicht besonders schöne aber durch seinen Trubel irgendwie interessante Juliaca zogen an unserem Fenster vorbei. 
Solche Dachverzierungen sieht man an nahezu jedem Haus
Kleine Hüte, große Hüte, runde Hüte, eckige Hüte....
Pimp my Ride!
"Fahrrad-LKW"
Man kam sich fast wie in China vor...
Kurz hinter der Stadt machten wir dann noch einmal Halt, bevor es die letzten Kilometer nach Puno an den Titicacasee gehen sollte. Zwischen Juliaca und Puno befinden sich die Ruinen von Sillustani auf einer recht großen Anhöhe, die sich oberhalb zweier Seen befindet und auf der sich mehrere seltsam anmutende Türme erheben. Hierbei handelte es sich um bis zu ca. zwölf Meter hohe Grabtürme, die so genannten Chullpas aus der Prä-Inkazeit sowie kleineren in Mustern angeordneten Steinen, die direkt aus dem Film 2001 von Stanley Kubrik stammen könnten. Es erstaunt mich immer wieder zu welchen Leistungen frühere Kulturen mit ihren damaligen, in unseren Augen oft belächelten Technologien imstande waren – insbesondere die unglaubliche Präzision der Inka sollte mich auch später noch viel mehr in Machu Picchu begeistern.
Blick auf den Hügel mit den Grabtürmen von Sillustani
Das weitläufige Gelände vom Eingang aus gesehen

Traditionelles Schilfboot

Mysteriöse Steinformationen....:-)

Zwei der Grabtürme aus der Nähe
Eine Bäuerin macht ihr Boot am Ufer des kristallklaren Umayo-Sees fest
Nach einer Stunde auf dem offenen Gelände und der doch ziemlich unerbittlich brennenden Sonne ging es dann wieder mit aufgedrehter Klimaanlage im Auto weiter bis nach PunoDie Hafenstadt ist Ausgangsort so ziemlich aller Bootsausflüge auf den Titicacasee und schmiegt sich ansehnlich in die Berghänge direkt am See. Sinnbildlich für die Verbundenheit mit dem Wasser steht auch sicherlich der riesige, auf einen der Hügel modelliert Anker. Spätnachmittags sind wir dann noch durch die engen Gassen und die nette Fußgängerzone in der Innenstadt mit ihren zahlreichen Souvenirshops und Restaurants sowie zur Plaza Mayor und der Kathedrale geschlendert. Auf selbigen Platz hatten wir mit dem Restaurant Mojsa einen wahren Glückstreffer gelandet, denn dort saßen wir auf einem kleinen pitoresken Holzbalkon mit Blick direkt auf die Kathedrale und genossen eines der besten Abendessen des Urlaubs! 
Finde den Anker!
Die Plaza Mayor von Puno
Die Kathedrale von Puno
Eine der zahlreichen engen charmanten Gassen von Puno
Gesättigt und mit Vorfreude auf den morgigen Tag ging es dann zu Fuß ca. 10 Minuten wieder zurück in das zentral gelegene und mit gemütlicher Aula und geräumigen Zimmern ausgestattete Hotel Casa Andina Tikarani.

