Sonntag, 2. Juni 2013

Peru: Der Titicacasee

Nach unserer längeren Anreise auf vier Rädern nach Puno gestern, war der heutige Tag komplett den Wasserfahrzeugen auf dem, mit 3.810 Metern höchstem Binnensee der Welt, dem Titicacasee gewidmet.
Der Titicacasee oberhalb von Puno aus gesehen.

Auftakt der Bootstour auf dem Titicacasee - im Hintergrund die Hafenstadt Puno

Der Motor qualmte bereits nach fünf Minuten!
Zunächst einmal kam unser Taxi zum Hafen jedoch viel zu spät und wir hatten schon Panik unser Boot zu verpassen. Offenbar hatten andere jedoch das gleiche Problem und wir warteten dann noch fast eine halbe Stunde bis wir als eines der letzten Boot endlich ablegten. Ich dachte mir, dass wir das sicherlich mit hoher Geschwindigkeit wieder wettmachen würden, doch als auf einmal der Motor zu rauchen anfing, sollte sich meine Vorstellung buchstäblich in selbigem auflösen. Nachdem uns auch die noch später gestarteten Boote überholten, war klar: Wir hatten wahrscheinlich den ältesten, langsamsten und dank fehlendem Abgasrohr stinkendsten Kahn erwischt, der auf dem ganzen See herumtuckerte! :-)
Naja, aber egal…so blieb wenigstens genug Zeit die wirklich phänomenale Aussicht auf den azurblauen See mit seinen Inseln und den umgebenden Bergen zu genießen. 
Nach ca. 45 Minuten Fahrt waren wir an unserem ersten Ziel, den Uros-Inseln angelangt.
Ankunft bei den Uros-Inseln
Auf den Schilfinseln sind ganze kleine Dörfer errichtet

Auch Boote lassen sich aus dem Material hervorragend bauen....
„Insel“ ist hier genaugenommen eigentlich der falsche Begriff, da es sich um künstliche, frei schwimmende Plattformen handelt, die komplett von Schilf, das zu Pontons zusammengebunden wird getragen werden. Dies ist dabei so stabil, dass die Einwohner darauf sogar ihre Hütten errichten und so jede Insel eine Art Mini-Dorf für sich ist. Als wir dann bei einem dieser Dörfer anlegten und auf der Insel herumlaufen konnten, fühlte sich das schon etwas seltsam an, da der Schilfboden bis zu einem gewissen Maß nachgibt und man sich fragt, ob das Teil wirklich seetüchtig ist. ;-) 
...und auch Wörter schreiben! :-)
Blick auf die anderen Inseln im Hintergrund
Sogar Strom gibt es dank Solarkollektoren.
Frau in typisch bunter Tracht neben ihrem Schilf-Haus.
U.a. wurde uns auch die Bauweise der Schilf-Pontons (Bildmitte) erklärt.
Jeder musste/durfte ein Lied aus seinem Land vortragen.
Die ganze Atmosphäre dort ist trotz der unverkennbaren touristischen Prägung total entspannt und die Farben des golden in der Sonne glänzenden Schilfes in Kombination mit dem tiefblauen See sorgen dafür, dass man sich schnell in diese ganz andere Welt hineinziehen lässt. Wer Lust hatte, konnte sich dann mit einem der ebenfalls aus Schilf gebauten Boote zur Hauptinsel übersetzen lassen, während der Rest mit dem „Stinke-Boot“ Vorlieb nehmen musste.
Wer Lust hatte und bezahlte, konnte dann mit diesem Boot zur Haupt-Insel übersetzen.
Hier legten die meisten Schiffe an und man konnte sich mit einem kleinen Imbiss versorgen, bevor es weiter auf See ging.

Demonstration von altertümlichem Mahlen von Mehl.
Mit selbigem ging es dann auch nach ca. einer halben Stunde weiter zur zweiten und letzten Station des Tages:  Der Insel Taquile und ihren strickenden Männern. 
Die Insel selbst ist komplett Autofrei und so wanderten wir entspannt von der Anlegestelle einen schönen Weg entlang der Häuser und Terrassenfelder mit Blick auf den unter uns liegenden blauen See bis in das Dorfzentrum. 
Ankunfthafen auf der Insel Taquile
Der Wanderweg (hinten links) führte uns einmal quer über die Insel mit ihren Terrassenfeldern.
Ich will nicht nach Berlin....:-)
Männer in der Inseltypischen Tracht
Das Restaurant in dem wir frisch gegrillte Forelle aßen
Einer der berühmten strickenden Männer von Taquile
Hier genossen wir leckere frisch gegrillte Trucha (Forelle), bevor uns unser Guide noch die Geschichte der strickenden Männer und ihrer Handtaschen erklärte: So kann anhand der Art der Handtaschen sofort erkannt werden, ob es sich um einen Ehemann handelt oder ob der Träger noch auf der Pirsch ist. 
Blick auf das Dorf von Taquile

Der Hafen von Taquile. Von hier ging es mit dem Boot wieder zurück nach Puno.

Kleiner Mann - Großer Durst!
Dörfchen am Steilhang des Sees.

Ein schöner Tag neigt sich dem Ende zu: Blick vom Heck des Bootes kurz vor Puno.
Danach ging es eine gefühlte Unendlichkeit wieder zurück mit dem Boot bis nach Puno und wir waren DAS LETZTE Schiff, das bei Dunkelheit in den Hafen einlief. 
…aber toll war der Tag definitiv trotzdem! :-)
Christian 

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