Sonntag, 21. Oktober 2012

Herbstfrische an der Bever-Talsperre

Wenn die Temperatur Ende Oktober noch einmal auf phänomenale 24 Grad klettert und kein Wölkchen den Himmel trübt, dann muss man einfach nochmal raus in die Natur!
Gesagt - getan und so machten wir uns mit Kamera und Proviant bewaffnet auf gen Süden. Ziel war heute die Bever-Talsperre bei Hückeswagen im Bergischen Land. Ich hatte mir ehrlich gesagt einfach per Google Maps einen See rausgepickt, an dem wir noch nicht waren und herausgefunden, dass man dort komplett um den See in ca. vier Stunden wandern kann.
Nach einer knappen Stunden Autofahrt von Düsseldorf aus, parkten wir auf dem Parkplatz der Bever Klause in unmittelbarer Nähe des Seeufers und neben einem der hier zahlreichen Campingplätze.
Bever Klause
Dann ging es los entgegen dem Uhrzeigersinn rund um den See und nach einem kurzen Stück Landstrasse, direkt am Ufer am Restaurant Zornige Ameise vorbei bis hin zur Talsperre.
Restaurant Zornige Ameise
Blick von der Talsperre auf den See
Biker-Treff an der Talsperre
Von dort am "Biker-Büdchen" wieder hinauf und dann dem Bever Rundweg ("B") folgend über idyllische Wald- und Wiesenlandschaften. Irgendwann sind wir wohl falsch abgebogen und schlugen uns teilweise durch jedoch relativ lichten Wald direkt an der Uferböschung und diversen Stränden entlang weiter.
Hier machten wir dann auch nach ca. eineinhalb Stunden Wanderung erstmal Brotzeit und genossen den Blick auf den See.
Das "B"
Malerische Wiesenlandschaft

Blick von unserer Brotzeit-"Location" auf den See
Neben diesen Gesellen gabs auch noch Schafe und massig Kühe zu sehen
Danach ging es wieder auf dem Rundweg "B" bzw. "A3" am nördlichen Ufer des Sees weiter - leider jedoch mit etwas längeren Teilstrecken entlang der Landstrasse K11, die am Wochenende zudem eine Rennstrecke für die unzähligen Motorradfahrer ist.
Daher der Tipp: Solltet ihr unter der Woche für diese Wanderung Zeit haben, ist es sicherlich etwas entspannter.
Kurz hinter dem Weiler der Stooter Mühle ging es dann endlich wieder direkt am See entlang und hier zauberte die Nachmittagssonne noch eine tolle Stimmung auf den bunten Herbstwald und den spiegelglatten See.
Farbexplosion am Westufer die Erste
Farbexplosion  am Westufer die Zweite
Nach ungefähr vier Stunden - wobei wir zwei mal Rast gemacht hatten und auch viele Fotos geschossen hatten - kamen wir wieder an unserem Ausgangspunkt der Bever Klause an. 
Hier ließen wir den Tag dann mit kalter Coke und Strammen Max ausklingen, bevor es wieder mit dem Auto nach Hause ging.

Hier noch der Link zu meiner Karte, falls jemand nun Lust auf diese Wanderung bekommen hat.
Christian

Samstag, 20. Oktober 2012

Chile - Sur Chico: Canyoning und Ascheregen in Osorno

Action und Asche

Unter diesem Motto könnten die nächsten zwei Tage im Seengebiet in der Mitte von Chile gestanden haben.
Nach unserer Autofahrt rund um den Llanquihue See gestern dürstete es uns am nächsten Tag nach etwas mehr körperlicher Betätigung und Abenteuer. 
Und das sollten wir auch bekommen! 
Denn bei dem in Puerto Varas ansässigem KO Kayak hatten wir die große Canyoning-Tour gebucht. Gleich morgens ging es erstmal mit einem Kleinbus zusammen mit einer sehr netten irischen Familie zur Basis, wo wir unsere Neoprenanzüge bekamen. Nach kurzer Fahrt hieß es dann zunächst für die nächsten eineinhalb Stunden "wandern"...wenn man ständiges bergauf marschieren in Neoprenanzügen bei sonnigen 28 Grad so definiert. :-)
Als wir dann jedoch am Fluss angekommen das eigentliche Canyoning mit einem Sprung in das kühle kristallklare Wasser begannen, waren die Strapazen und der Blutegel auf meinem Gesicht, den ich mir in irgendeinem Gebüsch an der Uferböschung eingefangen hatte vergessen. 
Von nun an war es einfach nur noch cool: Wir rutschten über unzählige von der Natur geschaffene Wasserrutschen, sprangen aus bis zu fünf Metern in tiefe Pools oder ließen uns rücklings auch mal einfach nur treiben, während wir an den Felswänden und Bäumen vorbei in den Himmel schauten. Richtiger Nervenkitzel war auch zweimal - zumindest für uns beide -dabei, als wir an zwei Wasserfällen bis zu 25 Meter hinab abgeseilt wurden. Dank der tollen, erfahrenen und immer gut gelaunten Guides, fühlten wir uns aber zu jeder Zeit sicher und hatten einen wunderbaren und einzigartigen Tag.
Am späten Nachmittag ging es dann wieder mit dem Auto der Autobahn folgend weiter nach Norden bis nach Osorno. Hier verbrachten wir die nächsten beiden Nächte im Hostal Truyaca, dessen chilenischer Besitzer super nett und hilfsbereit uns in gutem Deutsch diverse Reisetipps gab.
Wald im Ascheregen im Nationalpark Puyehue
Am nächsten Tag machten wir einen Abstecher in den Nationalpark Puyehue. Dieser Ausflug und die Wanderung im Wald wird mir besonders in Erinnerung bleiben, da ein konstanter leichter Ascheregen des noch aktiven Vulkans, die Landschaft wie mit Schnee bedeckte und eine interessante Stimmung verbreitete. 
Thermalbäder
Ein müder Baum
Wildbach im Nationalpark