Christian

Sonntag, 12. Mai 2013

Peru: Bergwanderung zum Geysir bei Pinchello

Nachdem der gestrige Tag zwar sehr erlebnisreich aber eher entspannt war, hatten wir uns für diesen Tag eine Bergwanderung zu dem Geysir Fhure auf 4.500 Metern Höhe vorgenommen. Zunächst ging es per Kleinbus zum kleinen Örtchen Pinchello im Colca Tal, von wo unser Guide noch sein Transportmittel genannt "Esel" und seinen schwarzen Hütehund "Negro" von seinem Familienhaus abholte und unsere Wanderrucksäcke auf Esel lud.
Auf Rückfrage bei unserem Guide hatte Esel in der Tat keinen Namen - hier oben werden Nutztiere ziemlich pragmatisch gesehen, so wie ein Moped oder ein Traktor eben.
Esel wird startklar gemacht
Die "Strassen" in Pinchello
Das Dorf Pinchello im Colca Tal
Gleich hinter dem Dorf auf 3.600 Metern Höhe ging es dann direkt bergauf, was sich für die nächsten drei Stunden bis zur Ankunft am Geysir auch nicht mehr ändern sollte. Da wir ja bereits ein paar Tage in Peru waren, konnten wir uns schon etwas akklimatisieren und wanderten noch relativ entspannt durch die schönen, von schneebedeckten Gipfeln umrahmten Bergwiesen und Äckern des Dorfes. 
Bergpanorama auf 3.600 Metern Höhe

Der Wanderweg führte zunächst an den Wiesen und Äckern des Dorfes entlang.
Wir folgten dabei größtenteils einem Schotterweg, der uns entlang eines Bachlaufes um einen Hügel herum führte und man im Hintergrund einen ziemlich hohen Berg sehen konnte. Im Gespräch mit unserem netten Guide erfuhren wir, dass er auch vor kurzem eine Tour ganz dort hoch auf diesen 6.000er mit Bergsteiger-Touris gemacht hatte und zeigte uns ein paar Beweisfotos vom Gipfelkreuz.
Da meine Beine bereits etwas müde waren und das Atmen nun mit jedem Schritt schwerer wurde, wusste ich, dass Bergsteigen in diesem Leben nicht mehr mein Hobby werden würde.
Danach ging es weiter über einen Schotterweg entlang des Bachlaufes.

Blick auf den schneebedeckten 6.000er, auf den unser Guide auch Touren anbietet.

Überquerung des Baches - für Esel und Negro eine leichte Übung!
Wildpferde
Das Panorama auf die umliegenden Berge war in der Tat atemberaubend! :-)
Den letzten Kilometer vor unserem Ziel fühlten wir uns wie um 60 Jahre gealtert, da wir uns nur noch mit kleinen Tippelschritten bewegen konnten und dabei beständig nach Luft japsten. Ich liebte Esel nun dafür, dass er meinen Rucksack trug!
Dann war es endlich geschafft und wir konnten den Geysir Fhure vor uns sehen.
Seine bis zu 50m hohe Dampfsäule war durchaus imposant, doch mich begeisterte eher das Bergpanorama und vor allem die Tatsache, es hier hoch auf 4.500 Meter geschafft zu haben!
Als uns jedoch unser Guide erzählte, dass die Kühe der Familie hier oben grasen und seine Mutter diesen Weg pro Woche zweimal geht, um nach ihnen zu sehen, dachte ich mich verhört zu haben...unglaublich!!
Der Geysir Fhure auf 4.500 Metern Höhe

Unser treuer Begleiter "Negro"
Nach dem Lunch, den auch Esel hoch gebracht hatte, ging es zunächst an einem Kanal, der die tieferliegenden Felder des Dorfes mit Wasser versorgt entlang bergab und nach ca. zwei Stunden waren wir wieder in Pinchello angelangt.
Rückweg entlang des Bewässerungskanals für die Äcker des Dorfes.

Gott sei Dank nicht ein Teil unseres Esels!
Ausgepowert aber glücklich bezogen wir dann unser neues Hotel Eco Inn, das schräg gegenüber der Colca Lodge am oberen Rand des Canyons lag und dessen Zimmer auch schön waren. Das Essen jedoch war eher Kantine und die Cola warm und absolut kein Vergleich zu den Gaumenfreuden und den Thermalbädern der Colca Lodge. Daher würde ich jedem die Lodge empfehlen!
Hotel Eco Inn am Rande des Canyons
Am nächsten Morgen sollte es dann mit unserem bereits bekannten Fahrer Cesar weiter nach Puno zum Titicaca-See gehen.
Christian