Mittwoch, 28. November 2012

Chile - Atacamawüste: Lagunen und Flamingos

Das Attribut der Atacamawüste, die trockenste Wüste der Welt zu sein, wurde zumindest gestern bei unserer Anreise und Fahrt durch das Valle de la Luna bestätigt. 
Doch als wir heute morgen bei Tageslicht von San Pedro aus mit dem Auto aufbrachen, fuhren wir erst einmal an grünen Wiesen und sogar kleinen Wäldern vorbei und die Wolke über uns lies vereinzelt ein paar Regentropfen auf unsere Windschutzscheibe fallen. Die Wasservorkommen rund um San Pedro de Atacama führten nämlich dazu, dass hier eine grüne Oase mitten im staubtrockenen Becken der Wüste entstehen konnte. Ein paar Kilometer weiter entsprach das Bild dann aber wieder dem einer Wüste.

Wie auf dem Mond: Ein Rundweg durch mit Salz durchsetztes Geröll
Wie das wohl schmeckt? ;-)
Die Laguna Chaxa
Unser erstes Ziel für diesen Tag war die Laguna Chaxa, die quasi mitten im Nichts in einer Mondlandschaft aus schroffen Felsboden, der von Salzablagerungen durchzogen ist liegt und aus mehreren flachen Salzseen besteht. Diese Gewässer sind interessanterweise voll von Kleinstlebewesen und machen diesen Ort damit zum Fastfood-Restaurant für Flamingos, die den ganzen Tag damit verbringen, meist auf einem Bein stehend, nach den Leckerbissen zu picken.
Flamingos beim Speisen
Sogar eine besondere Art von Shrimps gab es in diesem Tümpel
Wieder im Auto ging es dann ordentlich bergauf über Schotterpisten bis zu der auf 4.200 Metern Höhe gelegenen Laguna Miscanti. Das Panorama der beiden azurblauen Lagunen vor schneebedeckten Bergen der Anden war phänomenal - das Atmen jedoch viel uns beiden auf dieser Höhe merklich schwer und auch die einsetzenden Kopfschmerzen erinnerten uns daran, dass wir trotz allem doch eher Couchpotatoes vom Rhein sind. :-)
Laguna Miscanti - linker See

Laguna Miscanti - rechter See
Auf dem Rückweg machten wir Halt in einer anderen schönen Oase, der Quebrada de Jere bei Toconao. In dieser malerischen Schlucht sind neben historischen Höhlenwohnungen vor allem die entlang des Flusslaufes angelegten Gärten und Obstplantagen die Hauptattraktion. 
Quebrada de Jere
Bach im schattigen Tal der Quebrada
Von der staubtrockenen Wüste hier angekommen, fühlt man sich fast wie im Garten Eden: Zitronen, Orangen und andere Früchte hängen in Griffnähe von den Bäumen herab und entlang der Gärten plätschern kleine künstliche Bewässerungskanäle hinab in das Tal, durch das sich der Fluß entlang an grünen Wiesen schlängelt.
Pflücken war leider nicht erlaubt :-)
Einer der künstlich angelegten Bewässerungskanäle...
...die in den Bach im Tal münden.
Restaurant La Estaka in San Pedro de Atacama
Wieder zurück in San Pedro speisten wir lecker im gemütlich im Adobestil gestalteten Restaurant La Estaka und bummelten noch etwas durch die belebten Strassen des Ortes.
Christian

Mittwoch, 21. November 2012

Chile - Atacamawüste Tag 1

Wüste, Dünen, verdorrte Flora - das zumindest hatte ich im Kopf, als wir mit dem Flieger nach Calama flogen, um von dort aus mit dem Mietwagen in das touristische Herz der Atacamawüste, nach San Pedro de Atacama zu fahren.
Die Atamacawüste gilt als die trockenste Wüste der Welt und ist zudem auf einem Hochplateau von über 2.000 Metern gelegen.
Der erste Eindruck den wir bei der Landung und dann währen der Fahrt mit dem Auto in Richtung San Pedro hatten, schien meine initialen Gedanken auch zu bestätigen, denn man kam sich fast vor als wäre man auf dem Mars gelandet und das Auto schaffte auf Grund des Sauerstoffmangels auch nicht mehr als 90 Km/h. 
Strasse von Calama nach San Pedro de Atacama, im Hintergrund die Anden
Wobei die Landschaft durchaus zu begeistern weiß: Verschiedenste Erdtöne, seltsame Gesteinsformationen und ein azurblauer Himmel - all das vor einer ganzen Kette von drei- bis fünftausend Meter hohen Vulkanbergen der Anden am Horizont.
Bizarre Steinformationen
Die bekannte "Las tres Marias"-Steinformation im Valle de la Luna
Unseren letzten Halt machten wir im berühmten Valle de La Luna, kurz vor San Pedro. Hier fährt man mit seinem Auto mitten durch das Tal und dabei vorbei an bizarren Steinformationen oder riesigen Gesteinsformationen wie dem "Amphitheater". Darüber hinaus kann man an einem der zahlreichen Parkplätze anhalten und schaut sich beispielsweise die vielen Salzablagerungen, die teils wie gefrorenes Eis anmuten, aus der Nähe an.
Eine der zahlreichen Salzpfützen
Das Salz wirkte teils wie eine Schneedecke
Blick auf das "Amphitheater"
Als es dann langsam zu dämmern begann, machten wir uns mit den meisten anderen Touristen in Richtung der großen Sanddüne auf, um hier den spektakulären Sonnenuntergang und die mannigfaltigen Farbtöne, die die Sonne auf die Landschaft zauberte, zu genießen. 
Auf der großen Sanddüne
Jeder suchte nach einem guten Platz für den bevorstehenden Sonnenuntergang
Blick in die untergehende Sonne....
...und auf das Tal des Mondes, das nun in die verschiedensten Farbtöne getaucht war.
Mit diesen Eindrücken im Kopf fuhren wir dann mit dem Auto weiter und erreichten nach ca. 15 Minuten San Pedro de Atacama und checkten im Takha Takha Hotel ein. Das Hotel liegt am Ende einer der Hauptachsen San Pedros, wodurch man sich einerseits in unmittelbarer Nähe der diversen Restaurants und Tourenanbieter befindet, es anderseits nachts jedoch schön ruhig ist...außer es machen hier, wie bei uns geschehen, eine Horde Rennfahrer der Rallye Paris-Dakar Station, die in diesem Jahr unter anderem durch die Atacama-Wüste führte. ;-)
Bungalows und Pool des Takha Takha Hotels
Das Hotel selbst setzt sich aus mehrer kleineren Häusern bzw. Bungalows zusammen, die wie die meisten Gebäude San Pedros im Adobe-Stil gebaut sind und wartet zudem auch mit einem netten Pool auf.
Am Abend spachtelten wir dann noch im schön gemachten Innenhof mit Feuerstelle des Restaurants La Casona original chilenisches Pastel del Choclo - eine Art Maisauflauf, bevor wir müde von der langen Tagesreise in unsere Kissen fielen.
Christian

