Sonntag, 22. Juli 2012

Chile - Nordpatagonien: Tag 4-6 Ventisquero Colgante, Kajaktour im Fjord, Rückfahrt nach Coyhaique

Gletscher können auch gut abhängen!

Nach der langen Autofahrt nach Puyuhuapi gestern, sollte an diesem Tag wieder das Wandern im Vordergrund stehen.
Ziel des heutigen Tages war der hängende Gletscher Ventisquero Colgante, der nur ca. 20 Kilometer entfernt von Puyuhuapi über die Carretera Austral zu erreichen ist.
Der Gletscher befindet sich im Nationalpark Queulat und man muß entsprechend eine moderate Eintrittsgebühr in Höhe von ca. 5 € (inkl. Auto) entrichten. Dafür haben Freiluft-Enthusiasten aber auch die Möglichkeit, mitten in der Natur auf dem Campingplatz dort ihr Zelt aufzuschlagen oder ihren Camper zu parken.
Zunächst einmal führte uns der Weg über eine abenteuerliche aber stabile Holz-Hängebrücke, die den rauschen Bergfluss überspannte, der von dem Gletscher gespeist wird.
Die Hängebrücke war stabiler als sie aussah
Zum Aufwärmen ging es danach ungefähr eine halbe Stunde nur bergauf und dann weiter auf einem Bergkamm, umringt von großen Farnen und Bäumen auf einem schönen Pfad in Richtung Gletscher. Dabei konnten wir immer mal wieder einen Blick auf den azurblauen Gletschersee unter uns erhaschen.
Direkt am Weg konnte man die schönsten Blumen sehen
Der Ausblick auf den Gletschersee unter uns
Nach sehr kurzweiligen ca. eineinhalb Stunden waren wir regelrecht überrascht, als wir bereits an dem Aussichtspunkt angekommen waren, an dem bereits die deutsche Reisegruppe, die mit ihrem Geländebus auch in Puyuhuapi Station machte, den Ausblick auf den Gletscher genoss.
Am Aussichtspunkt angekommen: Der hängende Gletscher!
Das Panorama war in der Tat grandios: Ein riesiger Gletscher saß quasi auf einem Bergmassiv oben auf und ergoss sich in mehreren, bestimmt über 100 Meter hohen Wasserfällen, die durch ihre Fallhöhe auch einen imposanten Gischt-Nebel erzeugten und in besagtem Bergsee mündeten. Leider waren wir genau zur Mittagszeit angekommen, wodurch das Licht fürs Fotografieren nicht optimal war. Daher der Tip, wenn ihr dort auch mal "vorbeikommt", schaut, dass ihr am besten die Tour am Nachmittag macht.
Riesige Wasserfälle ergossen sich vom Gletscher in den See
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Schlenker an den See, um am Ufer unsere vom Wandern müden Füße noch etwas ins kalte Wasser zu hängen. Wer möchte kann sich von dort auch mit einem Motorboot zum Fuße des Gletschers fahren lassen. Wir blieben nicht allzu lange, da auch hier wieder die extrem nervigen Bremsen beständig Angriffe auf uns flogen.
Ausblick vom Bootsanleger am See zum Gletscher hin
Den Nachmittag gingen wir dann extremem Müßiggang nach und relaxten im Garten der Casa Ludwig mit eiskaltem argentinischem Bier in einschläfernd bequemen Liegestühlen.
Zischt wie Abbelsaft!
Am nächsten Tag mieteten wir uns in Puyuhuapi bei dem sehr netten örtlichen Verleih direkt an der Hauptstrasse ein Seekajak, um damit den Fjord von Puyuhuapi zu erkunden und nach den heißen Unterwasserquellen zu suchen, die hier auch diverse Thermalbäder speisen.
Das Wasser war spiegelglatt und außer uns niemand anderes unterwegs: Wenn bis jetzt noch ein Ansatz von Stress übrig gewesen sein sollte, hier wurde man komplett geerdet und tiefenentspannt. Der Ausblick auf die teils mit Schnee bedeckten Berge und die dichten bis zum Seeufer ragenden Wälder lies einen die Schönheit der Natur spüren. Sogar unser hängender Gletscher machte uns die Freude und lugte an mehreren Stellen aus den Fjordwindungen hervor. Am Ende entdeckten wir dann tatsächlich auch noch eine heiße Quelle im Wasser am Uferrand. Streckte man seine Hand auf der einen Seite des Bootes ins Wasser verbrühte man sich fast, während keine zwei Zentimeter weiter das Wasser wieder eiskalt war!
Rast bei dem "Salto de la Virgen" auf dem Weg zurück nach Coyhaique
Am nächsten Tag ging es dann wieder über die Carretera Austral den gleichen Weg zurück nach Coyhaique bzw. zum Flughafen in Balmaceda und von dort mit dem Flieger nach Puerto Montt und unserem nächsten Reiseabschnitt dem Seengebiet und der Insel Chiloe.
Christian

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