Sonntag, 6. Oktober 2013

Peru: Durch das Heilige Tal nach Ollantaytambo

Nach unserem gestrigen beeindruckenden und schönen Tag in und rund um Cusco, brachen wir fast etwas wehmütig aber dennoch gespannt am nächsten Morgen früh auf.
Gespannt, da uns die heutige Tour unter anderem in das Heilige Tal und Moray mit seinen seltsamen Formen, die fast - ähnlich wie die Kornkreise - etwas außerirdisches an sich hatten. 
Erster Stopp war zunächst das Dorf Chinchero mit seiner schönen Kirche und typischem geruhsamen Landleben. Doch auch hier wurden wir mal wieder überrascht und keine 10 Meter hinter der Kirche taten sich ein Versammlungsplatz und riesige Terrassenfelder der Inka vor uns auf. 
Chinchero


Der Ackerbau ist oft komplett noch Handarbeit
Mädchen beim Schweinehüten
Die teilweise recht steilen Gassen im Dorf Chinchero
Glockenturm der Kirche
Inkabauten direkt hinter der Kirche
Riesige Terrassenfelder der Inka mit unterschiedlichen Klimazonen je Ebene

Dort wurde auf unterschiedlichen Höhenstufen verschiedene Mikroklimata erzielt und entsprechend spezifische Pflanzenarten, wie etwa ganz unten im subtropischen Klima Coca und weiter oben im kühleren Klima Kartoffeln angebaut. 
Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, welche fortschrittliche Verfahren bereits hunderte Jahre vor unserem hochtechnologischen Industriezeitalter von den Inkas angewandt wurden. 
Danach ging die Fahrt weiter durch schöne sanft geschwungene Felder und Wiesen und zu unserem nächsten Halt, dem bereits anfangs erwähnten Moray.
Malerische Feld-Landschaften prägten das Bild

Auch die Kinder müssen bei der Feldarbeit mithelfen
Während die Terrassenfelder in Chinchero dem Anbau von Nutzpflanzen dienten, waren die in runden mit bis zu acht in Stufen angelegten Terrassen in Moray eine Art Agrar-Forschungslabor der Inka, die hier auf diese Weise 60% aller weltweit bekannten 3.000 Kartoffelsorten züchteten!
Darüber hinaus wurde auch noch weiteres Gemüse und Obst in den kreisrunden Anlagen mit bis zu 15 Grad Temperaturunterschied zwischen unterster und oberster Ebene gezüchtet und optimiert.
Das Agrar-Forschungslabor der Inka bei Moray

Ob die Kreise spirituelle Kraft abgeben?!....wenn´s schön macht! :-)

Die Steinhaufen wurden im Rahmen der Rekonstruktionsarbeiten zusammengetragen

Die "Treppen" waren selbst für große Menschen recht sportlich
Abstieg in die Terrassenfelder

Ein laut unserer Führerin ungefährlicher Bewohner der Felder
Wie man sich die Natur zu Nutze macht, veranschaulichten uns ebenso bei unserem nächsten Halt, die Salzminen von Maras. Dort wird seit der Inkazeit Speisesalz abgebaut, das sich über unzählige Kanäle in hunderte Becken ergiest und wie eine Schneelandschaft zwischen den braunen Hügeln anmutet. 
Im Restaurant vor Ort aßen wir nach der Besichtigung einen leckeren Alpakaburger und nahmen ein kleines Beutelchen Gewürzsalz mit peruanischen Huacatay Gewürz sowie Badesalz mit.
Blick von oben auf die Schlucht der Salzminen von Maras

Das Wasser ergiest sich über Kanäle in die unzählichen Becken

Es mutete fast wie eine Winterlandschaft an
Der Salzabbau ist mühsame Handarbeit
Die schmalen Wege zwischen den Becken bieten kaum Platz zum Arbeiten
Man musste darauf achten, wo man hintrat, denn es geht steil hinab in die Schlucht
Das Huacatay Gewürzsalz kam inzwischen schon mehrmals beim Kochen daheim zum Einsatz und ich kann es nur empfehlen, solltet ihr es hier mal auf einem Markt sehen.
Gestärkt ging es dann auf die Weiterreise und vorbei an Urubamba, der einst wichtigsten Handelsstadt der Inkas im Heiligen Tal. 
Urubamba - Einst wichtigste Handelsstadt der Inka
Um unsere durstigen Kehlen mit etwas zu benetzen, das gleichzeitig auch typisch peruanisch ist, machten wir Halt in einer zugegeben genau für diesen Zweck errichteten Raststätte, wo wir bereits andere Touristen trafen. Verköstigt wurden wir hier mit Chicha, einem fermentierten alkoholischen Getränk aus Mais - zunächst in der normalen Variante und dann noch als Chicha Morada mit Erdbeeren gemischt. Leicht angesäuselt spielte sich dann das ebenfalls typisch peruanische Münzen-in-die-Löcher-Werf-Spiel gleich umso schwerer! :-)
Nett dekorierte Chicha-Raststätte
Chicha und deren Zutaten: Hauptsächlich Mais (links)
Erst der gekeimte Mais wird zum Brauen genutzt
Die Chicha wird in großen Tongefässen gebraut bzw. fermentiert.
Chicha Morada (Erdbeer-Chicha)
Meerschweinchen - Ein beliebtes Gericht in Peru
Bei diesem Spiel müssen Münzen in die Löcher und den Frosch geworfen werden
Nach einer weiteren ca. halbstündigen Fahrt kamen wir an unserem heutigen Ziel, den Festungsruinen von Ollantaytambo an. Diese alte aber nicht fertig gestellte Inkafestung sollte als Bollwerk gegen die Spanier dienen und schmiegte sich direkt in die Berghänge am Rande des pitoresken Dörfchens. 
Das Dorf Ollantaytambo von der Bergfestung aus gesehen. Gegenüber ein Inka-"Kühlhaus" am Berghang.

Blick auf die Terrassen, die das Bild der Festung prägen

Der Aufstieg konnte einem ganz schön Puste kosten! :-)

Die Terrassen wirkten fast wie eine riesige Treppe
Abends wurde es dann ein letztes Mal für diesen Tag typisch peruanisch, als wir uns im Restaurant Orishas ein Cui Horno (gegrilltes Meerschweinchen) bestellten. Es war zwar lecker, mit einem ähnlich Geschmack wie Hühnchen, aber leider entsprechend der Größe auch nicht wirklich sättigend für einen "Standard-Europäer"...außerdem sind die Kleinen auch viel zu süß um sie wirklich mit Genuss verspeisen zu können! :-)
Schöne Abendstimmung in den pittoresken Gassen des Dorfes

Hier verspeisten wir unser Cui Horno
Die schöne Gartenanlage unseres Hotels Pakaritampu
Entspannt und mit Vorfreude auf den morgigen Tag und der geplanten Zugfahrt nach Machu Picchu bzw. Aquas Calientes, fielen wir in unsere Betten im schön zwischen Blumengärten angelegten Hotel Pakaritampu.
Christian

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