Samstag, 17. November 2012

Chile - Sur Chico: Pucon

Pucon - Das Las Vegas für Adrenalinjunkies

In der idyllisch am See inklusive Badestrand gelegenen Stadt mit ihren diversen Kneipen und Restaurants kann man wunderbar entspannen...oder aber man wählt den anderen Weg - wie sicherlich die meisten der jüngeren Touris die hier landen - und jagt dem Adrenalin hinterher. 
Für diesen Zweck bietet Pucon nämlich die besten Voraussetzungen: Von der Besteigung des nahegelegenen Vulkans Villarica über Canyoning bis hin zum Rafting findet man hier genug Möglichkeiten keine Langeweile aufkommen zu lassen. Wir gingen es jedoch erstmal gemütlicher an und fuhren mit dem Auto in den ca. eine halbe Stunde entfernten Nationalpark Huerquehue. 
Einer der vielen Seen im Nationalpark Huerquehue
Teils bizarre Pflanzenwelt 
Hier ging es zunächst einmal eine gute Stunde stramm bergauf - doch die Mühe lohnt sich! Auf einem Hochplateau führen naturbelassene Wanderwege an diversen stillen Seen entlang, umgeben von dichtem Wald, aus dem auch immer wieder die seltenen, hochgewachsene Araukarien ragen.
Eine blühende Araukarie
Auf dem Rückweg hinab zum Parkplatz machten wir noch zwei kurze Abstecher zu nahegelegenen Wasserfällen. 
"Verdreht"
Einer der beiden Wasserfälle zu denen kurze Abstecher vom Hauptweg führen
Kurz vor unserem Auto wurden wir schließlich von einer Schaar Truthähne und kleinen Schweinchen, die alle munter den Weg entlang marschierten, verabschiedet. Während des Abendessens im Hostel bekamen wir dann noch eine gehörige Portion Patriotismus von einem sehr netten - wenn auch schon ziemlich bepichelten - chilenischen US-Amerikaner vermittelt. 

Ob es "Babe" hieß, wollte es uns nicht mitteilen
Am nächsten Tag fuhren wir dann zu den etwas ausserhalb von Pucon gelegenen Los Ojos Wasserfällen. Die Highlights sind hier die fast schon unnatürlich blau gefärbte Laguna Azul sowie die namesgebenden vier Wasserfälle die alle in ein von Urwald umschlossenes Wasserbecken münden. 
Aber Holzauge sei wachsam: Es gibt zwei kostenpflichtige Aussichtspunkte, von denen wir ganz klar den zweiten von Pucon kommend bei El Christo empfehlen, da er die bessere Sicht auf die Wasserfälle bietet. 
Die Laguna Azul

Wasserfälle "Los Ojos"
Am Nachmittag machten wir dann Ernst und es ging mit Helm, Neopren und Schwimmweste bewaffnet mit dem zu empfehlenden Anbieter Tourismo Andes Mar auf dem Rio Trancuro  Raften. Bei dem nach "Tranquilo" klingenden Namen könnte man denken, dass es eher eine ruhige Angelegenheit ist, doch ist der Fluß mit Stufe 4 und 5 auf der Raftingskala - das Maximum ist 6, eher ein wilder Bursche! Teilweise wurde einem vor den Stromschnellen und Wasserfällen schon etwas bange, doch unser Bootsführer war ein wahrer Experte und unsere nur aus Deutschen bestehende Besatzung führte natürlich pflichtbewußt alle seine Kommandos umgehend aus. Dadurch überstanden wir im Gegensatz zu dem anderen Boot die Fahrt auch ohne Passagiere, Paddel oder Schuhe zu verlieren und hatten einen Mords-Spaß! Daß es während der ganzen Fahrt in Strömen regnete, war verständlicherweise völlig latte:-).
Hier wurde definitiv jeder nass!
Am Abend ging es dann immer noch aufgeputscht und mit einem Grinsen im Gesicht mit dem Auto nach Temuco, von wo wir am nächsten Tag über Santiago gen Norden nach Calama und zu unserer nächsten Reisestation, der Atacama-Wüste flogen.
Christian