Auf dem Rückweg relaxten wir dann noch etwas im Seebad von Entre Lagos.
Seedbad von Entre Lagos
Hier gabs eine ganze Ansammlung von Fressbuden
...und das wohl kleinste Restaurant :-)
Nach dem Frühstück ging es am folgenden Tag meist auf kleineren Strassen durch die schöne von Wäldern und Seen geprägte Landschaft der Region Los Lagos vorbei an Panguipulli, Lican Rey, Conaripe und Villarica bis nach Pucon ins Tree House Hostel.
Strand von Lican Rey

Das Tree House Hostel in Pucon
Das nächste Mal mehr zu Pucon und weiterer Wasser-Action.
Christian

Montag, 8. Oktober 2012

Chile - Sur Chico: Tag 2 Rund um den See

Kleindeutschland die Zweite

Einmal rund um den See!

Das war unser Motto für diesen Tag....wobei mir nachher gesagt wurde, dass es wohl eher mein Motto war, denn jemand anderes hatte sich eigentlich vorgestellt, die zweite Hälfte des Tages am schönen Strand von Puerto Varas zu verbringen. :-)
Los ging es dann von Puerto Varas aus immer entlang des Llanquihue-Sees bis zu den bekannten Wasserfällen von Petrohue. Diese sind wirklich schön anzusehen, umgehauen haben sie mich jedoch - eventuell aufgrund des niedrigen Wasserstandes - nicht. Wer möchte kann sich dort auch mit einem Schlauchboot direkt an den unteren Wasserfall heranfahren lassen.
Wasserfälle von Petrohue

Unterer Wasserfall, an den man auch mit einem Boot heranfahren kann.
Was mich jedoch mehr beeindruckt hatte, wenn auch negativ, war nicht etwa die schier endlose Masse von Touris, die mit uns die gleiche Idee hatten, sondern die noch größere Horde an den speziellen Chile-Bremsen, die es auf die Touris und uns abgesehen hatten. Der Spaziergang gestaltete sich entsprechend etwas enervierend und muss auf Dritte ausgesehen haben wie ein epileptischer Anfall.
Gibt es hier irgendwo etwa Freibier?
Danach ging es zum Ufer des nahe gelegenen Todos los Santos-Sees mit schönem Blick auf den Vulkan Osorno. Leider flogen die Mini-Stukas auch hier wieder pausenlos Angriffe und wir beschlossen nach kurzer Zeit, weiter und hinauf auf den Vulkan Osorno zu fahren, um die kleinen Biester hoffentlich dort oben hinter uns zu lassen.
Ufer des Todos los Santos-Sees

Am Parkplatz oben angekommen hatten wir damit auch Erfolg und fühlten uns nun fasst wie im Winterurlaub, denn der Sessellift des weiter oben gelegenen Skigebiets war sogar in Betrieb, obwohl ja Sommer war. Der Preis von umgerechnet 20 Dollar pro Person, um damit bis ganz nach oben zu fahren, war uns aufgrund des diesigen Wetters und mangelnder Weitsicht dann doch etwas zu hoch und wir genossen das dennoch durchaus schöne Panorama auf den Llanquihue-See und die Umgebung. 
Ihn hätte ich hier nicht erwartet
Der Sessellift zum Skigebiet vom Vulkan Osorno
Blick vom Osorno auf den Llanquihue See und den Vulkan Calbuco

Nach kurzem Snack ging es dann wieder die Serpentinen hinab und weiter entlang des Sees bis wir zum kleinen, von Auswanderern...ja richtig: Deutschen! :-), gegründeten Örtchen Puerto Octay. Hier kann man, anders als in Puerto Varas, teilweise noch entsprechend windschiefe Häuser aus der Gründerzeit sehen.
Puerto Octay
Kirche und Pommesbude von Puerto Octay
Haus aus der Gründerzeit
Die Feuerwehr aus der Gründerzeit :-)
Nach zwar leckerem Speiseeis aber musikalischer Untermalung durch Modern Talking!!! aus Lautsprechern auf dem Dorfplatz zog es uns irgendwie weiter.
Der für diesen Tag letzte Stop vor der Rückkehr nach Puerto Varas war das nahe gelegene Frutillar
Strandpromenade von Frutillar
Seebrücke
Keine echte Lok, dafür  waren aber geröstete Erdnüsse drin!
Dieser irgendwie tiefen-entspannte Ort mit dem Charakter und der Architektur eines Ostseebades war genau das richtige um den Tag ausklingen zu lassen. 
Schlaaand-Club
Die Uhr funktionierte sogar!
Der Name war hier Programm.
Also saßen wir mit einem sehr leckeren Cortado im Cafe "Guten Appetit" mit Blick auf den See, nachdem wir unter anderem an dem örtlichen Club Aleman und einem Haus in Form einer Kuckucks-Uhr vorbeigeschlendert waren. 
Nun ratet mal, welche Nation auch hier Aktien drin hat! ;-)
Christian